Ole Scheeren

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Ole Scheeren (2013)

Ole Scheeren (* 1971[1] in Karlsruhe) ist ein deutscher Architekt. Er lehrt als Gastprofessor an der Universität von Hongkong und war Partner von Rem Koolhaas in dem niederländischen Architekturbüro Office for Metropolitan Architecture (OMA) in Rotterdam. Ole Scheerens bekanntestes Bauwerk ist das China Central Television Headquarter, die neue Zentrale des staatlichen chinesischen Fernsehsenders China Central Television (CCTV) in Peking. Seit März 2010 führt er sein eigenes Architekturbüro Ole Scheeren mit Niederlassungen in Peking und Hongkong[2] sowie Ende 2015 in Berlin und Bangkok.[3]

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ole Scheeren ist der Sohn des Architekten Dieter Scheeren, der an der Hochschule RheinMain als Professor für Architektur und Bauingenieurwesen tätig ist.[4] Bereits mit 14 Jahren arbeitete er im Büro seines Vaters mit. Er entwarf Möbel und schloss mit 21 Jahren sein erstes Architekturprojekt ab.[5] Als Zwanzigjähriger reiste er mit dem Rucksack durch das ländliche China. Er lebte dort in armen, einfachen Verhältnissen mit den Einheimischen[6] und verbrachte dort drei Monate vor Beginn seines Studiums.[7] Er studierte in Karlsruhe, Lausanne und London. Hier wurde er an der Architectural Association School of Architecture (AA) für seine Abschlussarbeit mit der RIBA Silver Medal ausgezeichnet.

Nach Projekterfahrungen in Deutschland, New York und London begann Ole Scheeren 1995 seine Arbeit im Office for Metropolitan Architecture OMA in Rotterdam. 2002 wurde er Partner und als Direktor des Büros verantwortlich für das gesamte Asiengeschäft. Im März 2010 verließ Scheeren OMA und machte sich selbständig.

Als Leiter von OMA Bejing war er federführend bei Design und Realisierung einiger Neubauten des Chinesischen Staatsfernsehens CCTV (China Central Television) und TVCC (Television Cultural Centre) in Peking sowie des geplanten Maha Nakhon, eines die Stadt überragenden, 310 m hohen Turms in Bangkok und bei The Interlace, einer großflächigen Wohnanlage in Singapur mit 1040 Apartments in 31 Gebäudeblöcken (in hexagonaler Anordnung und übereinander gestapelt).[8][9]

Weitere Projekte waren die gewonnenen Wettbewerbe für das Taipei Performing Arts Centre in Taiwan und das neue Stadtzentrum von Shenzhen in China. Zuvor zeichnete Ole Scheeren unter anderem verantwortlich für die Realisierung der Prada Epicenter Flagship Stores in New York (2001) und Los Angeles (2004). Wegen seiner Hochhäuser wird er auch scherzhaft „Herr der Türme“ genannt,[6] [10] eine Bezeichnung, die er wie alle anderen Namen als „Etiketten“ ablehnt.[11]

2011 gewann sein Büro die Ausschreibung für ein Auktionshaus (Guardian Art Center) nahe der Verbotenen Stadt in Peking.[12] Hinter einer betont zurückhaltenden Außenfassade, welche die Ziegelsteinstruktur der angrenzenden Hutong-Häuser aufnimmt, befinden sich unterirdische, holzgetäfelte Auktionssäle, ein Innenhof mit einer chinesischen Gartenlandschaft, eine beliebig unterteilbare Halle für Ausstellungen sowie ein Hotel in den oberen Etagen.[13]

Neben seiner Tätigkeit als Architekt hat Scheeren Ausstellungen konzipiert wie Cities on the Move in der Londoner Hayward Gallery und ist in Sammlungen wie der des Museum of Modern Art in New York vertreten.

Scheeren lebt seit 2004 in Peking und war von 2007 bis 2012[14] mit der Schauspielerin Maggie Cheung liiert.[15]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Buro Ole Scheeren – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Interviews

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Harald Braun: Wolkenkratzer der Zukunft. In: Stern, Nr. 18, 5. Mai 2008.
  2. Anna Winston: OMA partner quits to set up new practice. In: archinect.com, 3. März 2010.
  3. Büro Ole Scheeren expands with new offices in Berlin and Bangkok. In: Büro Ole Scheeren, 2. November 2015, aufgerufen am 5. Dezember 2015.
  4. Prof. Dipl.-Ing. Dieter Scheeren. (Memento vom 23. Januar 2015 im Internet Archive) In: Hochschule RheinMain, Wiesbaden, Stand: 23. Januar 2015.
  5. Oliver Sefrin: Ole Scheeren baut ein Wahrzeichen für Bejing. (Memento vom 24. Juni 2008 im Internet Archive) In: magazine-deutschland.de, 17. September 2007.
  6. a b Sebastian Moll: Herr der Türme. In: Spiegel Online, 15. November 2009, Interview, mit Video, 1:29 Min.
  7. Ruth Fend: Der Beau vom Bau. In: Business Punk. G+J Wirtschaftsmedien, Hamburg Januar 2013, S. 62–67. Artikelanfang. (Memento vom 2. April 2015 im Internet Archive)
  8. Amy Frearson: The Interlace by OMA and Ole Scheeren nears completion. In: Dezeen. 14. Oktober 2013, abgerufen am 15. Februar 2014.
  9. Der Turmherr aus Karlsruhe in FAZ vom 8. Dezember 2014, Seite 11
  10. Dieter Bartetzko: Der Zauberlehrling ist nun der Meister. In: FAZ, 19. Juli 2011 und als PDF-Datei.
  11. Lothar Gorris und Ulrike Knöfel: „Ich werfe Türme um.“ In: Der Spiegel, Nr. 11, 7. März 2015, Interview.
  12. Guardian Art Center. In: Büro Ole Scheeren, aufgerufen am 5. Dezember 2015.
  13. Tobias Timm: Ole Scheeren: Die Große Halle der Kunst. In: Die Zeit, Nr. 46, 26. November 2015.
  14. Rowan Moore: The Sky’s the Limit. In: American Vogue, September 2013.
  15. Louis Lewitan: Architekt Ole Scheeren: „China hat mich grundlegend verändert.“ In: ZEITmagazin, Nr. 47, 23. November 2011, Interview.
    Sandra Leong: East-West attraction. (Memento vom 30. Dezember 2007 im Internet Archive) In: The Star (Malaysia), 30. Oktober 2007.
  16. World Building of the Year winner: The Interlace / Singapore / OMA / Ole Scheeren. In: World Architecture Festival, 4. November 2015, aufgerufen am 5. Dezember 2015.
    Ole Scheeren's "vertical village" named World Building of the Year 2015. In: Dezeen, 6. November 2015.
  17. Andreas Landwehr (dpa): Deutscher Architekt ausgezeichnet: Das weltbeste Hochhausprojekt. In: manager magazin, 29. Juni 2014.
  18. MexT project. In: Royal Institute of British Architects, abgerufen am 3. März 2015 (englisch).