Oktaederlücke

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Oktaederlücke in einer kubisch-dichtesten Kugelpackung

Die Oktaederlücke ist in einer Kristallstruktur ein von mindestens sechs benachbarten Atomen oder Ionen gebildeter Hohlraum. Dieser bleibt auch frei, wenn in einer dichtesten Kugelpackung die Atome so eng wie möglich gesetzt werden. Der Name kommt daher, dass die Atome ein Oktaeder bilden. Neben den größeren Oktaederlücken besitzen dichteste Kugelpackungen auch noch die kleineren Tetraederlücken, die von nur vier Atomen gebildet werden.

Eine Oktaederlücke im kubischen flächenzentrierten Kristall ist genau im Zentrum der Elementarzelle platziert. Dazu kommen 12 weitere Oktaederlücken, die genau in der Mitte der Kanten der Elementarzelle liegen. Diese "Kantenoktaederlücken" werden allerdings mit je vier benachbarten Elementarzellen geteilt. Die gesamte Anzahl der Oktaederlücken pro Elementarzelle beträgt somit 1 + 12 · 1/4 = 4.

Kleinere Fremdatome können in diese Oktaederlücken eingelagert werden. Diese können dabei unregelmäßig als Fehlstellen oder regelmäßig als Verbindungspartner eingebaut werden. Ein Beispiel für den regelmäßigen Einbau ist die Natriumchlorid-Struktur. Im Natriumchlorid sind die Chlorid-Anionen etwa doppelt so groß wie die Natrium-Kationen. Die Anionen bilden ein dichtgepacktes kubisch-flächenzentriertes Gitter, die Kationen füllen dabei die Oktaederlücken auf.

Die Größe der Oktaederlücke kann angegeben werden durch den Radius r der größten Kugel, die in die Lücke hineinpasst. Mit dem Umkugelradius des Oktaeders

und dem Radius R der großen Kugeln in den Ecken des Oktaeders und der Seitenlänge a = 2 R des Oktaeders erhält man für die Oktaederlücken des kubisch-flächenzentrierten Gitters

.

und für das kubisch-raumzentrierte Gitter mit :

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ulrich Müller: Anorganische Strukturchemie. 5. Auflage, Teubner, Stuttgart 2006, ISBN 3-83-510107-2, S. 278 ff.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]