Ohmden

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Wappen Deutschlandkarte
Ohmden
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ohmden hervorgehoben

Koordinaten: 48° 39′ N, 9° 32′ O

Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Esslingen
Höhe: 363 m ü. NHN
Fläche: 5,55 km2
Einwohner: 1714 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 309 Einwohner je km2
Postleitzahl: 73275
Vorwahl: 07023
Kfz-Kennzeichen: ES, NT
Gemeindeschlüssel: 08 1 16 053
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 18
73275 Ohmden
Website: www.ohmden.de
Bürgermeister: Barbara Born
Lage der Gemeinde Ohmden im Landkreis Esslingen
Alb-Donau-KreisLandkreis BöblingenLandkreis GöppingenLandkreis LudwigsburgLandkreis ReutlingenLandkreis TübingenRems-Murr-KreisStuttgartAichtalAichwaldAltbachAltdorf (Landkreis Esslingen)AltenrietAltenrietBaltmannsweilerBempflingenBeuren (bei Nürtingen)Bissingen an der TeckDeizisauDenkendorf (Württemberg)Dettingen unter TeckErkenbrechtsweilerEsslingen am NeckarFilderstadtFrickenhausen (Württemberg)GroßbettlingenHochdorf (bei Plochingen)HolzmadenKirchheim unter TeckKöngenKohlberg (Württemberg)Kohlberg (Württemberg)Leinfelden-EchterdingenLenningenLichtenwaldNeckartailfingenNeckartenzlingenNeidlingenNeuffenNeuhausen auf den FildernNotzingenNürtingenOberboihingenOhmdenOstfildernOwenPlochingenReichenbach an der FilsSchlaitdorfUnterensingenWeilheim an der TeckWendlingen am NeckarWernau (Neckar)WolfschlugenKarte
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Ohmden ist eine Gemeinde im Vorland der Schwäbischen Alb im Landkreis Esslingen, im Versteinerungs-Schutzgebiet Holzmaden-Ohmden gelegen. Sie gehört zur Region Stuttgart (bis 1992 Region Mittlerer Neckar) und zur Randzone der europäischen Metropolregion Stuttgart. Ohmden gehört der Verwaltungsgemeinschaft Weilheim an der Teck an.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Ohmden liegt näher am Albtrauf im Südosten als an den Läufen von oberem Neckar im Westnordwesten und der Fils im Norden. Das namengebende Dorf liegt überwiegend rechts des Trinkbachs, der in der Nachbarstadt Kirchheim in die Lindach mündet. Es ist von Nürtingen aus in Luftlinie 5–6 Kilometer östlich entfernt, von der Kreisstadt Esslingen am Neckar etwa 19 Kilometer südöstlich.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reihum grenzen ans Gemeindegebiet die folgenden Kommunen an: die Gemeinden Schlierbach im Norden, Hattenhofen im Nordosten und Zell unter Aichelberg im Osten, alle drei im Landkreis Göppingen, sowie die Gemeinde Holzmaden und die Stadt Kirchheim unter Teck im Westen, beide im Landkreis Esslingen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde gehören das Dorf Ohmden und die Höfe Lindenhof und Talhof.[2]

Flächenaufteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ohmden 1683/1685 im Kieserschen Forstlagerbuch

