Oldenburg (Oldenburg)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Oldenburg (Oldenburg)
Oldenburg (Oldenburg)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Oldenburg (Oldenburg) hervorgehoben
53.1438888888898.21388888888892-6Koordinaten: 53° 9′ N, 8° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Höhe: 2-6 m ü. NHN
Fläche: 102,96 km²
Einwohner: 158.658 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 1541 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 26121–26135
Vorwahl: 0441
Kfz-Kennzeichen: OL
Gemeindeschlüssel: 03 4 03 000
Stadtgliederung: 42 Stadtteile, 9 statistische Bezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
26122 Oldenburg (Oldb)
Webpräsenz: www.oldenburg.de
Oberbürgermeister: Gerd Schwandner (parteilos)
Lage der Stadt Oldenburg in Niedersachsen
Landkreis Göttingen Landkreis Holzminden Landkreis Schaumburg Landkreis Goslar Region Hannover Landkreis Hildesheim Salzgitter Landkreis Wolfenbüttel Braunschweig Landkreis Wolfenbüttel Landkreis Peine Landkreis Hameln-Pyrmont Landkreis Helmstedt Wolfsburg Landkreis Gifhorn Landkreis Nienburg/Weser Landkreis Northeim Landkreis Osterode am Harz Landkreis Diepholz Freie Hansestadt Bremen Freie Hansestadt Bremen Hamburg Hamburg Königreich der Niederlande Nordrhein-Westfalen Hessen Thüringen Schleswig-Holstein Mecklenburg-Vorpommern Brandenburg Sachsen-Anhalt Osnabrück Landkreis Osnabrück Delmenhorst Oldenburg (Oldenburg) Landkreis Wesermarsch Landkreis Vechta Landkreis Emsland Landkreis Grafschaft Bentheim Landkreis Leer Emden Landkreis Leer Landkreis Cloppenburg Landkreis Ammerland Wilhelmshaven Mellum Landkreis Aurich Landkreis Aurich Landkreis Wittmund Landkreis Aurich Landkreis Friesland Landkreis Oldenburg Landkreis Cuxhaven Landkreis Osterholz Landkreis Verden Landkreis Stade Landkreis Harburg Landkreis Lüneburg Landkreis Lüchow-Dannenberg Landkreis Heidekreis Landkreis Uelzen Landkreis Celle Landkreis Rotenburg (Wümme)Karte
Über dieses Bild

Oldenburg (niederdeutsch: Ollnborg, saterfriesisch: Ooldenbuurich) ist eine kreisfreie Stadt in Niedersachsen.

Die Universitätsstadt und ehemalige Residenzstadt bzw. Hauptstadt der Grafschaft, des Herzogtums, des Großherzogtums, des Freistaates und des Landes Oldenburg – daher auch der Zusatz (Oldb) im Namen der Stadt – ist mit 158.658 Einwohnern nach Hannover und Braunschweig die drittgrößte Stadt sowie eines der Oberzentren des Landes Niedersachsen. Oldenburg war bis zum 31. Dezember 2004 Sitz des Regierungsbezirks Weser-Ems. Er wurde mit diesem Datum – wie auch alle anderen Regierungsbezirke in Niedersachsen – aufgelöst. Von 2005 bis 2013 war Oldenburg Sitz einer Regierungsvertretung des Landes Niedersachsen, die 2014 durch einen Regionalbeauftragten für das durch das westliche Niedersachsen gebildete Weser-Ems-Gebiet ersetzt wurde.

Die Einwohnerzahl der Stadt überschritt 1945 die Großstadt-Grenze von 100.000 Einwohnern.

Oldenburg gehört seit April 2005 zur europäischen Metropolregion Bremen/Oldenburg, einer von insgesamt elf europäischen Metropolregionen in Deutschland.

Am 28. Februar 2008 verlieh der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft Oldenburg den Titel „Stadt der Wissenschaft“ des Jahres 2009.

Inhaltsverzeichnis

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Beginn der sich bis ins Emsland ziehenden Leda-Jümme-Moorniederung in Nordmoslesfehn (rechts vom Küstenkanal), einer zu Eversten gehörenden Moorkolonie

Oldenburg liegt an der Stelle, wo die Delmenhorster Geest im Südosten in die Oldenburger Geest im Nordwesten übergeht. Westlich hiervon breiten sich die weiten Moore der Leda-Jümme-Moorniederung aus, östlich davon das Marschland der unteren Hunte.[2] Moorgebiete gibt es auch im Nordosten der Stadt. Der größte Teil Oldenburgs befindet sich nordwestlich des Flusses; die Innenstadt liegt an der Mündung der Haaren in die Hunte.

Die Innenstadt ist von der Huntemündung bei Elsfleth 23,5 km und von der offenen Nordsee ca. 90 km entfernt. Die Stadt Oldenburg liegt im Zentrum des Oldenburger Landes im westlichen Niedersachsen.

Die nächsten größeren Städte sind Bremen, etwa 45 km östlich, Wilhelmshaven, ca. 50 km nördlich, Osnabrück, ca. 100 km südlich, Hamburg, ca. 170 km nordöstlich, Groningen, ca. 110 km westlich, und Hannover, etwa 170 km südöstlich Oldenburgs.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Gemeinden grenzen an die Stadt (im Uhrzeigersinn, beginnend im Osten):

Stadt Elsfleth (Landkreis Wesermarsch), Hude (Oldenburg), Hatten und Wardenburg (alle Landkreis Oldenburg) sowie Edewecht, Bad Zwischenahn, Wiefelstede und Rastede (alle Landkreis Ammerland)

Stadtteile und Eingemeindungen[Bearbeiten]

Innenstadt im grünen Kranz der Wallanlagen

Die Stadt ist in neun Stadtbezirke aufgegliedert, die wiederum in Stadtteile untergliedert sind. Stadtbezirke nach dem statistischen Jahrbuch 2005 der Stadt sind:

  1. mit den Stadtteilen Zentrum, Dobben, Haarenesch, Bahnhofsviertel und Gerichtsviertel
  2. mit den Stadtteilen Ziegelhof und Ehnern
  3. mit den Stadtteilen Bürgeresch und Donnerschwee
  4. mit den Stadtteilen Osternburg und Drielake
  5. mit den Stadtteilen Eversten, Hundsmühler Höhe, Thomasburg, Bloherfelde, Haarentor und Wechloy
  6. mit den Stadtteilen Bürgerfelde, Rauhehorst ( auch Vahlenhorst), Dietrichsfeld, Alexandersfeld, Flugplatz, Ofenerdiek und Nadorst
  7. mit den Stadtteilen Etzhorn, Ohmstede und Bornhorst
  8. mit den Stadtteilen Neuenwege und Kloster Blankenburg
  9. mit den Stadtteilen Kreyenbrück, Bümmerstede, Tweelbäke West, Krusenbusch und Drielaker Moor

1920 betrug die Fläche des Stadtgebiets insgesamt 1152 ha. Danach wurden verschiedene Gemeinden beziehungsweise Teile von Gemeinden und Gemarkungen nach Oldenburg eingegliedert, so dass das Stadtgebiet heute nach verschiedenen Grenzbereinigungen insgesamt 10.296 ha beträgt. Im Einzelnen wurden ein- beziehungsweise ausgegliedert:

1. Oktober 1922[3] Eingliederung der Gemeinde Osternburg. Zuwachs 5.080 ha
1. August 1924[4] Eingliederung von Teilen der Gemeinde Eversten Zuwachs 2.407 ha
15. Mai 1933 Eingliederung der Gemeinde Ohmstede Zuwachs 3.198 ha
1. April 1935 Eingliederung von Teilen Hundsmühlens Zuwachs 2,2 ha
1. April 1935 Ausgliederung eines Teils Osternburgs Abgang 1.875 ha
1. April 1936 Eingliederung von Teilen Metjendorfs Zuwachs 129 ha
1. April 1948 Eingliederung des Exerzierplatzes Bümmerstede Zuwachs 169,6 ha

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung und Mittelalter[Bearbeiten]

Nach den Ergebnissen archäologischer Ausgrabungen begann die Geschichte Oldenburgs im 7. oder 8. Jahrhundert n. Chr.. Auf einem Geestsporn im Ammergau nahe einer Furt über die Hunte entstand im Bereich des heutigen Marktplatzes sowie nördlich und östlich davon eine bäuerliche Siedlung. Auf der Handelsstraße von Bremen oder Westfalen nach Jever entstand hier ein leichter Übergang über den Fluss.

In der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts wurde östlich von Oldenburg der Heidenwall errichtet. Durch archäologische Suchschnitte und baumkundliche Untersuchungen wurde herausgefunden, dass die Stämme für die Ringwall-Anlage im Jahre 1032 geschlagen wurden.

Im Jahr 1108 wurde der Ort unter dem Namen „Aldenburg“ erstmals urkundlich erwähnt. Im 12. Jahrhundert nutzten die Grafen von Oldenburg die günstige topographische Situation zum Bau einer Wasserburg. Sie erhoben einen Zoll, konnten in Kriegszeiten diesen Durchgang aber auch versperren. Die Burg war Verwaltungsmittelpunkt der Grafschaft, und im Umland siedelten sich bald viele Angehörige der Verwaltung an.

Im Jahr 1294 wurde für Dominikanerinnen des Augustiner- und Predigerordens das Kloster Blankenburg gegründet,[5] Es befindet sich heute am östlichen Stadtrand, nahe der Hunte.

Anlage des ehemaligen Klosters Blankenburg
Hauptartikel: Kloster Blankenburg

1345 erhielt die im Erzbistum Bremen gelegene Siedlung, die mittlerweile Oldenburg hieß, von Graf Konrad I. Bremer Stadtrecht. Es wurde eine bessere Befestigung gebaut, mit einem extrem breiten Stadtgraben der die Mauer umgab und fünf Stadttoren, die den Zutritt zur Stadt kontrollierten. Der Grundriss ähnelte einem Wappenschild: Im Westen das Obristen- oder Everstentor, im Nordwesten das Haarentor, im Nordosten das Heiliggeisttor, im Osten das Stautor und im Süden das gewaltige Dammtor. Dieser Doppeltorbau mit zwei Flankenrundtürmen (1518) und Zugbrücke über den Stadtgraben lag südlich der Ringburganlage mit eigenem Wassergraben.[6] Durch diesen Schutz vor Räubern profitierte die Stadt Oldenburg auch wirtschaftlich.

1448 wurde Graf Christian von Oldenburg König von Dänemark und 1450 zudem König von Norwegen (Personalunion beider Königreiche). 1457 wurde er außerdem zum König von Schweden gewählt. 1460 wurde er Herzog von Schleswig und Graf von Holstein (ab 1474 Herzogtum). Das kleine Grafenhaus gewann damit überregionale Bedeutung, was erhebliche Auswirkungen nach dem Tod des letzten Grafen Anton Günther hatte.

Der Lappan von 1467, Wahrzeichen von Oldenburg
„Großer Zwinger vor dem Eversten Tor“ (Pulverturm) von 1529

Graf Anton Günther, Dreißigjähriger Krieg[Bearbeiten]

1603 begann die Regierungszeit von Graf Anton Günther. Er ließ einen Teil der Burg im Barockstil umbauen und begann mit der Zucht von Pferden, die als „Oldenburger“ Pferde schon bald sehr begehrt waren. Außerdem konnte der Graf die Stadt lange Zeit vor Auswirkungen des dreißigjährigen Krieges bewahren. Als sich der Feldherr Tilly mit seinen Truppen, die in Wardenburg ihr Lager hatten, auf Oldenburg zubewegte, konnte Graf Anton Günther durch Verhandlungsgeschick und wertvolle Pferdegeschenke Tilly dazu bewegen, wieder abzurücken.

Trotz einer so genannten Pestordnung fielen ab August 1667 der Pest jede Woche 30 bis 40 Menschen zum Opfer. Als Lager für Pestkranke diente zeitweise das Kloster Blankenburg[7], nachdem es als Kloster im Zuge der Reformation aufgelöst und zunächst zum „Malz- und Brauwerk“ des Oldenburger Grafen Anton Günther umgebaut wurde.[8] 1632 übertrug er das Gut an eine Stiftung, damit dort ein Armen- und Waisenhaus eingerichtet würde.[9]

1667 starb Graf Anton Günther und wurde in der Oldenburger Lambertikirche bestattet. Da er keine ehelichen Nachkommen hatte, wurde Oldenburg dem nächsten männlichen Verwandten zugesprochen, dem König von Dänemark. Somit wurde Oldenburg dänisch.

Unter dänischer Verwaltung[Bearbeiten]

Administrativ wurde ab 1667 das Territorium Oldenburg durch die Deutsche Kanzlei in Kopenhagen verwaltet. Nach dem Rückgang der Pest schlugen 1676 an einem Tag drei Blitze in Oldenburg ein. Die Stadt stand in Flammen und wurde fast völlig zerstört. Weil ihre Bewohner weder versichert waren, noch Hilfe von ihrer damaligen Regierung bekamen, mussten sie zu Verwandten und Freunden außerhalb der Stadt und Region ziehen. Auf diese Weise verfielen das Schloss und die Stadt Oldenburg. Die vorhandenen Kunstgegenstände wurden nach Dänemark verbracht: Die dänische Krone unterstützte Oldenburg kaum und der Wiederaufbau war mühsam und dauerte Jahrzehnte. Die Einwohnerzahl sank bis Mitte des 18. Jahrhunderts auf 3000. Als militärischer Vorposten war Oldenburg für Dänemark offenbar von größerer Bedeutung, denn die Stadt wurde auf Befehl der dänischen Krone mit Festungsanlagen versehen, den heutigen Wallanlagen. Die Einwohner Oldenburgs und der umliegenden Ortschaften wurden zum Bauen zwangsverpflichtet.

