Oliver Masucci

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Oliver Masucci

Oliver Masucci (* 6. Dezember 1968 in Stuttgart) ist ein deutscher Schauspieler. Ab 2009 gehörte er bis zum Ende der Spielzeit 2015/16 dem Ensemble des Wiener Burgtheaters an.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Masucci besuchte gemeinsam mit dem Schauspieler Joachim Kretzer das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium Bonn. Sein Vater ist Italiener, seine Mutter Deutsche. Die Familie betrieb mehrere Restaurants in Bonn. Er hat drei Kinder.[1]

Künstlerische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben zahlreichen Theaterrollen wurde er vor allem durch seine Rolle als „Ares de Saintclair“ in dem Film Das Blut der Templer bekannt, der im Dezember 2004 zum ersten Mal im Fernsehen lief. Der Kurzfilm Die rote Jacke (2002) unter der Regie von Florian Baxmeyer gewann den „Studenten-Oscar“ der Academy Awards und wurde somit automatisch für den großen Bruder „Oscar“ nominiert.

Seine schauspielerische Laufbahn führte ihn von Basel (1995) über das Schauspielhaus Hamburg (1996–2002), die Münchener Kammerspiele (2001), das Schauspiel Hannover (2000–2005), das Schauspielhaus Bochum (2003–2005), das Schauspielhaus Zürich (2005–2009) und die Salzburger Festspiele (1999 und 2007) schließlich an das Wiener Burgtheater. Er war im Schauspielhaus Zürich in Major Barbara sowie Vorstellungen und Instinkte und im Schauspiel Hannover in Iwanow sowie Fettes Schwein und zudem am Theater Basel in Endstation Sehnsucht zu sehen.

Ab 2009 war er am Burgtheater festes Ensemblemitglied und spielte dort in gefeierten Inszenierungen wie Krieg und Frieden, Solaris, Die Ahnfrau und Das trojanische Pferd jeweils Hauptrollen. Im Oktober 2015 kam der Film Er ist wieder da in die Kinos, in dem er als Adolf Hitler zu sehen ist.[2] Für diese Rolle musste er 26 Kilogramm zunehmen.[1] In der TV-Trilogie Winnetou – Der Mythos lebt spielte er „Ugly Joey“, im Fernsehkrimi Berlin Eins den Gangster Viktor Parkov. Im Medienthriller Die vierte Gewalt (2016) war er als Chefredakteur Jens Weisshaupt zu sehen. 2016 drehte er mit Florian Henckel von Donnersmarck den Kinofilm Werk ohne Autor und mit Sherry Hormann an der Seite von Katja Riemann den zweiteiligen Politthriller Tödliche Geheimnisse.[3][4]

2016 wurde er für die Rolle des Adolf Hitler in dem Film Er ist wieder da für den Deutschen Filmpreis nominiert.

2017 wurde durch seine Rolle in der weltweit veröffentlichten Netflix-Serie Dark ein breites internationales Publikum auf ihn aufmerksam. In Enfant Terrible, einem Biopic von Oskar Roehler über Rainer Werner Fassbinder, das im Herbst 2020 im Kino lief und am 12. März 2021 auf BluRay, DVD und als Stream erschien, stellt Masucci Fassbinder dar.[5]

Oliver Masucci ist Mitglied der Deutschen Filmakademie.[6]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1999: Schlachten von Tom Lanoye (Salzburger Festspiele, Schauspielhaus Hamburg); Regie: Luk Perceval
  • 2003–2012: 1979 von Christian Kracht (Schauspiel Bochum, Schauspielhaus Zürich, Burgtheater Wien); Regie: Matthias Hartmann
  • 2007: Stanley Kowalsky in Endstation Sehnsucht von Tennessee Williams (Schauspielhaus Basel); Regie: Christina Paulhofer
  • 2007: Bassanio in Der Kaufmann von Venedig Von Shakespeare (Schauspielhaus Zürich); Regie: Stefan Pucher
  • 2007: Der Löwe in Ein Sommernachtstraum von Shakespeare (Salzburger Festspiele, Schauspielhaus Zürich); Regie: Christian Weise
  • 2008: Xerxes in Die Perser von Aischylos (Schauspielhaus Zürich); Regie: Stefan Pucher
  • 2008: Danny in Motortown von Simon Stevens (Schauspielhaus Zürich); Regie: Samir
  • 2009: Major Barbara von George Bernard Shaw (Schauspielhaus Zürich); Regie: Peter Zadek
  • 2009: Mercur in Amphitryon / Heinrich Kleist (Schauspielhaus Zürich -Akademietheater Wien); Regie: Matthias Hartmann
  • 2009: Enobarbus in Antonius und Cleopatra (Burgtheater Wien); Regie: Stefan Pucher
  • 2010: Cridle in Heilige Johanna der Schlachthöfe / Bert Brecht (Burgtheater Wien); Regie: Michael Thalheimer
  • 2010: Antonio in Was ihr wollt / Shakespeare (Burgtheater Wien); Regie: Matthias Hartmann
  • 2010: Krieg und Frieden / Tolstoi / Fassung (Burgtheater Wien) Regie: Matthias Hartmann
  • 2011: Dr. Filitz Prof. Bernhardi / A. Schnitzler (Burgtheater Wien); Regie: Dieter Giesing
  • 2011: Kelvin in Solaris / Stanislav Lem (Burgtheater Wien); Regie: Alexander Wiegold
  • 2012: Dr. Carlos Conde in Nach der Oper. Würgeengel; Regie: Martin Wuttke
  • 2012: Achillis in Das trojanische Pferd (Fassung Burgtheater Wien); Regie: Matthias Hartmann
  • 2013: Hauptmann in Marquise von O / Ferdinand Bruckner / Burgtheater Wien; Regie: Yannis Houvardas

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Oliver Masucci – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Oliver Masucci in „Er ist wieder da“ – Wie hält man das aus, Hitler zu sein? bild.de, abgerufen am 6. Oktober 2015.
  2. Dreharbeiten zu Hitler-Satire Er ist wieder da beginnen
  3. Sherry Hormann. Autorin, Regisseurin. Vita. In: „abovetheline.de – Above The Line“ (Agentur). Above The Line GmbH, abgerufen am 26. Juli 2019.
  4. Tödliche Geheimnisse – Jagd in Kapstadt. Filme im Ersten. In: Das Erste. Archiviert vom Original am 26. August 2017; abgerufen am 26. August 2017.
  5. Interview von NDR Kultur mit Oskar Roehler: „Fassbinder konnte eine Art Gefühlsdiktator werden“. NDR Radio & TV, 4. Juni 2020, abgerufen am 12. Juli 2020.
  6. Oliver Masucci Filmografie. Deutsche Filmakademie, abgerufen am 27. März 2019.