Okzitanische Literatur

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Die okzitanische Literatur umfasst die literarischen Werke in alt- und neuprovenzalischer Sprache sowie in anderen Varietäten der okzitanischen Sprachengruppe, den sogenannten langues d’Oc. Früher wurde dafür der Oberbegriff der provenzalischen Literatur verwendet, der jedoch irreführend ist, da die altprovenzalische Sprache nur eine Varietät des Okzitanischen war.[1] Zudem entstanden viele wesentliche Werke der okzitanischen Literatur der Trobadorzeit außerhalb der heutigen französischen Verwaltungsregion Okzitanien wie auch außerhalb der Provence. Seit dem 19. Jahrhundert wurde die okzitanische Literatur gegen Widerstände der französischen Kulturpolitik wiederbelebt.

Altprovenzalische Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Altprovenzalische ist die literarisch am frühesten ausgebildete romanische Sprache, die sich – wie einzelne Wendungen in lateinischen Urkunden zeigen – seit dem 9. Jahrhundert im Süden Frankreichs unter dem Einfluss des Keltischen und Westgotischen aus dem Lateinischen zum Vulgärlatein entwickelte. Die germanischen Einflüsse auf die galloromanische Sprache waren hier jedoch weit geringer als die des Altfränkischen in Nordfrankreich. Älteste Sprachdenkmäler stammen aus dem 10. Jahrhundert.

Die Gaskognische Sprache, die oft ebenfalls zur okzitanischen Sprachfamilie gezählt wird, ist möglicherweise von einem baskischen Sprachsubstrat beeinflusst.

Bernart (Bernautz) de Ventadorn: Verzierte Majuskel „Q“ des 13. Jahrhunderts

Die Blütezeit der Trobadorlyrik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Existenz früher epischer Volksdichtung kann aufgrund bruchstückhafter französischer Überlieferungen vermutet werden. Dann nahm sich die geistliche Obrigkeit der Volkssprache an und schuf Heiligenlegenden. Ihre Blüte erlebte die altprovenzalische Literatur in der Zeit der Trobadors von 1100 bis 1300. Sie wurde in einer Kunstsprache verfasst, die keinem regionalen Dialekt eindeutig zuzuordnen ist, aber vermutlich in der Region um Limoges, dem Limousin, entstand, und beeinflusste die Literaturen der benachbarten Sprachräume des eng verwandten Katalanischen, des Aragonesischen, Nordfranzösischen, Italienischen und sogar den deutschen Minnegesang. Vom Ende des 12. Jahrhunderts an, vielleicht aber schon früher, kamen provenzalische Trobadors an die kleinen oberitalienischen Höfe, an deren ihre Sprache leicht verstanden wurde. Der Vorbildcharakter der provenzalischen Dichtung war so impulsiv, dass bald auch Italiener begannen, provenzalisch zu dichten, unter ihnen Sordello das Goito (Sordel, ca. 1200–1269), der um 1220/30 aktiv in die Kämpfe zwischen den Ghibellinen und Guelfen verwickelt war und sie mit politischen und satirischen Versen kommentierte. Petrarca und Dante bedienten sich der entwickelten literarischen Formen des Provenzalischen durch Vermittlung von Raimbaut de Vaqueiras, und auch Dichter der benachbarten Sprachräume des Provenzalischen folgten den Vorbildern. Katalanische Dichter verfassten sogar bis ins 15. Jahrhundert ihre Gedichte in okzitanischer Sprache, während sie für ihre Prosa das Katalanische benutzten. Das verweist auf den entwickelten Formenschatz und die Höhe der Ausdrucksmöglichkeiten der provenzalischen Literatur des 12. und 13. Jahrhunderts.

Die Trobairitz Beatriz de Dia, Gräfin von Die

Um 1200 entstand die Poetik Razós de trobar von Raimon Vidal de Besalú, eines Verfassers von Versdichtungen. Dieses Werk ist zugleich eine (noch vom Katalanischen beeinflusste) erste Grammatik des Okzitanischen. Die Trobadordichtung entwickelte innerhalb weniger Jahrzehnte eine hochentwickelte Formkunst mit strenger Silbenzählung und obligatorischem Reim. Anregungen erfuhr sie durch die Dichtung Ovids und möglicherweise durch die arabische Dichtung. Der Trobador trug seine Texte mit Musikbegleitung vor, wenn auch die Bedeutung des Textes vorherrschte und nur wenige Melodien erhalten sind. Da es sich um reisende Dichter und Sänger handelte, war die Verständlichkeit des Textes in verschiedenen Regionen wichtig, was zu einer gewissen Normierung der dichterischen Kunstsprache führte.

