Olympiastadion Berlin

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Olympiastadion Berlin
Olympiastadion Berlin Sep-2015.jpg
Innenraum des Olympiastadions Berlin (September 2015)
Daten
Ort DeutschlandDeutschland Berlin, Deutschland
Koordinaten 52° 30′ 53″ N, 13° 14′ 22″ OKoordinaten: 52° 30′ 53″ N, 13° 14′ 22″ O
Klassifikation 4
Eigentümer Land Berlin
Betreiber Olympiastadion Berlin GmbH
Baubeginn 1934
Eröffnung 1. August 1936
Renovierungen 2000–2004
Oberfläche Naturrasen
Kosten 242 Mio. (Umbau 2000–2004)
Architekt Werner March (Bau)
gmp (Umbau)
Kapazität 74.649
Verein(e)
Veranstaltungen

Das Olympiastadion Berlin befindet sich im Berliner Ortsteil Westend. Es ist Teil des Olympiageländes (ursprünglich: Reichssportfeld) und wurde 1934–1936 für die Olympischen Sommerspiele 1936 mit einem Fassungsvermögen von 100.000 Zuschauern an der Stelle des zuvor dort befindlichen Deutschen Stadions errichtet. Heute ist das Olympiastadion Heimspielstätte der Fußball-Bundesligamannschaft von Hertha BSC, die damit auch Hauptnutzer des Stadions ist.

Anlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haupteingang (Osttor) mit den fünf Olympischen Ringen und Podbielskieiche

Das Olympiastadion ist zentraler Bestandteil des axial aufgebauten Olympiageländes (ehemals: Reichssportfeld), zu dem auch das Sportforum, das Hockey-Olympiastadion, das Olympia-Reiterstadion, das Olympia-Schwimmstadion, die Waldbühne, das Maifeld, der Glockenturm und die Langemarckhalle, sowie die Stadion-Terrassen gehören. Die Ost-West-Achse erstreckt sich vom Olympischen Platz, wo sich der Haupteingang befindet, über das Stadion bis um Glockenturm. Das ebenfalls in ost-westlicher Richtung angelegte Stadionoval ist westlich durch eine Öffnung über dem Marathontor unterbrochen und eröffnet eine Sichtachse über das Maifeld zum Glockenturm. In der Öffnung befindet sich die Schale für das Olympische Feuer und an den Wänden des Durchbruchs wurden die Namen der Sieger der Olympischen Wettbewerbe festgehalten. Der Eingangsbereich am Osttor wird durch zwei 35 Meter hohe Türme, den Preußenturm im Norden und den Bayernturm im Süden hervorgehoben, zwischen denen die Olympischen Ringe aufgehängt sind. Am Übergang zum Maifeld stehen weitere vier derartige Türme symmetrisch zur Ost-West-Achse angeordnet, Friesenturm und Sachsenturm nördlich und Frankenturm und Schwabenturm südlich der Achse. Die weniger ausgeprägte Nord-Süd-Achse verläuft von der Flatowallee (ehemals Reichssportfeldstraße) über den Eingang am Südtor, durch das Stadion und das Olympia-Schwimmstadion.[1]

Das Stadion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stafettenläufer (Staffelläufer) von Karl Albiker
Rosseführer von Joseph Wackerle

Das Olympiastadion selbst wurde teilweise als Erdstadion ausgeführt, bei dem nur der auf zahlreichen Stahlbetonpfeilern gelagerte Oberring über das Erdniveau hinaus ragt. Der Oberring ist am Marathontor unterbrochen, gegenüber auf der Ostseite befindet sich die große Anzeigentafel. Alle sichtbaren Außenwände und Pfeiler wurden mit Werkstein verkleidet, zumeist mit fränkischem Muschelkalk, nur in einigen Bereichen wie am Marathontor kam der hellere Gauinger Travertin zum Einsatz. Der Tribünenbereich befindet sich an der Südseite des Stadions. In seinem Zentrum war die ebenerdig erreichbare Führerloge untergebracht. Innerhalb des Pfeilerkranzes wurden zwei Umgänge angelegt, von denen Durchlässe den Zugang zum Unterring bzw. zum Oberring ermöglichen.

Außenbereich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadion ist umgeben von einem ebenen Außenbereich. Die östlichen Ecken der rechteckigen Grundform sind abgerundet. Nach Norden ist der Außenbereich durch das Olympia-Schwimmstadion begrenzt, nach Westen durch das Maifeld. Die an das Stadion direkt angrenzenden Bereiche, sowie die Zugänge vom Osttor und Südtor, vom Maifeld und der Bereich an der Mauer zum tiefergelegenen Schwimmstadion sind gepflastert. Die vier Ecken des Geländes sind als Wiese belassen. Hinter den nördlichen Kassenhäuschen am Osttor befindet sich die Podbielskieiche, ein etwa 200 Jahre altes geschütztes Naturdenkmal, das seinen an Victor von Podbielski erinnernden Namen von einem gleichnamigen Baum des Vorgängerstadions übernahm.

Die Rundungen im Osten sind durch Skulpturen und Stelen gekennzeichnet. 1935 bis 1937 entstanden die Plastiken Diskuswerfer und Stafettenläufer von Karl Albiker. Von beiden Plastiken auf das Osttor zulaufend erinnert jeweils eine Siegerstele je Olympisches Sommer- und Winterspiel an die deutschen Goldmedaillengewinner der Spiele seit 1896 nach einem Vorbild aus der griechischen Antike. Die Gedenksteine (Olympiastelen) haben architektonisch den Charakter eines äußeren Säulenpfeilerrings. Der Übergang zum Maifeld wird von zwei Skulpturen Rosseführer von Joseph Wackerle eingerahmt. Die vier Skulpturen sind ebenso wie die Verkleidung des Marathontores aus Gauinger Travertin. Sie wurden vor Ort aus einem großen Steinquader herausgehauen. Die Vorgabe für die Künstler war, die Architektur des Reichssportfelds in der Gestaltung der Skulpturen widerzuspiegeln.[2]

Am Umgang westlich des Südtors ist die Olympiaglocke aufgestellt. Vor den Zeiten mobiler Kommunikation war sie ein beliebter Treffpunkt für Zuschauer, die sich im Getümmel aus den Augen verloren hatten. Es handelt sich dabei um die zu den Olympischen Spielen 1936 im Glockenturm aufgehängte Glocke. Bei der Sprengung des ausgebrannten Glockenturms 1947 fiel sie zu Boden und erhielt einen Riss. Zum Schutz vor Metalldiebstahl wurde sie zunächst vergraben, jedoch 1956 wieder ausgegraben und im Außenbereich des Olympiastadions aufgestellt.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1912 wurden die Olympischen Spiele 1916 nach Berlin vergeben. Dafür wurde innerhalb von 200 Tagen im Inneren der 1909 entstandenen Rennbahn Grunewald das Deutsche Stadion nach Plänen des Architekten Otto March errichtet und am 8. Juni 1913 zum 25-jährigen Thronjubiläum Kaiser Wilhelms II. eingeweiht. Wegen des Ersten Weltkriegs fanden die Olympischen Spiele 1916 jedoch nicht statt. Nach dem Ersten Weltkrieg blieb Deutschland von den Olympischen Sommerspielen 1920 und 1924 ausgeschlossen. Mit der Teilnahme deutscher Sportler an den Spielen 1928 wurde Deutschland auch wieder ein möglicher Ausrichter Olympischer Spiele.

Die Olympischen Sommerspiele 1936 wurden am 13. Mai 1931 vom Internationalen Olympischen Komitee nach Berlin vergeben. Zunächst planten die Organisatoren der Spiele, das bestehende Deutsche Stadion umzubauen. Mit den Planungen wurde Werner March, Sohn des Architekten des Deutschen Stadions Otto March, beauftragt. Nach seinen Plänen sollte das großflächige Erdstadion tiefer eingesenkt werden und das Schwimmbecken aus der Gegentribüne entfernt und zur Ostkurve verlegt werden. So sollten zusätzliche Zuschauerplätze gewonnen werden und die Zuschauer dichter an das Geschehen auf dem Spielfeld gebracht werden. Zusätzlich sollte neben dem südlichen Tunnelzugang ein weiterer Tunnel von Osten als Zugang unter der Rennbahn zum Stadion errichtet werden.[4]

1934–1938[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karte mit dem Fassungsvermögen der Gebäude und Anlagen, Reichssportfeld 1936
Die Schale für das olympische Feuer im Marathontor des Stadions

Entgegen der ursprünglichen Planung, das Deutsche Stadion für die Olympischen Spiele umzubauen, ordnete der neue Reichskanzler Adolf Hitler wegen des zu erwartenden propagandistischen Effektes für Deutschland im Oktober 1933 den Bau eines neuen Großstadions an gleicher Stelle an und beauftragte den bisher zuständigen Architekten Werner March mit den Planungen. Hitler missfiel der vorgelegte Stadion-Neuentwurf zunächst. Dieser sah für den Neubau ein Stahlbeton-Oval mit verglasten Zwischenwänden vor. „Einen solchen modernen Glaskasten [werde er] nie betreten“, so Hitler zu seinem Berater und Partei-Architekten Albert Speer im Herbst 1934. Speer zeichnete über Nacht eine imperial anmutende Alternative. Er strich die in dem Entwurf vorgesehenen Verglasungen. Das Stahlbeton-Skelett verblendete er darin mit Werksteinplatten.[5] Weiter erklärte Hitler den Bau nun zur Reichssache und reduzierte die Rolle der bisher zuständige Stadt Berlin aus den Olympiaplanungen.[6] Die umschließende Rennbahn sollte dabei aufgegeben und der Pächter des Geländes, der Union-Klub, enteignet werden. Damit wurde westlich des Stadions Raum für ein großes Aufmarsch- und Versammlungsgelände gewonnen, das heutige Maifeld, auf das Hitler großen Wert legte.[7] Das olympische Bauvorhaben wurde das erste von Hitlers Großbau-Projekten. Durch die Ausweitung der vorhandenen Planung stiegen die Ausgaben von den ursprünglich kalkulierten 5,5 Millionen auf 42 Millionen Reichsmark (kaufkraftbereinigt in heutiger Währung: rund 183 Millionen Euro).[8] Mit den Olympischen Spielen in Deutschland wollte er der Welt in propagandistischer Weise vorführen, dass das Deutsche Reich unter seiner Führung in erster Linie ein friedliebendes, soziales und wirtschaftlich aufstrebendes Land sei.

Das Stadion wurde am 1. August 1936 anlässlich der XI. Olympischen Sommerspiele eröffnet.

1939–1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während des Zweiten Weltkriegs betrieb die Firma Blaupunkt in den Stadionkatakomben eine Produktionsanlage für Zünder. Teile der Katakomben wurden auch für den Luftschutz genutzt. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs fanden in der Nähe des Berliner Olympiastadions Kampfhandlungen statt. Am 28. April befahl Hitler aus dem Führerbunker dem Reichsjugendführer Arthur Axmann, mit seiner HJ-Division gegen die von Westen anrückenden Sowjets den Havelübergang und das Reichssportfeld zu verteidigen. Der Aktion war wenig Erfolg beschieden. Die Angaben über die genauen Umstände und die Verluste differieren stark.[9] Während Axmann in seiner Rechtfertigung nach dem Krieg nur ca. 70 Gefallene auf deutscher Seite schätzt, sprechen andere Quellen von Tausenden toten Hitlerjungen.

Auf dem Gelände des Olympiastadions befanden sich am Ende des Krieges Bombenkrater und der Glockenturm war durch Brandeinwirkung zerstört.[10]

1945–2000[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innenraum des Berliner Olympiastadions vor dem letzten Umbau

In der Tribüne auf der Südseite befindet sich eine Ehrenhalle und davor die ehemalige Führerloge, die auf eine der letzten Anordnungen der britischen Militärverwaltung hin um zwei Meter verkürzt werden musste, um den Bereich, in dem sich Hitler während der Olympischen Spiele aufgehalten hat, zu entfernen und so einer möglichen neonazistischen Kultstätte vorzubeugen.

Der Glockenturm wurde 1947 gesprengt und 1962 wieder aufgebaut.[11]

Am 26. September 1969 wurde im Spiel Hertha BSC gegen den 1. FC Köln mit 88.075 Zuschauern die bis dato höchste Zuschauerzahl in einem Bundesligaspiel erreicht.

Das Stadion wurde 1974 für die im gleichen Jahr stattfindende Fußball-Weltmeisterschaft teilüberdacht.

Umbau 2000–2004[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Feuerhalter in den Umgängen

In den Jahren 2000 bis 2004 wurde das Olympiastadion unter Beibehaltung des Sportbetriebs nach Entwürfen des Architekturbüros Gerkan, Marg und Partner für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 grundlegend umgebaut und modernisiert. Für die Durchführung des Umbaus wurde die Firma Walter Bau AG gewählt, die sich zu diesem Zeitpunkt bereits in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befand. Sie meldete nach Ende der wesentlichen Umbauarbeiten am 1. Februar 2005 Insolvenz an.

Die Wettkampffläche wurde um einige Ränge abgesenkt, um eine dichtere Atmosphäre für Fußballspiele zu schaffen. Bei den Umbauarbeiten waren die konservatorischen Belange des Denkmalschutzes zu beachten. Die alten Natursteine wurden einzeln sandgestrahlt; so konnte etwa 70 Prozent der historischen Bausubstanz erhalten werden. Herausragende Kennzeichen des umgebauten Olympiastadions sind das jetzt alle Ränge umfassende Dach, an dem eine durchgängige Flutlichtbeleuchtung („Feuerring“) montiert wurde, die bei Flutlichtspielen keine Schatten oder Halbschatten erzeugt. Eine blaue Tartanbahn wurde auf Wunsch und Kosten des Fußball-Bundesligisten Hertha BSC in dessen Vereinsfarben aufgetragen. Die blaue Farbgebung wurde durch den Denkmalschutz kritisiert. Die Befürchtung, Wasservögel landen auf der Bahn, hat sich nicht bestätigt.

Aufgrund dessen Vorgaben sind auch alle Ein- und Umbauten (zusätzliche Decken, Wandverkleidungen etc.) wiederentfernbar gestaltet worden, sodass sich der Zustand von vor 2000 theoretisch wiederherstellen ließe. Zusätzlich wurden neue Feuerhalter in den Umgängen des Stadions angebracht, die auf Fotografien von 1936 fehlen. Im Erdgeschoss des Stadions befindet sich seit 2004 eine christliche Kapelle, deren Wände mit Blattgold belegt sind. Das Glockengeläut wird mittels einer Tonbandaufnahme eingespielt, die in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche aufgenommen wurde.[12][13]

Nach Abschluss der Bauarbeiten fasst das Stadion jetzt 74.649 Sitzplätze.[14] Die Gesamtkosten dieses Umbaus beliefen sich auf rund 242 Millionen Euro, wovon 196 Millionen vom Bund übernommen wurden.[15] Das Olympiastadion hat nach dem Umbau von der UEFA den Status eines Fünf-Sterne-Stadions verliehen bekommen.

Seit 2004[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die offizielle Einweihung des neuen Stadions fand am 31. Juli und 1. August 2004 mit einer großen Konzertveranstaltung statt, bei der unter anderem Nena, Pink und der Dirigent Daniel Barenboim auftraten. Am zweiten Tag eröffneten die Amateure von Hertha BSC gegen den Lokalrivalen 1. FC Union Berlin die Saison der Fußball-Regionalliga Nord, zudem wurde ein Freundschaftsspiel zwischen Hertha BSC und Beşiktaş Istanbul ausgetragen. Am 8. September 2004 wurde das Länderspiel Deutschland gegen Brasilien im Berliner Olympiastadion ausgetragen (Endstand: 1:1).

Das gefüllte Stadion beim Bundesligaspiel Hertha BSC gegen Borussia Dortmund, 2007

Das Stadion war Spielort und der Endspielort der Fußball-Weltmeisterschaft 2006. Am 13. Januar 2006 gab die FIFA bekannt, dass die von dem österreichischen Künstler André Heller geplante Eröffnungsfeier zur Fußball-Weltmeisterschaft in Berlin am 7. Juni abgesagt wird. Die 25 Mio. Euro teure Show sollte der festliche Auftakt zur Weltmeisterschaft in Deutschland sein. Mögliche Probleme mit dem Rasen im Berliner Olympiastadion für die folgenden Spiele wurden als Grund genannt. Als „Entschädigung“ für die Stadt Berlin wurde eine Feier auf der Straße des 17. Juni organisiert. Am 12. Mai 2006 wurde der „WM-Rasen“ für das Stadion direkt aus den Niederlanden geliefert, noch im gleichen Monat, in dem viele Aussteller auf dem Platz vor dem Stadion ihre Angebote zur Weltmeisterschaft vorstellten. Während der Fußballweltmeisterschaft 2006 fanden im Stadion vier Vorrundenpartien, das Viertelfinale Deutschland gegen Argentinien (5:3 n.E.) und das Finale zwischen Italien und Frankreich (6:4 n.E.) statt.

Im Jahr 2007 erhielt es den IOC/IPC/IAKS Award in Gold, den einzigen internationalen Architekturpreis für bereits im Betrieb bewährte Sport- und Freizeitbauten (Neubauten, Erweiterungen oder Modernisierungen). Gleichzeitig wurde es mit dem IOC/IPC/IAKS-Sonderpreis 2007 für behindertengerechte Sportanlagen ausgezeichnet, der die Zugänglichkeit von Sportanlagen und allen anderen Bauten fördert, um auch Menschen mit Behinderungen die Möglichkeit zu geben, Sport uneingeschränkt und barrierefrei auszuüben oder dabei zuzuschauen.

Im Jahr 2009 wurden im Olympiastadion Berlin die Leichtathletik-Weltmeisterschaften ausgetragen, zu deren Austragungsort Berlin am 4. Dezember 2004 benannt wurde. Während dieser Weltmeisterschaft wurden auf der Laufbahn des Berliner Olympiastadions von Usain Bolt Weltrekorde im 100 Meter- sowie im 200 Meter-Lauf aufgestellt, welche mit 9,58 und 19,19 Sekunden noch heute Bestand haben.

Am 30. Mai 2015 kam im Olympiastadion beim Finale des DFB-Pokal-Wettbewerbs 2014/15 zwischen dem VfL Wolfsburg und Borussia Dortmund erstmals in Deutschland die Torlinientechnik Hawk-Eye zum Einsatz. Das Spiel endete 3:1 für die Wolfsburger.

Für den 6. Juni 2015 war das Endspiel der UEFA Champions League zur Austragung im Berliner Olympiastadion angesetzt. Der FC Barcelona konnte sich mit 3:1 gegen Juventus Turin durchsetzen.[16]

Heutige Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Senkrecht-Luftbild des Stadions mit dem Olympiagelände
Lage des Stadions auf dem Olympiagelände

Räumlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt im Stadionkomplex Beflaggung am Rand des Oberrings, überdachte Sitzplätze, Logen, Ehrentribünen, Pressetribünen, VIP-Anbau, Videoüberwachung durch die Polizei, Stadionkapelle, Reportergraben, eine unterirdische Aufwärmehalle mit 100-Meter-Bahnen, Umkleidekabinen im zweiten Untergeschoss sowie Technikräume und Tiefgaragen.[17][18]

Nutzer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sichtachse Marathontor
Luftbild des Stadions, 2007
Die blaue Laufbahn um das Spielfeld…
…hier mit leerem Innenraum
Sitzanordnung im Olympiastadion

Der Hauptnutzer Hertha BSC trägt seit der Gründung der Fußball-Bundesliga im Jahr 1963 seine Heimspiele im Olympiastadion aus. Seit 1985 findet im Olympiastadion jährlich das Finale des DFB-Pokals statt, bis 2009 auch das Finale der Frauen. Das American-Football-Team von Berlin Thunder bestritt hier seine Heimspiele in der NFL Europe bis Juni 2007. Zusätzlich werden Leichtathletik-Wettkämpfe, wie das jährliche ISTAF, ausgetragen. Gelegentlich wird das Stadion auch für Großveranstaltungen ohne sportlichen Charakter, wie etwa Kirchentage oder Konzerte, genutzt. Am 12. Juli 2008 stellte Mario Barth den Weltrekord als „Live-Comedian mit den meisten Zuschauern“ auf, indem er vor 70.000 Zuschauern im Olympiastadion auftrat. Am 22. September 2011 zelebrierte Papst Benedikt XVI. im Rahmen seines Deutschlandbesuches eine heilige Messe im Olympiastadion. Jährlich besuchen rund 300.000 Touristen das Olympiastadion.[13]

Spiele der deutschen Fußballnationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Fußballnationalmannschaft trat bisher zu folgenden Begegnungen im Stadion an:

15. November 1936, Freundschaftsspiel
Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutschland Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Italien 2:2 (2:1)
24. Oktober 1937, Freundschaftsspiel
Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutschland NorwegenNorwegen Norwegen 3:0 (2:0)
14. Mai 1938, Freundschaftsspiel
Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutschland EnglandEngland England 3:6 (2:4)
26. Februar 1939, Freundschaftsspiel
Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutschland Jugoslawien Konigreich 1918Jugoslawien Jugoslawien 3:2 (1:2)
26. November 1939, Freundschaftsspiel
Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutschland Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Italien 5:2 (2:2)
7. April 1940, Freundschaftsspiel
Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutschland Ungarn 1940Ungarn Ungarn 2:2 (2:2)
12. April 1942, Freundschaftsspiel
Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutschland Spanien 1938Spanien Spanien 1:1 (0:0)
20. September 1942, Freundschaftsspiel
Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutschland SchwedenSchweden Schweden 2:3 (2:2)
17. Juni 1951, Freundschaftsspiel
Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BR Deutschland TurkeiTürkei Türkei 1:2 (0:1)
26. Mai 1956, Freundschaftsspiel
Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BR Deutschland EnglandEngland England 1:3 (0:1)
19. November 1958, Freundschaftsspiel
Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BR Deutschland OsterreichÖsterreich Österreich 2:2 (1:1)
10. Mai 1961, WM-Qualifikation
Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BR Deutschland NordirlandNordirland Nordirland 2:1 (1:0)
4. November 1964, WM-Qualifikation
Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BR Deutschland SchwedenSchweden Schweden 1:1 (1:0)
27. September 1967, Freundschaftsspiel
Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BR Deutschland FrankreichFrankreich Frankreich 5:1 (1:0)
9. Mai 1970, Freundschaftsspiel
Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BR Deutschland IrlandIrland Irland 2:1 (1:0)
13. Mai 1972, EM-Viertelfinale
Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BR Deutschland EnglandEngland England 0:0
16. Juni 1973, Freundschaftsspiel
Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BR Deutschland Brasilien 1968Brasilien Brasilien 0:1 (0:0)
14. Juni 1974, WM-1. Finalrunde
Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BR Deutschland ChileChile Chile 1:0 (1:0)
8. Oktober 1977, Freundschaftsspiel
Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BR Deutschland ItalienItalien Italien 2:1 (1:0)
12. September 1979, Freundschaftsspiel
Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BR Deutschland ArgentinienArgentinien Argentinien 2:1 (0:0)
26. Oktober 1983, EM-Qualifikation
Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BR Deutschland TurkeiTürkei Türkei 5:1 (1:0)
12. August 1987, Freundschaftsspiel
Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BR Deutschland FrankreichFrankreich Frankreich 2:1 (2:0)
31. März 1988, Freundschaftsspiel
Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BR Deutschland SchwedenSchweden Schweden 1:1 (1:0)
2. April 1988, Freundschaftsspiel
Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BR Deutschland ArgentinienArgentinien Argentinien 1:0 (1:0)
15. November 1995, EM-Qualifikation
DeutschlandDeutschland Deutschland BulgarienBulgarien Bulgarien 3:1 (0:0)
6. September 1997, WM-Qualifikation
DeutschlandDeutschland Deutschland PortugalPortugal Portugal 1:1 (0:0)
8. September 2004, Freundschaftsspiel
DeutschlandDeutschland Deutschland BrasilienBrasilien Brasilien 1:1 (1:1)
20. Juni 2006, WM-Vorrunde
EcuadorEcuador Ecuador DeutschlandDeutschland Deutschland 0:3 (0:2)
30. Juni 2006, WM-Viertelfinale
DeutschlandDeutschland Deutschland ArgentinienArgentinien Argentinien 1:1 n.V. (0:0)
4:2 i.E.
19. November 2008, Freundschaftsspiel
DeutschlandDeutschland Deutschland EnglandEngland England 1:2 (0:1)
8. Oktober 2010, EM-Qualifikation
DeutschlandDeutschland Deutschland TurkeiTürkei Türkei 3:0 (1:0)
16. Oktober 2012, WM-Qualifikation
DeutschlandDeutschland Deutschland SchwedenSchweden Schweden 4:4 (3:0)
26. März 2016, Freundschaftsspiel
DeutschlandDeutschland Deutschland EnglandEngland England 2:3 (1:0)

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Olympiastadion ist östlich durch den etwa 500 Meter entfernten U-Bahnhof Olympia-Stadion (zuerst: Stadion, später: Reichssportfeld, Olympia-Stadion Ost) der U2 und südlich durch den etwa 300 Meter entfernt liegenden S-Bahnhof Olympiastadion mit der Linie S5 der S-Bahn an das Berliner Nahverkehrsnetz angeschlossen.[19]

Auszeichnungen für den Umbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom Glockenturm auf das Olympiastadion während des Umbaus
  • IAKS All-Time-Award 2015[20][21]
  • BDA-Architekturpreis Nike 2007 in der Kategorie beste Raumwirkung
  • IOC/IAKS Award in Gold 2007
  • IPC/IAKS Sonderpreis 2007
  • iF Gold Award 2007: Kapelle im Olympiastadion Berlin
  • red dot award 2007: Kapelle im Olympiastadion Berlin
  • Architekturpreis Berlin 2006
  • Licht-Architektur-Preis 2005
  • Deutscher Stahlbaupreis 2004

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Werner March: Bauwerk Reichssportfeld. Deutscher Kunstverlag, 1936.
  • Volker Kluge: Olympiastadion Berlin – Steine beginnen zu reden. Parthos-Verlag, Berlin 1999. ISBN 3-932529-28-6.
  • Dan Richter: Olympiastadion Berlin. Menschen und Geschichten über die große Runde. Zeitgeist Media, Gütersloh 2004, ISBN 3-926224-49-5.
  • Rainer Rother (Hrsg.): Geschichtsort Olympiagelände 1909–1936 – 2006. Olympiastadion Berlin. Herausgegeben im Auftrag des DHM. Jovis Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-936314-66-7.
  • Wolfgang Schäche und Norbert Szymanski: Das Reichssportfeld. Architektur im Spannungsfeld von Sport und Macht. bebra Verlag, Berlin 2001. ISBN 3-930863-67-7.
  • Martin Kaule: Olympiastadion Berlin und Olympisches Dorf Elstal. Ch. Links Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-86153-766-3.
  • Stephan Brandt: Von der Pferderennbahn Grunewald zum Olympiastadion. Sutton Verlag, Erfurt 2015, ISBN 978-3-95400-494-2.
  • sights on audio: Olympiastadion Berlin. Das akustische Geschichtserlebnis. Ein Hörbuch zur Geschichte des Olympiastadions.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Olympiastadion Berlin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Werner March: Bauwerk Reichssportfeld. Deutscher Kunstverlag, 1936, S. 19–20. Online bei digilib.tu-graz.at
  2. Skulpturen im Olympia-Gelände – Modelle, Fotografien, Dokumente von Ursel Berger.
  3. Volker Kluge: Olympiastadion Berlin – Steine beginnen zu reden. Parthos-Verlag, Berlin 1999. ISBN 3-932529-28-6, S. 84.
  4. Wolfgang Schäche, Norbert Szymanski: Das Reichssportfeld. Architektur im Spannungsfeld von Sport und Macht. bebra Verlag, Berlin 2001. ISBN 3-930863-67-7, S. 52–53.
  5. Alte Sünden. In: Der Spiegel, 22. Dezember 1997
  6. Schäche, Szymanski 2001, S. 55–56;
    Arnd Krüger: Die Olympischen Spiele 1936 und die Weltmeinung: ihre außenpolitische Bedeutung unter besonderer Berücksichtigung der USA. Berlin: Bartels & Wernitz, 1972 (= Sportwissenschaftliche Arbeiten Bd. 7). ISBN 3-87039-925-2.
  7. Schäche, Szymanski 2001, S. 57.
  8. Hilmar Hoffmann: Mythos Olympia. Autonomie und Unterwerfung von Sport und Kultur. Weimar 1993, S. 17
  9. Schäche, Szymanski 2001, S. 123.
  10. Ulrich Paul: Auf dem Laufsteg über den Rasen. In: Berliner Zeitung, 30. Juli 2011, S. 22
  11. Ulrich Paul: Auf dem Laufsteg über den Rasen. In: Berliner Zeitung, 30. Juli 2011, S. 22
  12. herthabsc.de: Die Stadionkapelle
  13. a b Air Berlin Magazin, Sport: Das Olympische Feuer soll wieder in Berlin brennen, S. 78 f., September/Oktober 2011
  14. Berliner Olympiastadion erhält 405 zusätzliche Sitze. In: Berliner Morgenpost, 24. März 2014
  15. Das blaue Wunder von Berlin. Bei: ksta.de, 1. August 2004
  16. Olympiastadion 2015: Berlin bekommt Zuschlag für Champions-League-Finale. In: Spiegel Online. 23. Mai 2013, abgerufen am 26. Mai 2016.
  17. Ulrich Paul: Auf dem Laufsteg über den Rasen. In: Berliner Zeitung, 30. Juli 2011, S. 22
  18. Olympiastadion Berlin: Willkommen im neuen Olympiastadion Berlin. Faltblatt von 2012
  19. transfermarkt.de: Stadionbeschreibung Olympiastadion
  20. IAKS All-Time Award. In: iaks.org. Abgerufen am 8. November 2015 (englisch).
  21. Olympiastadion Berlin GmbH: Olympiastadion Berlin erhält Auszeichnung als herausragende Sport und Veranstaltungsstätte. In: olympiastadion-berlin.de. 3. November 2015, abgerufen am 8. November 2015.