Das Degodehaus, eines der wenigen Häuser, die den großen Stadtbrand 1676 überstanden

Herzogtum[Bearbeiten]

Die Herrscherhäuser Deutschlands, Dänemarks und Russlands waren miteinander verwandt, entsprechend wechselte die Zugehörigkeit Oldenburgs immer wieder. Am 27. August 1773 gelangte die Grafschaft Delmenhorst gemeinsam mit der Grafschaft Oldenburg durch einen Ländertausch an das Oberhaupt des Hauses Schleswig-Holstein-Gottorf, den späteren Zaren Paul I.. Er trat das Land vier Tage später seinem Vetter dem Fürstbischof von Lübeck, Friedrich August ab, der daraufhin von Kaiser Joseph II. 1774/1777 in den Herzogsstand erhoben wurde. Das so entstandene Herzogtum Oldenburg gehörte dadurch als Reichsfürstentum zum Heiligen Römischen Reich. Oldenburg wurde formell Hauptstadt des Herzogtums, doch der Wohnsitz von Herzog Friedrich August blieb weiterhin Eutin. Nach seinem Tod 1785 wurde dessen Neffe Peter Friedrich Ludwig Landesadministrator des Herzogtums, da der eigentliche Erbe Friedrich Augusts, Herzog Peter Friedrich Wilhelm, nicht regierungsfähig war.

Peter Friedrich Ludwigs Hospital – heute Kulturzentrum und Zentrale der Stadtbibliothek

Peter Friedrich Ludwig erhob durch die Verlegung seines Wohnsitzes nach Oldenburg die Stadt wieder zur Residenz, die er im Verlauf seiner Regentschaft im klassizistischen Stil ausbaute. Es entstanden unter anderem die klassizistische Häuserzeile an der Huntestraße, das Lehrerseminar an der Wallstraße, die Infanteriekaserne am Pferdemarkt und das Prinzenpalais am Damm. Auch die Lambertikirche wurde in diesem Stil umgebaut. Als Landesvater legte Peter Friedrich Ludwig Wert auf den Ausbau des Bildungs- und Gesundheitswesens. Er selbst war vielseitig gebildet und engagierte sich auch in sozialen Belangen. Unter anderem rief er die „Ersparungskasse“ ins Leben und ermöglichte mit einer Basisfinanzierung die Grundlage zum Neubau eines Krankenhauses (Peter Friedrich Ludwigs Hospital), der aber erst nach seinem Tod realisiert wurde.

Eingang des Prinzenpalais, Standort der Galerie Neuer Meister 19. und 20. Jahrhundert

Während der französischen Annexion des Herzogtums Oldenburg unter Napoleon I. befand sich der Herzog im Exil. Die Stadt wurde von 1811 bis 1813 zu einem Distrikt des Departement der Wesermündungen mit einem Unterpräfekten. In Oldenburg wurden neue Verwaltungs- und Rechtsvorschriften im Sinne des Code Napoleon eingeführt. Nach der Befreiung von der französischen Herrschaft wurden die alten Rechte wieder eingeführt, mit Ausnahme der Leibeigenschaft. Zum Wiener Kongress 1815 erschien Peter Friedrich Ludwig nicht persönlich, den dort an ihn angetragenen Titel „Großherzog“ nahm er nicht an.[10]

Dobbenviertel

Nachnapoleonische Zeit, Großherzogtum[Bearbeiten]

1818 war Oldenburg zur „Stadt I. Klasse“ sowie Sitz eines Amtes geworden, im heutigen Sinne also eine „Kreisfreie Stadt“. 1833 wurde sie vorübergehend wieder als „Stadt II. Klasse“ klassifiziert, bevor sie 1855 erneut „Stadt I. Klasse“ wurde.

Nach dem Tod von Herzog Peter Friedrich Ludwig 1829 nahm dessen Nachfolger Paul Friedrich August den Großherzogstitel an. Während seiner Regierungszeit (bis 1853) gab es zahlreiche kulturelle Neuerungen. So wurde mit der Großherzoglichen Hofkapelle der Vorläufer des Oldenburger Staatsorchesters gegründet. Auch das Theater bekam seinen Standort auf dem danach benannten Wallabschnitt. Das damals gegründete Großherzogliche Naturalienkabinett ist heute Bestandteil der Sammlung des Landesmuseums für Natur und Mensch. In diese Zeit fiel auch der Ausbau des Militärwesens, was in der Errichtung diverser Kasernenbauten auch im Stadtbild sichtbar wurde, wie z. B. die Militärakademie am Pferdemarkt (heute Standesamt) und die Artilleriekaserne an der Ofener Straße (heute Fachhochschule).[11]

Gerichtsviertel

Revolutionsjahre 1848/1849[Bearbeiten]

Das Elisabeth-Anna-Palais ist heute Sitz des Sozialgerichts Oldenburg

Die Revolutionsjahre verliefen in Oldenburg gemäßigt. Am 2. März 1848 richtete der Stadtrat eine Adresse, die loyal und sehr bittend gehalten war, an den Großherzog, in der eine landständische Verfassung verlangt wurde. „Der Oldenburger verehrt und liebt mit unerschütterlicher Liebe sein angestammtes Fürstenhaus, er weiß, welchen Schatz er darin vor Vielen anderen voraus hat.“[12] Am 7. März erhielt der Stadtrat die Antwort des Großherzogs durch den Magistrat der Stadt. Diese enthielt wiederum nur vage Versprechungen und er ging auf den Wunsch die Verfassung von kundigen Männern besprechen zu lassen überhaupt nicht ein. Die Enttäuschung über das Verhalten des Großherzogs war beträchtlich und bereits am 8. März versammelten sich Handwerker, um über die Eingabe einer weiteren Petition zu diskutieren. Am 10. März wurden Deputationen aus Oldenburg und Jever persönlich beim Großherzog vorstellig und überreichten die von ihnen verfassten Petitionen. Dieser zeigte sich jedoch nicht bereit Zugeständnisse zu machen, worauf die jeversche Deputation mit einem Aufstand drohte. Der Großherzog lenkte ein und versprach, eine Resolution zu erlassen. Am frühen Abend wurde das vom Großherzog erlassene Patent öffentlich verlesen. Er stimmte darin zu, erfahrenen Männern aus dem ganzen Lande ein Staatsgrundgesetz als Verfassungsentwurf vorzulegen. Er werde dazu einer Versammlung aus 34 von ihm zu bestimmenden Männern einen Entwurf vorlegen, über den diese beraten sollten. Die Begeisterung der Oldenburger war immens und dem Großherzog und seiner Familie wurde am selben Abend im Theater ein mehrfaches „Hoch!“ entgegengebracht und er musste auf eine Treppe treten um sich bejubeln zu lassen, welches ihm offensichtlich missfiel. Am 11. März wurde durch Erlass die Pressezensur aufgehoben. Dies hatte jedoch keine großen Auswirkungen, da schon zuvor kaum Einschränkungen bestanden. Am 24. März kam es in Oldenburg zu Krawallen durch Mitglieder der unteren Schichten in der Stadt. Hauptsächlich Lehrjungen und Gesellen rotteten sich vor dem Haus eines Obersts zusammen, zerstörten eine Laterne und warfen mit einem Stein. Dieser Aufruhr wurde von der Presse verurteilt. Es erfolgte die Zustimmung des Großherzogs zur Volksbewaffnung und zur Schaffung einer Bürgerwehr, um weitere Zwischenfälle dieser Art zu unterbinden. Am 25. März wurden Flinten an Oldenburger Bürger ausgegeben und bereits am 26. März begann man mit Exerzierübungen. Im Februar 1849 wurde die Verfassung im konstituierenden Landtag angenommen.

1867 trat Oldenburg dem Norddeutschen Bund bei.

Zu Beginn des ersten Weltkrieges wurde Oldenburg als bedeutender Truppenstandort schnell zu einem Heerlager. Neben tausenden Reservisten kamen auch viele Freiwillige zu den Kasernen. Die größte in Oldenburg stationierte Einheit war das Infanterie-Regiment Nr. 91, das schnell hohe Verluste zu beklagen hatte und nach dem Krieg aufgelöst wurde.

Weimarer Republik und Zeit des Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Das Oldenburgische Staatsministerium war Amtsstätte der Oldenburgischen Ministerpräsidenten und von 1946 bis Ende 2004 Sitz der Bezirksregierung
Das Gebäude des Oldenburgischen Landtags

1918 dankte der letzte Großherzog, Friedrich August, ab, und 1919 wurde Oldenburg Hauptstadt des Freistaates Oldenburg.

Bei den Landtagswahlen im Mai 1932 errang die NSDAP in Oldenburg die absolute Mehrheit. Damit war Oldenburg das erste Land im Deutschen Reich, in dem die NSDAP eine absolute Mehrheit errang.[13] Während der Zeit des Nationalsozialismus 1933–1945 war Oldenburg Gauhauptstadt im Bereich Weser-Ems unter Gauleiter Carl Röver. 1933 wurde auch das Amt Oldenburg erheblich vergrößert und der neue Verwaltungsbezirk später als Landkreis Oldenburg bezeichnet.

1935 wurde die „Bewahr- und Pflegeanstalt Kloster Blankenburg“ geschlossen und in ein „Hilfsdienstlager des SA-Arbeitsdienstes“ für jugendliche Erwerbslose umgewandelt. Im Februar 1937 wurde das Lager wieder aufgelöst und statt dessen die städtische Pflegeeinrichtung Gertrudenheim nach Blankenburg verlegt. Im Rahmen der „Euthanasie“-Aktionen wurden die Heimbewohner erneut verlegt.[14]

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 beteiligten sich Oldenburger SA-Truppen an den von der Reichsleitung der Nationalsozialisten befohlenen Ausschreitungen gegen die Juden, die später als Reichskristallnacht oder Novemberpogrome 1938 bezeichnet wurden. Die Synagoge und die jüdische Schule wurden niedergebrannt. Über Oldenburg wurden Juden deportiert. So wurden alle männlichen Juden der Stadt Emden über Oldenburg in das Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert, aus dem sie erst nach Wochen zurückkehren konnten. Es wurden zwischen 1938 und 1945 mindestens 74 Sinti der Stadt Oldenburg und Umgebung deportiert und im nationalsozialistischen Holocaust in Auschwitz, Birkenau und anderswo ermordet.

Im Zweiten Weltkrieg entstanden durch Luftangriffe auf Oldenburg nur relativ geringe Schäden. Oldenburg wurde insgesamt zu 1,4 % zerstört. Im Juni 1941 richtete ein Luftangriff Schäden im Bereich von Stau, Sophienstraße und Würzburger Straße sowie an der Bahnstrecke nach Leer an. Im September 1943 wurde die Landesbibliothek am Damm durch Bomben völlig zerstört, ebenso das Landgericht in der Elisabethstraße 7, das vollständig ausbrannte, sowie das Museum am Damm und die Reichsfinanzverwaltung am Damm Ecke Festungsgraben. Im April 1945 gab es noch vier größere Luftangriffe, dabei wurden die Georgenvilla, der Ziegelhof und die Fleischfabrik der G.E.G. zerstört. Schwer beschädigt wurden die Kasernen an der Ofener Straße und der Donnerschweer Straße sowie die Infanteriekaserne an der Cloppenburger Straße. Auch in den Wohnvierteln östlich der Cloppenburger Straße und um den Klingenbergplatz herum entstanden schwere Schäden. Am 17. April 1945 griffen englische Flugzeuge die Donnerschwee-Kaserne an. Bei diesem Bombenangriff verloren 13 Kinder ihr Leben. Bei einem Luftangriff am 21. April 1945 wurden Bahnhofsvorplatz, Hafen und das Gewerbegebiet im Osten der Altstadt zerstört. Auch die Kasernenanlagen in Kreyenbrück wurden im April/Mai 1945 zerstört. Während der Luftangriffe suchten viele Menschen in dem 1942/43 erbauten Hochbunker an der Moslestraße (1979 gesprengt und abgetragen) und in den hunderten, im gesamten Stadtgebiet verteilten splittersicheren kleinen Rundbunkern Schutz. In Oldenburg wurden im Zweiten Weltkrieg insgesamt 130 Häuser völlig zerstört.

Nachkriegszeit[Bearbeiten]

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gehörte Oldenburg zur Britischen Besatzungszone. Die britische Militärverwaltung richtete in Oldenburg mehrere DP-Lager zur Unterbringung von bis zu 5.000 so genannten Displaced Persons ein. Die Mehrzahl von ihnen waren ehemalige Zwangsarbeiter aus Polen und dem Baltikum, aber auch nicht-deutsche Flüchtlinge aus den von der Roten Armee besetzten Gebieten. Die Lager Ohmstede, Wehnen, Sandplatz, Unterm Berg und Ammerländer Heerstraße bestanden über die Gründung der Bundesrepublik hinaus bis in die 1950er Jahre.

