Oliver Scheytt

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Oliver Scheytt bei der Präsentation des Ruhr.2010-Projektes SchachtZeichen, 2010

Oliver Scheytt (* 14. April 1958 in Köln)[1], ist ein deutscher Kulturpolitiker, Kulturmanager, Pianist und war 2013 Mitglied des Kompetenzteams des SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück und damit zuständig für Kunst und Kultur im Schattenkabinett. Er studierte Musik an der Folkwang Hochschule in Essen und Rechtswissenschaften an der Ruhr-Universität in Bochum. Von 2006 bis 2011 war er Geschäftsführer der Ruhr.2010 GmbH und seit 2007 ist er Professor für Kulturpolitik und kulturelle Infrastruktur am Institut für Kulturmanagement der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.

Studium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den letzten vier Jahren vor dem Abitur 1976 am Burggymnasium in Essen studierte er das Fach Klavier an der Folkwang Hochschule. 1976 nahm er das Studium der Rechtswissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum auf und legte 1982 das erste juristische Staatsexamen ab. Bis zum zweiten juristischen Staatsexamen 1986 war er auch als Wissenschaftliche Hilfskraft an Ruhr-Universität tätig. 1984 übernahm er zunächst das Projektmanagement beim Festival „Folkwang 85“ in Essen und ab 1985 koordinierte er gemeinsam mit Karl Richter für das Bundesland NRW das dreijährige Großprojekt „Kultur 90“ in Wuppertal. Zeitweise parallel (1986 bis 1990) leitete er als Referent das Büro des Hauptgeschäftsführers beim Deutschen Städtetag.

Beruflicher Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oliver Scheytt promovierte 1989 zum Dr.jur. mit einer Dissertation über Musikschulen. Danach war er bis 1993 Beauftragter für die Städte in den neuen Bundesländern, zuletzt als Leiter der Berlin-Vertretung des Deutschen Städtetages. Seit 1993 war er zunächst Beigeordneter für Kultur der Stadt Essen, dann zusätzlich auch Beigeordneter für Bildung (1997 bis 2007), für Grün und Gruga (2001 bis 2006) und für Jugend (2005 bis 2007).

Die erfolgreiche Bewerbung „Essen für das Ruhrgebiet. Kulturhauptstadt Europas 2010“ hat er von 2004 bis 2006 als Moderator gesteuert. Von 2006 bis 2011 teilten sich Fritz Pleitgen (als Vorsitzender Geschäftsführer) und er die Geschäftsführung der RUHR.2010 GmbH, der verantwortlichen Gesellschaft zur Vorbereitung und Realisierung des Programms von Ruhr.2010 – Kulturhauptstadt Europas.

Im Jahr 2011 gründete er die KULTUREXPERTEN Dr. Scheytt GmbH, mit der er Personalberatung in den Bereichen Kunst, Kultur und Stadtmarketing sowie Strategieberatung für Kulturhauptstädte in Europa offeriert.

2012 hat er gemeinsam mit Dirk Schütz die auf E-Recruiting spezialisierte KULTURPERSONAL GmbH gegründet.

Am 9. Juni 2013 gab SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück bekannt, dass er Scheytt in sein Kompetenzteam für die Bereiche Kunst und Kultur berufen habe; Scheytt war damit Teil des Schattenkabinetts.

Ehrenämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oliver Scheytt hat zahlreiche Ehrenämter inne, unter anderem war er Vorstandsmitglied des Verbandes deutscher Musikschulen (1993 bis 2002), Vorsitzender des NRW KUlturLTURsekretariates (1995 bis 2004) sowie Sachverständiges Mitglied der Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“ des Deutschen Bundestages (2003–2007). Er war 1998 bis 2007 im Vorstand der Stiftung Zollverein. Seit 1997 ist er Präsident der Kulturpolitischen Gesellschaft e. V. in Bonn, seit 2002 Mitglied des Beirates der Bundeskulturstiftung, seit 2004 Mitglied des Kulturausschusses der Deutschen UNESCO-Kommission und seit 2009 wirkt er in der Mitgliederversammlung des Goethe-Instituts mit. Scheytt ist ferner Mitglied des Vorstands des Kulturforums der Sozialdemokratie (SPD) mit den Themenschwerpunkten Kulturelle Bildung, Kulturhauptstadt Europas sowie Kulturpolitische Programmatik.[2]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Autor hat er zahlreiche Publikationen zu Kulturpolitik und Kulturmanagement alleine und in Zusammenarbeit mit weiteren Autoren veröffentlicht. Er ist Herausgeber der „Kulturpolitischen Mitteilungen“ und, gemeinsam mit Friedrich Loock, des fortlaufend aktualisierten Handbuchs „Kulturmanagement & Kulturpolitik“ (Raabe-Verlag). Wichtige Buchveröffentlichungen waren etwa 2005 „Kommunales Kulturrecht. Kultureinrichtungen, Kulturförderung und Kulturveranstaltungen“ (C. H. Beck), 2006 „Kulturmanagement & Kulturpolitik“ und 2008 „Kulturstaat Deutschland – Plädoyer für eine aktivierende Kulturpolitik“. 2012 erschien im Raabe-Verlag das gemeinsam mit Eckart Achauer herausgegebene E-Book „Programm- und Projektmanagement im Kulturbetrieb. Die Organisation der Kulturhauptstadt Europas Ruhr.2010“. Zusammen mit Simone Raskob und Gabriele Willems hat Oliver Scheytt 2016 den Band „Die Kulturimmobilie. Planen – Bauen – Betreiben. Beispiele und Erfolgskonzepte“ (transcript) herausgegeben.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Scheytt ist verheiratet und hat drei Töchter.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Oliver Scheytt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Dr. Scheytt Lebenslauf. In: Essen.de. Stadt Essen, abgerufen am 9. Oktober 2014.
  2. Kulturforum der Sozialdemokratie – Vorstand, abgerufen am 30. Juni 2013