Olivier Dassault

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Olivier Dassault (2017)

Olivier Dassault (* 1. Juni 1951 in Boulogne-Billancourt; † 7. März 2021 in Touques (Calvados)[1]) war ein französischer Politiker, Reserveoffizier, Unternehmer und Künstler. Zusammen mit seinen drei Geschwistern zählte er zu den zehn reichsten Familien in Frankreich.[2]

Kindheit und Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er war der Sohn des Unternehmers Serge Dassault und seiner Ehefrau Nicole, geborene Raffel. Sein Großvater, Marcel Dassault, war der Gründer der Firmengruppe Dassault. Olivier Dassault machte 1974 seinen Abschluss als Ingenieur und Pilot der École de l’air. Außerdem hatte er einen Diplomabschluss in Mathematik und erwarb einen Doktorgrad in Wirtschaftsinformatik.

Fliegerische Leidenschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er war Reserveoffizier der französischen Luftstreitkräfte. Seit 1975 besaß er die Berufspilotenlizenz. Er verfügte über die fliegerische Eignung für das komplette Programm der Falcon Geschäftsflugzeuge der Dassault Aviation. Auf mehreren Flugstrecken hat er gemeinsam mit Partnern Geschwindigkeitsrekorde erzielt, so z. B. 1977 mit einer Dassault Falcon 50 auf der Strecke von New York nach Paris.[3]

Unternehmer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Firmengruppe Dassault übernahm er nach dem Tod seines Großvaters wechselnde Führungsaufgaben, so war er zeitweise Leiter der Strategieabteilung bei Dassault Aviation. 2011 wurde er zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Groupe Dassault berufen. 2018 nach dem Tod seines Vaters trat er von diesem Amt zurück, es gab unterschiedliche Meinungen mit seinen Geschwistern und er wollte mehr Zeit für seine politischen Aufgaben haben. Der Familie gehörte bis 2006 auch der Zeitschriftenverlag Valmonde und eine Beteiligung am Zeitungsverlag Socpresse (u. a. Herausgeber der überregionalen Tageszeitung Le Figaro), auch hier war er beruflich eingebunden.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits sein Großvater und sein Vater waren politisch aktiv. Von 1977 bis 1989 hatte Dassault einen Sitz im Stadtrat von Paris. Als Mitglied der Partei Rassemblement pour la République (RPR), die 1976 von Jacques Chirac gegründet worden ist, kandidierte er 1988 im Département Oise für die Nationalversammlung. Er wurde als Stellvertreter gewählt, als die Wahl des Siegers wenig später für ungültig erklärt wurde, rückte Dassault nach. 1993 wurde er wiedergewählt, 1997 verlor er und danach war er ab 2002 bis zu seinem Tod ohne Unterbrechung gewählter Abgeordneter. In seiner Heimat Beauvais war er ebenfalls in der Kommunalpolitik aktiv.

2002 wechselte er zur Partei Union pour un mouvement populaire (UMP). Die Unterstützung der Wirtschaft, insbesondere im Mittelstand, und die Förderung der französischen Exporte waren wichtige Ziele seiner politischen Arbeit. 2017 unterstützte er die Partei La République en Marche (LR) von Emmanuel Macron, deren Mitglied er auch wurde.

Fotografie und Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Olivier Dassault interessierte sich schon in der Jugend für die Fotografie. Seine künstlerische Karriere begann Ende der sechziger Jahre. Zunächst fotografierte er u. a. Jane Birkin, Isabelle Adjani und Isabelle Huppert.[4] Er wandte sich dann der Abstraktion zu und gab Farben und Formen Vorrang. Er veröffentlichte dreizehn Fotobücher und stellte regelmäßig in Frankreich und im Ausland aus.[5][6] Eine weitere künstlerische Leidenschaft galt der Musik. Für mehrere Filme hat er die Musik komponiert. Die Hymne des Parlaments stammt auch von ihm.

Tod[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dassault starb am 7. März 2021 bei einem Hubschrauberabsturz. Ein Airbus Helicopters H125[7] stürzte während der Startphase auf Dassaults Privatgelände in Touques in der Normandie ab. Auch der Pilot starb.[8] Er hinterlässt eine Frau aus zweiter Ehe und drei Kinder.

Ehrungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Olivier Dassault, député LR de l’Oise, décède dans un crash d’hélicoptère près de Trouville. In: ouest france. Abgerufen am 11. März 2021 (französisch).
  2. Milliardär und Politiker Olivier Dassault stirbt bei Hubschrauberabsturz. In: Handelsblatt. 8. März 2021. Abgerufen am 9. März 2021.
  3. Fédération Aéronautique Internationale (FAI) - General Aviation World Records. Archiviert vom Original am 6. Dezember 2006. Abgerufen am 19. Oktober 2006.
  4. Thierry Grillet: Olivier Dassault, photographe aux mille lueurs (fr) In: Polka Magazine. 19. Juni 2019. Abgerufen am 7. März 2021.
  5. Mr B.: La culture, ciment du couple France-Belgique? (fr) In: Street Press. 24. Oktober 2013. Abgerufen am 10. April 2021..
  6. Olivier Dassault (fr) In: Young Gallery. Abgerufen am 10. April 2021.
  7. https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/ungluecke/olivier-dassault-franzoesischer-milliardaer-stirbt-bei-hubschrauberabsturz-17232956.html
  8. Luftfahrt-Erbe Olivier Dassault (69) bei Hubschrauber-Absturz getötet. In: de.euronews.com. 7. März 2021, abgerufen am 7. März 2021.