Ofterschwang

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Wappen Deutschlandkarte
Ofterschwang
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ofterschwang hervorgehoben

Koordinaten: 47° 30′ N, 10° 14′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Oberallgäu
Verwaltungs­gemeinschaft: Hörnergruppe
Höhe: 864 m ü. NHN
Fläche: 19,56 km2
Einwohner: 2058 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 105 Einwohner je km2
Postleitzahl: 87527
Vorwahl: 08321
Kfz-Kennzeichen: OA
Gemeindeschlüssel: 09 7 80 134
Gemeindegliederung: 12 Gemeindeteile
Website: www.ofterschwang.de
Erster Bürgermeister: Alois Ried (Wählergemeinschaft)
Lage der Gemeinde Ofterschwang im Landkreis Oberallgäu
ÖsterreichBaden-WürttembergLandkreis Lindau (Bodensee)Kempten (Allgäu)Landkreis UnterallgäuLandkreis OstallgäuKempter Wald (gemeindefreies Gebiet)WildpoldsriedWiggensbachWertachWeitnauWaltenhofenSulzberg (Landkreis Oberallgäu)SonthofenRettenbergOfterschwangOberstdorfOberstaufenObermaiselsteinOy-MittelbergMissen-WilhamsLauben (Landkreis Oberallgäu)Immenstadt im AllgäuBad HindelangHaldenwang (Landkreis Oberallgäu)Fischen im AllgäuDurachDietmannsriedBurgberg im AllgäuBuchenbergBolsterlangBlaichachBetzigauBalderschwangAltusriedKarte
Über dieses Bild
Ofterschwang, Oberallgäu

Ofterschwang ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Oberallgäu und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Hörnergruppe.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt vier Kilometer südwestlich von Sonthofen im oberen Illertal unter dem Höhenzug der Hörnerkette.

Gemeindeteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 12 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2][3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ofterschwang war Bestandteil der Grafschaft Königsegg-Rothenfels, die 1804 an Österreich vertauscht wurde. Mit anderen Gebieten von Vorderösterreich fiel es mit den Friedensverträgen von Brünn und Preßburg 1805 an das Königreich Bayern. Im Jahr 1818 wurde die Gemeinde gegründet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1988 bis 2008 wuchs Ofterschwang um 577 Einwohner bzw. um 39 %. Dies war der prozentual höchste Einwohnerzuwachs im Landkreis Oberallgäu in diesem Zeitraum. Danach verlangsamte sich das Wachstum bis 2018 nur noch um weitere 43 Einwohner. Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1470 auf 2090 um 620 Einwohner bzw. um 42,2 %.

Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1840 1900 1939 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015 2020
Einwohner 867 842 1100 1482 1371 1598 1427 1686 1825 1871 2030 2078 2028 2058

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1. Mai 2002 ist Alois Ried (* 1966) Erster Bürgermeister; er wurde zuletzt am 15. März 2020 mit 92,21 % der Stimmen wieder gewählt.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Wahl am 15. März 2020 lag lediglich der Wahlvorschlag der Wählergemeinschaft Ofterschwang mit 28 Bewerbern vor. Sitz im Gemeinderat haben die 14 Bewerber mit den höchsten Stimmenzahlen. Die Wahlbeteiligung betrug 58,07 %.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Ofterschwang
Blasonierung: „Unter goldenem Schildhaupt, darin drei liegende rote Rauten, gespalten von Rot und Silber; aus einem Dreiberg in verwechselten Farben wachsend eine fünfblütige Alpenrose in verwechselten Farben.“[5]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urlaubsort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ofterschwang ist ein Urlaubsort mit 1.492 Gästebetten.[6] Der Ort verzeichnete im Jahr 2017 309.882 und im Jahr 2018 343.032 und 2019 350.345 Übernachtungen.[7]

Ofterschwang ist Ausgangspunkt für Berg- und Radtouren und bietet im Winter Langlaufloipen im Tal und eine Vielzahl von Skiabfahrten rund um das Ofterschwanger Horn. Touristische Anlaufpunkte sind das Tiefenberger Moor mit Naturlehrpfaden und ein 18+18+9 Loch-Golfplatz des Luxushotels Sonnenalp; Golfplatz Sonnenalp-Oberallgäu. Das Sonnenalp liegt mit 39,3 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2015 auf Rang 7 in Deutschland und ist das einzige Hotel in den Top Ten, das nicht in Berlin, München oder Frankfurt liegt.[8]

Wanderungen, Ski- und Schneeschuhtouren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Ofterschwang aus ist die winterliche Überschreitung mehrerer Gipfel der Hörnergruppe mit Tourenski oder auf Schneeschuhen möglich. Die Tour nennt sich Allgäuer Hörnertour. Im Sommer führt die kleine Hörner-Tour von der Bergstation des Weltcup-Express auf einem Panoramaweg über das Ofterschwanger Horn, das Sigiswanger Horn, das Rangiswanger Horn und den Weiherkopf zur Bergstation der Hörnerbahn. Die große Hörner-Tour führt zusätzlich über den Großen Ochsenkopf, das Riedberger Horn und das Bolsterlanger Horn.

