Olszewo (Prostki)

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Olszewo
Olszewo führt kein Wappen
Olszewo (Polen)
Olszewo
Olszewo
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Ełk
Gmina: Prostki
Geographische Lage: 53° 42′ N, 22° 14′ OKoordinaten: 53° 41′ 55″ N, 22° 14′ 18″ O
Einwohner:
Postleitzahl: 19-335[1]
Telefonvorwahl: (+48) 87
Kfz-Kennzeichen: NEL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: 1921N: Rakowo Małe/1864N ↔ Rożyńsk Wielki/1678N–Wojtele/1680N
Schienenweg: kein Bahnanschluss
Nächster int. Flughafen: Danzig



Olszewo (deutsch Olschewen, 1938 bis 1945 Kronfelde) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren, das zur Gmina Prostki (Landgemeinde Prostken) im Powiat Ełcki (Kreis Lyck) gehört.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Olszewo liegt im Südosten der Woiwodschaft Ermland-Masuren, 30 Kilometer nordöstlich der einstige Kreisstadt Johannisburg (polnisch Pisz) und 15 Kilometer südwestlich der heutigen Kreismetropole Ełk (deutsch Lyck).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das kleine nach 1898 Olschöwen und bis 1938 Olschewen genannte Dorf wurde im Jahre 1506 gegründet[2].

Von 1874 bis 1945 gehörte es zum Amtsbezirk Monethen[3] (polnisch Monety) im Kreis Johannisburg im Regierungsbezirk Gumbinnen (ab 1905: Regierungsbezirk Allenstein) in der preußischen Provinz Ostpreußen.

159 Einwohner waren im Jahr 1910 in Olschewen registriert[4], im Jahr 1933 waren es noch 152[5].

Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung im Abstimmungsgebiet Allenstein, zu dem Olschöwen gehörte, am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Olschöwen stimmten 120 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfiel keine Stimme.[6]

Am 3. Juni (amtlich bestätigt am 16. Juli) des Jahres 1938 wurde Olschewen aus politisch-ideologischen Gründen der Abwehr fremdländisch klingender Ortsnamen in „Kronfelde“ umbenannt. Die Zahl der Einwohner belief sich 1939 auf nur noch 123[5].

In Kriegsfolge kam das Dorf 1945 mit dem gesamten südlichen Ostpreußen zu Polen und erhielt die polnische Namensform „Olszewo“. Heute ist es Sitz eines Schulzenamtes[7] (polnisch Sołectwo) und als solches eine Ortschaft im Verbund der Gmina Prostki (Landgemeinde Prostken) im Powiat Ełcki (Kreis Lyck), bis 1998 der Woiwodschaft Suwałki, seitdem der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor 1945 war Olschewen in die evangelische Kirche Groß Rosinsko[8] (1938 bis 1945 Großrosen, polnisch Rożyńsk Wielki) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union sowie in die römisch-katholische Kirche in Johannisburg (polnisch Pisz) im Bistum Ermland eingepfarrt.

Heute gehört Olszewo katholischerseits zur Pfarrei in Rożyńsk Wielki im Bistum Ełk der Römisch-katholischen Kirche in Polen. Die evangelischen Einwohner halten sich zu den Kirchengemeinden Biała Piska (Bialla, 1938 bis 1945 Gehlenburg) bzw. Ełk (Lyck), beides Filialgemeinden der Pfarrei in Pisz (Johannisburg) in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Olszewo liegt an der Nebenstraße 1921N, die Rakowo Małe (Köllmisch Rakowen, 1938 bis 1945 Köllmisch Rakau) mit Rożyńsk Wielki (Groß Rosinsko, 1938 bis 1945 Großrosen) und Wojtele (Woytellen, 1938 bis 1945 Woiten) verbindet.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Polnisches Postleitzahlenverzeichnis 2013, S. 848
  2. Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Kronfelde
  3. Rolf Jehke, Amtsbezirk Monethen
  4. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Johannisburg
  5. a b Michael Rademacher, Deutsch-österreichisches Ortsregister, Landkreis Johannisburg
  6. Herbert Marzian, Csaba Kenez: „Selbstbestimmung für Ostdeutschland - Eine Dokumentation zum 50 Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920“; Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 76
  7. Gmina Prostki
  8. Walther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen, 1968, S. 491