Als erster namentlich bekannter Trobador und zugleich als erster christlicher Dichter in einer Volkssprache gilt Graf Guillem IX. von Poitou, dem elf feingeistige bis grob sinnliche Canzos (Vorläufer der italienischen Kanzonen) zugeschrieben werden. Wichtigster Vertreter der Trobadordichtung war der von ca. 1125 bis 1150 aktive Jaufre Rudel, von dem sechs Gedichte gesichert überliefert sind. Zunächst war es Rollenlyrik mit einem festen Formenrepertoire und ohne die Absicht einer persönlichen Gefühlsdartellung. Von Marcabru (Marcabrun, aktiv um 1130/45), einem Vertreter eines hermetischen, verschlossenen Stils (Trobar clus), der sich aktiv an der spanischen Reconquista beteiligte, stammt u. a. die älteste bekannte Pastourelle, die das Zusammentreffen eines Ritters mit einem Hirtenmädchen beschreibt. Auch Guillem de Cabestany, dem mindestens sieben Liebescanzonen zugeschrieben werden, kämpfte auf der Seite der Aragonesen gegen die Mauren. Das Lebensideal des höfischen Lebens (cortesia) war jedoch das Maß (mesura), wie es Folquet de Marselha, Trobador und Bischof von Toulouse, um 1200 postulierte. Den stoisch leidenden Aspekt der Minne betont Raimon Jordan, Graf von Saint-Antonin (tätig ca. 1178–1195), der sich in seinem Liebesleiden zu Sakrilegen verstieg. Bei Bernart de Ventadorn, Verfasser von 45 überlieferten Liebesliedern, stimmen strenge Form (z. B. das Reimschema [abababcccb] mit abwechselnd sieben- und sechssilbigen Versen) und subjektives Gefühl vollkommen überein.

Insgesamt soll es über 400 Trobadors gegeben haben. Von vielen von ihnen sind kurze Vidas (Biographien) überliefert.[2] Etwa 20 Frauen sind als Trobairitz hervorgetreten; allerdings ist die Überlieferung hier nicht sehr genau. Bekannt wurde Beatriz de Dia, Gräfin von Die, die in ihrem Canso Estat ai en greu cossirier / per un cavallier qu’ai agut („Ich hatte großen Kummer / wegen eines Ritters, der mir gehörte“) kühn die Geschlechtsrollen vertauscht.

Durch die Heirat Ludwigs VII. mit Eleonore von Aquitanien 1137 verstärkte sich der Einfluss der okzitanischen Trobadordichtung an den Höfen Nordfrankreichs wie z. B. in Troyes und damit auf die anglonormannischen Dichtung. Doch mit dem Niedergang der kleineren höfischen Zentren und der wachsenden Bedeutung des Bürgertums verblasste das ständisch-höfische Lebensideal des Trobadors. Ihr Ende fand die Trobadordichtung nach der Auslöschung der okzitanischen Kultur durch die Albigenserkriege (1209–1229), die durch den Priester Guilhem de Tudèla literarisch als Kreuzzug legitimiert wurden (La canzo della crozada).[3] Peire Cardinal (Peire del Puoi, ca. 1180–1278), ein Gegner dieser Feldzüge wie auch des von ihm geschmähten Klerus und der französischen Sprache, reflektiert diesen Prozess mit satirischen Anspielungen. Ricaut Bonomel hadert hingegen um 1265 mit dem Papst, der das für die Kreuzzüge gesammelte Geld für andere Zwecke ausgibt, und zieht dabei alle Register seiner Manipulationskunst, bevor Giraut Riquier (ca. 1230–1292) die Trobadordichtung noch einmal zu einer Nachblüte führte.

