Ohne Limit

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Filmdaten
Deutscher Titel Ohne Limit
Originaltitel Limitless
Limitless Logo.png
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2011
Länge 105 Minuten
Altersfreigabe FSK 16[1]
JMK 14[2]
Stab
Regie Neil Burger
Drehbuch Leslie Dixon
Produktion Ryan Kavanaugh
Leslie Dixon
Scott Kroopf
Musik Paul Leonard-Morgan
Kamera Jo Willems
Schnitt Tracy Adams
Naomi Geraghty
Besetzung
Synchronisation

Ohne Limit (englischer Originaltitel: Limitless) ist ein US-amerikanischer Film aus dem Jahr 2011, welcher auf dem Roman Stoff (engl.: The Dark Fields) von Alan Glynn basiert. Das Produktionsbudget betrug ungefähr 27 Mio. US-Dollar. Der Film hatte seinen offiziellen Kinostart in den Vereinigten Staaten am 8. März 2011 und erzielte seitdem Einnahmen von insgesamt knapp 162 Mio. Dollar, davon 79 Mio. Dollar in den USA.[3] Seit seinem deutschen Kinostart am 14. April 2011 wurde der Film von 342.383 Kinobesuchern gesehen.[4] Die deutsche DVD-Veröffentlichung war am 8. September 2011.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eddie Morra ist ein in New York City lebender erfolgloser Schriftsteller, der von seiner Freundin Lindy verlassen wird und dessen Abgabefrist für sein noch ungeschriebenes neues Buch verstrichen ist. Zufällig trifft er auf der Straße den Drogendealer Vernon Gant, den Bruder seiner Ex-Frau Melissa, der ihm eine Pille einer neuartigen synthetischen Droge namens NZT-48 schenkt. Sie steigert Intelligenz, Erinnerungsvermögen sowie Konzentrations- und Wahrnehmungsfähigkeit um ein Vielfaches (siehe auch: Neuro-Enhancement). Mithilfe der Droge gelingt das Schreiben an seinem Buch mit brillantem Ergebnis. Als er Vernon um Nachschub bitten will, findet er diesen tot in dessen Wohnung vor. Die Mörder scheinen nach der Droge gesucht, sie aber nicht gefunden zu haben. Bevor die Polizei eintrifft, findet Eddie selbst den NZT-Vorrat.

Unter der neuerlichen Wirkung von NZT vervielfacht er durch Daytrading an der Börse rasant sein Vermögen und schafft auch die Beziehung zu Lindy wiederzubeleben. Um das Geldverdienen zu beschleunigen geht er einen Deal mit einem Russen ein. Der erfolgreiche Geschäftsmann Carl van Loon wird auf Eddie aufmerksam und will ihn engagieren. Doch allmählich spürt Eddie Nebenwirkungen der Droge wie Gedächtnislücken und starke Entzugserscheinungen wie Kopfschmerzen und Unkonzentriertheit wenn er clean ist. Er erfährt von seiner ebenfalls abhängig gewesenen Ex-Frau Melissa, dass der Entzug von NZT entweder zum Tode führt oder bleibende Schäden hinterlässt. Eddie solle die Dosis langsam verringern statt die Einnahme abrupt abzubrechen, ehe es zu spät sei. Doch je weniger er nimmt, desto schlechter fühlt er sich. Er beauftragt einen Chemiker, NZT herzustellen, was jedoch nicht vor einem halben Jahr zu machen ist.

Zusätzlich hat er den Verdacht, von einem Mann verfolgt zu werden, den er immer öfter sieht. Nach einem entzugsbedingten Zusammenbruch im Büro seiner Freundin, begibt sich diese in ihre Wohnung, um für Eddie NZT zu holen, wobei auch sie von eben jenem Mann im grauen Mantel verfolgt wird. Erst als sie ebenfalls eine Pille einnimmt, kann sie sich aus der heiklen Situation retten. Am nächsten Morgen entsteht hieraus eine Diskussion, an deren Ende Eddie verspricht, so bald wie möglich die Droge abzusetzen, um die Beziehung zu seiner großen Liebe zu retten.

Nach einer Drogenpsychose glaubt er aufgrund von Nachrichtenmeldungen und Gedächtnislücken, eine Frau getötet zu haben. Er wird in diesem Mordfall auch verdächtigt, bleibt jedoch am Ende der Beweisaufnahme ein freier Mann. Um die Ermittlungen gegen ihn geheim zu halten ist er zu Geschäften mit einem NZT-Konsumenten aus der russischen Mafia gezwungen.

Eddie arbeitet sich zum engsten Berater und Partner von Carl van Loon hoch, der eine Fusion mit der Firma des ähnlich mächtigen Atwood plant. Er erkennt, dass der mysteriöse Verfolger und auch der Anwalt, der ihn in dem Strafverfahren verteidigt hatte, für Atwood arbeiten und für diesen NZT beschafft haben. Der Anwalt hatte aber von Eddie gestohlene Pillen nicht abgeliefert, sodass Atwood verstirbt bevor die Fusionsverträge unterschrieben werden können.