Auf dem Gelände des ehemaligen Rennplatzes in Ohmstede wurden Letten und Esten angesiedelt, von denen viele bis heute in Ohmstede verblieben sind. Diese Exilanten wollten einerseits nicht in ihre 1940 von der Sowjetunion okkupierte Heimat zurückkehren, andererseits aber auch nicht in ein Land der westlichen Kriegsgegner Deutschlands auswandern.[15] 1960 wurden die Holzhäuser des „Lettenlagers“ abgerissen und nach und nach durch Geschosswohnungen ersetzt,[16] in die allerdings nicht nur Exil-Balten einzogen. In den 1970er Jahren lebten noch ca. 300 Letten in Oldenburg.[17] Die meisten der Letten und Esten, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Ohmstede lebten, und ihre Abkömmlinge blieben auch nach dem Zusammenbruch des Kommunismus und der Wiederherstellung der Souveränität des Staates Lettland im Jahr 1990 in Deutschland. Prominentester Exil-Lette, der im Ohmsteder Exil starb, war der ehemalige lettische General und spätere General der Waffen-SS Rūdolfs Bangerskis. Der lettische Komponist und Dirigent Bruno Skulte leitete nach 1945 in Oldenburg ein lettisches Opern-Ensemble.

Durch die Aufnahme von etwa 42.000 Flüchtlingen nach Kriegsende überschritt Oldenburg die Zahl von 100.000 Einwohnern und wuchs zur Großstadt heran. 1946 wurde das Land Oldenburg auf Beschluss der englischen Besatzungsmacht Bestandteil des neuen Bundeslandes Niedersachsen und Oldenburg Sitz des „Verwaltungsbezirks Oldenburg“, eines der damals acht Regierungsbezirke des Landes.

Im ehemaligen Kloster Blankenburg wurde 1949 ein städtisches Altenheim,[18] und ab 1957 überwiegend die langzeitpsychiatrische „Klinik Blankenburg“ betrieben.[19] Die Auflösung 1987/88 galt als bundesweites Modellprojekt für die Ambulantisierung der psychiatrischen Pflege.[20][19][21]

Jüngste Vergangenheit[Bearbeiten]

Durch verschiedene Kreisreformen der 1970er Jahre wurde der Landkreis Oldenburg verändert. Aus dem Verwaltungsbezirk Oldenburg mit den Regierungsbezirken Aurich und Osnabrück entstand 1978 der Regierungsbezirk Weser-Ems mit der Hauptstadt Oldenburg. Trotz aller Verwaltungs- und Gebietsreformen blieb Oldenburg eine kreisfreie Stadt. 1988 wurde die Kreisverwaltung des Landkreises Oldenburg, die sich bis dahin in der Stadt Oldenburg befunden hatte, auf Beschluss des Kreistages nach Wildeshausen verlegt.

1954 wurde die Weser-Ems-Halle eröffnet und 1967 wurde mit der Umgestaltung der Altstadt begonnen, damit war Oldenburg eine der ersten Städte in Deutschland mit einer Fußgängerzone. Oldenburg entwickelte sich zu einem Bankenplatz der Region, unter anderem mit einer Hauptstelle der Landeszentralbank und einer Zweiganstalt der Deutschen Bundesbank. 1973 wurde nach Abschaffung der Pädagogischen Hochschulen in Niedersachsen die Carl von Ossietzky Universität gegründet.

Von 1990 bis Ende Juni 2011 unterhielt das Land Niedersachsen im „Kloster Blankenburg“ eine Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber,[22] der im Verlauf der 1990er Jahre eine Gemeinschaftsunterkunft (gemäß § 53 Asylverfahrensgesetz) und eine Ausreiseeinrichtung (nach § 61 Abs. 2 Aufenthaltsgesetz) angegliedert wurde.[23]

2009 trägt Oldenburg den Titel „Stadt der Wissenschaft“ mit dem Leitbild „Übermorgenstadt“.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

1898 hatte Oldenburg 25.000 Einwohner, bis 1925 verdoppelte sich diese Zahl auf 50.000. Im Jahre 1946 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt durch Flüchtlingszuzug schnell die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Im Herbst 2009 lebten hier nach der Fortschreibung knapp 160.975 Menschen mit Hauptwohnsitz – historischer Höchststand. Oldenburg gehört zu den noch wachsenden Großstädten in der Bundesrepublik. Nach den Ergebnissen des Zensus 2011 war Oldenburg bereits im Jahr 2011 drittgrößte Stadt Niedersachsens und hat damit Osnabrück überholt. Laut kleinräumiger Bevölkerungsvorausberechnung des niedersächsischen Landesamtes für Statistik wird Oldenburg im Jahr 2021 171.000 Einwohner haben.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Jahr Einwohner
1502 2.300
1667 4.300
1702 5.000
1769 6.959
1816 6.278
1828 6.800
3. Dezember 1837 ¹ 9.280
3. Dezember 1855 ¹ 11.370
3. Dezember 1861 ¹ 14.200
3. Dezember 1864 ¹ 12.600
3. Dezember 1867 ¹ 13.100
1. Dezember 1871 ¹ 14.928
1. Dezember 1875 ¹ 15.701
1. Dezember 1880 ¹ 18.400
Jahr Einwohner
1. Dezember 1885 ¹ 19.900
1. Dezember 1890 ¹ 21.310
2. Dezember 1895 ¹ 23.036
1. Dezember 1900 ¹ 26.797
1. Dezember 1905 ¹ 28.565
1. Dezember 1910 ¹ 30.242
1. Dezember 1916 ¹ 27.352
5. Dezember 1917 ¹ 26.791
8. Oktober 1919 ¹ 32.540
16. Juni 1925 ¹ 52.785
16. Juni 1933 ¹ 66.951
17. Mai 1939 ¹ 78.967
31. Dezember 1945 94.392
29. Oktober 1946 ¹ 107.473
Jahr Einwohner
13. September 1950 ¹ 122.809
25. September 1956 ¹ 119.644
6. Juni 1961 ¹ 125.198
31. Dezember 1965 134.971
27. Mai 1970 ¹ 130.852
31. Dezember 1975 134.706
31. Dezember 1980 136.764
31. Dezember 1985 138.773
25. Mai 1987 ¹ 140.149
31. Dezember 1990 143.131
31. Dezember 1995 151.382
31. Dezember 2000 154.832
31. Dezember 2004 158.394
31. Dezember 2005 158.564
Jahr Einwohner
31. Dezember 2006 159.060
31. Dezember 2007 159.563
31. Dezember 2008 160.279
22. September 2009 160.975
31. Dezember 2009 161.334
31. Dezember 2010 162.173
31. Dezember 2011 ¹ 157.706
31. Dezember 2012 159.329

¹) Volkszählungsergebnis

Zum 31. Dezember 2011 lebten in Oldenburg 74.370 (47,3 %) männliche und 82.890 (52,7 %) weibliche Einwohner, der Ausländeranteil betrug 5,4 %.

Religionen[Bearbeiten]

Die Gertrudenkapelle auf dem Gertrudenfriedhof
Die Lambertikirche vom Schlossplatz aus gesehen; die Schlosswache im Vordergrund

Die Stadt Oldenburg gehörte anfangs zum Gebiet des Erzbistums Bremen, beziehungsweise zu dessen Archidiakonat St. Willehadi, die St. Johannis-Kapelle gehörte zum Bistum Osnabrück. Die Reformation setzte sich ab 1526 durch, und seit 1529 war die Stadt dauerhaft reformiert, doch trat sie 1573 zum Luthertum über (Einführung einer lutherischen Kirchenordnung). Danach war Oldenburg über viele Jahrhunderte vorwiegend protestantisch. Als Hauptstadt des Herzogtums beziehungsweise Großherzogtums Oldenburg war die Stadt auch Sitz der Verwaltung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg. Hier befindet sich bis heute das Konsistorium beziehungsweise der Oberkirchenrat dieser Landeskirche. Oldenburg wurde auch schon sehr früh Sitz des Kirchenkreises Oldenburg-Stadt, zu dem heute alle Kirchengemeinden der Stadt gehören, sofern es sich nicht um Freikirchen handelt.

Spätestens seit Ende des 18. Jahrhunderts gibt es in Oldenburg auch wieder Katholiken. Diese wurden seit 1785 von einem Kaplan betreut. Der Herzog von Oldenburg ließ 1807, nach Eingliederung weiter Teile des Niederstifts Münster in das Großherzogtum, auf eigene Kosten die katholische Kirche St. Peter bauen. Später entstanden weitere katholische Kirchen. 1831 wurde Oldenburg Teil des Offizialats Oldenburg des Bistums Münster, nachdem die Bildung eines eigenen katholischen Bistums für das Land Oldenburg scheiterte. Sitz des Offizialats wurde jedoch die Stadt Vechta. In Oldenburg wurde ein Dekanat eingerichtet, das seinerzeit für den gesamten nördlichen Teil des Landes Oldenburg zuständig war. Später wurde das Dekanat Oldenburg in seinem Zuschnitt verändert, doch gehören heute alle Pfarrgemeinden der Stadt Oldenburg (Oldb) zu diesem Dekanat innerhalb des Bistums Münster.

Synagoge (ehem. Baptistenkapelle)

Die älteste Freikirche ist die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), die heute an der Eichenstraße ihr Gemeindezentrum besitzt. Sie wurde bereits 1837 – also drei Jahre nach der ersten deutschen Baptistengemeinde in Hamburg – gegründet. Die Gemeindepastoren der Gründungsphase waren August Friedrich Wilhelm Haese und Johann Ludwig Hinrichs aus Jever. Die Gemeinde hatte in der Anfangszeit unter Verfolgung seitens staatlicher und kirchlicher Behörden zu leiden: Die Kinder der Gemeinde wurden zwangsweise getauft, Versammlungen polizeilich aufgelöst und das Abhalten von Gottesdiensten mit empfindlichen Geld- und Gefängnisstrafen belegt.

Hauptartikel: Baptistengemeinde Oldenburg

Neben den Baptisten gibt es in Oldenburg weitere Freikirchen: die Evangelisch-methodistische Kirche, die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK), die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten, die Freie evangelische Gemeinde (FeG), die Freie Christengemeinde und weitere freie christliche Gemeinschaften.

Seit 1992 gibt es in Oldenburg auch wieder eine jüdische Gemeinde (JGO). Hierzu übergab die Stadt Oldenburg am 5. März 1995 der jüdischen Gemeinde ein Kulturzentrum mit Synagoge. Es handelt sich um die ehemalige Baptistenkapelle in der Wilhelmstraße 17, die für Zwecke der jüdischen Gemeinde umgebaut wurde und ganz in der Nähe der während der Novemberpogrome 1938 zerstörten Synagoge liegt. Am 25. Juni 1995 konnte die Gemeinde ihre neue Synagoge einweihen. Vom 1. August 1995 bis zum 30. April 2004 amtierte die Schweizerin Bea Wyler als erste Rabbinerin in Deutschland nach dem Holocaust in Oldenburg (zeitweise auch in Braunschweig und Delmenhorst). Von September 2006 bis 2008 amtierte mit Daniel Alter einer der drei ersten nach 1945 in Deutschland ordinierten Rabbiner in Oldenburg. Er ist Absolvent des Potsdamer Abraham-Geiger-Kollegs, wie auch Alina Treiger, die seit 2010 neben der JGO auch die Jüdische Gemeinde in Delmenhorst betreut.[24]

Weitere Religionsgemeinschaften in Oldenburg sind die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, die Zeugen Jehovas, die Neuapostolische Kirche, Christian Science (die christlich-wissenschaftliche Vereinigung), die Christengemeinschaft, Bahai sowie muslimische Gemeinschaften und eine jesidische Gemeinde.

Heute leben in Oldenburg ca. 48 % evangelisch-lutherische Christen, ca. 15 % Katholiken sowie 40 % Menschen mit anderer bzw. keiner Konfession.[25]

Politik[Bearbeiten]

Historisches Rathaus; Eckansicht Lange Straße

An der Spitze der Stadt stand schon seit dem 14. Jahrhundert ein Rat, der ab 1345 aus 18 Mitgliedern bestand. Darunter befanden sich drei Bürgermeister. Es regierte jedoch nur ein Bürgermeister mit fünf Ratsmännern. Der Rat wechselte jährlich am 6. Januar. Ab 1676 wurde die Zahl der Bürgermeister auf zwei reduziert. Ab 1773 stand nur noch ein rechtsgelehrter Bürgermeister an der Spitze des Rates und der Stadt. Die Stadtordnung von 1833 führte einen Stadtdirektor als leitenden Beamten ein. Dieser erhielt später den Titel Bürgermeister beziehungsweise Oberbürgermeister.

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde das Stadtoberhaupt Oldenburgs von der NSDAP eingesetzt.

1946 führte die Militärregierung der britischen Besatzungszone die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten Rat. Dieser wählte aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Daneben gab es ab 1946 einen ebenfalls vom Rat gewählten hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 1996 wurde in Oldenburg (Oldb) die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wird seither direkt vom Volk gewählt. Es gibt jedoch weiterhin einen eigenen Vorsitzenden des Rates, der nach jeder Kommunalwahl bei der konstituierenden Sitzung des Rates aus dessen Mitte gewählt wird.

Bei den am 20. Januar 2013 direkt gewählten Oldenburger Mitgliedern des niedersächsischen Landtages handelt es sich um die SPD-Politiker Ulf Prange (Wahlkreis 62 Oldenburg Mitte/Süd) und Jürgen Krogmann (Wahlkreis 63 Oldenburg Nord/West). Über die Landesliste ihrer Partei zog auch die Grünen-Politikerin Susanne Menge in den Landtag ein. Am 22. September 2013 wurde der SPD-Politiker Dennis Rohde direkt als Vertreter des Wahlkreises 28 (Oldenburg-Ammerland) in den Deutschen Bundestag gewählt. Der CDU-Politiker Stephan Albani zog über die Landesliste der niedersächsischen CDU in den Bundestag ein.

Rat der Stadt[Bearbeiten]

Seit 2006 hat der Rat Oldenburgs 50 Mitglieder. Seit den letzten Kommunalwahlen vom 11. September 2011 sind sieben Parteien im Rat der Stadt Oldenburg vertreten, wobei die SPD die größte Fraktion stellt (17 Mitglieder), gefolgt von Bündnis 90/Die Grünen (14 Sitze) und der CDU (10 Sitze). Die Linke stellt drei Mitglieder, die FW-BFO zwei. FDP, Piratenpartei, WFO und die NPD haben jeweils einen Sitz inne.

Stimmenanteile der zurzeit im Rat der Stadt Oldenburg vertretenen Parteien bei den letzten Kommunalwahlen in Prozent
Jahr SPD Grüne CDU Linke FW/FW-BFO FDP Piraten NPD
2001 40,1 13,6 30,5 3,9 2,8 8,2
2006 32,7 21,2 26,0 7,2 5,4 6,3
2011 33,9 27,3 20,7 6,1 3,2 3,0 2,8 1,1
Sitzverteilung ab 2001
Jahr SPD Grüne CDU Linke FW WFO FDP Piraten NPD Gesamt
2001 21 7 15 2 1 4 50
2006 16 11 13 4 3 3 50
2011 17 14 10 3 2 1 1 1 1 50

Bei der zuletzt 2006 durchgeführten Wahl des Oberbürgermeisters konnte keiner der Bewerber die erforderliche absolute Mehrheit erreichen. Bei der Stichwahl (Wahlbeteiligung: 35,73 Prozent) entfielen auf Amtsinhaber Dietmar Schütz 49,12 Prozent, auf seinen Herausforderer Dr. Gerd Schwandner 50,87 Prozent. Im November 2006 übernahm Schwandner das Amt des Oberbürgermeisters.

Alle Bürgermeister der Stadt Oldenburg seit 1363 sind in der Liste der Stadtoberhäupter von Oldenburg (Oldenburg) aufgeführt.

Oberstadtdirektoren 1945–1996[Bearbeiten]

Jahre Name
1945–1946 Fritz Koch
1946–1947 Wilhelm Oltmann
1948–1950 Hans Klüber
1950–1963 Jan Eilers, FDP
1963–1972 Heinz Rathert
1972–1996 Heiko Wandscher, SPD

Namensgebung[Bearbeiten]

Nach der Hauptsatzung der Stadt lautet ihr Name Oldenburg (Oldb). Das Statistische Bundesamt führt sie unter dem Namen Oldenburg (Oldenburg). Das Logo der Stadt verwendet die Bezeichnung Oldenburg i. O..

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Gold eine rote Zinnenmauer bekrönt von drei goldbeknauften blau bedachten Spitztürmen, der mittlere breiter und höher; im blau umrandeten schwarzen Tor ein gelehnter goldener Schild mit zwei roten Balken.“

Die Stadtfarben von Oldenburg sind Gelb - Rot.

Für die Residenz des Grafenhauses, die im 13. Jahrhundert Stadt wurde, ist seit 1307 das erste Siegel überliefert, das noch dem späten 13. Jahrhundert entstammt. Wie das kleinere Siegel seit 1366 zeigt es eine dreitürmige Burg ohne den landesherrlichen Balkenschild. Im zweiten Hauptsiegel aus der Mitte des 14. Jahrhunderts steht der Ortspatron St. Lambert im Tor, das Grafenwappen in zwei Schilden neben dem Heiligen und zwei Turmfahnen. Auf dem vierten Siegel aus dem 15. Jahrhundert, das im Torbogen den Balkenschild der Oldenburger Grafen mit seinen „fiev stücken“ enthält, fußt das vor 1622 heraldisch vereinfachte Wappen; 1927 bekam es die heutige Form.

Das Oldenburger Grafenwappen ist der Sage nach das Ergebnis eines Löwenkampfes: Nachdem der Löwe getötet war, tauchte Kaiser Heinrich IV. seine Finger in das Blut des Löwen und strich dann über das goldene Schild des Siegers.

Flagge[Bearbeiten]

Die Stadtflagge von Oldenburg ist gelb - rot - gelb - rot - gelb (1:1:1:1:1) gestreift.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Logo der Stadt

Oldenburg unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten und Kreisen:

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Oldenburgs Wirtschaft ist geprägt durch einen dynamischen Mittelstand und einen starken Dienstleistungssektor, etwa im Bereich der Banken und Versicherungen. Daneben haben sich große Betriebe des produzierenden Gewerbes hier angesiedelt, etwa Automobilzulieferer, Unternehmen aus der Nahrungsmittelindustrie, Fotoverarbeitung und dem Druckereigewerbe. Mit der EWE AG hat eines der größten Energieunternehmen Deutschlands seinen Sitz in Oldenburg. Die Stadt verfügt zudem über umfassende Planungskompetenzen in zum Teil sehr großen Ingenieurbüros, die im In- und Ausland aktiv sind.

Oldenburg gilt als Zentrum der Informationstechnologie. Dieser Bereich stellt, genau wie etwa der der Erneuerbaren Energien oder die Gesundheitswirtschaft einen Schwerpunkt in der Arbeit der städtischen Wirtschaftsförderung dar. Existenzgründer und innovative Spin-offs finden im 2003 eröffneten und 2010 erweiterten Technologie- und Gründerzentrum Oldenburg (TGO) auf rund 10.000 Quadratmetern geeignete Büro-, Labor- und Werkstattflächen. Durch die Beteiligung am EU-Projekt „Creative City Challenge“ beabsichtigt die Wirtschaftsförderung der Stadt Oldenburg, die Kreativwirtschaft zu fördern und eine stärkere Vernetzung von Kreativen und traditioneller Wirtschaft zu erreichen.

Seit jeher hat der Einzelhandel in Oldenburg eine hohe Bedeutung für die gesamte Region. Grundlage dafür ist die städtebauliche Struktur der Innenstadt, die die Möglichkeit eines Rundlaufes bietet. Rund 1.250 Einzelhandelsbetriebe belegen die hohe Versorgungsfunktion dieser Stadt. Mit einem Jahresumsatz pro m² Verkaufsfläche in Höhe von 3.275 Euro und 2,38 m² Verkaufsfläche je Einwohner liegt Oldenburg deutlich über dem vergleichbarer Städte.

Der Oldenburger Hafen zählt zu den wichtigsten Binnenhäfen Niedersachsens. Im ersten Halbjahr 2010 wurden hier 493.225 Tonnen umgeschlagen. Hauptumschlaggüter sind Futtermittel, Getreide, Dünger und verschiedene Baustoffe (Steine, Kies, Sand).

Über 70 Prozent der befragten Unternehmer beurteilten 2009 Oldenburg in einer deutschlandweiten Studie der IW Consult und der Universität Bonn als wirtschaftsfreundlich. Keine andere Stadt erreichte einen höheren Wert.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Tourismus[Bearbeiten]

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Die Oldenburger Hotellandschaft bestand im Januar 2013 aus 21 Unterkünften mit einer Bettenkapazität von rund 1700. Die Verweildauer der Hotelgäste beträgt im Durchschnitt 1,5 Tage. Hauptanziehungspunkte sind Museen und Einkaufsmöglichkeiten, Ausstellungshäuser, Architektur, Nachtleben, Konzerte sowie Großveranstaltungen. Neben der Gastronomie profitiert der Einzelhandel stark von den Touristen.

Einkaufen[Bearbeiten]

Einkaufsgalerie Schlosshöfe, Eingang Poststraße, von den Wallanlagen aus betrachtet

Oldenburg bietet als Oberzentrum im nordwestlichen Niedersachsen vielfältige Einkaufsmöglichkeiten – in den Einkaufszentren und Fachmärkten an der Peripherie (Famila Einkaufsland Oldenburg-Wechloy, Ikea etc.) ebenso wie in der Innenstadt und ihrer Fußgängerzone. Auf dem Gelände des ehemaligen Hallenbades direkt am Schlossplatz wurde am 16. März 2011 die Einkaufsgalerie Schlosshöfe mit rund 90 Fachgeschäften, Cafés und Restaurants eröffnet.

Verkehr[Bearbeiten]

Fernstraßen[Bearbeiten]

Das Autobahnnetz in der Übersicht
Brücke der A 29 über die Hunte (Nahaufnahme)
Brücke der A 29 über die Hunte (Fernaufnahme)

Die Innenstadt ist von einem Autobahnring umgeben. Zu diesem gehören die Bundesautobahnen

sowie die vierspurig ausgebaute Nordtangente (K 347/L 865n), die den Autobahnring um Oldenburg schließt. Sie verbindet die A 29 und die A 293 und führt durch die Stadtteile Ohmstede und Nadorst.

Die Autobahnen A 28 und A 293 sowie die Nordtangente sind typische Stadtautobahnen, die das Oldenburger Stadtgebiet durchschneiden und einen erheblichen Teil des innerstädtischen Verkehrs aufnehmen. Sie weisen eine hohe Dichte an Auf- und Abfahrten auf und mussten mit aufwändigen Schallschutzmaßnahmen versehen werden.

Ende der Nordtangente (L 865n) an der A 29

Wichtige weitere Fernstraßen sind die in Oldenburg beginnenden Bundesstraßen B 401, die Oldenburg mit dem Emsland verbindet, und B 211, die in die Wesermarsch nach Brake und zum Wesertunnel führt.

Die Oldenburgische Industrie- und Handelskammer mahnt die zügige Schließung der Lücke zwischen der Anschlussstelle Oldenburg-Ohmstede der A 29 und der L 865 in Bornhorst nördlich der Huntewiesen an.[27] Gegen diesen Plan regt sich in Bornhorst Widerstand.[28]

Von nur noch historischer Bedeutung sind die ehemaligen Bundesstraßen B 69 und B 75, die von den Autobahnen A 29 und A 28 ersetzt wurden und nach der Fertigstellung der Autobahnen in deren direkten Einzugsbereichen aufgehoben wurden. Diese beiden Bundesstraßen durchquerten das Stadtgebiet in Nord-Süd-Richtung (B 69) bzw. Ost-West-Richtung (B 75) und waren zu ihrer Zeit die Hauptverkehrsstraßen in Oldenburg.


Eisenbahn[Bearbeiten]

Geöffnete Eisenbahn-Klappbrücke über die Hunte mit dem Bahnwasserturm

Die erste Eisenbahnstrecke im damaligen Großherzogtum Oldenburg, die von der Landeshauptstadt nach Bremen, wurde am 15. Juli 1867 dem Verkehr übergeben. An dieser Strecke liegt eine der ältesten beweglichen Eisenbahnbrücken Europas, die Klappbrücke über die Hunte. Unmittelbar daneben steht der ehemalige Bahnwasserturm, der die Dampflokomotiven mit Wasser versorgte.

Das Königreich Hannover hatte eine Anbindung Oldenburgs an das deutsche Eisenbahnnetz bis 1866 verhindern können. Das Königreich Preußen hingegen, das das Königreich Hannover 1866 annektiert hatte, stellte sich einem Anschluss Oldenburgs an das deutsche Eisenbahnnetz nicht in den Weg.[29]

Schienennetz rund um Oldenburg

Heute liegt die Stadt Oldenburg an der Bahnstrecke Bremen–Oldenburg, an der Bahnstrecke Oldenburg–Leer, an der Bahnstrecke Wilhelmshaven–Oldenburg und der Bahnstrecke Oldenburg–Osnabrück. An den Eisenbahnfernverkehr ist Oldenburg durch die alle zwei Stunden verkehrende IC-Linie (Norddeich-)Oldenburg–Leipzig angeschlossen. Weiter existieren einzelne ICE-Verbindungen nach Dresden und München. Die frühere Bedeutung Oldenburgs als Eisenbahnknotenpunkt ist nach der Stilllegung und Abbruch des Rangierbahnhofes und des Ausbesserungswerkes sowie dem Abbruch der Braker Bahn durchs Ipweger Moor („Gummibahn“) zurückgegangen.

Seit Mitte Dezember 2010 ist Oldenburg an das Netz der S-Bahn Bremen angebunden.

