Olympique Marseille

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Olympique Marseille
Vereinswappen von Olympique Marseille
Basisdaten
Name Olympique de Marseille
Sitz Marseille, Frankreich
Gründung 31. August 1899
Farben weiß-hellblau
Eigentümer Frank McCourt
Präsident Pablo Longoria
Website om.fr
Erste Fußballmannschaft
Cheftrainer Kroatien Igor Tudor
Spielstätte Stade Vélodrome
Plätze 67.394
Liga Ligue 1
2021/22 2. Platz
Heim
Auswärts
Ausweich

Olympique Marseille (offiziell Olympique de Marseille), häufig auch kurz als l’OM bezeichnet, ist ein 1899 von René Dufaure de Montmirail gegründeter französischer Fußballverein aus Marseille. Das Gründungsmitglied der Division 1 ist neunfacher Landesmeister und der einzige Verein Frankreichs, der die UEFA Champions League gewinnen konnte. 1993 wurde Marseille aufgrund einer Bestechungsaffäre ein weiterer nationaler Meistertitel aberkannt und der Verein zur Saison 1994/95 in die zweite Liga zwangsversetzt. Das auch im Wappen von OM enthaltene Vereinsmotto lautet Droit au but, auf Deutsch: direkt zum Ziel/Tor. Olympique bezieht sich auf den Olymp und stellt eine Verbindung zu den griechischen Wurzeln der Stadt Marseille dar.

Der Präsident ist Pablo Longoria; die Ligamannschaft trainiert seit Juli 2022 der Kroate Igor Tudor.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch wenn der Verein bereits 1899 gegründet wurde, wurde Fußball erst ab 1902 gespielt. Aushängeschild des Vereins war die Rugby-Mannschaft, die bis 1944 existierte. Das erste belegte Spiel von Olympique Marseille war ein Freundschaftsspiel gegen US Phocéenne Marseille, das im Parc Borély 0:3 verloren ging. Unter Präsident Marino Dallaporta, der Marseille vom 5. Oktober 1920 bis 2. Januar 1925 leitete, stellten sich die ersten überregionalen Erfolge ein. Unter ihm wurden auch die Nationalspieler Édouard Crut und Jean Boyer verpflichtet. Olympique Marseille gewann am 13. April 1924 als erster nicht Pariser Verein gegen FC Sète mit 3:2 n. V. im Stade Pershing den Coupe de France. 1926 und 1927 folgten die nächsten zwei Pokalsiege. 1927 wurde Joseph Alcazar als Ersatz für den abgewanderten Crut geholt. Durch einen 3:2-Sieg gegen Club Français Paris wurde Marseille 1929, vor Gründung einer Profiliga, erstmals französischer Meister im Championnat par catégories. Der Wettbewerb wird heute als inoffizielle Meisterschaft gezählt. Insbesondere Mannschaftskapitän Boyer prägte diese Zeit und traf bis auf das Pokalendspiel 1927 in allen Finals für Marseille.

Der Verein gehörte im Jahr 1932 zu den 20 Gründungsmitgliedern der Profiliga Division 1, einer im ersten Jahr noch zweigeteilten Spielklasse mit jeweils 10 Mannschaften. Alcazar war der erste Torschütze für Marseille in der neuen Liga. Marseille verpasste als Tabellenzweiter der Gruppe A hinter dem späteren Meister Lille das Finalspiel der beiden Gruppensieger. Im folgenden Spieljahr stand Olympique Marseille bereits dicht vor der ersten französischen Meisterschaft, verlor jedoch als Tabellenführer sein letztes Saisonspiel mit 1:3 beim Tabellenletzten CA Paris – einer Mannschaft, die bis dato 21 ihrer 25 Spiele verloren hatte – und fiel noch auf Platz 3 zurück. 1934 wurde Alcatraz zudem erster Spieler von Olympique Marseille, der an einer Fußball-Weltmeisterschaft teilnahm.

