Ohlsbach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ohlsbach
Ohlsbach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ohlsbach hervorgehoben
Koordinaten: 48° 26′ N, 8° 0′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Ortenaukreis
Höhe: 181 m ü. NHN
Fläche: 11,14 km2
Einwohner: 3196 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 287 Einwohner je km2
Postleitzahl: 77797
Vorwahl: 07803
Kfz-Kennzeichen: OG, BH, KEL, LR, WOL
Gemeindeschlüssel: 08 3 17 097
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 33
77797 Ohlsbach
Webpräsenz: ohlsbach.de
Bürgermeister: Bernd Bruder
Lage der Gemeinde Ohlsbach im Ortenaukreis
Ill (Elsass)Ill (Elsass)FrankreichLandkreis RastattBaden-BadenLandkreis CalwLandkreis EmmendingenLandkreis FreudenstadtRheinau (Baden)Lauf (Baden)SasbachLandkreis RastattLandkreis RottweilSchwarzwald-Baar-KreisAchernAchernAchernAppenweierBad Peterstal-GriesbachBerghauptenBiberach (Baden)DurbachEttenheimFischerbachFriesenheim (Baden)GengenbachGutach (Schwarzwaldbahn)Haslach im KinzigtalHausachHofstetten (Baden)HohbergHornbergKappel-GrafenhausenKappel-GrafenhausenKappelrodeckWillstättKehlKehlKippenheimKippenheimKippenheimLahr/SchwarzwaldLauf (Baden)Lauf (Baden)Lautenbach (Ortenaukreis)MahlbergMahlbergMahlbergMeißenheimMühlenbach (Schwarzwald)Neuried (Baden)NordrachOberharmersbachOberkirch (Baden)Oberkirch (Baden)Oberkirch (Baden)Oberkirch (Baden)OberwolfachOffenburgOhlsbachOppenauOrtenberg (Baden)Ottenhöfen im SchwarzwaldRenchenRenchenRingsheimRingsheimRust (Baden)Rheinau (Baden)Rheinau (Baden)Rheinau (gemeindefreies Gebiet)SasbachSasbachSasbachSasbachwaldenSchuttertalSchutterwaldSchwanauSeebach (Baden)Seelbach (Schutter)Steinach (Ortenaukreis)WillstättWillstättWolfachZell am HarmersbachRheinKarte
Über dieses Bild
Dorfkern mit altem Feuerwehrhaus
Dreifaltigkeitskirche

Ohlsbach ist eine Gemeinde im Ortenaukreis in Baden-Württemberg. Der Wein- und Ferienort mit zahlreichen Fachwerkhäusern liegt an der Badischen Weinstraße.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ohlsbach liegt in den Vorbergen des Schwarzwalds im Kinzigtal in ruhiger Lage etwas abseits der Bundesstraße 33. Die Gemarkung Ohlsbach beträgt 1.114 ha, davon land- und forstwirtschaftlich: 900 ha, davon 600 ha Wald und 300 ha landwirtschaftliche Nutzung.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an Durbach, im Osten an Reichenbach (Gengenbach), im Süden an Berghaupten und im Westen an Ortenberg und die Kreisstadt Offenburg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Ohlsbach gehören das Dorf Ohlsbach, die Weiler Büchen, Ebersweier, Nothalde, Schlauch und Weisenbach und die Höfe Hinterohlsbach und Meisengrund. Im Gemeindegebiet lagen die in Ohlsbach aufgegangenen Ortschaften Hubersgasse und Schindelhof.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste bekannte Nennung des Ortsnamens datiert aus dem Jahre 1234. Sie lautet Olespach und wird nach dem Bach als Aalbach oder nach dem ersten Siedler, als Bach des Olo gedeutet. Jedoch kann davon ausgegangen werden, dass sich auf der Gemarkung schon lange zuvor eine Siedlung befand.

Die ältesten Ortsteile sind das Dorf, Hinterohlsbach, Ebersweier und Büchen. Ohlsbach ist eine Streusiedlung. Von den ersten Häusern existieren keine mehr. 1689 wurde das Dorf bis auf zwei Häuser abgebrannt. Über den Grundmauern letzterer zwei entstanden moderne Anwesen. Im Jahre 1402 erklärte Ohlsbach seinen Beitritt zu der Stadtrepublik Gengenbach. Das Original des Vertrages befindet sich im Gemeindearchiv. Als die Ohlsbacher der Stadt beitraten, erklärten sie sich zu einer Zunft. Sie gelobten der Stadtobrigkeit Treue und Gehorsam.

Die Stadt selbst versprach, die alten Rechte der Ohlsbacher nicht zu schmälern. Verbürgt sind diese in dem „Alten Herkommen“, dessen Original sich auch im Gemeindearchiv befindet. Ohlsbach trat also ganz in den Gengenbacher Gemeindeverband ein, behielt aber immer aufgrund seines Vermögens und eigener Einkünfte eine Sonderstellung. Auch sicherten sich die Ohlsbacher den Austritt aus dem Verband.