Weitere Formen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom Minnesang zu unterscheiden ist das Sirventes mit politisch-moralischen Themen, wobei häufig Kettenreime (Terzinen) verwendet werden. Diese gelegentlich auch satirisch verwendete Form wurde zuerst von Cercamon (um 1140/50) am Hof von Poitiers benutzt und von dem in die englisch-französischen Kämpfe seiner Zeit verwickelten Bertran de Born (ca. 1140–1215) zur höchsten Vollendung geführt. Der heißblütige und kampfeslustige war einer der bekanntesten Trobadors. Seinen Nachruhm verdankt er nicht zuletzt Dante, der ihm in seiner Göttlichen Komödie als Zwietrachtstifter einen Platz in der Hölle zuweist. Dort musste er seinen Kopf am Haar wie eine Laterne tragen, hatte er doch die Söhne Heinrichs II. von England zur Revolte gegen ihren Vater angestiftet: „Weil ich so nah verbundne Menschen trennte,/ drum trag ich Armer mein Gehirn getrennt / von seinem Lebensquell in diesem Rumpf […]“.[4]

Hingegen preist Dante im sechsten Gesang des Purgatorio den Patrioten Sordello: Sordello und Vergil fallen sich nicht nur als Landsleute in die Arme, gilt Sordello Vergil und Dante doch als legitimer Richter über die nachlässigen und pflichtvergessenen Fürsten.[5] Im Folgenden schließt sich Dante der Struktur von Sordellos Klagegedicht (planh) über den Tod des tapferen Ritters und Trobadors Blacaz (Blacatz) an. Darin rechnet Sordello mit den Fürsten in hierarchischer Reihenfolge ab und fordert sie auf, ein Stück von Blacaz’ Herz zu essen, um so tapfer zu werden wie dieser. Das bewegte Leben Sordellos und die Szene bei Dante zeigen, wie stark die Trobadors politisch und mit ihren Gedichten in die Tageskämpfe ihrer Zeit eingriffen.

Eine weitere Form aus dem reichen Formenschatz der provenzalischen Literatur ist das Ensenhamen (frz. enseignement, it. insegnamento, kat. ensenyament), die meist in Achtsilbern erfasste didaktische Unterweisung in verschiedenen Themen, etwa Sordellos Ensenhamen d'onor („Unterweisung in der Ehre“) oder Garin lo Bruns Ensenhamen de la donsela („Unterweisung für Mädchen“, um 1155). Vor allem zur Erziehung des Ritters, aber auch zu Tischsitten, den Kardinaltugenden und sexuellen Gebräuchen finden sich Ensenhamens.[6]

Die altprovenzalische Epik umfasst Heiligengeschichten und Heldenlieder. Letztere behandeln oft die Konflikte zwischen König und Vasallen. Dazu gehören ein anonymer, wohl zwischen 1170 und 1230 entstandener Roman mit 11.000 Versen über den Knappen Jaufré aus dem Umkreis der Artusepik, der sich schon nicht mehr in Episoden erschöpft, sondern ansatzweise eine biographische Erzählungen mit überraschenden Wendungen bietet,[7] ferner eine provenzalische Version des Heldenepos Fierabras aus dem 12. Jahrhundert, ein anonymes Epos in okzitanisch-französischer Mischsprache über den Kampf des Grafen Girart von Rossilho (Roussillon) mit Karl Martell (um 1150–1180) und eine volkssprachliche, nur fragmentarisch überlieferte Version des Alexanderromans in Achtsilblern von Albéric de Pisançon (Alberich von Besançon, um 1100/1120).

Raimund VII., Graf von Toulouse (rechts), unterwirft sich in Anwesenheit König Ludwigs IX. (links) der Römischen Kirche, vertreten durch Kardinal Romano Bonaventura (mitte)

Mit dem Vertrag von Paris (1229) und der Unterwerfung Raimunds VII. endete die Autonomie Okzitaniens. Viele Ritter (die Faydits, die gegen Kreuzfahrer und Franzosen gekämpft hatten) wurden enteignet, die höfische Kultur brach zusammen. Durch die Expansion und zunehmende Bedeutung der Nachbarsprachen als Literatursprachen, vor allem aber durch die Konsolidierung des französischen Nationalstaats wurde die okzitanische Sprache seit Franz I. als Literatursprache zurückgedrängt. Ihr offizieller Gebrauch wurde 1539 verboten, unter Ludwig XIV. wurde sie auch im Alltag verdrängt. Vom 16. bis 18. Jahrhundert können nur noch örtlich verstreute Reste der Literatur in Toulouse, Marseille und Montpellier registriert werden. Die gesprochene Sprache überlebte trotz der Verdrängung durch das Nordfranzösische, wozu die Selbstständigkeit des kleinen Königreichs Navarra und die Verehrung des aus Navarra stammenden französischen Königs Henri IV. beitrugen. Dort hielt sich das Idiom auf dem Niveau einer lokalen Hochsprache.[8] Doch wurden nach der Marginalisierung und Diffamierung als Patois durch die absolutistische Kulturpolitik bis ins 18. Jahrhundert fast nur noch religiöse und Alltagstexte in okzitanischer Sprache publiziert.

