Okto

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Okto
Senderlogo
Logo des Senders
Allgemeine Informationen
Empfang: Analog: Kabel
Digital: Kabel, DVB-T, IPTV
Eigentümer: Community TV-GmbH
Geschäftsführer: Christian Jungwirth
Intendant: Barbara Eppensteiner
Sendebeginn: 28. November 2005
Rechtsform: Privatrechtlich
Programmtyp: nichtkommerzielles, partizipatives, regionales 24 Stundenprogramm[1]
Website: okto.tv
Liste von Fernsehsendern

Der Fernsehkanal Okto ist ein partizipativer Fernsehsender in Wien, der dem Gedanken des Bürgerfernsehens verpflichtet ist. Rechtlich gesehen handelt es sich um einen Privatfernsehsender.

Gründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Okto ist der erste nichtkommerzielle Fernsehsender Österreichs. 2010 startete mit DORF ein ähnlicher Sender in Oberösterreich, 2012 nahm das Community TV FS1 in Salzburg den Sendebetrieb auf.[2] Vorläufer war der Sender TIV.

Okto wurde im Rahmen der sogenannten Rot-Grünen Projekte ins Leben gerufen und vom Verein zur Gründung und zum Betrieb offener Fernsehkanäle in Wien im Jahr 2005 gegründet. Nach einer neunmonatigen Aufbauperiode ging er am 28. November um 20 Uhr desselben Jahres mit der Sendung AfriKa TV auf Sendung.

Organisation und Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Medieninhaber ist die Community TV-GmbH. Im Vorstand sitzen u. a. Universitätsprofessor Thomas A. Bauer, Peter Huemer, Armin Thurnher, Wolfgang Zeglovits, Robert Stachel, Astrid Zimmermann und Virgil Widrich.

Es gibt auf Okto keine Werbung, der Sender wird über Förderungen durch die Gemeinde Wien finanziert. Einzelne Sendungen konnten durch EU Förderungen kofinanziert werden.

Programm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Programm orientiert sich an Gruppen, die laut Eigenangaben des Senders „in der österreichischen Medienlandschaft unterrepräsentiert sind“. Als Grundlage dazu dienen die Okto-Programmrichtlinien. Die Mitarbeit in der Programmgestaltung als ehrenamtlicher Produzent wird nicht bezahlt. Da der Sender als Kommunikationsplattform für Wien gedacht ist, kann jede(r), der/die mitmachen will und ein Sendungskonzept für eine serielle Produktion über einen Zeitraum von ca. 1/2 Jahr vorlegen kann, nach Absolvierung des Basis-Workshops und der Produktion einer „Nullnummer“ produzieren.

Die Regulierungsbehörde KommAustria genehmigte „ein den Grundsätzen der Charta für Community Fernsehen in Österreich entsprechendes, nichtkommerzielles, partizipatives, regionales 24-Stunden-Programm“. Es sei demnach regional ausgerichtet mit einer Schwerpunktsetzung in den Bereichen Kunst und Kultur.[1] Im Zulassungsbescheid für den Betreiber des digitalterrestrischen Senderbetreiber ORS beschreibt die KommAustria Okto als „nichtkommerzielles partizipatives Vollprogramm. Es versteht sich als Komplementärangebot im öffentlich-gemeinnützigen Interesse zu den bestehenden Programmen des öffentlich-rechtlichen ORF und den privat-kommerziellen Mitbewerbern.“[3] In einem Verfahren gegen den vorherigen MUX C-Betreiber, der das Programm aus dem Senderangebot entfernen wollte, würdigte die Regulierungsbehörde im November 2012 ausdrücklich, dass der Wiener Regionalsender „im Hinblick auf die Meinungsvielfalt als wichtiger Bestandteil des Programmbouquets angesehen wurde.“[4] Der Programmveranstalter schreibt über sich selbst: „Okto setzt auf Vielfalt statt Sparte und bildet mit seinem Programm die urbane Gesellschaft in ihrer ganzen Diversität ab.“[5]

Sendungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sender zeigt auch Produktionen, die in oder für deutsche Offene Kanäle produziert wurden, z. B. die Serien-Produktionen von Andreas Weiß, wie Montagskinder oder Berlin Bohème und die Rostocker Soap Platz der Freundschaft.