Der NZT-Kunde von der russischen Mafia bricht in seine Wohnung ein um nach NZT zu suchen. Eddie kann die Angreifer jedoch trotz seines gestohlenen NZT-Vorrats überwältigen. Anschließend kann er den nun auftraggeberlosen Verfolger überzeugen die Pillen vom Anwalt zurückzuholen.

Zwölf Monate später kandidiert Eddie für den Senatssitz des Staates New York. Van Loon, der inzwischen Inhaber des NZT-Herstellers ist, will diese Position als Druckmittel nutzen, um sich Eddies zukünftigen politischen Einfluss zu sichern. Eddie demonstriert noch einmal seine geistigen Fähigkeiten und behauptet gleichzeitig clean zu sein. Er deutet an, dass seine Wissenschaftler eine dauerhafte Möglichkeit zur Verstärkung seiner Fähigkeiten gefunden haben. Zum Schluss sieht man Eddie mit seiner Freundin in einem Restaurant sitzen, wo er die Bestellung in chinesischer Sprache aufgibt.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

James Kakalios, Professor für Physik an der University of Minnesota, hält in Bezug auf den Film ein derartiges Präparat mit zumal kurzfristiger Wirkung für realisierbar. Anhand der Neurochemie des Gehirns sei es allerdings ausgeschlossen, einen dauerhaften Zustand herbeizuführen. Ebenfalls sei es ein Mythos, dass der Mensch nur 10–20 % seines Gehirns nutze. Es seien 100 % verfügbar, jedoch nicht gleichzeitig. Könnte der Mensch dies, würde es sich eher nachteilig auf die Intelligenz auswirken.[5]

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Als Leslie Dixon das Buch The Dark Fields von Alan Glynn las, wusste sie, dass sie es verfilmen wollte, und fand heraus, dass die Rechte bei Miramax lagen. Sie bemühte sich, in die Auswahl der Drehbuchautoren zu kommen, die dieses Stück umsetzen sollten. Ausgewählt wurde sie von Harvey Weinstein aufgrund ihrer niedrigen Gagenforderung. Sie schrieb es kostenlos mit der vertraglichen Regelung, dass alle Rechte an sie fallen sollten, sofern sich niemand für das Drehbuch interessieren würde. Im Bewusstsein, dass während des Filmfestes von Cannes alle Empfänger abgelenkt sein würden, reichte sie es ein, und da sich in einem bestimmten Zeitraum niemand dafür interessierte, erhielt sie die Rechte an der Verfilmung und bot sie später Relativity Media an.[6]
  • Ursprünglich war Shia LaBeouf für die Rolle des Eddie Morra vorgesehen,[7] nachdem er aber aus dem Vertrag ausgestiegen war, wurde Ende 2009 bekannt, dass er durch Bradley Cooper ersetzt würde.[8]
  • Für den visuellen Charakter des Films bildeten Filme, Fotografien und YouTube-Clips die Grundlage, um in den Film zwei verschiedene Stile zu packen, die davon beeinflusst sind, ob Eddie auf Droge ist oder nicht. Für die Filmaufnahmen wurde sowohl Filmmaterial von Kodak als auch Fujifilm benutzt, um dies darstellen zu können.[9][10]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film erhielt gute Kritiken. So zählte die Internetseite Rotten Tomatoes von 180 gewerteten professionellen Kritiken 126 positive, was einem Anteil von 70 % entspricht. Auch vom breiten Publikum wurde der Film mit positiven Reaktionen aufgenommen, denn gleichzeitig werteten 73 % von 81.429 Usern den Film positiv.[11] Dies wird vom Onlinefilmarchiv IMDb, einer weiteren Plattform, auf der normale User ihre Filmkritiken abgeben können, bestätigt. Dort gaben 271.267 User dem Film durchschnittlich 7,4 von 10 möglichen Punkten. (Stand: 11. Januar 2014)

Roger Ebert gefiel Bradley Cooper, der in beiden Rollen Eddies überzeugen könne, genauso wie der visuelle Stil Burgers, wie er zeigt, wenn Eddie versucht sich auf etwas zu fokussieren. (Bradley Cooper fits well into the two versions of Eddie Morra, and director Neil Burger does inventive visual effects in showing how time telescopes for Eddie and the answers to problems seem to materialize before his eyes.) Allerdings sei der Film, trotz der interessanten Prämisse, nicht überragend gut, nutze aber mit seinen 15-20 % des eingesetzten Gehirnpotenzials mehr als die meisten Filme. (The movie is not terrifically good, but the premise is intriguing; it doesn’t really set out to explore what such a pill might really to do a person. “Limitless” only uses 15, maybe 20 percent of its brain. Still, that’s more than a lot of movies do.)[12]