Der Titelgewinn gelang erstmals 1937, wenngleich nach drei Niederlagen in den letzten vier Saisonspielen der Punktvorsprung am Ende vollends aufgebraucht war und sich das von József Eisenhoffer trainierte Team nur noch aufgrund des besseren Torverhältnisses gegenüber dem FC Sochaux durchsetzen konnte. Von 1904 bis 1937 trug Marseille seine Spiele im Stade de l'Huveaune aus. Am 13. Juni 1937 zog die Mannschaft mit einem Freundschaftsspiel gegen den FC Turin in das damals 35.000 Zuschauer fassende Stade Vélodrome. Die Franzosen gewannen ihre Premiere im Stadion mit 2:1. Weitere Erfolge könnten durch den Kriegsausbruch, bis zu dem noch zwei aufeinanderfolgende Vizemeisterschaften in den Jahren 1938 und 1939 folgten, verhindert worden sein. Das Vélodrome-Stadion wurde von der deutschen Wehrmacht beschlagnahmt, so dass Marseille gezwungen war, wieder im Huveaune-Stadion zu spielen. In der Saison 1940/41 gewann Marseille die Gruppe Süd und damit eine weitere inoffizielle Meisterschaft, da die sogenannten „Kriegsmeisterschaften“ (championnats de guerre) zwischen 1939 und 1945 – anders als der Landespokal – nicht als offizielle Wettbewerbe zählen. Beim Coupe de France 1942/43 gewann die Mannschaft bei ihrer achten Pokalteilnahme zum sechsten Mal. In der Folgesaison wurden sämtliche Vereinsmannschaften durch sogenannte „Bundesauswahlen“ (équipes fédéraux) ersetzt, die jeweils nach einer – teilweise historischen – Landschaft benannt wurden. Viele Spieler von Olympique Marseille spielten in dieser Saison für ÉF Marseille-Provence. 1944/1945 nahm Olympique Marseille wieder regulär an der Division 1 teil.

Von 1945 bis in die 1970er Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Krieg konnte sich Olympique Marseille 1948 den zweiten Titelgewinn sichern. 1952 erreichte man dank Torschützenkönig Gunnar Andersson noch die Relegation und schaffte nach einer 1:3 Hinspiel Niederlage durch ein 4:0 im Rückspiel gegen US Valenciennes-Anzin den Klassenerhalt. Auch 1953 krönte sich Andersson in seiner torreichsten Saison mit 35 Treffern zum Torschützenkönig der Division 1. In der Folgesaison, erreichte Marseille das Finale des Coupe de France, musste sich aber OGC Nizza mit 1:2 geschlagen geben. 1957 folgte der nächste Titel im Coupe Charles Drago. Durch ein 3:1 gegen den RC Lens gewann die Mannschaft erst- und einmalig den Wettbewerb, der auch als „Trostpokal“ („la Consolante“) bezeichnet wurde. Sicherte sich der Klub 1958 am letzten Spieltag noch aufgrund des besseren Torverhältnisses gegenüber dem FC Metz erneut den Klassenerhalt, stieg das Team im folgenden Jahr als Tabellenletzter erstmals aus der Division 1 ab. Nach einem zehnten Platz in der Division 2 1959/60 und sechsten Platz in der Folgesaison stieg die Mannschaft in ihrer dritten Zweitligasaison unter Otto Glória durch einen vierten Platz wieder in die Beletage des französischen Fußballs.