Die Okto-Sendung Mulatschag, TV-Show von "General Huto" aus Wien, mit Rock/Talk/Comedy-Elementen, wird seit Oktober 2006 im Hamburger Kabel (Tide TV) gesendet. Weitere Programmpunkte sind die Sendung "Oktoskop", die sich dem österreichischen Film widmet, und die abendfüllende Sendung "Oktofokus", die unter Einbeziehung von sogenannten Kuratoren gestaltet wird. Die Kuratoren sollen Know-how zu speziellen Themen einbringen.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sendung "Oktoskop" wurde 2006 mit dem Fernsehpreis der Österreichischen Erwachsenenbildung ausgezeichnet, 2007 und 2014 die Sendungen "Nebenan" und "Zitronenwasser".

Ein Redaktionsteam von Okto, ROH, wurde im April 2008 mit dem Alternativen Medienpreis ausgezeichnet.[6]

Sendegebiet und Empfang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Okto kann derzeit regional in Wien über den Kabel-TV-Anbieter UPC Telekabel auf Kanal 8 unter der Frequenz 196,25 MHz empfangen werden. Seit September 2008 ist der Sender im digitalen Paket der UPC auf Kanal 108 neben Wien und Umgebung, in Wiener Neustadt, Klagenfurt, Sankt Veit an der Glan und Graz empfangbar. Am 22. Juli 2009 nahm A1 Kabel TV Okto in ihr Programmpaket auf, somit ist Okto nun österreichweit empfangbar.

In Wien sendet man über den Sender Kahlenberg seit November 2012 über DVB-T (Mux C Wien). [7]

Seit Februar 2006 wird der Sender zusätzlich über einen Quicktime-Stream in H.264 über das Internet verbreitet. November 2011 ging die Oktothek[8] online. Mit ihr ist es möglich, Sendungen bis zum Sendestart zurück via Video on Demand direkt auf der Website ansehen zu können. Zeitgleich wurde auch der Livestream überarbeitet und kann seither auch mit Smartphones oder Tablet-Computern empfangen werden.

Im Jahr 2012 veröffentlichte Okto eine eigene Mobile App für das iOS-Betriebssystem. Damit kann nun auf jedem iPhone, iPad und iPod Okto empfangen werden.[9][10]

Digitale Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Beginn des Sendebetriebes im Jahr 2005 arbeitet Okto von der Videoaufnahme bis zum Playout rein digital. Bei der Aufnahme wird der gleiche Codec wie bei der späteren Sendeabwicklung verwendet (DV25). Dies und der durchdachte Workflow erlauben es, dass es zu keinem Generation loss (Qualitätsverlust) durch Bänderkopien etc. kommt. Zum Einsatz kommen Festplatten- und Festspeicherrekorder. Das Rohmaterial landet für den Schnitt auf einem großen zentralen Massenspeicher, der von allen Schnittplätzen aus erreichbar ist. Fertige Beiträge werden über das Netzwerk abgegeben, sodass sie nur wenig später für die technische und inhaltliche Abnahme sowie die Sendungsevaluierung bereitstehen. Jede Sendung wird in einer Datenbank erfasst, die wiederum die Playoutsteuerung speist. Ein angeschlossenes nonlineares Archivsystem erlaubt es, eine Sendung, deren Erstausstrahlung bis zum Sendestart zurückliegen kann, innerhalb weniger Minuten erneut zu senden.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sender ist Mitglied im Verband Community Fernsehen Österreich (VCFÖ).[11]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Letzter Zulassungsbescheid der Regulierungsbehörde KommAustria für Okto als Programmveranstalter im „MUX C“ (Wien) – 19. November 2012. (Anmerkung: Eine offizielle Kategorisierung als Voll- oder Spartenprogramm wurde hier nicht vorgenommen.)
  2. Förderungen für den nichtkommerziellen Rundfunk - Drei TV-Veranstalter erhalten in Summe 525.460 Euro. Aussendung RTR, 29. Oktober 2010
  3. Zulassungsbescheid für die ORS, den Betreiber des MUX C in Wien. RTR, 17. Oktober 2012
  4. Bescheid zur Anzeige der Tele1Vision Video- und Fernsehproduktion GmbH. RTR, 21. September 2010 (Regionalsender S. 2; Meinungsvielfalt S. 4)
  5. Okto: Wir machen fernsehen. (PDF; 231 kB) Info-Folder, Community TV - GmbH, Juli 2011
  6. Vgl. Chronik 2008, Website des Alternativen Medienpreises
  7. Gotv, ATV 2 und Okto kommen über Antenne. Der Standard, 8. November 2012
  8. Wiener Community-Sender Okto startet eine Mediathek. Der Standard, 28. November 2011
  9. MOBILE APP. okto.tv
  10. OKTO von oktolab GmbH. itunes.apple.com
  11. Verband Community Fernsehen Österreich. fs1.tv