Als im Jahre 1803 der Stadtstaat Gengenbach aufgelöst wurde und die einzelnen Kirchspielgemeinden eigenständig wurden, schied Ohlsbach nur mit dem eingebrachten Gut aus, während die anderen neuen Gemeinden Anteile der ehemaligen Reichsstadtgemarkung erhielten. Drei Bildstöcke mit Rebmesser im Wappenschild deuten darauf hin, dass Ohlsbach eine uralte, freie dörfliche Gemeinschaft mit umfangreichem Weinbau war. Bei der Gemeindereform 1973/1974 konnte Ohlsbach sich seine Selbständigkeit bewahren, trotz seiner bewegten Geschichte mit abwechselnden Besitzzugehörigkeiten. Heute hat sich das ursprüngliche Bild der früher überwiegend bäuerlichen Gemeinde gewandelt. Neben Land- und Forstwirtschaft bilden verstärkt mittelständische Betriebe die Grundlage von Ohlsbach, aber auch Weinbau und Fremdenverkehr sind von Bedeutung.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwaltungsgemeinschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde gehört der vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Gengenbach an.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Februar 2012 wurde Bernd Bruder (* 1962) zum Nachfolger von Horst Wimmer gewählt.[3]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Ohlsbach hat 12 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
 %
60
50
40
30
20
10
0
50,69 %
49,31 %
Gewinne/Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
-2,81 %p
+2,81 %p
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 50,7 6 53,5 6
FW Freie Wählervereinigung 49,3 6 46,5 6
gesamt 100,0 12 100,0 12
Wahlbeteiligung 61,9 % 63,9 %

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ohlsbach unterhält mit folgender Stadt eine Städtepartnerschaft:

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ohlsbacher Mineralbrunnenanlage
Hauptstraße aus Richtung Gengenbach

Mineralbrunnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Salzquelle ist ein freier Auslauf hochsalinarer Wässer aus dem kristallinen Grundgebirge in das Kinzigtal. Die „Salzfahne“ ist bis in den Rhein verfolgbar. Die Austrittstellen sind teilweise in Brunnen gefasst. In einem lokalen Gradierwerk wird Salz gewonnen. Seit 1982 besitzt die Gemeinde Ohlsbach eine Mineralbrunnenanlage mit reinem Mineral-Solewasser mit Wassertretbecken und Gradieranlage. Die durch eine Pumpe gewonnene Salzsole rieselt hier über Bergtannenreisig und nimmt aromatische Harze und ätherische Öle auf, die zerstäubt in die Atemluft des Besuchers gelangen. Gepflegt wird diese Erholungsstätte von einem eigens gegründeten Verein.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Ohlsbach gibt es eine Grundschule, die Weinbergschule. Alle weiterführenden Schulen stehen in Gengenbach oder der nahe gelegenen Kreisstadt Offenburg zur Verfügung.

Sportgelände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das neue Sportgelände auf der Brumatt umfasst eine Mehrzweckhalle, zwei Rasen- und einen Hartplatz sowie eine Leichtathletikanlage. Ein Bolzplatz und Basketballkörbe stehen ebenfalls zur Verfügung für Jugendliche, welche keinem Verein angehören. Neben der Halle steht das Feuerwehrhaus mit Probenraum des Musikvereins sowie das Vereinsheim des Turnvereins. Die genannten Einrichtungen sind auf dem neuesten Stand und in der Region ohne vergleichbare Mitbewerber.

Das Vereinsheim und die drei Plätze des Tennisvereins befinden sich in der Nähe des Sportgeländes. Der Bahnengolfsportverein spielt auf dem Minigolfplatz in der Dorfmitte (beim Rathaus).

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fastnacht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Umbeise

Die hiesige Narrenzunft sind die Umbeisen und Hexen.

Eine in der Region einzigartige Tradition sind die Rekruten, eine Gruppe, die sich jedes Jahr aus Jugendlichen eines Jahrganges des Dorfes neu formiert. Wahrscheinlich in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden, waren die Rekruten, wie der Name sagt, männliche Jugendliche, die zum Wehrdienst eingezogen wurden. Während der Fastnachtszeit bildeten sie eine eigene Gruppe, um gemeinsam den Abschied vom Zivilleben zu feiern. Heute sind auch Frauen zugelassen. Eine Tradition der Rekruten ist das Schiewerädli-Schießen (Scheibenschlagen), wobei nachts brennende Holzscheiben von einem Hügel in die Weinberge geschleudert werden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ohlsbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg. Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 326–327.
  3. https://www.bo.de/lokales/offenburg/bernd-bruder-ist-neuer-buergermeister