Neuokzitanische Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der erstarkenden bürgerlichen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts trug das steigende romantische Interesse am Mittelalter und an den Geschichten der einfachen Leute zu einem steigenden Interesse an der Troubadourlyrik und der okzitanischen Sprache bei, wobei Fabre d’Olivet (1768–1825) auch vor Fälschungen im Stil der Ossiandichtung nicht zurückschreckte.[9] François-Juste-Marie Raynouard brachte 1816–1821 und 1835 die ersten neuzeitlichen Ausgaben der Trobadordichtung heraus, die auch die deutsche Romantik beeinflussten, und hinterließ ein monumentales okzitanischer Wörterbuch der Trobadorzeit.

Das Haus von Frédéric Mistral in Maillane

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts kam es – aufbauend auf den Arbeiten von Raynouard – zu einer historisch-philologischen Rekonstruktion der provenzalischen Sprache, deren Eigenwert zunehmend erkannt wurde, so vor allem von Claude Fauriel, der die Ausstrahlungskraft der Troubadour-Dichtung in andere Kulturregionen erkannte. 1854 schlossen sich unter Leitung von Frédéric Mistral (Fédéri Mistral) Théodore Aubanel und Joseph Roumanille zur Gruppe der Félibrige zusammen, die zu ihrer Neubelebung durch Neuschaffung von Dichtungen in okzitanischer Sprache beitrug. Roumanille begründete die moderne Erzählung in okzitanischer Sprache. Mistral erhielt 1904 den Nobelpreis für Literatur u. a. für sein Versepos Mirèio („Mireille“) von 1859.[10] Allerdings blieben die Autoren der Félibrige der auf Paris ausgerichteten Standardkultur verhaftet. Noch 1873 konnte Bartsch in seinem Handbuch die neuokzitanische Literatur als unbedeutend ignorieren. Auch Mistral, der versuchte, die nationale Mythologie eines ländlichen Aquitaniens gegen den Ansturm der Moderne zu konstruieren, hob zwar durch seine dichterische Leistung den dialektalen Status des Okzitanischen auf, verharrte aber in der Unterodnungsbereitschaft der französischen Provinz, die ihre halbkolonialen Realitäten ignorierte. Eine Ausnahme bildet Aubanels Revolte gegen die Provinzialität seiner Heimat Avignon.[11]

Die Bewegung der Félibrige beeinflusste seit Ende des 19. Jahrhunderts auch die Gascogne, die ihr lokales Idiom, das vermutlich vom Baskischen beeinflusste Gaskognische, gegen den wachsendes Einfluss des Okzitanismus schützen wollte. Zentren der Bewegung waren Bayonne und Pau als Hauptort des Béarn. Hier sammelte der Fotograf Félix Arnaudin auf privaten Veranstaltungen und Festen Volkslieder, historische Notizen und literarische Bruchstücke in gaskognischer Sprache.

Die folgende Generation mit Valère Bernard (1860–1936), Louisa Paulins (1888–1944) und Michel Camélat (1871–1962) entmythisierte erfolgreich den Okzistanismus in der Lyrik. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts erstarkte eine politisch-kulturelle Emanzipationsbewegung, die sich gegen den Pariser Zentralismus richtete. Nach dem Ersten Weltkrieg kam es zu einer Standardisierung der Sprache durch die um 1923 gegründete Zeitschrift Oc und die Societat d’Estudis Occitans (1930). Regionalismus und historisierende Elemente wurden in der Folge eingedämmt, Bezüge zum Symbolismus (Stéphane Mallarmé) und Surrealismus (Paul Éluard) nahmen zu. Als Theaterautor und Aktivist trat in den 1930er und 1940er Jahren der Dichter Leon Còrdas (Léon Cordes, 1913–1987) hervor, der ebenso wie der Dichter und Philologe Charles Camproux (1908–1994) die Idee des Okzitanismus förderte. Der Lyriker René Nellis (1906–1982) war 1945 Mitbegründer des Institut d’Estudis Occitans (IEO), das in Toulouse seinen Satz hat.

