Oljochowo (Kaliningrad)

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Siedlung
Oljochowo/Grieben
Олёхово
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Osjorsk
Frühere Namen Grieben (bis 1947)
Bevölkerung 348 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 227 813 008
Geographische Lage
Koordinaten 54° 23′ N, 21° 49′ OKoordinaten: 54° 23′ 0″ N, 21° 49′ 0″ O
Oljochowo (Kaliningrad) (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Oljochowo (Kaliningrad) (Oblast Kaliningrad)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Kaliningrad‎

Oljochowo (russisch Олёхово, deutsch Grieben) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)) und gehört zur Nowostrojewskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Nowostrojewo (Trempen)) im Rajon Osjorsk (Kreis Darkehmen, 1938–1945 Angerapp).

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oljochowo liegt 18 Kilometer südwestlich von Osjorsk (Darkehmen, 1938–1945 Angerapp) an einer Nebenstraße, die Opotschenskoje (Groß Skirlack) mit Luschki (Tarputschen, 1938–1945 Sauckenhof) verbindet. Ein Bahnanschluss besteht nicht.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der früher Grieben[2] genannte Ort war schon immer ein ausgesprochenes Bauerndorf. Im Jahre 1818 lebten hier 95 Einwohner, deren Zahl bis 1863 auf 352 anstieg. 1874 war Grieben eines der Dörfer, die den neu errichteten Amtsbezirk Ernstburg[3] (russisch: Sady) bildeten. Er gehörte bis 1945 zum Kreis Darkehmen (1938 Kreis Angerapp, 1939–1945 Landkreis Angerapp) im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen.

Am 9. Mai 1924 vergrößerte sich der Gemeindebezirk Griebens um Teile des benachbarten Gutsbezirks Ernstburger Wald, die eingegliedert wurden. Am 1. April 1930 kam es zu Gebietsaustauschen zwischen der neuen Landgemeinde Neu Pillkallen (bis 1921 Adlig Pillkallen, 1938–1945 Rüttelsdorf, seit 1950: Moschenskoje) und der Landgemeinde Grieben. Im Jahre 1933 wurden hier 249, 1939 noch 198 Einwohner registriert.

Infolge des Zweiten Weltkrieges kam Grieben wie das ganze nördliche Ostpreußen zur Sowjetunion und erhielt 1947 die russische Bezeichnung „Oljochowo“. Bis zum Jahre 2009 war der Ort in der seit 1991/92 russischen Oblast Kaliningrad in den Nowostrojewski sowjet (Dorfsowjet Nowostrojewo (Trempen)) eingegliedert und ist seither – aufgrund einer Struktur- und Verwaltungsreform[4] – als „Siedlung“ (possjolok) eingestufte Ortschaft der Nowostrojewskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Nowostrojewo) im Rajon Osjorsk zugeordnet.

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchlicherseits gehörte die mehrheitlich evangelische Bevölkerung von Grieben vor 1945 zum Pfarrdorf Trempen[5] (seit 1947: Nowostrojewo), das im Kirchenkreis Darkehmen (1938–1945 Angerapp, seit 1946: Osjorsk) der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union lag.

Heute gibt es in Oljochowo eine der neu entstandenen evangelischen Gemeinden, eine Filialgemeinde der Salzburger Kirche in Gussew (Gumbinnen). Sie ist der Propstei Kaliningrad[6] in der Evangelisch-Lutherischen Kirche Europäisches Russland (ELKER) zugeordnet ist.

Schule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1825 bestand in Grieben eine zweiklassige Volksschule. Vorher gehörte der Ort zum Schulverband Opotschenskoje (Groß Skirlack).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Jürgen Schlusnus, Grieben
  3. Rolf Jehke, Amtsbezirk Ernstburg
  4. Nach dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizipalen Gebilde der Oblast Kaliningrad vom 25. Juni/1. Juli 2009, nebst dem Gesetz Nr. 259 vom 30. Juni 2008, präzisiert durch das Gesetz Nr. 370 vom 1. Juli 2009
  5. Jürgen Schlusnus, Kirchspiel Trempen
  6. Ev.-luth. Propstei Kaliningrad