1962 folgte die erste Teilnahme am Messestädte-Pokal. Gegen Royale Union Saint-Gilloise gab es eine Erstrundenniederlage. Nach einem einjährigen Gastspiel in der Saison 1962/63, in der Marseille als Tabellenletzter abstieg, verpasste die Mannschaft 1964 die Aufstiegsrelegation als Fünfter trotz 20 Tore ihres Toptorschützens Antoine Keller. Nachdem man 1964 nur Drittletzter in der Division 2 wurde, übernahm der neue Vereinspräsident Marcel Leclerc. Unter seiner Führung knüpfte Marseille einige Jahre später wieder an die großen Erfolge aus den 1920er und 1930er Jahren an. Zunächst folgte 1966 als Vize-Meister der Wiederaufstieg und die Etablierung in der ersten Liga und der Sieg im Coupe de France 1969. Als Olympique Marseille in der Weihnachtszeit 1969 gegen Red Star Paris ein Nachholspiel bestreiten musste, beschloss Präsident Leclerc, die Reservemannschaft antreten zu lassen. Leclerc wollte damit zeigen, dass er mit der Wahl des Termins nicht einverstanden war. Die Spieler, die eigentlich in der Division d’Honneur spielten, erreichten durch zwei Treffer von Ange Di Caro ein 2:2-Unentschieden. Die Liga erklärte dieses Ergebnis jedoch für ungültig und ließ das Spiel im März 1970 wiederholen. Im Nachholspiel besiegte Marseille Paris mit 6:1. Größter Coup war die Verpflichtung des Jugoslawen Josip Skoblar, der 1971 mit seinen 44 Treffern maßgeblichen Anteil am dritten Titelgewinn hatte und dafür mit dem Goldenen Schuh ausgezeichnet wurde. Im Folgejahr gelang das Double aus Titelverteidigung und Coupe de France 1971/72. Zu den erfolgreichsten Spielern dieser Zeit gehörten neben Skoblar auch Gilbert Gress, Roger Magnusson und der Brasilianer Jairzinho. International blieben die Erfolge dagegen aus. Im Intertoto-Cup 1969 gab es gegen den 1. FC Kaiserslautern mit 6:0 die höchste Niederlage in einem internationalen Wettbewerb für den Verein. Dazu unterlag Marseille im Landesmeisterpokal 1971 im Achtelfinale Ajax Amsterdam (1:2, 1:4), im folgenden Jahr schied die Mannschaft bereits in der ersten Runde gegen Juventus Turin (1:0, 0:3) aus.

Steiler Aufstieg, tiefer Fall[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo 1990–1993

Nach durchwachsenen Jahren gehörte Olympique Marseille ab Ende der 1980er Jahre wieder zu Europas Spitzenklubs. Nachdem der ambitionierte Bernard Tapie 1985 das Amt des Vereinspräsidenten übernommen hatte, investierte der Klub in den folgenden Jahren viel Geld für die Neuverpflichtungen von Spielern mit internationalem Format. Zu ihnen gehörten neben den Deutschen Karlheinz Förster, Klaus Allofs und Rudi Völler auch Alain Giresse, Jean Tigana und insbesondere Jean-Pierre Papin. Fünfmal in Folge, von 1988 bis 1992, wurde Papin Torschützenkönig der Division 1 und hatte damit maßgeblichen Anteil an den vier aufeinanderfolgenden Meisterschaften ab 1989. Auch international machte die Mannschaft nun auf sich aufmerksam. Im Europapokal der Landesmeister scheiterte Marseille 1990 erst im Halbfinale an Benfica Lissabon (2:1, 0:1), 1991 gar erst im Endspiel an Roter Stern Belgrad mit 3:5 im Elfmeterschießen. 1993 gelang Olympique im Champions-League-Endspiel gegen den AC Mailand schließlich in München durch das Tor von Basile Boli der bis heute einzige Europapokalsieg.