Schiffs- und Bootsverkehr[Bearbeiten]

Alter Stadthafen
Boote auf der Mühlenhunte

Der Hafen der Stadt Oldenburg ist über den Küstenkanal als Binnenschifffahrtsstraße an das deutsche Binnenschifffahrtsnetz angeschlossen. Weiterhin verfügt Oldenburg über Hunte und Weser auch über eine seewärtige Zufahrt. Die Hunte, die von der Mündung in die Weser bis nach Oldenburg eine Seeschifffahrtsstraße ist, ist bis Oldenburg auch für kleinere Seeschiffe befahrbar. Im Jahr 2011 wurden im Oldenburger Hafen 143.631 Tonnen Güter im Seeverkehr umgeschlagen, 2012 lag die Zahl nur bei 127.627 t.[30]

Außerdem gibt es einen kleinen Stadthafen. Die oberhalb Oldenburgs nicht schiffbare Hunte bietet schöne Strecken zum Bootfahren, ebenso die Mühlenhunte am Rand des Schlossgartens.

Flugverkehr[Bearbeiten]

Etwa 10 km entfernt von Oldenburg liegt der Flugplatz Oldenburg-Hatten. Von hier aus können Rundflüge in der Region und Flüge zu den Ostfriesischen Inseln unternommen werden. Der nächste größere Flughafen befindet sich in Bremen. Oldenburg selbst hat keinen eigenen Flughafen, nachdem der an der Alexanderstraße gelegene Militärflugplatz geschlossen wurde. Die ehemalige Startbahn wurde mittlerweile mit einem Solarkraftwerk überbaut, so dass eine weitere Nutzung als Flughafen ausgeschlossen ist. Von 1964 bis 1993 war auf dem Fliegerhorst das Jagdbombergeschwader 43 (JaboG 43) der Luftwaffe stationiert, von 1993 bis 2006 die Flugabwehrraketengruppe 24 des Flugabwehrraketen-Geschwaders 2.

Zentraler Omnibus-Bahnhof (ZOB) Oldenburg

ÖPNV[Bearbeiten]

Von 1933 bis 1985 wurde der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in Oldenburg von dem Unternehmen Oldenburger Vorortbahnen Pekol GmbH durchgeführt, das zwischen 1936 und 1957 mehrere Oberleitungsbuslinien betrieb. Seit 1985 wird der ÖPNV von der Verkehr und Wasser GmbH mit etwa 90 (zum Teil mit Erd- und Biogastechnik ausgerüsteten) Niederflurbussen betrieben, wobei ein Teil der Kurse von der Tochtergesellschaft Nordbus sowie Subunternehmern (Reisedienst Wissgott, Gerdes Reisen, Wolters Linienverkehr, Michael Büsing Busbetrieb, Pfeiffer Reisen und Hanekamp) bedient wird. Die VWG-Busse erschließen das gesamte Stadtgebiet auf 17 Stadtbuslinien, wobei die meisten Haltestellen im 15-Minuten-Takt bedient werden. Sämtliche Linienbusse der VWG verkehren durch die Oldenburger Innenstadt.

In den Nächten Freitag/Samstag und Samstag/Sonntag fahren ab Lappan fünf Nachtbuslinien, die vom Nordbus-Fahrpersonal gefahren werden, und Nachtschwärmer-Verbindungen nach Alexandersfeld/Donnerschwee (N36), Ofenerdiek/Ofenerfeld (N37), Universität und über Bloherfelde hinaus nach Petersfehn (N38), Bümmerstede/Kreyenbrück (N39) sowie Krusenbusch/Bremer Heerstraße (N40) ermöglichen. Weitere Regionalbuslinien von und nach Oldenburg werden von der Weser-Ems-Bus GmbH betrieben. In der Stadt wird der Gemeinschaftstarif des Verkehrsverbundes Bremen/Niedersachsen (VBN) angewendet. Die Kommune selbst ist Verbandsmitglied im Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen.

Private Busunternehmen bieten zudem 3- bis 4-mal täglich Fahrten ins niederländische Groningen (Publicexpress) sowie in den Harz, nach Berlin und in den Teutoburger Wald (Fass-Reisen) an.

Fahrrad[Bearbeiten]

Das Fahrrad ist das liebste Verkehrsmittel der Oldenburger, deren Stadt ein gut ausgebautes Netz an begleitenden Fahrradwegen aufweist. Außerdem gibt es am Bahnhof zwei Fahrradstationen (am ZOB und auf der Südseite). Man kann dort auch Fahrräder ausleihen und erwerben. Darüber hinaus bieten Oldenburg und sein Umland ein Verkehrswegenetz für Fahrräder, das entlang der Hunte und in den Hunteniederungen (ein Wasserauffanggebiet für Hochwasser) Ausflugsmöglichkeiten speziell für Fahrradfahrer bietet.

Regionale Wanderwege[Bearbeiten]

Durch Oldenburg verlaufen zwei Wanderwege des Wiehengebirgsverbandes Weser-Ems:

Der 130 km lange Wanderweg Jadeweg führt von Wilhelmshaven nach Wildeshausen. Durch ein weißes „J“ auf schwarzem Untergrund am Wegesrand ist der Verlauf des Weges erkennbar.[31]

In Oldenburg beginnt bzw. endet der 87 km lange Wanderweg Ems-Hunte-Weg, dargestellt durch eine Kanalbrücke im niederländischen Stil auf schwarzem Untergrund. Der Weg führt nach bzw. kommt von Leer (Ostfriesland).[32]

Medien[Bearbeiten]

  • Funk und Fernsehen
    • FFN City Studio Oldenburg im Gebäude der Nordwest-Zeitung (NWZ)
    • Norddeutscher Rundfunk – Studio Oldenburg
    • Oldenburg eins – Lokalsender für Fernsehen und Hörfunk (früher: Offener Kanal Oldenburg)
    • Radio 21 – Regionalstudio Oldenburg
    • Einzugsbereich des norddeutschen DVB-T-Netzes (Digital Video Broadcasting – Terrestrial).
  • Online
    • Oldenburger Lokalteil – Unabhängiges Online-Magazin für Oldenburg
  • Printmedien
    • Diverse werbefinanzierte Wochenzeitungen (Hunte Report, Oldenburger Sonntagszeitung, Neue Zeitung Oldenburg, Diabolo) und Stadtmagazine (MoX, CityNews, Oldenburg-Live)
    • Extrablatt Uni/Gastro, Gastronomieführer für den Großraum Oldenburg
    • Gastronomieführer Unterwegs - Essen & Trinken im Nordwesten
    • Nordwest-Zeitung – Tageszeitung für Oldenburg und das Oldenburger Land

Filme und Serien[Bearbeiten]

In Oldenburg wurden folgende Filme oder Serien gedreht:

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Die Stadt ist Sitz folgender Einrichtungen und Institutionen beziehungsweise Körperschaften des öffentlichen Rechts:

Altbau des Oberlandesgerichts Oldenburg
Landgericht Oldenburg
Neue Justizvollzugsanstalt an der Cloppenburger Straße

Wohnen[Bearbeiten]

Oldenburgs Siedlungsstruktur ist geprägt von einer großen Zahl an Ein- und Zweifamilienhäusern mit Garten. Die begehrtesten Adressen liegen in einem Gürtel rund um die Innenstadt: Gerichtsviertel, Dobbenviertel, Haarenesch, Ziegelhof, Ehnern, Bürgeresch. Sie zeichnen sich durch einen stabilen Mix aus historischer Bausubstanz und modernen Ergänzungen aus. Beispielhaft für das moderne Oldenburg stehen Quartiere wie der „Bloherfelder Anger“ oder ein neues Viertel im Stadtteil Alexanderhaus, in dem auf einem rund 30 Hektar großen, lange Zeit landwirtschaftlich genutzten Gelände Wohn- und Naturraum eng miteinander verflochten wurden. Weiterhin existieren Planungen für eine Neustrukturierung des Gebietes am alten Stadthafen. An der Hunte soll eine moderne, zwölf Hektar große Wasserstadt mit einer Mischung aus Gewerbeimmobilien und rund 400 Wohneinheiten entstehen.

Bildung[Bearbeiten]

Universität, Hochschulen, Akademien[Bearbeiten]

Evangelisches Lehrerseminar Oldenburg 1846-1927
Zentralgebäude der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Hörgarten der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Von 1793 bis 1927 fand die Ausbildung von Volksschullehrern am Evangelischen Lehrerseminar Oldenburg bzw. der Aufbauschule statt. Von 1947 bis 1965 erfolgte die Ausbildung von Lehrern an der Pädagogischen Akademie bzw. der Pädagogischen Hochschule (PH), die am 5. Dezember 1973 in die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg umgewandelt wurde und seit dem 13. Oktober 1991 ihren heutigen Namen trägt. Hier studieren gegenwärtig rund 12.000 Personen (Wintersemester 2012/13). Von der Universität wird ein Botanischer Garten[33] als Lehrgarten betrieben, der sich am Philosophenweg befindet. Dieser ist der Öffentlichkeit ebenso kostenlos zugänglich wie der Hörgarten[34] neben dem „Haus des Hörens“ an der Marie-Curie-Straße. Als An-Institut der Universität Oldenburg bietet OFFIS – das Oldenburger Forschungs- und Entwicklungsinstitut für Informatik-Werkzeuge und -Systeme – seit seiner Gründung 1991 wissenschaftliches und technologisches Know-how auf dem Gebiet der Informatik in den Forschungsbereichen Energie, Gesundheit und Verkehr.

2012 wurde die European Medical School Oldenburg-Groningen (EMS) gegründet. Sie ist ein deutsch-niederländisches Kooperationsprojekt mit der Universität Groningen. Sie soll pro Jahr 40 Studierende zu Ärztinnen und Ärzten für die Region Nordwest ausbilden. Die EMS arbeitet mit den drei Oldenburger Krankenhäusern zusammen und kooperiert mit der Karl-Jaspers-Klinik im Bereich Psychiatrie.

2000 wurde durch Zusammenschluss verschiedener Vorgängereinrichtungen die Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven (FH OOW) mit den Standorten Elsfleth, Emden (Sitz der FH), Leer, Oldenburg und Wilhelmshaven gegründet. Diese Fachhochschule war mit rund 10.000 Studierenden bis zu ihrer Auflösung am 1. September 2009 die größte Fachhochschule Niedersachsens. Aus ihr gingen die Fachhochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth (heute: Jade Hochschule) und die Fachhochschule Emden/Leer (heute: Hochschule Emden/Leer) hervor. Kurze Zeit danach gaben sich die beiden Hochschulen neue Namen. Ferner ist in Oldenburg eine Zweigstelle der Privaten Fachhochschule für Wirtschaft und Technik Vechta/Diepholz/Oldenburg mit den Studienbereichen Elektrotechnik und Mechatronik beheimatet.

An der Polizeiakademie Niedersachsen im Stadtteil Bloherfelde werden rund 500 angehende Polizeibeamte in einem 3-jährigen Bachelorstudiengang ausgebildet.

Der Zweckverband Kommunale Datenverarbeitung Oldenburg (KDO) wurde 1971 als Gemeinschaftseinrichtung kommunaler Gebietskörperschaften aus dem Raum Weser-Ems gegründet. Die KDO ist (2012) das größte kommunale Gebietsrechenzentrum in Niedersachsen.

Die Akademie für Aus- und Weiterbildung Stenografen-Vereinigung Oldenburg (Oldb) e.V. bietet verschiedene Bildungsangebote in den Bereichen EDV, Sprachen sowie berufliche Bildung.

Die einzige Studentenverbindung vor Ort ist die D.St.V. Chamavia zu Oldenburg. Sie besteht seit 1925 und verbindet Studierende an der Jade-Hochschule Oldenburg und der Universität Oldenburg.

Bibliotheken[Bearbeiten]

  • Die Stadtbibliothek Oldenburg bietet in ihrem stadtweiten Bibliotheksnetz aktuelle Medien für Schule, Aus-, Fort- und Weiterbildung. Ihr Angebot umfasst Bücher, Zeitschriften, digitale Medien sowie den Zugang zum Internet.
  • Universitätsbibliothek der Universität Oldenburg

Schulen[Bearbeiten]

Gymnasien

Alte Gymnasium Oldenburg, Cäcilienschule, Gymnasium Eversten, Herbartgymnasium, Neues Gymnasium Oldenburg

Integrierten Gesamtschulen

Integrierte Gesamtschulen (IGS) Helene-Lange-Schule, IGS Flötenteich, IGS Kreyenbrück, alle mit gymnasialer Oberstufe.

Realschulen
Grundschulen, Förderschulen
  • 29 Grundschulen in allen Stadtteilen
  • Zwei Förderschulen: Die Comeniusschule Oldenburg im Stadtteil Eversten und die Fröbelschule Oldenburg im Stadtteil Nadorst.
Weitere Schulträger

Stadt der Wissenschaft[Bearbeiten]

Schriftzug „Los geht's. Oldenburg Stadt der Wissenschaft 2009“ am Lappan

2004 bewarb sich Oldenburg erstmals um den vom Stifterverband für die deutsche Wissenschaft verliehenen Titel „Stadt der Wissenschaft“. Die mit einem Preisgeld von 250.000 € dotierte Auszeichnung wurde allerdings Bremen und Bremerhaven zugesprochen. Nach einem Beschluss des Stadtrats ging Oldenburg für das Jahr 2009 erneut ins Rennen. Diesmal konnte sich Oldenburg gegen Mitbewerber wie Heidelberg, Konstanz und Lübeck durchsetzen. Das Motto „Übermorgenstadt“ sollte verdeutlichen, dass Wissenschaft für die Stadt die entscheidende Triebfeder ihrer Weiterentwicklung und ihrer Zukunftstauglichkeit sein soll. Die Entscheidung, dass Oldenburg Stadt der Wissenschaft 2009 wird, fiel am 28. Februar 2008 um 14:25 Uhr in Jena.[35]

Der Wettbewerb soll die sich bewerbenden Städte motivieren, bestehende Synergien zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Bürgerinnen und Bürgern auszubauen und neue Netzwerke zu schaffen. Das eigens eingesetzte Kampagnenbüro griff deshalb eine Vielzahl von Ideen aus der Bevölkerung auf und formte daraus 16 Leitprojekte. Sie bildeten das Grundgerüst für einen Marathon mit mehreren hundert Veranstaltungen, die dazu beitragen sollten, Oldenburg als Wissenschaftsstadt in den Köpfen ihrer Bewohner und Besucher zu verankern.

