Offshorebauwerk

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Das Stützgerüst (Jacket) der Umspannplattform für den ersten deutschen Offshore-Windparkalpha ventus“ am Kran hängend, im Vordergrund das Umspannwerk selbst

Als Offshorebauwerk werden feststehende Bauwerke bezeichnet, die in der offenen See vor der Küste (engl.: offshore) errichtet wurden. Hierzu gehören beispielsweise Bohrinseln, Förderplattformen, Windkraftanlagen, Umspann- und Forschungsplattformen, aber auch Pipelines. Im engeren Sinn versteht man darunter Bauwerke, die sich mehr als zwölf Seemeilen vor der Küstenlinie befinden und somit außerhalb der nationalen Hoheitsgewässer liegen.

Das Pionierbauwerk dieser Art war der Leuchtturm Roter Sand in der Deutschen Bucht.

Offshorebauwerke können einen enormen Einfluss auf die Umwelt haben. So können Windenergieanlagen störend auf rastende, nahrungssuchende und überwinternde Meeresvögel wirken. Auch können Verluste durch Vogelschlag auftreten. Zudem kann es durch Elektrokabel zwischen den Anlagen und dem Land zur Bildung von künstlichen magnetischen und elektrischen Feldern kommen, wodurch es zu einer Störung der Orientierung bei Fischen kommen kann.[1]

Gründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die sichere Errichtung von Offshorebauwerken sind spezielle Gründungsformen notwendig. Mit Bohrinseln schon über längere Zeit erprobt sind Fachwerkkonstruktionen, die auf dem Meeresboden gestellt werden (Jackets). Aktuelle Entwicklungen setzen entweder ebenfalls auf Konstruktionen, die auf dem Meeresboden stehen (Tripods, Schwergewichtsgründungen, Bucket-Fundamente) oder bedienen sich der Tragfähigkeit von Pfählen, die in den Meeresboden gerammt werden (Monopiles, Tripile-Gründungen).

Erprobt werden auch schwimmende Offshore-Fundamente (SOF) mit großen Auftriebskörpern, die mit Seilen an einem Schwergewichtsanker am Meeresboden befestigt werden. Der Vorteil ist eine weitere Kosteneinsparung im Vergleich zu den Anlagen mit festen Fundamenten, da die Windenergieanlagen bereits im Hafen auf die SOF montiert werden können und keine Errichterschiffe zum Aufbau mehr benötigt werden. Auch lassen sich die Anlagen nach der Nutzung einfacher zurückbauen.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thomas Merck, Henning v. Nordheim: Technische Eingriffe in marine Lebensräume – Tagungsband. Oktober 1999, abgerufen am 29. Juni 2012 (PDF; 4,3 MB).
  2. Frank Adam et al.: Entwicklung eines Fundaments für Offshore-Windenergieanlagen aus Stahl-Beton-Verbundbauteilen. In: Schiff & Hafen, Heft 11/2016, S. 40–43, ISSN 0938-1643