Auf den sportlichen Höhepunkt folgte 1993 für Olympique Marseille der jähe Abstieg. Nachdem bekannt wurde, dass Vereinsfunktionäre vor dem Punktspiel gegen US Valenciennes Bestechungsgelder gezahlt hatten („Affäre OM-VA“), wurde die französische Meisterschaft aberkannt, der Verein 1994 in die Zweite Liga zurückgestuft und mehrere Beteiligte strafgerichtlich verurteilt. Der Verein war an seinem Tiefpunkt angelangt und stand aufgrund hoher Schulden Mitte der 1990er Jahre am Rande des Ruins. Auch der Europapokal von 1993 erhielt späte Makel. Anfang 2006 gestand Jean-Jacques Eydelie in einem Gespräch mit der französischen Sportzeitung L’Équipe ein, dass mit Ausnahme von Rudi Völler alle Spieler vor dem Champions-League-Endspiel gegen den AC Mailand eine ihnen in ihrer Zusammensetzung nicht bekannte Injektion erhielten. Ähnliche Dopingvorwürfe äußerte bereits im Jahr 2003 der irische Nationalspieler Tony Cascarino in einer Kolumne der britischen Tageszeitung The Times. Da 13 Jahre nach dem Finalspiel keine endgültige Klärung mehr zu erwarten war, verfolgte die UEFA Eydelies Dopingvorwürfe trotz anfänglicher Überlegungen und Mailänder Titelansprüchen jedoch nicht mehr weiter. Im Mai 1999 unterlag Olympique im UEFA-Pokal-Finale dem AC Parma mit 0:3.

Im 21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Jahrtausendwende erholte sich der Klub wieder und verpasste 1999 mit einem Punkt Rückstand auf Girondins Bordeaux nur knapp die Meisterschaft. Im Mai 2004 unterlag Marseille im UEFA-Pokalfinale mit 0:2 gegen den FC Valencia. Die Saison 2005/06 endete für Marseille enttäuschend und spiegelte die Ergebnisse des Vorjahres wider. In beiden Jahren verpasste Marseille am letzten Spieltag mit einem Unentschieden bei Bordeaux die UEFA-Pokal-Qualifikation aufgrund des schlechteren Torverhältnisses gegenüber dem Tabellenvierten.

Olympique war erneut in einen Skandal verwickelt, bei dem es um illegale Transaktionen in Zusammenhang mit der Verpflichtung neuer Spieler, hinterzogene Sozialabgaben u. ä. aus den Jahren ab 1997 ging. Ein Gericht hat insgesamt 13 Personen zu teilweise mehrjährigen Freiheits- und hohen Geldstrafen verurteilt, darunter den Ex-Präsidenten Robert Louis-Dreyfus und weitere Vorstandsmitglieder von OM, mehrere Anwälte und Spielervermittler/-berater (einer der bekanntesten: Ex-Nationalspieler Jean-François Larios); lediglich der damalige Sportdirektor Marcel Dib wurde freigesprochen.

Ungeachtet aller Probleme ist OM einer repräsentativen Umfrage zufolge der in Frankreich aktuell beliebteste einheimische Fußballverein.[2]

Das Erreichen der Vizemeisterschaft in der Saison 2006/07 und des dritten Platzes 2007/08 erlaubte OM wieder, an der Champions League teilzunehmen. Jedoch erreichte man nur den 3. Platz in der Gruppe A, um schließlich im Achtelfinale des UEFA-Pokals vom späteren Pokalgewinner Zenit Sankt Petersburg besiegt zu werden. In der Saison 2008/09 belegte OM den 2. Platz in der Ligue 1 und qualifizierte sich somit direkt für die Champions League. Man erreichte wieder nur den 3. Gruppenplatz und verlor erneut im Achtelfinale der Europa League, diesmal gegen Benfica Lissabon. 2010 gewann Marseille mit der Meisterschaft, der Coupe de la Ligue und der Trophée des Champions erstmals nach 17 Jahren wieder Titel und konnte 2011 die Erfolge in Ligapokal und Supercup wiederholen. Die Gruppenphase der Champions-League-Saison 2013/14 beendete Marseille als Schlusslicht der Gruppe F ohne einen einzigen Punktgewinn. Dies war zuvor noch keinem französischen Klub passiert, und für France Football „symbolisiert dieses Abschneiden alleine die internationale Schwäche des französischen Vereinsfußballs“.[3]

