Offshorebauwerk

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Das Stützgerüst (Jacket) der Umspannplattform für den ersten deutschen Offshore-Windparkalpha ventus“ am Kran hängend, im Vordergrund das Umspannwerk selbst

Als Offshorebauwerk werden feststehende Bauwerke bezeichnet, die in der offenen See vor der Küste (englisch offshore) errichtet wurden. Hierzu gehören beispielsweise Bohrinseln, Förderplattformen, Windkraftanlagen, Umspann- und Forschungsplattformen, aber auch Pipelines. Im engeren Sinn versteht man darunter Bauwerke, die sich mehr als zwölf Seemeilen vor der Küstenlinie befinden und somit außerhalb der nationalen Hoheitsgewässer liegen.

Das Pionierbauwerk dieser Art war der Leuchtturm Roter Sand in der Deutschen Bucht.

Wie bei allen größeren Bauvorhaben wurde befürchtet, dass Offshore-Bauwerke einen enormen Einfluss auf die Umwelt haben können. Bedenken gibt es unter anderen, dass Offshore-Windparks störend auf rastende, nahrungssuchende und überwinternde Meeresvögel wirken können. Auch können Verluste durch Vogelschlag auftreten. Zudem kann es durch Elektrokabel zwischen den Anlagen und dem Land zur Bildung von künstlichen magnetischen und elektrischen Feldern kommen, wodurch es zu einer Störung der Orientierung bei Fischen kommen kann.[1] Neuere Studien ergeben allerdings, dass es innerhalb der Windparks zur Erholung von Fischbeständen kommt und die Gründung der Anlagen zur Wiederansiedlung von Meerestieren förderlich ist. [2][3] Negative Auswirkungen beschränken sich auf die Bauphase. Hierbei mieden einige auf Sicht jagende Vogelarten den Windpark, während andere Vögel sich durch die Anlagen nicht gestört fühlten[4].

Gründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die sichere Errichtung von Offshorebauwerken sind spezielle Gründungsformen notwendig. Mit Bohrinseln schon über längere Zeit erprobt sind Fachwerkkonstruktionen, die auf den Meeresboden gestellt werden (Jackets). Aktuelle Entwicklungen setzen entweder ebenfalls auf Konstruktionen, die auf dem Meeresboden stehen (Tripods, Schwergewichtsgründungen, Bucket-Fundamente) oder bedienen sich der Tragfähigkeit von Pfählen, die in den Meeresboden gerammt werden (Monopiles, Tripile-Gründungen).

Erprobt werden auch schwimmende Offshore-Fundamente (SOF) mit großen Auftriebskörpern, die mit Seilen an einem Schwergewichtsanker am Meeresboden befestigt werden. Der Vorteil ist eine weitere Kosteneinsparung im Vergleich zu den Anlagen mit festen Fundamenten, da die Windenergieanlagen bereits im Hafen auf die SOF montiert werden können und keine Errichterschiffe zum Aufbau mehr benötigt werden. Auch lassen sich die Anlagen nach der Nutzung einfacher zurückbauen.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thomas Merck, Henning v. Nordheim: Technische Eingriffe in marine Lebensräume – Tagungsband. Oktober 1999, abgerufen am 29. Juni 2012 (PDF; 4,3 MB).
  2. Peter Kleinort: Offshore besteht Verträglichkeitsprüfung. In: Täglicher Hafenbericht vom 31. Oktober 2013, S. 15
  3. Makrelen mögen Windräder. In: Nordsee-Zeitung, 31. Oktober 2013, abgerufen am 28. Dezember 2013
  4. Ruhe unter Rotoren. In: Deutschlandradio, 26. Oktober 2011, abgerufen am 26. Oktober 2011
  5. Frank Adam et al.: Entwicklung eines Fundaments für Offshore-Windenergieanlagen aus Stahl-Beton-Verbundbauteilen. In: Schiff & Hafen, Heft 11/2016, S. 40–43