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Reihengräber im Ortsbereich deuten darauf hin, dass Ohmden eine Siedlung aus der Merowingerzeit ist. Der Ortsname Ohmden leitet sich von dem althochdeutschen Ausdruck âmat und bezeichnet die Öhmd, den zweiten Grasschnitt. Er wies im Laufe der Geschichte zahlreichen Varianten auf, beispielsweise Amindon, Ameden, Aymden, Ombden. Im Jahre 1125 wird Ohmden erstmals unter dem Namen Amindon im Rotulus San Petrinus, einer Pergamentrolle des Klosters St. Peter im Schwarzwald urkundlich erwähnt. Es beschreibt ein Tauschgeschäft, in dem Herzog Konrad von Zähringen den Ort an das Kloster übereignete. Schließlich fiel das Dorf an das Kloster Adelberg. Seit spätestens 1381 hatte die Grafschaft Württemberg die hohe Obrigkeit über ganz Ohmden erworben. In der Spätphase des Mittelalters und der frühen Neuzeit löste Württemberg allmählich auch den Besitz der geistlichen und weltlichen Grundherren am Ort nach und nach zu seinen Gunsten ab und fügte das Dorf dem Amt in Kirchheim unter Teck hinzu.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1525 bestand der Ort aus 41 Häusern. Der zu jener Zeit tobende Bauernkrieg veranlasste auch einige Bewohner aus Ohmden zum Widerstand. Namentlich überliefert ist die Gehorsamsverweigerung von Jörg Hanne und seiner Frau Anna Frenntzin, die nach Fürbitte mit ihren beiden Kindern Urfehde schwören mussten und des Landes verwiesen wurden.[4] Im Dreißigjährigen Krieg hatte die Bevölkerung schwer unter den insbesondere seit 1634 herrschenden Verheerungen zu leiden. Um 1730 bestand Ohmden gemäß der Steuerliste aus 48 Häusern mit zugehörigen Scheunen und 15 Häusern ohne Scheunen, wobei viele Gebäude in schlechtem oder baufälligem Zustand waren.

Bei der Neugliederung des jungen Königreichs Württemberg am Anfang des 19. Jahrhunderts blieb die Zugehörigkeit von Ohmden zum Oberamt Kirchheim bestehen. Durch die Kreisreform während der NS-Zeit in Württemberg gelangte Ohmden 1938 zum Landkreis Nürtingen. Von 1945 bis 1952 gehörte der Ort zum Nachkriegsland Württemberg-Baden, das 1945 in der Amerikanischen Besatzungszone gegründet worden war. Im Jahre 1952 gelangte die Gemeinde zum neuen Bundesland Baden-Württemberg. Seit der Kreisreform von 1973 ist Ohmden Teil des Landkreises Esslingen

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Reformation ist Ohmden evangelisch geprägt. Bis heute ist der Großteil der Bürger evangelisch. Die Evangelische Kirchengemeinde gehört zum Kirchenbezirk Kirchheim unter Teck der Württembergischen Landeskirche. Seit 2002 gibt es das katholische Gemeindezentrum St. Markus, wo regelmäßig katholische Gottesdienste stattfinden. St. Markus ist an die Gesamtkirchengemeinde von St. Ulrich in Kirchheim unter Teck angegliedert.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Zahlen vor dem 19. Jahrhundert handelt es sich überwiegend um grobe Schätzungen auf Grund von Steuerlisten.

Jahr 1525 1617 1634 1655 1725 1803 1834 1861 1900 1939 1946 1961 1970 1980 1995 2000 2005 2010 2015 2020
Einwohner 185 304 200 102 300 508 621 655 649 611 865 1.026 1.249 1.611 1.733 1.704 1.714 1.722 1.719 1.734

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Ohmden hat 10 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem Endergebnis. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und der Bürgermeisterin als Vorsitzende. Die Bürgermeisterin ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2019
Sitze
2019
%
2014
Sitze
2014
Kommunalwahl 2019
 %
60
50
40
30
20
10
0
17,66 %
52,93 %
29,41 %
DU
FO
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
 15
 10
   5
   0
  -5
-10
-15
-20
-25
−24,71 %p
+11,44 %p
+13,27 %p
DU
FO
BFB Bund freier Bürger 17,66 2 42,37 4
DU Die Unabhängigen 52,93 5 41,49 4
FO Für Ohmden 29,41 3 16,14 2
gesamt 100,0 10 100,0 10
Wahlbeteiligung 60,6 % 68,87 %

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1952–1986 Walter Kröner († 2017)[5] (parteilos)
  • 1987–2010 Manfred Merkle († 2012)[6] (parteilos)
  • 2010–2018 Martin Funk (SPD)

Im Dezember 2017 wurde Funk im zweiten Wahlgang zum neuen Bürgermeister von Altbach gewählt.[7]