Auf hollywoodreporter.com kritisierte Kirk Honeycutt, dass der Film eigentlich viel klüger sein sollte, als er ist. (Limitless should be so much smarter than it is.) Ebenfalls kritisierte er den Thriller-Plot, da es für einen Künstler logischer sei, nicht an der Börse zu arbeiten, sondern alle paar Monate einen Bestseller auf den Markt zu bringen. (Russian gangsters and Wall Street crooks are so tired by now. Furthermore, why would an artist take such a career detour anyway? A hot-shot author throwing off best-sellers every few months and claiming an ungodly celebrity status would not only have been more interesting but more logical to boot.) Allerdings lobte er auch Coopers Schauspielerei, genauso wie die von Cornish und Friel. Ebenso hebt er insbesondere den visuellen Stil von Jo Willems hervor. (Cooper does deliver the goods, nonetheless, while Cornish and Friel’s solid work goes underappreciated.[...] Cinematographer Jo Willems deserves credit for trying to shake things up with an inventive visual plan.).[13]

„Eine fantastisch angehauchte Story wie diese weckt in Hollywood üblicherweise Begehrlichkeiten, sie mit Action und Effekten aufzuheizen und im Finale, nach Läuterung des Helden, wieder auf genormte Konfektionsgröße in moralischer Lebensführung zurückzufahren. Wenig davon ist hier sichtbar. Burger bleibt vergleichsweise moderat, meidet Overkill und Hi-Tech, setzt auf rauschhafte Speedzooms, Filtereinsatz und Objektivwechsel, unterstützt von einem Skript, das statt der erwarteten Sag-Nein-zu-Drogen-Kampagne eine Lösung anbietet, die Nebenwirkungen und Gefahren nicht ignoriert, aber die Rettung durch die Droge, nicht durch Verzicht darauf möglich macht.“

„Ohne Limit ist ein Blockbuster, der so unterhaltsam wie fragwürdig ist. Er feuert aus allen Rohren in alle Richtungen; wie man seine Botschaften gewichtet, bleibt dem Zuschauer überlassen. Der unangenehm enthemmte Gestus ist abstoßend, aber er bereitet eben auch unmittelbaren Spaß.“

„Aufgekratzte Mischung aus Thriller und Satire, die mit rasanten Montage-Sequenzen und einem zwar egoistischen, aber charmanten Antihelden gut unterhält, sich aber allzu bald in eine Sackgasse manövriert und auch mittels abstruser Wendungen nicht mehr an Fahrt gewinnt.“

Fernsehserie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Limitless (Fernsehserie)

Der US-Sender CBS produzierte seit 2015 unter dem Titel Limitless eine Serienadaption des Kinofilms, die dessen Geschichte direkt fortführt. Bradley Cooper ist ausführender Produzent der Serie und tritt als Gastdarsteller in seiner Filmfigur Senator Eddie Morra auf. Die Hauptrolle übernimmt Jake McDorman. Die Erstausstrahlung in den Vereinigten Staaten begann am 22. September 2015. Am 26. Mai 2016 gab CBS die Einstellung der Serie nach nur einer Staffel bekannt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Ohne Limit. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, April 2011 (PDF; Prüf­nummer: 127 283 K).
  2. Alterskennzeichnung für Ohne Limit. Jugendmedien­kommission.
  3. Limitless auf boxofficemojo.com (Englisch), abgerufen am 17. Oktober 2011.
  4. TOP 100 DEUTSCHLAND 2011 auf insidekino.de, abgerufen am 17. Oktober 2011
  5. Christopher Bahn: 'Limitless' brainpower plot isn't all that crazy auf today.msnbc.msn.com vom 7. März 2011 (englisch), abgerufen am 4. April 2011
  6. Screenwriter Leslie Dixon Talks ‘Limitless’ and Beyond! auf iconvsicon.com vom 18. März 2011 (englisch), abgerufen am 19. April 2011
  7. Tatiana Siegel: Shia LaBeouf visits 'Dark Fields' auf variety.com vom 13. April 2009 (englisch), abgerufen am 19. April 2011
  8. Tatiana Siegel: Bradley Cooper 'Fields' Offer auf variety.com vom 5. November 2009 (englisch), abgerufen am 19. April 2011
  9. C.J. Perry: Jo Willems: Cinematographer Discusses Creating the Unique Look of 'Limitless' auf filmslatemagazine.com (englisch), abgerufen am 4. April 2011
  10. Mark London Williams: Cinematographer Jo Willems on Limits and Limitless auf btlnews.com vom 24. März 2011 (englisch), abgerufen am 4. April 2011
  11. Limitless. rottentomatoes.com, abgerufen am 17. Oktober 2011 (englisch).
  12. Roger Ebert: Limitless auf suntimes.com vom 16. März 2011 (englisch), abgerufen am 27. April 2011
  13. Kirk Honeycutt: Limitless: Film Review auf hollywoodreporter.com vom 15. März 2011 (englisch), abgerufen am 27. April 2011
  14. Ohne Limit. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 2. März 2017.