Olga Borissowna Martynowa

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Olga Martynowa (2012, Erlangen)

Olga Borissowna Martynowa (russisch Ольга Борисовна Мартынова, wissenschaftliche Transliteration Ol'ga Borisovna Martynova; * 26. Februar 1962 in Dudinka, Region Krasnojarsk) ist eine russische Lyrikerin, Essayistin und Übersetzerin.

Leben[Bearbeiten]

Olga Martynowa wuchs in Leningrad auf und studierte dort russische Sprache und Literatur. Im November 1990 kam sie im Zuge eines Literaturaustausches mit der Autorengruppe MINERVA – Zeitschrift für Notwehr und Philosophie nach Berlin und lebt seither in Deutschland. Sie schreibt auf Russisch (Gedichte, Essays) und Deutsch (Essays, Prosa). Ihre zahlreichen Beiträge aus deutschsprachigen Periodika sind ins Englische, Polnische, Slowakische, Bulgarische, Dänische und neuerdings auch Russische übersetzt worden, ihre russischen Gedichte ins Deutsche, Englische, Italienische, Albanische und Französische. Darüber hinaus ist sie als Essayistin und Rezensentin für Zeitungen wie die Neue Zürcher Zeitung, Die Zeit und die Frankfurter Rundschau tätig.

2010 folgte mit Sogar Papageien überleben uns ein erster Roman, der in kurzen Episoden von einer Sankt Petersburger Autorin berichtet, die in Berlin an einem Kongress zu Daniil Charms teilnimmt. Das Buch gelangte auf die Longlist des Deutschen Buchpreises und die Shortlist des aspekte-Literaturpreises.

2012 gewann Martynowa mit ihrem Text Ich werde sagen: „Hi!“ [1] den Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb. Darin stellt sie mit kulturgeschichtlichen Bezügen einen jungen Mann in den Mittelpunkt, der sich gleichzeitig für das Erwachen erotischer Gefühle und die Dichtung interessiert.[2]

Olga Martynowa lebt in Frankfurt am Main und ist mit dem Autor Oleg Jurjew verheiratet. Aus dieser Ehe stammt auch ihr Sohn Daniel (* 1988).

Mitgliedschaften[Bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten]

Russisch erschienen:

  • Поступь январских садов [Tempo der Januar-Gärten]. Prometej, Moskau 1989 (= Камера хранения [Gepäckraum])
  • Сумасшедший кузнечик [Verrückte Heuschrecke]. St. Petersburg 1993, (= Камера хранения)
  • Четыре времени ночи [Vier Zeiten der Nacht]. St. Petersburg 1998. (= Камера хранения)
  • Французская библиотека [Französische Bibliothek]. NLO [UFO], Moskau 2007
  • О Введенском. О Чвирике и Чвирке. Исследования в стихах [Über Vvedensky. Über Chvirike und Chvirke. Studium der Poesie]. Zentrum für zeitgenössische Literatur, Moskau: 2010, (= Русский Гулливер [Russischer Gulliver])

Auf Deutsch erschienen:

Hörspiele[Bearbeiten]

  • Petersburger Zwillinge (zusammen mit Oleg Jurjew). 2011, HR2.
  • Versuch über die kasachische Steppe. Lieder aus Stalins Lagern (zusammen mit Oleg Jurjew). 2014, HR2.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Olga Martynowa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Volltext von Ich werde sagen: „Hi!“ unter bachmannpreis.eu
  2. Auszeichnung: Bachmann-Preis geht an Olga Martynova bei zeit.de, 8. Juli 2012 (abgerufen am 8. Juli 2012).
  3. Beate Tröger: Botschaften aus Wolkenkuckucksheim, in FAZ vom 14. Juli 2012, Seite 33