Mans de Breish (2018)

Seit den 1950er Jahren entwickelte sich die Erzählprosa, seit 1968 auch das Theater. Joan Bodon (Jean Boudou) (1920–1975) war ein origineller Erzähler, der viele unveröffentlichte Manuskripte hinterließ. Bernard Manciet (1923–2005) verfasste Lyrik (Gesta, 1972) und Erzählprosa (La pluja, La camin de tierra, 1976) im gaskognischen Dialekt der Landes.[12] Der Linguist Pierre Bec (1921–2014) aus dem Departement Haute-Garonne war einer der vielseitigsten und wichtigsten Dichter, Erzähler und Herausgeber zahlreicher Anthologien in den 1970er bis 1990er Jahren. Der Aktivist und Autor Ives Roqueta (Yves Rouquette) (1936–2015) aus Sète förderte die Produktion von Tonträgern mit okzentanischen Chansons (nòva cançon) mit sozialen und politischen Themen und Sängern wie Mans de Breish (Gérard Pourhomme, * 1949), Maria Roanet (* 1936) und Claude Marti (* 1940), der Bücher in provenzalischer Sprache über seine Heimat Carcassonne verfasste. 1970 produzierte er das erste Album mit neuen okzitanischen Cançons (Occitania). Dass als Cover des Albums ein stilisiertes Porträt von Che Guevara gewählt wurde, zeigt, dass sich die Postachtundsechziger-Bewegung des Okzitanismus bewusst in eine Reihe mit antikolonialistischen Bewegungen stellte.[13]

Trotz verstärkter Förderung der regionalen Kultur durch die Pariser Regierung seit den 1980er Jahren hat es die okzitanische Literatur angesichts der Zahl aktiver Nutzer der okzitanischen Sprache, die von einigen 100.000 bis zu zwei Millionen geschätzt wird, schwer, sich gegen den fortbestehenden Zentralismus durchzusetzen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Bartsch: Grundriss zur Geschichte der Provenzalischen Literatur. Verlag K. L. Friedrichs, Elberfeld 1873.
  • Erich Köhler, Fritz Peter Kirsch: Die okzitanische Literatur. In: Kindlers neues Literatur-Lexikon, Bd. 19, München 1996, S. 1012–1019
  • Provenzalische Literatur. In: Der Literatur Brockhaus, Bd. 3, Og-Z, Mannheim 1988, S. 135 f.
Anthologie
  • Dietmar Rieger (Hrsg. u. Übers.): Mittelalterliche Lyrik Frankreichs. Band I. Lieder der Trobadors. Provenzalisch / Deutsch. Reclam, Stuttgart 1980.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erich Köhler, Fritz Peter Kirsch, S. 1012.
  2. Margarita Egan (Hrsg. und Übers.): The Vidas of the Troubadours. Garland, New York 1984.
  3. Klaus Engelhardt, Volker Roloff: Daten der Französischen Literatur. dtv, München 1979, Bd. 1, S. 18 f.
  4. Dante: Die Göttliche Komödie, Inferno, Achtundzwanzigster Gesang, Übers. Karl Vossler, Frankfurt, Wien, Zürich 1978, S. 139.
  5. Dante: Die Göttliche Komödie, Purgatorio, Sechster Gesang, Übers. Karl Vossler, Frankfurt, Wien, Zürich 1978, S. 196 ff.
  6. Don A. Monson: Les ‚ensenhamens‘ occitans. Essai de définition et délimitation du genre. Paris 1981.
  7. Engl. Übersetzung durch Ross G. Arthur: Jaufre: An Occitan Arthurian Romance. Routledge, 2014; siehe insbes. S. XVII.
  8. Köhler, Kirsch 1996, S. 1015.
  9. Köhler, Kirsch 1996, S. 1017.
  10. Melanie Stralla: Die provenzalische Renaissance in Deutschland: Übersetzung und Edition von Frédéric Mistrals Mirèio um 1900. Diss., Uni Wuppertal 2019, Online: [1] (PDF).
  11. Köhler, Kirsch 1996, S. 1017.
  12. F. K.: Bernard Manciet. In: Kindlers neues Literatur-Lexikon, Bd. 11, München 1996, S. 6 f.
  13. Eric Drott: The nòva cançon occitana and the internal colonianism thesis. In: French Politics, Culture & Society, 20(2001)1, S. 1–23.