Das für die Bewerbungskampagne entwickelte und mehrfach preisgekrönte Logo fand nach Abschluss des Jahres als „Stadt der Wissenschaft“ Einzug ins Corporate Design der Stadt Oldenburg. Auch der Claim „Übermorgenstadt“ blieb erhalten und wurde zum Titel einer Kampagne, mit der sich Oldenburg als Stadt mit großen Zukunftsperspektiven zu präsentieren sucht.

Gesundheitswesen[Bearbeiten]

  • Arbeitsmedizinischer Dienst Oldenburg
  • Ärztehaus Oldenburg
  • AugenTagesklinik
  • Evangelisches Krankenhaus Oldenburg
  • Fachklinik Oldenburger Land
  • Hörzentrum Oldenburg
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie Oldenburg
  • Klinikum Oldenburg gGmbH
  • Pius Hospital Oldenburg
  • Reha-Zentrum Oldenburg GmbH

Militär[Bearbeiten]

Mittelalter und Frühe Neuzeit[Bearbeiten]

Oldenburg Torhaus der Burg

Die vermutlich im 11. Jahrhundert angelegte Burg wurde ab ca. 1530 zu einer Festung in alt-italienischer Manier umgebaut. Bis heute nicht eindeutig geklärt ist die Funktion des so genannten Heidenwalls, der 2006 wiederentdeckt wurde. Sicher ist lediglich, dass er der militärischen Sicherung eines Hunteübergangs diente.

1576 ließ Graf Johann VII. das erste Zeughaus errichten, in dem die gräflichen Waffen und Rüstungen deponiert wurden. Bis 1600 wurde die so genannte Bürgerwacht aufgebaut. 1581 besaß sie bereits eine Stärke von 440 Mann und war in 44 Rotten mit je einem Rottmeister organisiert.

Um 1615 begann der Ausbau der Festung nach alt-niederländischer Manier. In der so genannten Dänenzeit wurde Oldenburg ab 1700 zu einer Dänischen Königsfestung ausgebaut, die ihre Funktion bis 1765 behielt.

Knötel II, 32

Nach der Gründung des Herzogtums Oldenburg wurde die Stadt herzogliche Garnison. 1775 wurde das Herzogliche Infanteriekorps aufgestellt, das nach seinem Kommandeur Capitain (Hauptmann) Cornelius Valentin von Knobel Knobelgarde benannt wurde. Dieser Truppenteil ging 1808/09 in dem so genannten Rheinbund-Kontingent auf. Die Rheinbund-Kontingentstruppe Oldenburg bestand aus Grenadieren, Füsilieren und Voltigeurs. Sie waren in einem Bataillon zu sechs Kompanien zusammengefasst.

Deutscher Bund, Norddeutscher Bund, Deutsches Reich bis 1919[Bearbeiten]

Nach den Erfahrungen der Besetzung Oldenburgs durch französische Truppen während der napoleonischen Zeit erließ Herzog Peter Friedrich Ludwig nach seiner Rückkehr aus dem russischen Exil 1813 einen Aufstellungsbefehl für ein Großherzoglich Oldenburgisches Infanterie-Regiment, bestehend aus zwei Bataillonen mit jeweils vier Kompanien, von denen das I. Bataillon in Oldenburg stationiert wurde. 1831 erfolgte eine Vereinigung mit Kontingenten aus Bremen, Hamburg und Lübeck zur Oldenburgisch-Hanseatischen Brigade, die im Bundesheer ein Unikum darstellte, da sie der einzige stehende Verband war, der sich aus den Kontingenten mehrerer Bundesstaaten zusammensetzte.

Nach dem Beitritt Oldenburgs zum Norddeutschen Bund wurde die Einheit 1867 als Oldenburgisches Infanterie-Regiment Nr. 91 in das preußische Heer eingegliedert. Von 1893 bis 1896 war der spätere Reichspräsident Paul von Hindenburg Regimentskommandeur in Oldenburg. Die Auflösung des Verbandes erfolgte 1919 nach schweren Verlusten im Ersten Weltkrieg. In Oldenburg ist die 91er Straße nach dem Regiment benannt.

Reiter des Großherzoglich Oldenburgischen Reiter Regiments 1861 mit Helm und dem 1850 eingeführten hellblauen Waffenrock nach Muster der preußischen Dragoern.

1849 erließ Großherzog Paul Friedrich August einen Aufstellungsbefehl für ein Reiter-Regiment aus vier Eskadronen, das ab 1859 in Osternburg stationiert war. Der Verband wurde 1867 als Oldenburgisches Dragoner-Regiment Nr. 19 in das preußische Heer eingegliedert. 1919 erfolgte die Auflösung. 1935 wurde die Osternburger Sandstraße in Erinnerung an das Regiment in "Dragonerstraße" umbenannt.

Deutsches Reich 1919 bis 1945[Bearbeiten]

Aufgrund der Bedingungen des Versailler Vertrages wurde auch die Oldenburger Garnison 1919/20 stark reduziert. Institutioneller Nachfolger des 91er-Regiments wurde das Infanterie-Regiment 110 der Vorläufigen Reichswehr, das jedoch bereits 1921 in das 16. Infanterie-Regiment (Reichswehr) umgewandelt wurde.

Nach der Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht 1935 wurde die Garnison Oldenburg massiv ausgebaut. So wurde in Kreyenbrück u.a. die Hindenburg-Kaserne errichtet. Im Stadtnorden entstand der Fliegerhorst, der von der Luftwaffe genutzt wurde.

Das IR 16 wurde Teil der 22. Infanterie-Division, die im Zweiten Weltkrieg u.a. in Polen, der Sowjetunion und auf und dem Balkan (Griechenland, Jugoslawien) eingesetzt war. Das Regiment geriet wie die ganze Division 1945 in jugoslawische Kriegsgefangenschaft.

Britische Besatzungszone, Bundesrepublik Deutschland[Bearbeiten]

Anfang Mai 1945 wurde Oldenburg von kanadischen Einheiten der 4th Canadian Armoured Division eingenommen, die von der Normandie über Belgien und die Niederlande nach Nordwestdeutschland vorgedrungen war. Die Übergabeverhandlungen wurden vom Kommandeur der Stadtpolizei, Oberstleutnant der Schutzpolizei Heinrich Köhnke, und kanadischen Truppenführern geführt. Köhnke garantierte, dass sich in der Stadt keine Truppenteile der Wehrmacht mehr aufhielten, die gegen kanadische Einheiten kämpfen würden.

Moncel and Vokes

Die kanadischen Besatzungstruppen wurden von Generalmajor Christopher Vokes kommandiert und 1946/47 durch britische Einheiten abgelöst. Die Royal Air Force nahm umgehend wieder den Dienstbetrieb auf dem Fliegerhorst auf. Die britischen Einheiten wurden Ende der 1940er Jahre kurzfristig durch dänisches Militär abgelöst. 1954 erfolgte der britische Abzug; der Fliegerhorst wurde allerdings erst 1958 an die Luftwaffe der Bundeswehr übergeben.

Von den 1960er bis zu den 1980er Jahren war Oldenburg zweitgrößte Garnisonsstadt der Bundesrepublik. Sie war Standort diverser Heeres- und Luftwaffenverbände und -einheiten, unter anderem des Stabes der 11. Panzergrenadierdivision (Clausewitz-Kaserne Ohmstede), des Stabes der Panzergrenadierbrigade 31, des Panzerbataillons 314, der Panzerjägerkompanie 310, der Instandsetzungskompanie 310, der Nachschubkompanie 310 (alle Henning-von-Tresckow-Kaserne Bümmerstede), des Artillerieregiments 11, des Fernmeldebataillons 11 (alle Hindenburg-Kaserne Kreyenbrück), des Stabes des Flugabwehrraketenregiments 14, des Stabes des Luftwaffenversorgungsregiments 6 (alle Donnerschwee-Kaserne) sowie des Jagdbombergeschwaders 43 und der Luftwaffenwerft 61 (Fliegerhorst).

Aufgrund von Heeresstrukturreformen und damit einhergehend einer Verkleinerung der Bundeswehr ist seit 1993 lediglich die Henning-von-Tresckow-Kaserne in Bümmerstede Truppenstandort des Stabes der Luftlandebrigade 31 sowie zweier Kompanien des Luftlandeunterstützungsbataillons 272. Zudem ist auf dem Kasernengelände eine Sanitätsstaffel des Zentralen Sanitätsdienstes der Bundeswehr sowie das Kraftfahrausbildungszentrum der Streitkräftebasis stationiert.

In Osternburg befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Dragoner-Kaserne (siehe oben) das Verpflegungsamt der Bundeswehr.

Natur und Naherholungsgebiete[Bearbeiten]

Seen und Teiche[Bearbeiten]

Unmittelbar östlich der Bundesautobahn 29 reihen sich vier Seen auf, die teilweise zum Baden und für den Wassersport geeignet sind: der Kleine Bornhorster See, der Große Bornhorster See, der Blankenburger See und der Tweelbäker See (durch diesen verläuft die Stadtgrenze Oldenburgs; sein östliches Ufer gehört bereits zur Gemeinde Hude im Landkreis Oldenburg). Darüber hinaus befinden sich auf dem Stadtgebiet eine Vielzahl von kleineren Seen und Teichen sowie kleinere Fließgewässer.

Grünanlagen und Wälder[Bearbeiten]

Neben dem Schlossgarten werden auch der Botanische Garten, das Eversten Holz, der Große und der Kleine Bürgerbusch für Spaziergänge im Grünen genutzt. Erholungsmöglichkeiten bieten sich auch in den Wallanlagen, deren grüner Gürtel um die Innenstadt zu einem großen Teil erhalten geblieben ist. Parkähnlichen Charakter weisen die beiden städtischen Friedhöfe in Kreyenbrück und am Patentbusch auf. Daneben gibt es im Stadtgebiet kleinere Parks wie den Cäcilienpark in der Nähe des Staatstheaters.[36]

Von Mai bis August werden seit 2005 alljährlich vor allem in der Innenstadt temporäre Gärten eingerichtet. Die Bezeichnungen für diese Gärten wechseln. Im Jahr 2013 werden sie als „Stadtgärten“ bezeichnet.[37] Durch die temporären Gärten soll „Oldenburgs große Affinität zu Parks und Gartenanlagen“[38] demonstriert werden.

Naturschutzgebiete[Bearbeiten]

Auf dem Stadtgebiet befinden sich drei Naturschutzgebiete: die Bornhorster Huntewiesen, das Everstenmoor und das Bahndammgelände Krusenbusch.

NSG Bornhorster Huntewiesen[Bearbeiten]

Bornhorster Huntewiesen (hinter der Autobahn am linken Hunteufer)

Die „Bornhorster Huntewiesen“ umfassen 350 ha und wurden 1991 unter Schutz gestellt. Es handelt sich um ein Vogelschutzgebiet auf der Grundlage der europäischen Vogelschutzrichtlinie von nationaler Bedeutung. Sie gehören zum Natura 2000 Netz. Das Schutzgebiet ist durch weite Wiesen, die durch ein umfangreiches Grabensystem geliedet sind, gekennzeichnet. Der Große Brachvogel, Uferschnepfe und Bekassine besiedeln die weite, baumfreie und im Winter oft überstaute Ebene. Zugvögel wie Wasser- und Watvögel rasten alljährlich in den Wiesen in großer Zahl. Seltene Pflanzenarten wie Schwanenblume, Sumpf-Platterbse oder Sumpf-Dreizack sind innerhalb der Stadt nur hier zu finden.

