Ogawa Kunio

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Ogawa Kunio

Ogawa Kunio (jap. 小川 国夫; * 21. Dezember 1927 in Fujieda; † 8. April 2008 in Shizuoka) war ein japanischer Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ogawa Kunio wurde in Fujieda im damaligen Landkreis Shida (heute das Gebiet Hommachi in Fujieda) als ältester Sohn von Ogawa Fujitarō (小川 富士太郎) und dessen Frau Maki (まき) geboren.

1942 ging er auf die Shida-Mittelschule (heute die Higashi-Oberschule von Fujieda) und musste im Zuge einer Schülermobilmachung für die Kriegsindustrie in einer Werft helfen. Die Erfahrungen dieser Zeit spiegelten sich später in seinen Werken, beispielsweise in Dōin jidai (Zeit der Mobilisierung), wider. 1946, nach Ende des Krieges, wechselte er an die Oberschule Shizuoka (heute die Universität Shizuoka) und trat mit der Taufe zum christlich-katholischen Glauben über. Sein Taufname lautete Augustino.

1950 begann er ein Studium der japanischen Literatur an der Universität Tōkyō. In der Zeitschrift Kindai Bungaku (近代文学, dt. „Moderne Literatur“) veröffentlichte er 1953 Tōkai no hotori (東海のほとり). Im Oktober desselben Jahres begab er sich nach Frankreich, wo er die Pariser Universität besuchte. Während dieses Studienaufenthaltes bereiste er auf einem Motorroller auch Spanien, Nordafrika, Italien und Griechenland. Die Erlebnisse dieser Reise veröffentlichte er 1953 in 22 kurzen Texten unter dem Titel Aporon no shima (アポロンの島, dt. „Apollons Insel“) auf eigene Kosten. 1956 kehrte er nach Japan zurück, verfolgte sein Studium jedoch nicht weiter, sondern widmete sich nun ganz einer schriftstellerischen Tätigkeit. Er gründete die Zeitschrift Seidō Jidai (青銅時代, dt. „Bronzenes Zeitalter“).

Ogawas Werke wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet: Für Itsumin (逸民) erhielt er 1986 den Kawabata-Yasunari-Literaturpreis, für Kanashimi no minato (悲しみの港) 1994 den Itō-Sei-Literaturpreis, für Hashisshu gyangu (ハッシシュ・ギャング) 1998 den Yomiuri-Literaturpreis. Er erhielt auch den Preis der japanischen Kunstakademie, in die er 2005 als Mitglied aufgenommen wurde. Seit der 26. Verleihung war Ogawa Kunio Mitglied des Auswahlkomitees des Kawabata-Yasunari-Literaturpreises.

Gesamtausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ogawa Kunio Sakuhinshū. Kawade Shobō Shinja, Tōkyō 1974–76.
  • Ogawa Kunio Zenshū. Ozawa Shoten, Tōkyō 1991–95.
Japanische Namensreihenfolge Japanischer Name: Wie in Japan üblich, steht in diesem Artikel der Familienname vor dem Vornamen. Somit ist Ogawa der Familienname, Kunio der Vorname.