Olivia Jones

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Olivia Jones bei der Echo-Verleihung 2013

Olivia Jones (* 21. November 1969 in Springe) ist das Pseudonym des deutschen Travestiekünstlers Oliver Knöbel, der als Drag Queen bekannt wurde.

Karriere

Olivia Jones auf dem Christopher Street Day Hamburg, Juni 2005
Olivia Jones 2011

Schon während seiner Schulzeit an der Geschwister-Scholl-Gesamtschule (heute Heinrich-Göbel-Realschule) in Springe[1] hatte Oliver Knöbel erste Travestie-Auftritte. Immer mit dem Ziel Showgeschäft vor Augen bildete er sich weiter, unter anderem mit Sprachtraining, Schauspielunterricht und Maskenbildner-Kursen. 1989 folgte der Umzug nach Hamburg. Knöbel stellte sich bei Travestiekünstler und Leiter des Schmidt Theaters Ernie Reinhardt (Lilo Wanders) vor,[2] der, beeindruckt von dessen Erscheinung und außergewöhnlicher Körpergröße von 207 cm,[3] ihm zu ersten Auftritten im Pulverfass Cabaret und wenig später schon der ersten eigenen Show im Schmidt Theater auf der Reeperbahn verhalf.

Im Jahr 1997 hatte er seinen internationale Durchbruch als Drag Queen: Olivia Jones setzte sich beim „Drag Queen Contest“ in Miami als offizielle „Miss Drag Queen Of The World“ gegen zahlreiche Mitbewerber aus aller Welt durch.

Olivia Jones erhielt immer öfter Fernseh-Engagements. So moderierte sie beispielsweise für den NDR mehrfach die Übertragung des Hamburger Christopher Street Day, für RTL fungierte sie als Grand Prix-Reporterin oder moderierte Galas (zum Beispiel für UNICEF oder die Aids-Benefiz Gala „red, hot & dance“).

Im Jahr 2004 nahm Jones an der Castingshow Star Duell auf RTL teil. Im Sommer 2005 lebte Jones eine Woche im Big-Brother-Dorf und war 2008 erneut in der Sendung zu Gast. Mit der Lesung Sie nannten mich Tittenmonster tourte Jones 2007 in der Travestierolle zusammen mit bigFM-Morgenmoderator Hans Blomberg, dem „Morgenhans“, durch Deutschland. 2007 nahm sie an der RTL 2-Doku-Soap Frauentausch als Tauschmutter teil.

Seit 2006 veranstaltet Jones mit Olivias Safari Touristenführungen über die Reeperbahn, seit 2007 mit Olivia Ahoi auch Hafenrundfahrten.

Am 7. November 2008 eröffnete Jones in St. Pauli die Olivia Jones Bar, im Mai 2010 kam mit Olivias Wilde Jungs die erste Tabledance-Bar auf St. Pauli hinzu, zu der nur Frauen Zutritt haben. Zeitgleich stellte sie mit Olivia Jones Secco einen Cranberry-Secco vor. Im Februar 2012 eröffnete Jones mit Olivias Showclub ihr drittes Geschäft auf St. Pauli.[4]

Im August 2010 nahm Jones an der Reality-Show Das Tier in mir teil. Die Siegprämie von 5.000 Euro stiftete sie der Tierrechtsorganisation PETA. Im Juli 2012 war Jones erneut in einer Folge der Pseudodokusoap Mitten im Leben zu sehen, nachdem sie zuvor bereits mehrmals Auftritte in der Serie hatte. Im Januar 2013 war Olivia Jones als Bewohnerin des Dschungelcamps in der siebten Staffel von Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!, ebenfalls auf RTL, zu sehen.[5] Sie belegte den zweiten Platz.

Am 6. März 2013 verpflichtete RTL Television Jones als Green-Room-Moderatorin der zehnten Staffel der Castingshow Deutschland sucht den Superstar.[6]

Politisch-gesellschaftliche Ambitionen

Oliver Knöbel nutzt seine große Rollen-Popularität und das extravagante Auftreten als Drag Queen oftmals, um soziale Projekte zu unterstützen. So ist er unter anderem als Botschafter der Tierrechtsorganisation PETA tätig, unterstützt Aids-Projekte, machte Hamburger Bürger auf die geplante Schließung des Hamburger Frauenhauses aufmerksam oder unterstützt den Life Ball in Wien.

2004 trat er bei der Hamburger Bürgerschaftswahl als Einzelbewerber mit dem Ziel an, den Einzug von Ronald Schills Partei Pro DM zu verhindern. Ohne jegliche Wahlplakate und Wahlhelfer erzielte er ein Ergebnis von 0,5 Prozent und somit ein besseres als Schills ehemalige Partei, die Partei Rechtsstaatlicher Offensive, die lediglich 0,4 Prozent bekam.

Er ist ein ausgesprochener Gegner der NPD und zeigte dies durch einen Einsatz als Reporterin für die Satiresendung Extra 3 bei einer NPD-Wahlkampfveranstaltung.[7]

Im November 2007 gab Oliver Knöbel eine erneute Kandidatur bei den Bürgerschaftswahlen am 24. Februar 2008 in Hamburg bekannt. So erklärte er, er wolle als „Niemand“ antreten, damit potentielle Nichtwähler eben auch „niemanden“ wählen könnten. Er versprach auch, an keiner Sitzung der Bürgerschaft teilzunehmen und seine Bürgerschaftsbezüge sozialen Projekten zu spenden.[8] Im Januar 2008 zog Jones ihre Kandidatur zurück und erklärte, ihre Wähler sollten die Grünen in Hamburg wählen.[9]

Ehrungen

Im August 2010 setzte der Norddeutsche Rundfunk (NDR) im Rahmen der Kampagne Das Beste im Norden … Olivia Jones in ihrer Geburtsstadt ein Denkmal. Die Bank vor der ehemaligen Schule ziert folgendes Zitat des „Hamburger Originals“ (O-Ton NDR): „Das Beste im Norden … ist in Springe meine Schule. Hier hat Mann einiges gelernt, was Frau später brauchte – und als schwuler Schmetterling im Schul-Kokon viel Spaß gehabt. Ich kann zwar immer noch nicht gut rechnen – hab’ aber trotzdem jetzt ’ne eigene Bank. Sitz!“[10] Im Herbst 2013 ernannte der Ortsrat von Springe Olivia zur offiziellen Ehrenbotschafterin der Stadt.[11]

Weblinks

 Commons: Olivia Jones – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Welche Schule für mein Kind?, Verlagsbeilage der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 12. Januar 2011, S. 18
  2. Spiegel TV: Drag Queen Olivia Jones im Dschungel Camp
  3. Olivia Jones Biographie auf Bunte.de.
  4. Olivia Jones eröffnet dritte Show-Bar Hamburger Morgenpost
  5. Olivia Jones zieht als Kandidatin ins Dschungelcamp 2013 ein rtl.de, 5. Januar 2013
  6. Focus Online: DSDS: Olivia Jones geht zu „DSDS“ vom 6. März 2013
  7. „extra 3 Olivia Jones beim NPD-Parteitag“ Sendung Extra 3, 5. Dezember 2012 auf YouTube
  8. Kreuzchen für den guten Zweck scoopcom.de, 3. Februar 2007
  9. Olivia Jones: Rückzug für Grüne queer.de, 24. Januar 2008
  10. „Feuchtbiotope, die gab es damals hier nicht!“ NDZ.de, 26. August 2010
  11. Jones ist Springes Ehrenbotschafterin. Neue Presse, abgerufen am 4. November 2013 (deutsch).