  • seit 2018 Barbara Born (parteilos). Frau Born wurde im 1. Wahlgang mit 79,2 % der Stimmen im ersten Wahlgang gewählt.[8]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen Ohmdens zeigt in Schwarz einen sechszackigen Stern unter einem Hufeisen auf gelbem Schild. Über den Ursprung ist wenig bekannt. Das Hufeisensymbol könnte auf den vermutlich hohen Pferdebestand des Ortes hinweisen. Unterstützt wird die Deutung durch die Tatsache, dass nach der Nördlinger Schlacht im Jahre 1634 aus der Gemeinde 125 Pferde requiriert wurden, eine für die damalige Ortsgröße enorme Anzahl. Sicher ist, dass der Stern nur zur Unterscheidung zu anderen Ortswappen mit Hufeisensymbol, welches in Württemberg immer wiederkehrte, eingeführt wurde und keine geschichtliche Bedeutung besitzt.

Während ein Siegel aus dem Jahre 1765 noch eine Hirschstange über einem „O“ zeigt, weist ein Siegel von 1800 das Hufeisensymbol, noch ohne Stern, auf. Das heutige Wappen wurde am 11. Dezember 1973 durch das Innenministerium verliehen.

Stadtpartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ohmden verfügt über einen eigenen Kindergarten und eine eigene Grundschule. Die Grundschule verfügt über einen Bauwagen, der als "grünes Klassenzimmer" dient, und einen großen Pausenhof, der mit einem Spielplatz, einer Garage voller Spielzeug, Fußballtoren, Sandkasten und vielen Bäumen ausgestattet ist.[9] Ältere Schüler müssen in die Nachbarorte fahren, um weiterführende Schulen zu besuchen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besonders sehenswert ist die evangelische Pfarrkirche St. Cosmas und Damian von 1681/83. Sie enthält vier Altarflügelbilder von Thomas Schick, die Szenen aus dem Leben der beiden Heiligen Cosmas und Damian zeigen und um 1500 entstanden sind. Sie waren für eine Vorgängerkirche produziert worden.

Fossilienfundstätte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fossilienfunde aus den Posidonienschiefer – Steinbrüchen sind im Urwelt-Museum Hauff ausgestellt.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gemeinde Ohmden. In: Rudolf Moser (Hrsg.): Beschreibung des Oberamts Kirchheim (= Die Württembergischen Oberamtsbeschreibungen 1824–1886. Band 16). Cotta’sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart / Tübingen 1842, S. 234–237 (Volltext [Wikisource]).
  • Hans Schwenkel: Heimatbuch des Kreises Nürtingen. Band 2. Würzburg 1953, S. 992–1005.
  • Der Landkreis Esslingen. Hrsg. vom Landesarchiv Baden-Württemberg i. V. mit dem Landkreis Esslingen. Band 2, Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2009, ISBN 978-3-7995-0842-1, S. 325.
  • Walter Kröner: Ohmdener Schicksale – 1920 bis 1950. Ohmden 1997, DNB 953002837.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ohmden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2021 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2, S. 252–253.
  3. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Ohmden.
  4. Altwürttembergisches Archiv, Amt Kirchheim, Urfehden 1405–1600, Findbuch A 44 U 2256
  5. Humor war sein Markenzeichen - Weilheim und Umgebung - Teckbote. Abgerufen am 28. September 2020.
  6. Ohmdens Ex-Bürgermeister verstorben - Datenschutz - Teckbote. Abgerufen am 28. September 2020.
  7. Stuttgarter Nachrichten, Stuttgart Germany: Bürgermeisterwahl in Altbach: Martin Funk zieht ins Rathaus. Abgerufen am 28. September 2020.
  8. Stuttgarter Zeitung, Stuttgart Germany: Bürgermeister-Wahl Ohmden: Barbara Born übernimmt. Abgerufen am 28. September 2020.
  9. Website der Grundschule Ohmden. Abgerufen am 1. Oktober 2020 (deutsch).