Im Oktober 2016 übernahm Frank McCourt, US-Unternehmer und früherer Besitzer der MLB-Mannschaft der Los Angeles Dodgers und des Dodger Stadium, die Anteile der Mehrheitsaktionärin Margarita Louis-Dreyfus. Er setzte Jacques-Henri Eyraud als neuen Präsidenten ein,[4] wenige Tage später wurde in Person von Rudi Garcia zudem ein neuer Cheftrainer eingestellt.[5] Am 27. Oktober 2016 gab der Verein die Verpflichtung von Andoni Zubizarreta bekannt. Der ehemalige spanische Nationaltorhüter übernahm das Amt des Sportdirektors.[6] Am 3. August 2020 wurde Pablo Longoria als Nachfolger von Andoni Zubizarreta Geschäftsführer Profifußball. Nachdem es im Januar 2021 zu Ausschreitungen zwischen Fans und dem Verein kam[7] wurde Longoria zum Nachfolger von Jacques-Henri Eyraud als Präsident von Olympique Marseille ernannt.[8] In der Saison 2021/22 wurde Marseille Vizemeister.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

National[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

International[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktueller Kader 2022/23[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand: 19. September 2022[9][10]

Nr. Nat. Name Geburtstag im Verein seit Vertrag bis
Tor
01 FrankreichFrankreich Simon Ngapandouetnbu 12.04.2003 2019 2024
16 SpanienSpanien Pau López 13.12.1994 2022 2026
36 SpanienSpanien Rubén Blanco 25.07.1995 2022 2023
40 Belgien Jelle van Neck 07.03.2004 2019 2024
Abwehr
03 Elfenbeinküste Eric Bailly 12.04.1994 2022 2023
04 FrankreichFrankreich Samuel Gigot 12.10.1993 2022 2025
05 Argentinien Leonardo Balerdi 26.01.1999 2021 2026
07 FrankreichFrankreich Jonathan Clauss 25.09.1992 2022 2025
18 FrankreichFrankreich Souleymane Isaak Touré 28.03.2003 2022 2027
23 Bosnien und Herzegowina Sead Kolašinac 20.06.1993 2022 2023
29 Burkina Faso Issa Kaboré 12.05.2001 2022 2023
30 Portugal Nuno Tavares 26.01.2000 2022 2023
99 Kongo Demokratische Republik Chancel Mbemba 08.08.1994 2022 2025
Mittelfeld
06 FrankreichFrankreich Mattéo Guendouzi 14.04.1999 2022 2025
08 Brasilien Gerson 20.05.1997 2021 2026
10 FrankreichFrankreich Dimitri Payet 29.03.1987 2017 2024
21 FrankreichFrankreich Valentin Rongier 07.12.1994 2019 2024
22 FrankreichFrankreich Pape Gueye 24.01.1999 2020 2024
27 FrankreichFrankreich Jordan Veretout 01.03.1993 2022 2025
47 Turkei Bartug Elmaz 19.02.2003 2026
77 Marokko Amine Harit 18.06.1997 2022 2023
Sturm
11 Kolumbien Luis Suárez 02.12.1997 2022 2027
12 Senegal Bamba Dieng 23.03.2000 2021 2024
17 Turkei Cengiz Ünder 14.07.1997 2022 2025
32 FrankreichFrankreich Salim Ben Seghir 24.02.2003 2021 2024
46 FrankreichFrankreich Aylan Benyahia-Tani 19.07.2005 2022 2024
70 Chile Alexis Sánchez 19.12.1988 2022 2023

Den Verein in der Vergangenheit prägende Personen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bedeutende Trainer

Unter allen Übungsleitern, die der Verein seit Peter Farmer (1923–1924) beschäftigt hat, waren die folgend Genannten diejenigen, die am häufigsten bei nationalen und internationalen Pflichtspielen als Verantwortliche für OMs erste Mannschaft auf der Trainerbank saßen:[11]

Trainer Zeitraum
von … bis …
Anzahl
Spiele
1 Mario Zatelli 1968–1973(a) 197
2 Gérard Gili 1988–1997(a) 190
3 Jules Zvunka 1974–1980(a) 165
Didier Deschamps 2009–2012 165
5 Henri Roessler 1950–1954 152
Trainer Zeitraum
von … bis …
Anzahl
Spiele
6 József Eisenhoffer 1935–1941(a) 142
Jean Robin 1956–1980(a) 142
8 Roland Gransart 1981–1984 137
9 Rolland Courbis 1997–1999 111
10 Lucien Troupel 1959–1962 105
Stand: Juli 2012
(a) im angegebenen Zeitraum nicht ununterbrochen Cheftrainer

Stadion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Olympique Marseille trägt seine Heimspiele im Stade Vélodrome (seit 2016 durch Sponsoringvertrag offiziell Orange Vélodrome) aus, das trotz des Namens seit 1998 keine Radrennbahn mehr enthält. Diese namensgebende Bahn wurde anlässlich der Renovierungen zur Fußball-Weltmeisterschaft in Frankreich aus der Anlage entfernt. Das Stade Vélodrome wurde für die Fußball-Europameisterschaft 2016 umgebaut und erweitert. Dabei erhielten unter anderem die Zuschauerränge eine Komplettüberdachung. In der Saison 2013/14 waren 48.000 Plätze für die Fans verfügbar. Die Heimat von OM besitzt nach den Arbeiten rund 68.000 Zuschauerplätze. Es ist das größte für Vereinsspiele genutzte Stadion des Landes. Größer ist nur das Stade de France in Paris, das als Nationalstadion (also für Länderspiele und Pokalendspiele) dient, ohne einen Heimverein zu haben.

Frauenfußball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Olympique besaß bereits seit den 1970er Jahren eine Frauenfußballabteilung, deren erste Elf 1979 und 1980 als Gruppenzweiter sogar nur relativ knapp am Einzug in das Endspiel um den Landesmeistertitel gescheitert war. Diese löste der Verein allerdings 1985 auf.[12]

2011 richtete OM eine solche Abteilung wieder ein.[13] Anders als die südfranzösischen Konkurrenten aus Lyon, Montpellier oder Toulouse nutzte OM jedoch nicht die Möglichkeit, durch Inkorporation eines bereits existierenden Frauenvereins auf einen vorhandenen Kreis von erfahrenen Spielerinnen und bestehende Strukturen zurückzugreifen und – in diesem Falle stand FAMF, der Nachfolger von Celtic Marseille, zur Debatte – gleich in der dritthöchsten Liga zu beginnen. Vielmehr hat der Verein in einem mehrstufigen Sichtungsverfahren eine Gruppe sehr junger Frauen rekrutiert, die in der untersten regionalen Spielklasse begann, und baute zudem einen Jugendbereich auf.[14] 2014 sind Olympiques Frauen in die zweite Division aufgestiegen, in der sie 2016 die Meisterschaft der Südgruppe errangen. Deshalb sind Olympiques Frauen in der Saison 2016/17 erstmals in der Division 1 Féminine angetreten und haben sich dort zwei Jahre gehalten.

Anhänger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Choreographie des CU 84 vor einem Spiel gegen den Erzrivalen PSG

Olympique Marseille ist einer der populärsten Fußballvereine Frankreichs und verfügt über eine landesweite Gefolgschaft. Seine älteste Ultra-Gruppierung ist das 1984 gegründete Commando Ultra, das zusammen mit den 1987 entstandenen South Winners die Südkurve (Virage Sud) des heimischen Stade Vélodrome bevölkert. Die Nordkurve (Virage Nord) teilen sich die Dodgers Marseille (gegründet 1992), MTP Marseille Trop Puissant (1994), Fanatics (1988) und Yankee Nord Marseille (1987).[15]

Eine langjährige und intensive Freundschaft (in erster Linie des Commando Ultra 84) besteht mit den Fans von AEK Athen (in erster Linie mit deren ältester Ultra-Gruppierung Original 21). Die Freundschaft entstand anlässlich ihres Aufeinandertreffens im Achtelfinale des Europapokals der Landesmeister 1989/90, wo Marseille sich mit 2:0 und 1:1 durchsetzen konnte.[16] Seither kommt es zu wechselseitigen Unterstützungen, wenn OM in Griechenland oder AEK in Frankreich spielt.

Rivalitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine junge, jedoch umso intensivere Rivalität liefern sich die Anhänger von OM und Paris Saint-Germain, bei der es jedoch nicht nur um sportlichen Erfolg geht, sondern auch um die beiden größten und einflussreichsten Städte Frankreichs mit den meisten Anhängern. Auch historische, kulturelle und soziale Aspekte spielen eine Rolle. Da es beim Derby de France regelmäßig zu teils schweren Ausschreitungen kommt, gelten Aufeinandertreffen der beiden Clubs als Risikospiel.

Mehr Tradition hat hingegen das Duell mit Saint-Étienne – da sich hier die größten und kreativsten Fangruppierungen des Landes begegnen, geht es hierbei jedoch vielmehr darum, wer sein Team lautstärker, farbenfroher und intensiver unterstützt. Auch die seit Beginn der 1950er regelmäßig ausgetragenen Spiele zwischen OM und OL sind weitestgehend frei von echten Auseinandersetzungen zwischen den Fangruppen. Bei diesem „Aufeinanderprallen der Olympiques“ (choc des Olympiques) beziehungsweise L’Olympico – wie auch schon Le Classique eine PR-dienliche Neuschöpfung des Bezahl-TV-Senders Canal+ – beschränkt sich die Rivalität auf die Frage der fußballerischen Dominanz zweier gleichnamiger Klubs aus dem Südosten des Landes.[17]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thierry Berthou/Collectif: Dictionnaire historique des clubs de football français. Pages de Foot, Créteil 1999 – Band 1 (A–Mo) ISBN 2-913146-01-5, Band 2 (Mu–W) ISBN 2-913146-02-3.
  • Jean Cornu: Les grandes équipes françaises de football. Famot, Genève 1978.
  • France Football: Olympique de Marseille. Spécial – Clubs de légende, 2008.
  • Alain Pécheral: La grande histoire de l’OM. Des origines à nos jours. Éd. Prolongations, o. O. 2007 ISBN 978-2-916400-07-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Olympique Marseille – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nach Posse um Villas-Boas: Sampaoli neuer Trainer von Olympique Marseille – Vertrag bis 2023. In: sportbuzzer.de. RND, 26. Februar 2021, abgerufen am 27. Februar 2021.
  2. France Football vom 6. März 2007, S. 11 ff.
  3. Artikel „Les dossiers noirs du foot français“ in France Football vom 7. Januar 2014, S. 21.
  4. Olympique Marseille hat einen neuen Besitzer. In: rp-online.de. 17. Oktober 2016, abgerufen am 3. Februar 2021.
  5. Rudi Garcia nommé entraîneur de l’Olympique de Marseille (Memento vom 21. Oktober 2016 im Internet Archive) (französisch)
  6. Andoni Zubizarreta nommé directeur sportif de l’OM (Memento vom 5. September 2018 im Internet Archive) (französisch)
  7. FAZ: ÄRGER BEI OLYMPIQUE MARSEILLE: „Lebensbedrohlich“: Spielabsage nach Fan-Protesten
  8. Laola1: Ligue 1: Jorge Sampaoli neuer Trainer von Olympique Marseille Sampaoli folgt Villas-Boas bei Marseille nach
  9. Olympique Marseille - Kader im Detail 22/23 (Detailansicht). Abgerufen am 19. September 2022.
  10. Équipes - OM. Abgerufen am 2. September 2022 (französisch).
  11. France Football vom 10. Januar 2012, S. 7, fortgeschrieben
  12. Statistiques de l’équipe féminine de l’OM
  13. La création d’une section féminine est envisagée
  14. France Football vom 21. Juni 2011, S. 14/15
  15. Südkurvenbladdl: Ultras in Frankreich (Artikel vom 28. Februar 2014)
  16. Philippe Auclair (The Guardian): Only in Marseille: where ultras rule and temptation is never far away (englisch; Artikel vom 6. Januar 2015)
  17. Artikel „Clasico, Olympico und Celtico“ vom 14. Dezember 2010 bei sofoot.com