Für das gesamte Naturschutzgebiet gilt ein absolutes Betretungsverbot. Es ist in zwei Schutzzonen mit unterschiedlichen Nutzungsbeschränkungen unterteilt. In der Zone 2 ist beispielsweise die Bewirtschaftung der Flächen während der Brutzeit der Wiesenvögel und die Gülleausbringung untersagt und die Grabenränder dürfen erst beim zweiten Grünlandschnitt gemäht werden. Die Flächen sind für interessierte Besucher von den Deichen oder von der Schutzhütte am Kuhweg aus einsehbar.[39]

NSG Everstenmoor[Bearbeiten]

Das rund 105 ha große „Everstenmoor“ wurde 1990 unter Naturschutz gestellt. Es ist der letzte unkultivierte größere Hochmoorrest auf dem Gebiet der Stadt Oldenburg. Hochmoorspezialitäten wie Sonnentau, Wollgras, Weißes Schnabelried, Moorfrosch, Kreuzotter und seltene Libellen- und Schmetterlingsarten sind hier noch vertreten. Durch Wiedervernässungsmaßnahmen, die regelmäßige Entfernung aufwachsender Birken (Entkusselung) und die Beweidung der Moorheideflächen mit Heidschnucken wird versucht, den Strukturreichtum und die hochmoortypischen Lebensgemeinschaften zu erhalten. Der Freesenweg und der Sandfurter Weg sind besonders gekennzeichnete Wanderwege, auf denen das Moor entdeckt werden kann.[40]

NSG Bahndammgelände Krusenbusch[Bearbeiten]

Das Naturschutzgebiet „Bahndammgelände Krusenbusch“ hat eine Größe von 53 ha und wurde 1998 unter Schutz gestellt. Es liegt im südöstlichen Teil der Stadt Oldenburg. Es handelt sich um einen seit 1976 stillgelegten Verschiebe- bzw. Rangierbahnhof. Im Gebiet siedeln auf dem zurückgebliebenen Sand sowie Schotter- und Schlackeresten seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Das Gebiet ist über einen Rundwanderweg von rund 1,5 Kilometern Länge für Besucher erschlossen.[41]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

Das älteste Theater ist das Oldenburgische Staatstheater. Ein zunächst 1833 durch den Zimmermann Muck als Holzkonstruktion errichtetes Theater, das in der Nähe des heutigen Theaters stand, wurde 1881 durch den im italienischen Renaissancestil gehaltenen Bau ersetzt. Auf dem Gelände zwischen Theaterwall und Stadtgraben vollendete der Hofbaumeister Gerhard Schnitger das Großherzogliche Residenztheater. Durch ein Feuer, vermutlich durch ein Feuerwerk im Innenraum verursacht, brannte es jedoch im November 1891 nieder. Das im neubarocken Stil wiederaufgebaute Theater wurde 1893 eröffnet, erweitert durch eine Kuppel und zusätzliche Werkstattgebäude. 1918 dankte der letzte Großherzog ab und das Theater wurde in Oldenburgisches Landestheater umbenannt. Seit der Übernahme des Gebäudes durch den Staat Oldenburg im Zuge des Finanzausgleichs zwischen Ländern und Gemeinden 1938 trägt es den Titel Oldenburgisches Staatstheater. In diesem Theater begann die Theaterschauspielerin und derzeitiges Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters, Andrea Clausen ihre Bühnenkarriere. Die aus der ARD-Serie Tatort als Kommissarin Lena Odenthal bekannte Schauspielerin Ulrike Folkerts begann ebenfalls hier ihre Karriere.

Angegliedert an das Staatstheater ist die August-Hinrichs-Bühne, die ausschließlich Stücke in niederdeutscher Sprache spielt. Im März 1921 gründete sich die Bühne aus Mitgliedern der Späälkoppel zunächst unter dem Namen Ollnborger Kring. 1923 erfolgte die Angliederung an das Landestheater und die Namensänderung in Niederdeutsche Bühne Oldenburg am Landestheater. Mit dem Staatstheater bekam auch die August Hinrichs Bühne am Oldenburgischen Staatstheater 1939 ihren heutigen Namen. Zwischen 1945 und 1998 spielte die AHB im Theatersaal im Oldenburger Schloss. Seit 1998 spielt sie im sogenannten Kleinen Haus des Staatstheaters. Die Bühne wird als Verein geführt, die Mitglieder betreiben die Schauspielerei als Freizeitbeschäftigung. Seit der Übernahme der Leitung durch Generalintendant Markus Müller im Jahre 2006 ist die August-Hinrichs-Bühne als eine der 6 Sparten (Niederdeutsches Schauspiel) in das Theater integriert.

Das Studentenwerk Oldenburg betreibt seit 1985 das UNIKUM und Unitheater. Seit dem Juli 1997 nutzt die zu dem Zeitpunkt gegründete Oldenburger Universitäts Theater GmbH das UNIKUM. Studentische und freie Theatergruppen sind in ihr organisiert.

Ebenfalls 1985 eröffnete das Theater Wrede, ein modernes Theater für Erwachsene und Kinder. 1999 - 2009 bezog das Theater die erste eigene Spielstätte, die Theaterfabrik Rosenstraße. Im Herbst 2009 eröffnete es unter neuem Namen "Theater wrede +" seine neue Spiel- und Forschungsstätte in Klävemannstraße 16.

Die Kulturetage wurde 1986 von der Kulturkooperative Oldenburg e. V. begonnen. Seit der Anmietung einer Etage in einem Lagerhaus in der Nähe des Hauptbahnhofs bietet die Kulturetage neben einer Kleinkunstbühne Platz für unterschiedliche Kunstformen. Konzerte, Kabarett und Lesungen stehen derzeit eine Halle, ein Studio und drei Probenräume zur Verfügung, die den verschiedenen Veranstaltungen Platz bieten.

Hauptsächlich zeitgenössisches Figurentheater zeigt das private Theater Laboratorium seit 1995. Bei den Aufführungen, in denen die selbst gestalteten Figuren verwendet werden, wird auch mit Elementen des Schauspiels gearbeitet. Neben den Theaterstücken werden auch Konzerte und Lesungen gegeben.

Das freie Theater hof/19 ist seit der Gründung September 2001 das jüngste Theater in Oldenburg. Die Produktion widu-Theater, die hier ihre Spielstätte hat, war zuvor auf den Bühnen der Kulturetage und der Theaterfabrik zu sehen.

Kinos[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Schloss mit Landesmuseum

Das Landesmuseum Oldenburg zeigt im Schloss Oldenburg die Dauerausstellung „Kulturgeschichte einer historischen Landschaft“, die Ausstellung „Geschichte des Kunstgewerbes“, Ausstellungen zu einzelnen Aspekten der Kulturgeschichte sowie Sonderausstellungen. Im ebenfalls zum Landesmuseum für Kunst- und Kulturgeschichte gehörendem Augusteum werden üblicherweise die Werke alter Meister gezeigt (Gemälde italienischer und niederländischer Maler vom 16. bis 18. Jahrhundert, europäische Malerei von Mittelalter bis Neuzeit und wechselnde Ausstellungen). Das Prinzenpalais ist das dritte Haus des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte, in ihm wird die Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts mit dem Schwerpunkt des deutschen Impressionismus und des Expressionismus der Brücke-Maler ausgestellt zudem wird die Entwicklung der bildenden Kunst in Deutschland seit der Epochen der Romantik und des Klassizismus gezeigt. Die früher privaten großherzoglichen Sammlungen bilden den Grundstock der im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte gezeigten Ausstellungsstücke.

Das Landesmuseum für Natur und Mensch wurde 1836 als „Naturhistorisches Museum Oldenburg“ von Großherzog Paul Friedrich August eröffnet. Es umfasst die Abteilungen Archäologie, Naturkunde und Völkerkunde in interdisziplinären Dauerausstellungen. Zudem werden auch in diesem Museum Ausstellungen und Sonderausstellungen gezeigt.

Im Stadtmuseum Oldenburg zeigt die stadtgeschichtliche Abteilung die Früh- und Stadtgeschichte Oldenburgs. Zudem können durch Stiftungen von Theodor Francksen, Bernhard Winter, Claus Hüppe, Elise Bamberger und Juliane Böcker in den Besitz des Stadtmuseums gelangte Ausstellungsstücke besichtigt werden. Die Theodor-Francksen-Stiftung stellte den Grundstock des Bestandes des Stadtmuseums dar.

Auf dem Grundstück des Stadtmuseum Oldenburg liegt das Horst-Janssen-Museum. In ihm werden Werke des Zeichners und Grafikers Horst Janssen und verwandter Künstler ausgestellt. Jährlich sind drei bis vier Wechselausstellungen zu besichtigen.

Das 2000 gegründete Edith-Russ-Haus[42] für Medienkunst geht auf eine Stiftung der Studienrätin Edith Ruß zurück. Es zeigt mit wechselnden Ausstellungen ausschließlich zeitgenössische Kunst die mit Neuen Medien gestaltet wurde und vergibt Stipendien an internationale Künstler.

Seit 2008 befindet sich mit dem Oldenburger Computer-Museum eines der wenigen Computermuseen Deutschlands in der Stadt.[43] Die Ausstellung zeigt die Computer-Historie der 1970er und 1980er Jahre.[44] Da das Museum in neue Räumlichkeiten umzieht, ist die Ausstellung zur Zeit geschlossen.[45]

Bauwerke[Bearbeiten]

Sonstige Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Jedes Jahr am letzten Januar-Wochenende die Motorrad- und Biker-Messe in der Weser-Ems-Halle.

Im Mai wird alljährlich vom Motor-Sport-Club Oldenburg e.V. die Oldtimer Classic Rallye „Graf Anton Günter“ durchgeführt. 2012 begann und endete sie erstmals auf dem fertiggestellten Schlossplatz.

Zu Pfingsten findet regelmäßig der Nikolaimarkt statt, eine Präsentation kunsthandwerklicher Produkte im Freien.[46] Bis 2012 war das Nikolaiviertel der Veranstaltungsort; 2013 zog der Markt auf den Schlossplatz um.

Die Oldenburg Model United Nations (OLMUN), inzwischen zur deutschlandweit größten Schüler-MUN aufgestiegen, findet im Juni mit über 700 nationalen und internationalen Schülern und Studenten statt und wird von eben solchen das ganze Jahr über organisiert.

Der Christopher Street Day (CSD) wird seit 1995 in Oldenburg im Juni begangen.

In der ersten Junihälfte findet jedes Jahr das Internationale Musikfestival „Oldenburger Promenade“ statt. Das Konzept dieses Musikfestivals ist in Deutschland etwas Besonderes: Mit einer vom Besucher gewählten Eintrittskarte für einen Konzertabend, der sogenannten „Promenade“, können drei unterschiedliche Programme an verschiedenen historischen Orten jeweils 45 Minuten lang erlebt werden. Dazwischen ist genügend Zeit, um von der einen zur anderen Spielstätte zu promenieren und sich im Festzelt des Schlossinnenhofes an Getränken und Köstlichkeiten zu erfreuen. Die Programme der Konzerte sind aus unterschiedlichen Musikbereichen zusammengestellt.

Internationale Keramiktage auf dem Schlossplatz

In den Sommerferien findet der Oldenburger Kultursommer, eine dreiwöchige Veranstaltung mit Jazz, Rock, Pop, Folklore, Klassik, Pantomime und anderen bildenden und darstellenden Künsten, statt. Das Motto des Kultursommers ist „umsonst und draußen“. Zum Abschluss der kulturellen Freiluftaktivitäten präsentieren jeweils am ersten Wochenende im August die Internationalen Keramiktage rund 100 führende Keramikkünstler und -werkstätten aus ganz Deutschland und Europa. Am letzten Donnerstag im August beginnt das dreitägige Stadtfest Oldenburg, ein Open-Air-Festival mit zahlreichen (Live-)Musikbühnen und Verkaufsständen in der Fußgängerzone.

Der Lambertimarkt vor der Alten Wache und der Lambertikirche

Das internationale Filmfest Oldenburg, ein sich dem internationalen Filmschaffen widmendes Filmfestival findet an fünf Tagen der ersten Septemberhälfte statt. Am ersten oder zweiten Septemberwochenende wird das Weinfest mit Tanz und Folklore begangen. Der um den St-Michaelistag (29. September) beginnende Kramermarkt, das in Oldenburg stattfindende Volksfest wird für 10 Tage bis Anfang Oktober gefeiert. Der Kunstmarkt im Cäciliensaal kann während der Herbstferien besucht werden.

Die Oldenburger Kinder- und Jugendbuchmesse (KIBUM), die größte nichtkommerzielle Messe (Wirtschaft) auf diesem Gebiet in Deutschland, wird mit der Verleihung des Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreises von der Stadt, der Universität und der Volkshochschule im November organisiert. Ebenfalls im November werden die Oldenburger Kurzfilmtage zwergWERK, ein Kurzfilm-Festival begangen.

Der Lambertimarkt (Weihnachtsmarkt) findet zwischen Ende November und 22. Dezember um die Lambertikirche herum mit Kunstmarkt und weiteren Verkaufsständen statt.

Zusätzlich werden in Oldenburg vier Wochenmärkte der Stadt und vier private Wochenmärkte angeboten.

Eingestellte regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Waschzuber-Regatta auf der Haaren im Jahr 2006
Ostermarkt zwischen Schloss und Alter Wache im Jahr 2005
Blumenschau in der Weser-Ems-Halle

Im Sommer fand auf der Haaren im Abschnitt neben dem Heiligengeistwall von 1998 bis 2009 alljährlich eine „Waschzuberregatta“ statt.[47] Seit dem Jahr 2010 wird dieses Spektakel aufgrund des hohen organisatorischen und finanziellen Aufwands aber nicht mehr weitergeführt.[48] Die Waschzuber wurden nach Augustfehn verkauft, wo sie seit 2010 jährlich eingesetzt werden.

