Oldendorfer Totenstatt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Oldendorfer Totenstatt
Kammer des Hünenbettes IV

Kammer des Hünenbettes IV

Oldendorfer Totenstatt (Niedersachsen)
Red pog.svg
Koordinaten 53° 8′ 47″ N, 10° 13′ 9,9″ OKoordinaten: 53° 8′ 47″ N, 10° 13′ 9,9″ O
Ort Oldendorf, Niedersachsen, Deutschland
Entstehung 3500 bis 2800 v. Chr.
Sprockhoff-Nr. 683 - 686

Die Oldendorfer Totenstatt ist ein Ensemble von sechs Grabhügeln und Megalithanlagen in Oldendorf nördlich von Amelinghausen im Tal der Luhe im Landkreis Lüneburg in Niedersachsen. Es besteht aus den Hünenbetten (II,III und IV) und den Rundhügeln (II, V und VI). Es sind Megalithanlagen der Trichterbecherkultur (TBK). Neolithische Monumente sind Ausdruck der Kultur und Ideologie jungsteinzeitlicher Gesellschaften. Ihre Entstehung und Funktion gelten als Kennzeichen der sozialen Entwicklung.[1]

Hünenbetten I, III und IV[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anlage I ist ein 45 Meter langes, größtenteils zerstörtes Hünenbett. Es trägt die Sprockhoff-Nr. 683
  • Anlage III ist ein noch 43 Meter langer Rest des Erdwalles, dessen Einfassungssteine in situ oder umgestürzt teilweise vorhanden sind. Die Kammer muss sich in dem Teil befunden haben der nicht mehr vorhanden ist. Es trägt die Sprockhoff-Nr. 685
  • Anlage IV ist ein 80 Meter langes Hünenbett, von dessen etwa 100 Einfassungssteinen noch 14 in situ standen, die restlichen wurden bei der Restaurierung (ein Teilstück wurde mit Zwischenmauerwerk restauriert) wieder aufgestellt. Das Ganggrab besteht aus einer etwa acht Meter langen Kammer mit zwölf Tragsteinen und einem Gangsteinpaar. Die ehemals fünf Decksteine der Kammer und diejenigen des Ganges fehlen. Das Ganggrab ist eine Bauform jungsteinzeitlicher Megalithanlagen, die aus einer Kammer und einem baulich abgesetzten, lateralen Gang besteht. Diese Form ist primär in Dänemark, Deutschland und Skandinavien, sowie vereinzelt in Frankreich und den Niederlanden zu finden. Die Lage der Kammer im Hünenbett ist extrem endständig, ebenso ist der Zugang zur Kammer seitlich stark versetzt, so dass die Anlage dem Typ der so genannten Holsteiner Kammer entspricht. Es trägt die Sprockhoff-Nr. 686

Anlagen II, V und VI[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anlage II ist ein Rundhügel von etwa 20 Meter Durchmesser in dessen Zentrum der Rest (Tragsteine und der Schwellenstein) eines Ganggrabes zu finden sind. Es trägt die Sprockhoff-Nr. 684
  • Anlage V und VI sind bronzezeitliche Rundhügel.

Grabungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innerhalb der Kammern der Anlage II und IV fanden sich Relikte der Trichterbecherkultur, der Kugelamphoren-Kultur und der Einzelgrabkultur in getrennten Schichten.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerhard Körner / Friedrich Laux: Ein Königreich an der Luhe, Lüneburg 1980
  • Ernst Andreas Friedrich: Die Totenstatt von Oldendorf, S. 29-32, in: Wenn Steine reden könnten. Band I, Landbuch-Verlag, Hannover 1989, ISBN 3-7842-03973.
  • Ernst Sprockhoff: Atlas der Megalithgräber Deutschlands. Teil 3: Niedersachsen – Westfalen. Rudolf-Habelt Verlag, Bonn 1975, ISBN 3-7749-1326-9, S. 37–38.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. J. Müller In: Varia neolithica VI 2009 S. 15

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Oldendorfer Totenstatt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien