Olympique Lyon

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Olympique Lyon
logo
Basisdaten
Name Olympique Lyonnais
Sitz Lyon, Frankreich
Gründung 3. August 1950
Präsident Jean-Michel Aulas
Website olweb.fr
Erste Mannschaft
Cheftrainer Rudi Garcia
Spielstätte Groupama Stadium
Plätze 59.186
Liga Ligue 1
2018/19 3. Platz
Heim
Auswärts

Olympique Lyon (offiziell Olympique Lyonnais, kurz „OL“) ist ein französischer Fußballverein aus Lyon. Seine Herrenmannschaft dominierte seit dem ersten nationalen Titelgewinn im Jahr 2002 die französische Liga und stellte im Mai 2008 mit sieben aufeinanderfolgenden Meisterschaften einen neuen Ligarekord auf. Auf internationaler Bühne erreichte Lyon das Halbfinale im Europapokal der Pokalsieger 1963/64 sowie 2009/10 in der Champions League, dort in den Jahren von 2004 bis 2006 zudem das Viertel-, 2007 bis 2009 das Achtelfinale. 2007 war Olympique Lyon der erste Verein, der im selben Jahr sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen die französische Meisterschaft gewinnen konnte. Den ersten europäischen Titel des Klubs gewannen seine Frauen mit der UEFA Women’s Champions League 2011.

Vereinspräsident ist derzeit Jean-Michel Aulas; die Ligamannschaft wird von Rudi Garcia trainiert, der im Oktober 2019 Sylvinho ablöste.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 1902 entstand Lyon Olympique durch Fusion von vier Vereinen (Racing Club Lyon, Stade Lyonnais, Philegie Club Lyon und Club Sportif Lyonnais). 1910 wurde Lyon Olympique in Lyon Olympique Universitaire (LOU) umbenannt. Bis in die 1920er Jahre stand LOU im Schatten des FC Lyon, der 1918 das erste offizielle Pokalfinale in Frankreich erreichte.

Nachdem der FC Lyon sich um 1930 mit der AS Villeurbanne zusammengeschlossen hatte, kam es 1935 zur Fusion mit LOU. Seit dem 3. August 1950 trägt der Verein den Namen Olympique Lyonnais; diesen Tag nennt der Klub heutzutage auch erst als sein offizielles Gründungsdatum.

Vereinswappenhistorie

Ligazugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstklassig (Division 1, seit 2002 Ligue 1 genannt) spielte Lyon 1942/43 und 1944–1946 (als LOU) und dann wieder 1951/52, 1954–1983 und seit 1989 (als OL).

Stadion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein trug seine Heimspiele im 40.480 Zuschauer fassenden, städtischen Stade Gerland (offiziell Stade Municipal de Gerland) aus. Es wurde 1926 erbaut und 1998 für die WM grundlegend renoviert. Allerdings plante man eine neue, vereinseigene Arena mit etwa 60.000 Plätzen in Décines-Charpieu, östlich Lyons und nahe dem Flughafen Lyon Saint-Exupéry. Die ursprüngliche Planung sah eine Fertigstellung zur Saison 2010/11 vor, konnte aufgrund zahlreicher Nachbareinsprüche und anderer Genehmigungshindernisse nicht eingehalten werden. Am 22. Oktober 2012 konnte der Bau letztendlich beginnen. Die letzte Partie im Stade Gerland von Olympique Lyon fand am 16. Dezember 2015 im Coupe de la Ligue gegen den FC Tours statt.

Das anfangs als OL Land bezeichnete Neubauprojekt trug ab Januar 2011 die offizielle Bezeichnung Stade des Lumières (wörtlich übersetzt „Stadion der Lichter“). Dieser Name bezieht sich einerseits auf die jährlich am 8. Dezember gefeierte gallische „Hauptstadt des Lichts“, andererseits auf die in dieser Region tätigen Brüder Lumière. Es war allerdings beabsichtigt, den Namen schon während der Bauphase an einen Sponsoren zu verkaufen.[2] Mit der Eröffnung trug das Stadion den Namen Parc Olympique Lyonnais. Am 9. Januar 2016 wurde die neue, mit 59.186 Plätzen ausgestattete, Fußballarena mit dem Ligaspiel gegen ES Troyes AC (4:1) eingeweiht. Seit 2017 trägt das Stadion den Sponsorennamen Groupama Stadium, nach dem Versicherungsunternehmen Groupama (Groupe des Assurances Mutuelles Agricoles).

Rivalitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben Rivalitäten zu anderen Spitzenclubs des französischen Fußballs wie PSG und Olympique Marseille (Le Classique) sind vor allem die Spiele gegen den französischen Rekordmeister AS Saint-Étienne von hoher Brisanz, die zudem schon seit Jahrzehnten existiert. Oft wird vom einzigen echten Derby in der Ligue 1 gesprochen, da beide Städte nur etwa 60 km voneinander entfernt sind. Dazu kommt, dass Saint-Étienne eine Arbeiterstadt ist, während Lyon von der Bourgeoisie geprägt ist. Die Spiele sind nach französischen Maßstäben als Risikospiele zu betrachten, wie sich beispielsweise beim Aufeinandertreffen in der Rückrunde 2006/07 zeigte.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

National[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

International[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktueller Kader 2019/20[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand: 9. November 2019[3]

Nr. Nat. Name Geburtstag im Verein seit Vertrag bis
Tor
01 PortugalPortugal Anthony Lopes 01.10.1990 2011 2022
16 SchweizSchweiz Anthony Racioppi 31.12.1998 2018 2021
30 RumänienRumänien Ciprian Tătărușanu 09.02.1986 2019 2022
Abwehr
02 FrankreichFrankreich Mapou Yanga-Mbiwa 15.05.1989 2015 2020
03 DanemarkDänemark Joachim Andersen 31.05.1996 2019 2024
04 BrasilienBrasilien Rafael 09.07.1990 2015 2021
05 BelgienBelgien Jason Denayer (C)Kapitän der Mannschaft 28.06.1995 2018 2022
06 BrasilienBrasilien Marcelo 20.05.1987 2017 2021
14 FrankreichFrankreich Léo Dubois 14.09.1994 2018 2024
20 BrasilienBrasilien Fernando Marçal 19.02.1989 2017 2021
23 NiederlandeNiederlande Kenny Tete 09.10.1995 2017 2021
26 FrankreichFrankreich Oumar Solet 07.02.2000 2018 2022
28 MaliMali Youssouf Koné 05.07.1995 2019 2024
Mittelfeld
08 FrankreichFrankreich Houssem Aouar 30.06.1998 2016 2023
12 BrasilienBrasilien Thiago Mendes 15.03.1992 2019 2023
17 FrankreichFrankreich Jeff Reine-Adélaïde 17.01.1998 2019 2024
22 BrasilienBrasilien Jean Lucas 22.06.1998 2019 2024
25 FrankreichFrankreich Maxence Caqueret 15.02.2000 2018 2023
29 FrankreichFrankreich Lucas Tousart 29.04.1997 2015 2023
35 FrankreichFrankreich Boubacar Fofana 07.09.1998 2019 2023
Sturm
07 FrankreichFrankreich Martin Terrier 04.03.1997 2018 2022
09 FrankreichFrankreich Moussa Dembélé 12.07.1996 2018 2023
10 Burkina FasoBurkina Faso Bertrand Traoré 06.09.1995 2017 2022
11 NiederlandeNiederlande Memphis Depay 13.02.1994 2017 2021
19 FrankreichFrankreich Amine Gouiri 16.02.2000 2017 2022
27 ElfenbeinküsteElfenbeinküste Maxwell Cornet 27.09.1996 2015 2023

Für den Verein wichtige ehemalige Spieler und Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Sommer 2007 stellten fünf Journalisten, die Olympiques Werdegang seit Jahrzehnten verfolgten, folgende „Mannschaft der Besten aller Zeiten“ („équipe type“) zusammen:[4]

  • Tor: Grégory Coupet (bei OL von 1997–2008); Ersatz: Marcel Aubour
  • Abwehr: Jean Djorkaeff (1958–1966) – Cris (2004–2012) – André Lerond (1951–1959) – Aimé Mignot (1955–1965); Ersatz: Raymond Domenech, Éric Abidal
  • Mittelfeld: Mahamadou Diarra (2002–2006) – Juninho (2001–2009) – Serge Chiesa (1969–1983); Ersatz: Jean Tigana, Angel Rambert
  • Stürmer: Fleury di Nallo (1960–1974) – Bernard Lacombe (1969–1978) – Sonny Anderson (1999–2003); Ersatz: Nestor Combin, André Guy

Als „Bester dieser Besten“ wurde Serge Chiesa (vor Juninho und di Nallo) erkoren.

Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frauenfußball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1970 gründete der FC Lyon eine Frauenmannschaft. Diese gewann viermal die Meisterschaft und zweimal den Pokal. Im Sommer 2004 wechselte die Abteilung zu Olympique Lyon. 2007 wurden die Frauen von Olympique erstmals Landesmeisterinnen; nachdem sie 2008 den Doublé gewonnen haben, entwickelte sich in der französischen Liga ein ähnlicher Alleingang der Olympique-Frauen, wie ihn die Männer des Vereins im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends vorzuweisen hatten: 2019 gewann Olympique Lyonnais Féminin seine dreizehnte Landesmeisterschaft in Folge. Seit 2012 haben die Fenottes auch lediglich noch ein Landespokalfinale verloren.

Im europäischen Meisterwettbewerb erreichten die Lyonnaises 2008 und 2009 das Semifinale und 2010 erstmals das Endspiel, 2011 gewann Olympiques Frauenmannschaft auch ihren ersten internationalen Titel.[5] Diesen konnte das Team 2012 verteidigen; bis 2019 ist OLs Palmarès auf europäischer Ebene auf sechs Titelgewinne angewachsen.

Die Ausnahmestellung der Lyoner Frauen nicht nur im eigenen Land schlägt sich darin nieder, dass sie in diesen drei Wettbewerben von 2007 bis 2019 jährlich stets mindestens einen, meist aber mehrere Titel gewonnen haben: „nur“ einen lediglich in drei Spielzeiten, aber sechs Doubles und vier Triples (auf Französisch als Doublé beziehungsweise Triplé bezeichnet).

Für diesen Erfolgsweg waren lediglich vier Trainer verantwortlich: Farid Benstiti (2004–2010, vorher schon beim FCL), der in den 1980er Jahren auch selbst bei OL gespielt hatte, Patrice Lair (2010–2014), Gérard Prêcheur (2014–2017) und seitdem Reynald Pedros.Neben einem siebenstelligen Saisonetat (2012/13 rund 3,5 Mio. Euro) kann Lyon sich auf seine gute Nachwuchsarbeit stützen; so wurden beispielsweise vier junge Frauen des Vereins B-Jugend-Weltmeisterinnen im Oktober 2012.[6]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thierry Berthou/Collectif: Dictionnaire historique des clubs de football français; Pages de Foot, Créteil, 1999; Band 1 (A–Mo) ISBN 2-913146-01-5; Band 2 (Mu–W) ISBN 2-913146-02-3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Olympique Lyonnais – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Communiqué de presse, ol.fr, abgerufen am 14. Oktober 2019 (französisch)
  2. France Football vom 1. März 2011, S. 26/27
  3. https://www.transfermarkt.de/olympique-lyon/kader/verein/1041
  4. France Football vom 12. Juni 2007, S. 16–23
  5. Classy Lyon take women’s title from Potsdam (Memento des Originals vom 29. Mai 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/en.uefa.com, UEFA, 26. Mai 2011
  6. siehe den französischen U-17-WM-Kader auf der Seite des Fußballverbands FFF