Ab dem Karsamstag wurde für neun Tage der neue Ostermarkt an der Weser Ems Halle begangen. Die letzte Veranstaltung fand 2011 statt. Wegen zu schwacher Besucherresonanz wird nun über ein neues Konzept nachgedacht.

Bis 2012 fand Anfang März in der Weser-Ems-Halle eine Blumenschau statt, die im Durchschnitt von 40.000 Menschen besucht wurde. Den Mittelpunkt der Veranstaltung bildete die 5.000 m² große Blumenschauhalle. Auf weiteren ca. 11.000 m² Ausstellungsfläche präsentierten auf der begleitenden Garten- und Verbrauchermesse rund 170 Aussteller ihr Angebot.

Mundarten/Sprachen[Bearbeiten]

Bis vor wenigen Jahrzehnten war Plattdeutsch die allgemeine Umgangssprache in Oldenburg, wobei die Oberschicht seit dem 19. Jh. Hochdeutsch sprach. Die Dialekte gehörten zum Nordniedersächsischen. Man sprach Nord-Oldenburgisch.

Heute herrscht Hochdeutsch als Umgangssprache vor. Nur noch wenige Oldenburger beherrschen Platt.

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Oldenburgs Nationalgericht ist der Grünkohl. Das Gemüse wird fett und deftig zubereitet und kommt bevorzugt mit Pinkel, Kochwurst und Kasseler auf den Tisch.

Wohlhabende Kaufleute aus Oldenburg fuhren bereits im 19. Jahrhundert mit ihren Pferdekutschen nach Ostfriesland, um in den dortigen Dorfgasthöfen das Wintergemüse zu genießen. Die im ganzen Nordwesten beliebten Kohlfahrten haben in dieser Tradition ihren Ursprung. Seit 1956 findet alljährlich in der Bundeshauptstadt (zunächst in Bonn, dann in Berlin) das Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten mit Gästen aus Politik, Kultur und Gesellschaft statt. Seit Sommer 2010 bezeichnet sich Oldenburg selbst augenzwinkernd als „Kohltourhauptstadt“.

Weitere kulinarische Spezialitäten aus Oldenburg sind Spargel, Mockturtlesuppe und Labskaus.

Sport[Bearbeiten]

Auch nach der Auflösung der Regierungsbezirke besteht weiterhin in Oldenburg im Schützenwesen der Bezirksdachverband Oldenburger Schützenbund, dem 16 Schützenkreise mit 185 Schützenvereinen angehören.

Dem Stadtsportbund Oldenburg gehören 98 Sportvereine mit über 39.000 Mitgliedern an.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

In Oldenburg haben zahlreiche Persönlichkeiten gewirkt, sind dort geboren oder sind der Stadt durch die Ehrenbürgerwürde besonders verbunden:

Auszeichnungen[Bearbeiten]

siehe: Orden und Ehrenzeichen (Oldenburg)

Klimatabelle[Bearbeiten]

Oldenburg
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
66
 
3
-2
 
 
41
 
4
-1
 
 
56
 
8
1
 
 
49
 
13
3
 
 
65
 
18
7
 
 
75
 
21
11
 
 
74
 
22
12
 
 
69
 
22
12
 
 
58
 
19
9
 
 
61
 
14
6
 
 
67
 
8
2
 
 
69
 
4
0
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Oldenburg
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 3,2 4,3 8,0 12,5 17,6 20,6 21,8 22,1 18,6 13,8 7,9 4,4 Ø 12,9
Min. Temperatur (°C) −1,8 −1,4 0,7 3,3 7,4 10,5 12,2 11,9 9,4 6,2 2,4 −0,3 Ø 5,1
Niederschlag (mm) 66,1 41,3 55,7 48,5 65,0 74,5 74,3 68,8 58,1 61,0 67,4 69,3 Σ 750
Sonnenstunden (h/d) 1,3 2,5 3,3 5,1 6,6 6,8 6,2 6,2 4,6 3,2 1,8 1,2 Ø 4,1
Regentage (d) 12 9 11 10 11 11 12 11 10 10 12 12 Σ 131
Luftfeuchtigkeit (%) 87 84 80 75 71 73 75 75 81 84 87 88 Ø 80
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
3,2
−1,8
4,3
−1,4
8,0
0,7
12,5
3,3
17,6
7,4
20,6
10,5
21,8
12,2
22,1
11,9
18,6
9,4
13,8
6,2
7,9
2,4
4,4
−0,3
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
66,1
41,3
55,7
48,5
65,0
74,5
74,3
68,8
58,1
61,0
67,4
69,3
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Literatur[Bearbeiten]

  • Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte, Band III Nordwestdeutschland, 1. Teilband Niedersachsen/Bremen – Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages, hrsg. von Erich Keyser, Stuttgart, 1952
  • Hermann Lübbing: Oldenburg, Historische Konturen. Heinz Holzberg Verlag, Oldenburg 1971, ISBN 3-87358-045-4
  • Albrecht Eckhardt, Heinrich Schmidt (Hrsg.): Geschichte des Landes Oldenburg. 3. Aufl. Holzberg, Oldenburg 1998, ISBN 3-87358-285-6
  • Hans Patze, Ernst Schubert (Hrsg.): Geschichte Niedersachsens. 3 Bände, Lax, Hildesheim, (letzter Band 3, Teil 1: 1998, ISBN 3-7752-5901-5)
  • Oldenburgische Blätter: 1848 Nummer 11, 12 und 13, 14., 21. und 28. März
  • Monika Wegmann-Fetsch: Die Revolution von 1848 im Großherzogtum Oldenburg, Heinz Holzberg Verlag, Oldenburg 1974.
  • Jörg Eckert, Stadtarchäologie in Oldenburg. In: Führer zu archäologischen Denkmalen in Deutschland. Band 31 Stadt und Landkreis Oldenburg, Theiss-Verlag, Stuttgart 1995, S. 101–112.
  • Geschichte der Stadt Oldenburg. Band 1 Von den Anfängen bis 1830. Isensee-Verlag, Oldenburg 1997.
  • Werner Meiners: Oldenburg. In: Herbert Obenaus (Hrsg. in Zusammenarbeit mit David Bankier und Daniel Fraenkel): Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen. Band 1 und 2 (1668 S.), Göttingen 2005, Seite 1172–1196 (m. 5 Abb.), ISBN 3-89244-753-5
  • Udo Elerd (Hrsg.): Von der Bürgerwehr zur Bundeswehr. Zur Geschichte der Garnison und des Militärs in der Stadt Oldenburg, Oldenburg 2006, ISBN 3-89995-353-3
  • Wilhelm Gilly de Montaut: Festung und Garnison Oldenburg, Oldenburg 1981, ISBN 3-87358-132-9
  • Rolf Dalheimer: Kleine Kirchenstraße 5, Erschienen 2008, ISBN 978-3-8370-6439-1

Weitere Medien[Bearbeiten]

  • Am Anfang war der Fluß… Oldenburg – auf den Spuren der Vergangenheit, PAL-Video, 80 Minuten, Nordwest-Zeitung und Boklage Film, 1995

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oldenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Oldenburg (Oldenburg) – Quellen und Volltexte
 Wikinews: Oldenburg – in den Nachrichten

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. Martin Teller: Geographie. Karte „Die Landschaften Oldenburgs nach physisch-geographischen Merkmalen“
  3. Oldenburg, Die Jahre 1921 - 1932. Abgerufen am 10. April 2014.
  4. Oldenburg, Die Jahre 1921 - 1932. Abgerufen am 10. April 2014.
  5. G. Rüthning: Die Nonnen in Blankenburg. In: Oldenburger Jahrbuch des Vereins für Altertumskunde und Landesgeschichte. Stalling, Oldenburg 1925, S. 185–201
  6. Der Schlossgarten Oldenburg: Ausgangssituation, abgerufen am 16. Februar 2012
  7. Kreiszeitung: Kein zweites Blankenburg, 2. März 2011
  8. Ludwig Kohli: Handbuch einer historisch-statistisch-geographischen Beschreibung des Herzogthums Oldenburg sammt der Erbherrschaft Jever und der Fürstenthümer Birkenfeld und Lübeck, Wilhelm Kaiser, Bremen 1825, S. 21 (online)
  9. Bezirksverband Oldenburg: Stiftung Kloster Blankenburg. Abgerufen am 1. Februar 2014
  10. A. Eckhardt, H. Schmidt: Geschichte des Landes Oldenburg. Heinz Holzberg Verlag, Oldenburg 1987, S. 310
  11. Zeittafel Stadt-Land-Oldenburg Neuzeit 1829-1852, abgerufen am 7. März 2011
  12. Oldenburgische Blätter, Nummer 11, Dienstag, 14. März 1848 S. 1
  13. oldenburg.de
  14. Ingo Harms: Das Pflegeheim Kloster Blankenburg unter dem Einfluss von Rassenhygiene und Nationalsozialismus. In: Biologismus – Zur Theorie und Praxis einer wirkmächtigen Ideologie. BIS-Verlag der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. 2011, S. 13
  15. Arvaldis Andrejs Brumanis: Die baltischen Länder und ihr Exil am Beispiel Lettlands. Ost-West Europäische Perspektiven 1/2006
  16. Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft Oldenburg (GSG): Bauen & Wohnen in und um Oldenburg
  17. Aina Urdze: Annäherungen an Obsoleszenz (PDF; 863 kB). Vortrag an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder), 16. Dezember 2011, S. 11
  18. Heinz Arndt: Viele Wechsel im alten Kloster, Nordwest-Zeitung, 6. Februar 2010.
  19. a b Die Zeit: Das Ende der Anstalt, 16. November 2008
  20. Jan Glasenapp: Im Spannungsfeld von Sicherheit und Freiheit: über Deinstitutionalisieren in der Behindertenhilfe, 2010. Seite 165f In: Reihe: Forum Behindertenpädagogik, Band 14, ISBN 978-3-643-10755-8 (Google Book)
  21. taz: "Leute lagen auf den Fluren", 17. Mai 2013
  22. Beate Lama: Unterwelten – Das Kloster Blankenburg. Oldenburger Lokalteil, 5. September 2010
  23. Landesaufnahmebehörde Niedersachsen: Liegenschaft Oldenburg (Kloster Blankenburg)
  24. Die Zeit Nr. 45 / 2010, S.77
  25. Stadt Oldenburg – Kirche und Glaube, abgerufen am 28. Juli 2013
  26. Oldenburg und Kingston upon Thames unterzeichnen Partnerschaftsurkunde, abgerufen am 2. Oktober 2010
  27. Oldenburgische Industrie- und Handelskammer: Verkehrsprojekte im Bezirk der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer. 1. Januar 2012 (PDF; 111 kB) S. 4
  28. Neue Trasse erregt Unmut in Bornhorst. Proteste im Bauausschuss – „Verlängerte Nordtangente teilt Dorf“. Nordwestzeitung, 8. Februar 2008
  29. laenderbahn.info
  30. Unterschiedliche Entwicklung der Umschlagzahlen. Bilanz 2012. In: Schiff & Hafen, Heft 5/2013, S. 16/18, Seehafen-Verlag, Hamburg 2013, ISSN 0938-1643
  31. Wiehengebirgsverband Weser-Ems: Der Jadeweg
  32. Wiehengebirgsverband Weser-Ems: Der Ems-Hunte-Weg
  33. Homepage des Botanischen Gartens Oldenburg
  34. Homepage des Hörgartens Oldenburg
  35. http://www.nwzonline.de/index_regionalausgaben_artikel.php?id=1600539 Oldenburg ist Stadt der Wissenschaft 2009
  36. Die grünen Seiten Oldenburgs: Schlossgarten, Eversten Holz und Botanischer Garten. Reiseführer Oldenburg Schwarzaufweiss – Das Reisemagazin
  37. cmo (City Management Oldenburg): Die Gärten der Welt in Oldenburg zuhause – vom 11. Mai bis 11. August 2013
  38. Stadt Oldenburg: Stadtgärten 2013. Die Übermorgenstadt blüht auf
  39. Verordnung über das Naturschutzgebiet „Bornhorster Huntewiesen“ (PDF)
    Informationsbroschüre zum Naturschutzgebiet „Bornhorster Huntewiesen“ (PDF)
  40. Verordnung über das Naturschutzgebiet „Everstenmoor“ (PDF; 21 kB)
  41. Verordnung über das Naturschutzgebiet „Bahndammgelände Krusenbusch“ (PDF)
    Infoflyer zum Naturschutzgebiet „Bahndammgelände Krusenbusch“ (PDF)
  42. http://www.edith-russ-haus.de/ Edith-Russ-Haus für Medienkunst, abgerufen am 14. Februar 2014
  43. Computermuseum Oldenburg, abgerufen am 11. Juli 2013
  44. Museum zeigt junge „Antiquitäten“, abgerufen am 20. November 2010
  45. Welche Zukunft haben Computermuseen?, abgerufen am 11. Juli 2013
  46. Interessengemeinschaft Nikolaiviertel: Angewandte Kunst Oldenburg. 2010
  47. Jubiläum: 10 Jahre Waschzuberregatta Die Bürgerzeitung. 9. Juni 2008
  48. Endgültig: Die Waschzuber kommen nicht wieder NWZ Online. 14. Juli 2010
  49. http://www.seikenjuku.de/www.seikenjuku.de/Startseite.html Site des Vereins Seikenjuku , abgerufen am 26. März 2013