Oldendorf (Landkreis Stade)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Oldendorf
Oldendorf (Landkreis Stade)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Oldendorf hervorgehoben
Koordinaten: 53° 36′ N, 9° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Stade
Samtgemeinde: Oldendorf-Himmelpforten
Höhe: 12 m ü. NHN
Fläche: 23,88 km2
Einwohner: 2982 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 125 Einwohner je km2
Postleitzahl: 21726
Vorwahl: 04144
Kfz-Kennzeichen: STD
Gemeindeschlüssel: 03 3 59 036
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schützenstraße 5
21726 Oldendorf
Webpräsenz: www.oldendorf-himmelpforten.de
Bürgermeister: Johann Schlichtmann (Wählergemeinschaft)
Lage der Gemeinde Oldendorf im Landkreis Stade
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Über dieses Bild

Oldendorf (plattdeutsch Olendörp) ist eine Gemeinde im Landkreis Stade in Niedersachsen. Sie besitzt zudem eine Außenstelle der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten. Neben dem Hauptort Oldendorf gehören auch die Siedlungen Kaken, Timmerlade, Sunde, Weißenmoor und Siedlung Oldendorf zur Gemeinde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Oldendorfs entstammt dem Plattdeutschen und bedeutete Altes Dorf.

Im August 1959 wütete ein großer Moor- und Heidebrand im Hohen Moor in der Nähe des Oldendorfer Sees, der erst nach vier Wochen gelöscht werden konnte.

Im Herbst 2009 wurden im Bereich des alten Friedhofs Skelette aus 54 Gräbern geborgen. Die Erhaltungsbedingungen für die Knochen waren äußerst schlecht. Aus der langen Belegungszeit des Friedhofs haben sich nur die Bestattungen der obersten Gräberschicht aus dem 18./19. Jahrhundert und die Skelette der in den anstehenden Boden eingetieften mittelalterlichen Gräber aus dem 10./11. Jahrhundert erhalten. Die Auswertung der Ergebnisse erfolgte getrennt nach den zeitlichen Horizonten. Für die frühe Neuzeit ließ sich ein repräsentativer Bevölkerungsausschnitt belegen, für das Mittelalter dagegen lediglich ein zufälliger Teil der Einwohnerschaft. Die höchsten Sterberaten in der frühen Neuzeit lagen im Kleinkindalter und bei den Erwachsenen. Die Kindersterblichkeit war mit 50 % äußerst hoch. An den Gebissen von 77 % aller erwachsenen Individuen zeigten sich Kariesdefekte, wobei deutliche Unterschiede zwischen den Epochen vorlagen. In der frühen Neuzeit war die Kariesbelastung insgesamt erheblich höher, was eine kohlehydratreichere, pflanzliche Ernährung vermuten lässt. Bei drei Kindern lag wahrscheinlich chronischer Vitamin C-Mangel vor. Auffallend war die hohe Belastung durch Erkrankungen der oberen Atemwege der in der Frühneuzeit bestatteten. Mindestens jede zweite Person war an chronischer Nasenentzündung und Kiefernhöhlenentzündung erkrankt.Das stimmt historischen Überlieferungen überein, die von einer starken Rauchentwicklung in den Wohnhäusern durch die offenen Herde berichtet. Am Schädel einer Frau im fortgeschrittenen Alter fanden sich Anzeichen der seltenen Hand-Schüller-Christian-Krankheit.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat, der am 11. September 2011 gewählt wurde, setzt sich wie folgt zusammen:

  • CDU 3 Sitze
  • WG Oldendorf 7 Sitze
  • Bürger für Umwelt und Soziales 3 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011)

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 27. September 1982 vom Gemeinderat beschlossen und am 30. Dezember 1982 vom Landkreis Stade genehmigt.

Blasonierung: „Gespalten und hinten geteilt; vorne in Grün ein goldenes durchgehendes Kreuz, hinten oben in Gold ein schwarzer linkssehender Adler mit roter Bewehrung, hinten unten in Schwarz ein goldener wachsender linksgewendeter Löwe mit roter Bewehrung.“

Das Kreuz steht für die Sankt-Martinskirche, die bereits im 11. Jahrhundert als Reichspfarr- und Taufkirche dem Kirchspiel Oldendorf eine zentrale Bedeutung gab und heute noch gibt. Das Grün symbolisiert die überwiegende landwirtschaftliche Struktur der Gemeinde. Der Adler und der Löwe sind dem Wappen des durch die Könige Christian von Schweden im Jahre 1651 und Karl X. Gustav von Schweden im Jahre 1653 geadelten und nobilierten Daniel von Arentsschild entlehnt, der seit 1642 in Oldendorf seinen Stammsitz hatte und nach seinem Tode im Jahre 1670 in der Kirche St. Martin zu Oldendorf beigesetzt wurde.[3]

Die Flagge der Gemeinde ist Gelb - Grün gestreift mit aufgelegtem Gemeindewappen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oldendorf hat eine 800 Jahre alte Feldstein-Kirche, die Sankt-Martinskirche, deren Kirchturm eine Höhe von 36 m hat.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oldendorf hat über die K 114 sowohl Anschluss an die B 73 in Himmelpforten, die nach Stade und Hamburg führt, wie auch an die B 74 in Elm, die nach Bremervörde weiterführt. Langfristig ist der Bau der Bundesautobahn 22 an Oldendorf vorbei geplant.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schulzentrum Oldendorf umfasst Grund-, Haupt- und Realschule sowie einen Kindergarten. Das direkt neben der Schule liegende Rudolf-Pöpke-Sportzentrum wird von der Schule und vom TuS Oldendorf genutzt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Projekt Oldendorf. In: anthropologie-jungklaus.de. Abgerufen am 4. Juni 2017.
  3. Wappenangaben auf der Internetseite der Samtgemeinde

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Oldendorf (Landkreis Stade) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien