Oliver Flesch

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Oliver Flesch (* 24. Juni 1969 in Hamburg) ist ein deutscher auf Mallorca lebender[1] Journalist, Blogger, Buchautor und politischer Aktivist, der der "Neuen Rechten" zugeordnet wird.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flesch wurde in Hamburg geboren und wuchs in einem linken Elternhaus auf.[2][3] Sein Großvater mütterlicherseits war nach seinen Angaben Obersturmbannführer bei der Waffen-SS, Leibstandarte Adolf Hitler.[4] Sein Vater Walter Flesch war als Kommunist im Widerstand gegen den Nationalsozialismus aktiv und für drei Jahre im Konzentrationslager Fuhlsbüttel inhaftiert. Später arbeitete Fleschs Vater als Lehrer und freischaffender Künstler.[5][6][7] Oliver Flesch beendete seine Schulzeit mit einem Realschulabschluss und ging dann verschiedenen Berufen nach. Zum Beispiel arbeitete er eine Zeit für UPS.[8] Flesch begann in den 1990er Jahren als Journalist für popkulturelle Themen und wechselte danach ins Gesellschaftsressort der Bild und der Hamburger Morgenpost, für die er schrieb und fotografierte. Von 1998 bis 2000 arbeitete er als Redakteur für die Bauer Media Group und verfasste ein Drehbuch und machte sich danach als Autor für Romane und Drehbücher, vorwiegend mit dem Schwerpunkt Popkultur selbständig. Zwischenzeitlich arbeitete Flesch auch als Event-Veranstalter und betrieb eine Rock'n'Roll Bar in Hamburg. Ab 2009, lebte er in Berlin, unter anderem drei Jahre in Neukölln.[9][10][11] 2011 schrieb er einige Zeit eine Kolumne für den Sportwetten-Anbieter Betfair.com.[12] Im November 2015 zog er nach Cala Ratjada auf Mallorca.[13]

2006 erschien sein erstes Buch „Let the good times roll!“, über Horst Fascher. Es erreichte Platz 18 der Spiegel-Bestsellerliste.[14] 2008 schrieb er für den Sänger Gunter Gabriel dessen Biografie „Wer einmal tief im Keller saß – Erinnerungen eines Rebellen“.[15] Weitere Publikationen sind „Baby, das war's!: Ein Hauptstadtroman“, „Das Phänomen Harald Schmidt“, eine Biographie über den Satiriker Harald Schmidt zusammen mit Kai Bukowski und die Kompilation „Kranke Geschichten: Die Anti-Pop-Anthologie“ zusammen mit Ramona Ambs, Christian von Aster und Ina Brinkmann.

Zusammen mit Alexander Geilhaupt startete er 2014 eine Petition auf Change.org, in der Alice Schwarzer aufgefordert wurde, ihr Bundesverdienstkreuz „zurück zu geben“. Die Petition wurde auch von Bushido unterzeichnet[16], und erlangte etwa 10.000 Mitzeichner.[17]

Seit 2016 tritt Flesch in einzelnen Videos des Youtube-Kanals 61 Minuten Sex auf, in denen er zu verschiedenen Themen seine Meinung beisteuert.

Weblog: Wahre Männer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flesch betreibt auf seiner persönlichen Website ein Blog mit dem Titel „Wahre Männer - Liebe, Lust & Populärkultur für böse Mädchen und große Jungs“, in dem er seit 2012 in loser Folge Artikel über verschiedene Themen veröffentlicht. Vom Magazin GQ – Gentlemen’s Quarterly wurde über diese Website geschrieben: „Zwischen den launigen Sex- und Lifestylethemen streut er harte Gesellschaftskritik ein[...]“[18]

Politischer Aktivismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flesch sieht sich nicht primär als Journalist, sondern als politischer Aktivist.[19]

Flesch berichtet seit 2017 für das Blog Politically Incorrect unter anderem über Themen wie „Gender-Wahn“ und „Lügen im Mainstream“. Gender-Mainstreaming ist für Flesch der „schlimmste Menschenversuch seit Mengele.“[20] Im Oktober 2018 behauptete er, dass „Frauen immer unklüger wählen als Männer.“[21] Im Oktober 2018 berichtete die Journalistin Alexandra Stanic bei Vice News, dass sie eine große Menge an beleidigenden und bedrohenden Nachrichten erhalten habe, nachdem Flesch einen Ausschnitt aus einer Fernsehsendung, in welcher sie über sexuelle Belästigung sprach, unter dem Titel Maximilian Pütz zerlegt Frauenrechtlerin live im TV auf seinem YouTube-Kanal veröffentlichte.[22]

Er vertritt auch islamkritische Positionen und sieht sich im Kampf „für Deutschland und gegen den Islam.“ Flesch fordert unter anderem ein Verbot des Kopftuchs für Unter-18-Jährige und einen Einreisestopp für Moslems.[23] Das medienkritische Onlineportal Übermedien kritisierte Flesch für seine rassistischen Kommentare zu einer Dokumentation des Kinderkanals.[24] Im April 2018 erklärte Flesch, dass für ihn die Zahl der Kinder mit Migrationshintergrund in deutschen Großstädten (welche er pauschal als „nicht deutsch“ bezeichnete) ein „wichtigeres Problem“ sei als die Zahl der in Auschwitz ermordeten Juden.[25] Für Flesch haben die Deutschen durch die Migration (er bezeichnet Migranten abfällig als „Invasoren“) „quasi keine Heimat mehr.“[26] Im Juli 2018 behauptete Flesch auf Twitter, dass „weiße[] Männer [...] das Rad und alles andere“ erfunden hätten.[27] Flesch sieht sich selbst „nicht als rechts“ und hält die Aufteilung des politischen Spektrums in links und rechts für nicht mehr zeitgemäß.[28]

Flesch unterstützt politisch die Alternative für Deutschland, die er als die „letzten Deutschen bezeichnet.“[29][30][31] Anfang 2018 berichtete die Frankfurter Rundschau, dass Flesch in die Organisation einer Demonstration gegen Angela Merkel in Hamburg involviert war.[32] Bei der Demonstration, die auch von Pegida-Gründer Lutz Bachmann unterstützt wurde, waren vor allem Rechtsextreme anwesend.[33][34] Flesch hat auch Verbindungen zu Martin Sellner und der im rechten Milieu angesiedelten Identitären Bewegung,[35][36][37] und zum Islamkritiker Michael Stürzenberger, der bereits wegen Volksverhetzung verurteilt wurde und vom Verfassungsschutz beobachtet wird.[38][39][40] Flesch bezeichnete die Verurteilung der deutschen Rechtsextremistin Beate Zschäpe im NSU-Prozess zu lebenslanger Haft als „Unrechtsurteil“ und sprach in diesem Zusammenhang vom angeblichen „Ende des Rechtsstaates“. Solche Urteile, so Flesch, habe es bisher nur in der NS-Zeit und der DDR gegeben habe.[41]

VICE News beschrieb einen von Flesch mit Johannes Thiesen und Marie-Thérèse Kaiser im Februar 2018 veranstalteten und über Fleschs Youtube-Kanal übertragenen Live-Stream als „zweieinhalb Stunden Holocaust-Leugnen, alternative Fakten, Deutschlandfähnchen und Sextipps.“[42]

Im Juli 2018 postete Flesch bei Politically Incorrect einen offenen Brief von Islamkritikerin Mina Ahadi an Katharina Barley, welchen Ahadi zuvor beim Humanistischen Pressedienst veröffentlicht hatte. Da Politically Incorrect den Brief ohne Ahadi's Erlaubnis gekürzt und gepostet hatte und Ahadi nicht für die „rechtsradikale Hetze“ von Politically Incorrect „instrumentalisier[t]“ werden wollte, verfasste Ahadi einen offenen Brief an Politically Incorrect, in welchem sie sich von dem Weltbild des Blogs distanzierte und die Entfernung des Posts von der Website von Politically Incorrect forderte.[43]

Im September 2018 wurde Flesch in der New York Times als Beispiel einer „far right figure“ (Rechts-außen-Person, siehe Politische Rechte) genannt und dafür kritisiert, dass er nach den Ausschreitungen in Chemnitz mehrere Videos auf YouTube veröffentlichte, die die Vorkommnisse falsch darstellten.[44]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Bevölkerungsaustausch in Zahlen: 75% Migrantenbabys in Frankfurt! | „Volkslehrer“-Nachlese (ab 7:43). Abgerufen am 12. September 2018.
  2. Simi will: Simi Will #3 - Feature Oliver Flesch ...ein wahrer Mann? 25. Juni 2013, abgerufen am 13. September 2018.
  3. Oliver Flesch: Sellner/Flesch über Etappensiege & Zukunftspläne & „Antifa“ und ähnliche Cuckolds. 19. Januar 2018, abgerufen am 14. September 2018 (ab 28:50).
  4. Wie es sich anfühlt als deutsches Mädchen in Berlin-Neukölln zu leben. In: Wahre Männer. 18. April 2013 (oliver-flesch.com [abgerufen am 13. September 2018] Kommentar Oliver Flesch (21. April 2013, 13:56) unter dem Artikel.).
  5. Oliver Flesch: Terror in Berlin: Wie das deutsche Gutmenschentum den Anschlag instrumentalisiert. In: OLIVER JANICH INVESTIGATIV. (oliverjanich.de [abgerufen am 13. September 2018]).
  6. Michael Schöpzinsky: Rundbrief 1997. Abgerufen am 13. September 2018.
  7. Uwe Schmidt: Hamburger Schulen im „Dritten Reich“. Band 1. Hamburg University Press, Hamburg 2010, ISBN 978-3-937816-74-6, S. 361–362.
  8. Oliver Flesch: Sellner/Flesch über Etappensiege & Zukunftspläne & „Antifa“ und ähnliche Cuckolds. 19. Januar 2018, abgerufen am 14. September 2018 (ab 12:40).
  9. Flesch, Oliver, 1969-: Wer einmal tief im Keller saß Erinnerungen eines Rebellen. 1. Aufl. Edel Germany, Hamburg 2012, ISBN 978-3-8419-0139-2, S. 8.
  10. Oliver Flesch – Agentur Scriptzz – Berlin. Abgerufen am 13. September 2018 (deutsch).
  11. Warum 2016 das beste Jahr meines Lebens war. In: Wahre Männer. 31. Dezember 2016 (oliver-flesch.com [abgerufen am 13. September 2018]).
  12. Fleschs sportliche Flaschenpost - die neue Kolumne von Oliver Flesch | Fleschs Flaschenpost | €20 Bonus. Abgerufen am 13. September 2018.
  13. Oliver Flesch. Abgerufen am 13. September 2018.
  14. Spiegel-Bestsellerliste 08/2006, abgerufen am 16. Dezember 2013
  15. http://www.tagesspiegel.de/kultur/nichts-und-niemand/1636536.html
  16. http://berlinergazette.de/alice-schwarzer-debatte/
  17. https://www.change.org/p/alice-schwarzer-niederlegung-des-bundesverdienstkreuzes-von-alice-schwarzer
  18. Timmo Schreiber: Mad Men, GQ – Gentlemen’s Quarterly-Website, 13. Januar 2016. Abgerufen am 4. Februar 2018.
  19. YouTube (über Wayback Machine). 11. Oktober 2018, abgerufen am 11. Oktober 2018 (Video ab 3:20).
  20. Oliver Janich: Rufmordkampagne der New York Times gegen Oliver Flesch & Chris Ares (Interview). 13. September 2018, abgerufen am 13. September 2018 ((ab 15:05)).
  21. Oliver Flesch: Nette Spielerei: Historischer Wahl-O-Mat 1919 (ab 4:20). 9. Oktober 2018, abgerufen am 11. Oktober 2018.
  22. Wie mich der Hass verändert, den ich als Frau im Internet erlebe. In: Vice. 10. Oktober 2018 (vice.com [abgerufen am 11. Oktober 2018]).
  23. Kulturstudio: NASA #25 - notorisch abtrünnig! mit Oliver Flesch (ab 20:00). 12. Juni 2018, abgerufen am 11. September 2018.
  24. Malvina, Diaa und der Hass | Übermedien. In: Übermedien. 10. Januar 2018 (uebermedien.de [abgerufen am 13. September 2018]).
  25. Der Bevölkerungsaustausch in Zahlen: 75% Migrantenbabys in Frankfurt! | „Volkslehrer“-Nachlese. Abgerufen am 13. September 2018 (Für den Vergleich, siehe das Video ab 1:05.).
  26. Oliver Flesch: Thiesen & Flesch über die spannendsten Themen der Woche. 21. August 2018, abgerufen am 13. September 2018 (ab 14:56).
  27. kristin on Twitter. In: Twitter. (twitter.com [abgerufen am 14. September 2018]).
  28. Maenner Coach. Abgerufen am 13. September 2018 (Video ab 13:30).
  29. Oliver Flesch: Thorsten Schulte (SILBERJUNGE) erklärt der AfD den Krieg! Ich schieß dann mal zurück ... 17. März 2018, abgerufen am 11. September 2018.
  30. Oliver Janich: 20% am Sonntag? AfD zerstört die linksgrüne Ideologie. 23. September 2017, abgerufen am 11. September 2018.
  31. Der ganz normale Flüchtlingswahn in einem deutschen Dorf › Jouwatch. Abgerufen am 13. September 2018 (deutsch).
  32. Frankfurter Rundschau: „Merkel muss weg“-Demo in Hamburg: Frauen an die Front. In: Frankfurter Rundschau. (fr.de [abgerufen am 12. September 2018]).
  33. «Merkel muss weg»: Der Aufstand des rechten Mobs. In: Exif. (exif-recherche.org [abgerufen am 12. September 2018]).
  34. Frankfurter Rundschau: „Merkel muss weg“ in Hamburg: Pegida auf hanseatisch. In: Frankfurter Rundschau. (fr.de [abgerufen am 12. September 2018]).
  35. Oliver Flesch: Sellner live: Epische Reden | Strategien gegen „Antifa“-Gewalt | #120db. 22. März 2018, abgerufen am 13. September 2018.
  36. Oliver Flesch: Sellner/Flesch über Etappensiege & Zukunftspläne & „Antifa“ und ähnliche Cuckolds. 19. Januar 2018, abgerufen am 13. September 2018.
  37. Oliver Flesch: Nach Uni-Rauswurf: IB-Aktivistin Reinhild im intimen Gespräch. 30. Mai 2018, abgerufen am 13. September 2018.
  38. Oliver Flesch: Gespräch mit Stürzenberger: Deutschlands größter islamkritischer Kanal gelöscht! 11. Mai 2018, abgerufen am 13. September 2018.
  39. Oliver Flesch: Im Gespräch: Mit Islamkritiker Michael Stürzenberger. 11. März 2018, abgerufen am 13. September 2018.
  40. Malarich: Live-Interview über Speed-Dating in Lenggries Flesch mit Stürzenberger. 17. August 2018, abgerufen am 13. September 2018.
  41. kristin on Twitter. In: Twitter. (twitter.com [abgerufen am 14. September 2018]).
  42. Was der Livestream zu einer "Merkel muss weg"-Demo über Rechte offenbart. In: Vice. 28. Februar 2018 (vice.com [abgerufen am 13. September 2018]).
  43. Offener Brief: "Hören Sie auf, mich für Ihre rechtsradikale Hetze zu instrumentalisieren!" (hpd.de [abgerufen am 13. September 2018]).
  44. As Germans Seek News, YouTube Delivers Far-Right Tirades. (nytimes.com [abgerufen am 11. September 2018]).