Oksana Sabuschko

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Oksana Sabuschko 2015

Oksana Stefaniwna Sabuschko (ukrainisch Оксана Стефанівна Забужко; * 19. September 1960 in Luzk, Ukrainische SSR) ist eine ukrainische Schriftstellerin, Dichterin und Essayistin. Sabuschko schreibt über die ukrainische Identität und benutzt oft die feministische und postkoloniale Methodologie.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oksana Sabuschko studierte nach dem Schulabschluss an der Universität Kiew. 1987 trat sie in die KPdSU ein, im selben Jahr folgte ihre Promotion am Philosophischen Institut der Ukrainischen Akademie der Wissenschaften. In den 1990er-Jahren war sie als Gastprofessorin an amerikanischen Universitäten (Penn State, Pittsburgh und Harvard University) tätig. Gegenwärtig ist sie Vizepräsidentin des ukrainischen Pen-Zentrums, unterrichtet kreatives Schreiben an der Universität Kiew und schreibt regelmäßig für Zeitschriften und Magazine zu literarischen Themen.

Ihr Werk ist in mehrere Sprachen übersetzt und wurde u. a. mit dem Global Commitment Foundation Poetry Prize 1997 ausgezeichnet.[1] Sabuschko hat seit Mitte der 80er Jahre mehrere Lyrikbände, mehrere Erzählungen und politisch-philosophische Studien publiziert.

In ihrem im Mai 2012 erschienenen Essay Planet Wermut, einer Sammlung von zum Teil nicht ganz neuen Texten, versucht Oksana Sabuschko die Ukraine, dieses „letzte Territorium Europas“, und dessen historischen Tragödien zu erklären.

Oksana Sabuschko bemerkt, dass ihre Schriftstellergeneration, die auch als Generation Tschernobyl bezeichnet wird, die Katastrophe bisher literarisch kaum verarbeitet hat, wie überhaupt das 20. Jahrhundert für sie noch unverdaut ist.[2]

Während der Revolution der Würde verstärkte sich ihre negative Einstellung zu Russland, sie sagte, dies sei ein "importierter Albtraum" eines "größenwahnsinnigen, komplizierten, wohldurchdachten Drehbuchs, wonach unser Land in Brand gesetzt und offensichtlich zerstört werden soll". Sie machte auch klar, dass Janukowytsch und seine Partei nach diesem Drehbuch eine Hauptrolle gespielt, es aber sicher nicht selber geschrieben hätten, der Autor sei vielmehr eindeutig ein Wahnsinniger.[3] Im Mai 2014 konnte sie kaum glauben, dass eine neue Art von Krieg gegen die Ukraine geführt wurde:

„Im Grunde genommen ist Putins Reich ein reines Mediengebilde. (…) Wir haben den Informationskrieg gegen Russland schon verloren, noch bevor wir verstanden haben, dass überhaupt ein Krieg gegen uns geführt wird.[4]

Oksana Sabuschko

Später stellte sie zur russischen Invasion und Propaganda fest, dass sie das Gegenteil dessen bewirkten, was beabsichtigt sei; sie trügen dazu bei, die kulturelle Identität und die Unabhängigkeit der kulturellen Einrichtungen in der Ukraine zu stärken.[5]

Sie gehörte im Dezember 2016 zu den Unterzeichnern des Aufrufs des Internationalen Literaturfestivals Berlin „Schluss mit dem Massenmord in Aleppo!“, der sich gegen den „Bombenkrieg des russischen Präsidenten Putin in der syrischen Stadt Aleppo“ wendet.[6]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2013; Mitteleuropäischer Buchpreis Angelus für Museum der vergessenen Geheimnisse in der polnischen Übersetzung von Katarzyna Kotyńska.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Poesie
  • Second Attempt (2005) Друга спроба
Prosa
  • Field Work In Ukrainian Sex (1996) Польові дослідження з українського сексу (dt.: Feldstudien über ukrainischen Sex)
  • Sister, Sister (2003) Сестро, сестро
  • Museum der vergessenen Geheimnisse, übersetzt von Alexander Kratochvil; Literaturverlag Droschl, Graz 2010 ISBN 978-3-854207726
  • Planet Wermut. Literaturverlag Droschl, Graz 2010, ISBN 978-3-854207955
Sachliteratur
  • Notre Dame d'Ukraine: Ukrayinka in the Conflict of Mythologies (2007) Notre Dame d’Ukraine: Українка в конфлікті міфологій
  • Let my People Go: 15 Texts About Ukrainian Revolution (2005) Let my people go. 15 текстів про українську революцію
  • The Fortinbras Chronicles (1999) Хроніки від Фортінбраса
  • Philosophy of the Ukrainian Idea and the European Context: Franko Period (1992) Філософія української ідеї та європейський контекст: Франківський період

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Oksana Sabuschko – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kateryna Botanova: Oksana Zabuzhko. In: www.poetryinternationalweb.net. 2. August 2004, abgerufen am 1. September 2016.
  2. Sabine Berking: Der Name der bitteren Pflanze. In: FAZ.net. 7. Juni 2012, abgerufen am 1. September 2016.
  3. Dieses Drehbuch schrieb ein Irrer, FAZ, 30. Januar 2014
  4. Zwischen Chaos und Krieg Wer zerstört die Ukraine? (Memento vom 19. Mai 2014 im Internet Archive) WDR 19. Mai 2014 Dokumentiert: die Lüge Putins zu den grünen Männchen auf der Krim (Minute 17:30) der Beginn der Propaganda bei Minute 25:00 sowie der Grund für die Probleme in der Ostukraine in Form der Oligarchen (siehe Minute 33:15 / 33:45 des Films) Das Zitat von Oksana Sabuschko Minute 25.30. - Direktlink zum Video (auf daserste.de nicht mehr aufrufbar): http://www.youtube.com/watch?v=RFyIfT-TrNs
  5. Städte lesen – Der Schatten des Krieges. Die Literaturszene im ukrainischen Charkiw, Deutschlandfunk, 27. April 2018
  6. Schluss mit dem Massenmord in Aleppo - Große Resonanz auf den Aufruf auf AVIVA-Berlin; abgerufen am 20. April 2017
  7. in der Printversion - FAZ 30. Januar 2014, S. 25, Feuilleton - lautet die Überschrift "Wahnsinniger" statt "Irrer". Aus dem Englischen Übersetzt.