Olympia-Radstadion (München)

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Olympia-Radstadion
Das Olympia-Radstadion in München (2014)
Das Olympia-Radstadion in München (2014)
Daten
Ort DeutschlandDeutschland München, Deutschland
Koordinaten 48° 10′ 11,6″ N, 11° 32′ 27,5″ OKoordinaten: 48° 10′ 11,6″ N, 11° 32′ 27,5″ O
Eigentümer Olympiapark München
Betreiber Olympiapark München
Baubeginn 1970
Eröffnung 1972
Abriss 2015
Oberfläche Doussié-Afzelia-Edelholz (Bahn)
Kosten 18 Millionen DM
Architekt Beier, Dahms, Grube, Harden, Kaiser, Laskowski (Stadion)
Herbert Schürmann (Bahn)
Kapazität 4.157 Plätze
Spielfläche 285,71 m Länge x 7,50 m Breite (Bahn)
Veranstaltungen
Aussenansicht

Das Olympia-Radstadion in München, zwischenzeitlich auch Event-Arena genannt, war ein Radstadion, das für die Olympischen Spiele 1972 erbaut und im Jahr 2015 abgerissen wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1970 bis 1972 wurde das Olympia-Radstadion im Olympiapark, östlich der Landshuter Allee errichtet. Für den Entwurf des Stadions waren die Architekten und Ingenieure Beier, Dahms, Grube, Harden, Kaiser und Laskowski verantwortlich. Es verfügte über eine 285,714 m (3,5 Runden = 1.000 Meter) lange und 7,50 m breiten Radrennbahn aus westafrikanischem Doussié-Afzelia-Edelholz nach Plänen des Münsteraner Architekten Herbert Schürmann und war halboffen. Die Tribünen für 4.157 Zuschauer (3.051 Sitzplätze und 1.106 Stehplätze) und die Bahn selbst waren überdacht, der Innenraum nicht.[1][2] Das Stadion befindet sich am „Toni-Merkens-Weg“, so benannt nach dem Olympiasieger im Sprint von 1936.

Bereits nacholympisch befanden sich vier Tennisplätze mit Bitumenbelag im Innenbereich, welche in den 1980er Jahren von einer Traglufthalle umgeben waren. Ende der 1990er Jahre wurde das Stadion umgebaut und der offene Innenraum mit einer zusätzlichen Überdachung zur Erlebniswelt Olympic Spirit. Diese wurde jedoch nach nur wenigen Monaten wegen mangelnder Rentabilität wieder geschlossen.[3] Anschließend wurde das Olympia-Radstadion als Event-Arena für Veranstaltungen aller Art vermarktet. Mehrfach stand auch der Abriss zur Diskussion: Im Jahre 2000 gab es Überlegungen, an dieser Stelle ein neues Stadion für den FC Bayern München zu errichten,[4] und bei einer möglichen Vergabe der Olympischen Winterspiele 2018 an München war an dieser Stelle eine Eishalle geplant.[5]

Nach einem weiteren Umbau wurde das Stadion als Kongresszentrum genutzt. Es war auf zwei Ebenen aufgeteilt und verfügte über eine Nutzfläche von 9.000 Quadratmetern bei einer Hallenkapazität von rund 3.800 Besuchern. Der Besitzer ist der Olympiapark München.[6]

Entscheidung über Abriss des bestehenden Gebäudes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abriss des ehemaligen Radstadions, August 2015

Am 17. Dezember 2014 beschloss die Stadt München den Bau einer neuen Multifunktionshalle für Eishockey und Basketball am Standort des früheren Radstadions durch einen privaten Investor auszuschreiben.[7] Der Abriss wurde bis zum Ende des Jahres 2015 abgeschlossen.[8]

Neubau einer Multifunktionshalle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich war bereits für das Jahr 2018 die Eröffnung der neuen Halle vorgesehen.[9]

Bereits im Herbst 2015 hatte sich aufgrund von noch nicht abgeschlossener Verhandlungen zwischen der am Neubau interessierten Firma Red Bull, dem vorgesehenen Mitnutzer FC Bayern München (Basketball) und der Teile der neuen Halle für den Eissport mit nutzenden Stadt München, die das Gelände in Erbpacht Red Bull überlässt, der Baubeginn und damit die Eröffnung verzögert.[10], worauf von Seiten der Olympiapark GmbH der Stadt München das Gelände für eine Zwischennutzung als Übergangsquartier für Flüchtlinge angeboten wurde, welches von der Stadt München im Rahmen des Standortbeschluss vom 30. September 2015 angenommen wurde.[11] Ab 30. Mai 2016 war auf dem Gelände vorgesehen, dass ein Übergangsquartier für bis zu 500 Flüchtlinge eröffnet werden [12] und zumindest vorläufig bis Ende März 2017 genutzt werden sollte.[13]

Im Februar 2016 war nach der damaligen Planung die Eröffnung der neue Halle im Jahr 2021 vorgesehen,[14] jedoch gab am 25. Februar 2016 der FC Bayern München den Ausstieg aus dem Hallenprojekt bekannt:

  • Als Gründe dafür nannte Präsident Karl Hopfner das finanzielle Risiko für den Verein und die langfristige Bindung durch das von Red Bull vorgelegte Konzept.
  • Zudem wären Terminüberschneidungen vom FC Bayern und dem EHC unvermeidbar, daher müsste der FCB den Audi Dome als Ausweichspielort weiter betreiben. [15][16]

Im Rahmen des neuen Standortbeschlusses der Stadt München wurde im Jahr 2016 auf die Nutzung des Geländes als Übergangsquartier verzichtet.[11]

Ob und in welcher Form Anpassungen an den derzeitigen Planungen nach dem Wegfall der Mitnutzung der neuen Halle durch eine höherklassige Basketballmannschaft vorgenommen werden, ist noch offen.[17][18] Stand Juli 2016 wird von Seiten der Olympiapark GmbH mit einem Abschluss der Gespräche zwischen den noch verbliebenen Gesprächspartnern erst in mindestens zwei Jahren gerechnet, so dass die Voraussetzung für den Baubeginn der neuen Halle noch nicht vorliegen und Gespräche über eine andere Zwischennutzung des Geländes durch die Olympiapark GmbH geführt werden können.[11]

Mitte Januar 2017 gab Dietrich Mateschitz in einem Interview gegenüber den Salzburger Nachrichten bekannt, dass die Planungsphase für die 10.000-Zuschauer-Arena für knapp 100 Mio. Euro weitgehend abgeschlossen sind. Er rechne nicht mit einer langen Phase der Einreichung und Baugenehmigung. Wenn man bald mit dem Bau beginnen könne, könnte die Halle ab der Saison 2019/20 genutzt werden.[19] Für Anfang Februar des Jahres ist ein Treffen zwischen Mateschitz und Uli Hoeneß geplant, bei dem die Einzelheiten der Halle besprochen werden. Konzerte werden in der neuen Arena nicht stattfinden, diese bleiben der Olympiahalle wie dem Olympiastadion vorbehalten.[20]

Ende April 2017 wurde bekannt, dass Red Bull und der FC Bayern München Basketball kurz vor einer Einigung über den Bau der Arena stehen, wogegen von Seiten der Stadt München eine Prüfung der Bedingungen für die Anmietung erst noch durchzuführen ist.[21] Die Stadt München stellt das Grundstück in Erbpacht zur Verfügung[21], während Red Bull die Baukosten von 100 Mio. Euro trägt. Der FC Bayern Basketball und der EHC Red Bull München sollen Langzeitmieter des Neubaus werden, daneben soll die Stadt München für die Mitnutzung "für den Publikumseislauf, den Breitensport, den Schulsport und für Shorttrack - insbesondere für den Jugendstützpunkt" ebenfalls Langzeitmieter werden.[21] Bayern-Präsident Uli Hoeneß gab in einem Interview an, dass die Halle sehr wahrscheinlich gebaut werde. Mit der Fertigstellung wird für 2020 oder spätestens für 2021 gerechnet. Die Halle soll bei Basketballspielen Platz für 11.500 Besucher und bei Eishockeyspielen Platz für 10.500 Sitze bieten.[22] Die Arena wird auch nicht den Sponsorennamen Red Bull tragen.[23] Die Halle soll für bis zu 15 Heimspielen während der Basketballsaison genutzt werden, wobei ein Wechsel zwischen der Nutzung als Eishockey- oder Basketballstadion sechs Stunden betragen soll.[22]

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter anderem fanden bis zur Stilllegung in der Event-Arena statt:

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Olympia-Radstadion – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. velodromes.com: Cycle Tracks - List of References No. 50-100 (englisch)
  2. olypark.de: Daten und Bilder zum Olympia-Radstadion (Flash; 28 kB)
  3. sueddeutsche.de: Der Olympische Geist kann Millionen kosten Artikel vom 22. März 2004
  4. spiegel.de: Diktat der Vandalen Artikel vom 28. August 2000
  5. tz-online.de: Olympiapark: So teuer wird die Sanierung Artikel vom 5. März 2012
  6. olympiapark.de: Event-Arena
  7. muenchen.de: Neues Zuhause für Eishockey und Basketball Artikel vom 18. Dezember 2014
  8. muenchen.tv: Ära des ehemaligen Olympia-Radstadions geht zu Ende Artikel vom 2. April 2015
  9. tz.de: Fix! EHC und Bayern bekommen neue Halle Artikel vom 18. Dezember 2014
  10. sueddeutsche.de, 22. Juni 2015: "Eissportzentrum im Olympiapark: Poker vor dem ersten Puck"
  11. a b c Süddeutsche Zeitung, Druckausgabe 19. Juli 2016, Landkreisausgabe Norden, "Entscheidung über neue Halle zieht sich hin"
  12. sueddeutsche.de, 10. Februar 2016: "Gelassene Nachbarschaft"
  13. sueddeutsche.de, 29. September 2015: "Beschluss im Stadtrat Neue Unterkünfte für Flüchtlinge"
  14. Süddeutsche Zeitung, Druckausgabe 23. Februar 2016 Münchner Teil: Bericht über den Wasserschaden in der Rudi-Sedlmayer-Halle/Audi-Dom am 20. auf 21. Februar 2016
  15. idowa.de: Langfristige Heimat Audi Dome: Bayern-Basketballer steigen aus Hallen-Projekt in München aus Artikel vom 25. Februar 2016
  16. sueddeutsche.de, 25. Februar 2016: "Hallenprojekt: FC Bayern-Basketballer geben Red Bull einen Korb"
  17. Sueddeutsche.de, 24. Februar 2016: "Neue Multifunktionsarena im Olympiapark:Hopp oder top"
  18. merkur-online.de, 25. Februar 2016: "Keine Einigung mit Red Bull: Bayern-Basketballer steigen aus Hallenprojekt aus"
  19. salzburg.com: Mateschitz im SN-Interview: "Zu Saisonmitte fahren wir um Siege" Artikel vom 16. Januar 2017
  20. stadionwelt.de: Neue Arena für Bayern und Red Bull Artikel vom 16. Januar 2017
  21. a b c Süddeutsche Zeitung, Druckausgabe 2. Mai 2017:„Ein paar Sprüche muss man sich schon anhören“ Interview: Stefan Brunner und Ralf Tögel mit Christine Strobl, Beatrix Zurek und Marion Schöne
  22. a b www.merkur-online.de, 29. April 2017:"Basketball-Projekt in vier Jahren fertig? Hoeneß verrät Details zum neuen Sporttempel im Olypark
  23. stadionwelt.de: Red Bull und FC Bayern einig über gemeinsame Arena Artikel vom 28. April 2017