ADAC-Tourismuspreis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ofterschwang wurde 2010 vom ADAC für das Produkt „Gutes vom Dorf“ mit dem ADAC-Tourismuspreis ausgezeichnet.[9]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ofterschwanger Horn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Hausberg, dem Ofterschwanger Horn, befindet sich das Skigebiet "Gunzesried-Ofterschwang" (Eigenbezeichnung "GO! Bergbahnen Gunzesried Ofterschwang"). Die rund 17 Kilometer Pisten werden durch mehrere Liftanlagen erschlossen. Während der kuppelbare 4er-Sessellift "Weltcup-Epress" (Baujahr 1999) direkt am Ortsrand von Ofterschwang beginnt, gelangt man mit der 8er-Gondelbahn mit Mittelstation "Ossi-Reichert-Bahn" (Baujahr 2015) vom Blaichacher Ortsteil Gunzesried in das Skigebiet. Der kuppelbare 6er-Sessellift "Gipfel 6er" (Baujahr 2015) erschließt den Gipfel des Ofterschwanger Horns. Der Schlepplift "Alpe Eck Lift" sowie mehrere Kinderlifte / Förderbänder ergänzen das Liftangebot.

Das Skigebiet verfügt zudem über eine der größten und leistungsfähigsten Beschneiungsanlagen in Deutschland. Etwa 90 % der Pisten können technisch beschneit werden. Mit dem Speicherteich "Gaisrücken" steht dafür ein Wasserspeicher von rund 106.000 m³ bereit.[10]

Der Weltcup-Express ist auch im Sommer in Betrieb. Von der Bergstation bis ins Tal wurde zudem eine "Mountaincart" Strecke angelegt.

Alpiner Skiweltcup[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ofterschwang ist als Skiweltcup-Ort unregelmäßiger Veranstalter von Weltcuprennen in den Disziplinen Slalom und Riesenslalom. Das erste Rennen fand 1999 statt und war ein Riesenslalom der Herren, den Stephan Eberharter gewann. Am nächsten Tag fand ein Herren-Slalom statt, seitdem sind nur noch Frauen-Rennen ausgetragen worden.[11]

Datum Disziplin 1. Platz 2. Platz 3. Platz
10. März 2013 Slalom Slowenien Tina Maze Schweiz Wendy Holdener Vereinigte Staaten Mikaela Shiffrin
9. März 2013 Riesenslalom Osterreich Anna Fenninger Slowenien Tina Maze Deutschland Viktoria Rebensburg
4. März 2012 Slalom Kanada Erin Mielzynski Vereinigte Staaten Resi Stiegler Osterreich Marlies Schild
3. März 2012 Riesenslalom Deutschland Viktoria Rebensburg Vereinigte Staaten Lindsey Vonn Slowenien Tina Maze
2. März 2012(1) Riesenslalom Deutschland Viktoria Rebensburg Slowenien Tina Maze Italien Irene Curtoni
Osterreich Elisabeth Görgl
7. März 2009 Slalom Frankreich Sandrine Aubert Schweden Frida Hansdotter Osterreich Nicole Hosp
6. März 2009 Riesenslalom Osterreich Kathrin Zettel Osterreich Elisabeth Görgl Finnland Tanja Poutiainen
27. Januar 2008 Slalom Osterreich Marlies Schild Schweden Therese Borssén Osterreich Nicole Hosp
26. Januar 2008 Riesenslalom Italien Denise Karbon Osterreich Nicole Hosp Osterreich Elisabeth Görgl
5. Februar 2006 Slalom Kroatien Janica Kostelić Osterreich Kathrin Zettel Osterreich Marlies Schild
4. Februar 2006 Riesenslalom Schweden Anja Pärson
Spanien María José Rienda
Vereinigte Staaten Julia Mancuso
3. Februar 2006 Riesenslalom Spanien María José Rienda Schweden Anja Pärson Osterreich Kathrin Zettel
26. Januar 2001 Slalom Kroatien Janica Kostelić Vereinigte Staaten Kristina Koznick Schweiz Sonja Nef
28. Februar 1999 Slalom Norwegen Finn Christian Jagge Osterreich Thomas Stangassinger Norwegen Kjetil André Aamodt
27. Februar 1999 Riesenslalom Osterreich Stephan Eberharter Osterreich Hans Knauß Schweiz Michael von Grünigen
(1) Ersatzrennen für Soldeu

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ossi Reichert (1925–2006), Skirennläuferin, lebte im Ofterschwanger Gemeindeteil Alpe Eck
  • Karl Partsch (1922–2009), Biologe und Umweltschützer, lebte in Ofterschwang

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wikivoyage: Ofterschwang – Reiseführer
Panoramabild mit Blick von der Gipfelstation der Weltcup-Express-Sesselbahn zur Weltcup-Hütte, im Hintergrund mittig der Grünten

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Ofterschwang, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 6. Februar 2021.
  3. Gemeinde Ofterschwang in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 15. August 2019.
  4. Gemeindeteilname wurde mit Bescheid des LRA Oberallgäu vom 26. Februar 2015 erteilt. Landesamt für Statistik (Hrsg.): Bayern in Zahlen. Band 2015, Nr. 3, S. 110 (PDF).
  5. Eintrag zum Wappen von Ofterschwang in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  6. Gemeinde Ofterschwang: Unser Dorf – Zahlen, Daten & Fakten. Abgerufen am 10. Juni 2015.
  7. Geschäftsbericht 2020 Tourismusverband Allgäu/Bayerisch-Schwaben. Abgerufen am 7. Oktober 2021.
  8. Gäste und Investoren fliegen auf deutsche Hotels, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 20. Mai 2016, S. 22.
  9. Der vom ADAC verliehene Tourismuspreis
  10. Seilbahn-Fachzeitschrift "Mountain Manager": Bechneiungsanlage Ofterschwang. In: Webseite Bergbahnen Gunzesried-Ofterschwang. Abgerufen am 16. Januar 2022.
  11. Fédération Internationale de Ski: Podiums Ofterschwang. fis-ski.com. Abgerufen am 2. März 2012.