Olympische Geschichte Argentiniens

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Olympische Ringe

ARG

ARG
Goldmedaillen Silbermedaillen Bronzemedaillen
21 25 28

Argentinien, dessen NOK, das Comité Olímpico Argentino, 1923 gegründet wurde, schickte schon seit 1900 Sportler zu den Olympischen Spielen. Nicht teilgenommen wurde an den Sommerspielen 1904, 1912 und 1980 sowie an den Winterspielen 1924, 1932, 1936 und 1956.

Mit jeweils zwei Silber- und zwei Bronzemedaillen sind die Hockeyspielerin Luciana Aymar und der Segelsportler Carlos Espínola die Sportler mit den meisten Medaillen.

Übersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sommerspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1900 bis 1912[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Argentiniens erster Olympionike war der Degenfechter Francisco Camet, der am 1. Juni 1900 in Paris zu seinem Wettkampf antrat. Camet war der einzige Athlet der argentinischen Mannschaft. Nach St. Louis wurde 1904 keine Mannschaft entsandt. Argentinien nahm auch nicht an den 1906 ausgetragenen Olympischen Zwischenspielen in Athen teil. In London 1908 wurde Argentinien durch den Eiskunstläufer Horatio Torromé vertreten. Eiskunstlauf war 1908 und 1920 Teil des olympischen Programms. Argentinien verzichtete auf eine Teilnahme in Stockholm 1912.

1920 bis 1936[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch 1920 in Antwerpen bestand die argentinische Olympiamannschaft nur aus einem Teilnehmer, dem Boxer Ángel Rodríguez. 77 Athleten reisten 1924 zu den Spielen von Paris, um an Wettbewerben der Leichtathletik, Boxen, Radsport, Fechten, Polo, Rudern, Segeln, Schießen, Schwimmen, Tennis und Gewichtheben teilzunehmen. In Paris konnten die ersten Medaillengewinne gefeiert werden. Am 12. Juli 1924 wurde die Polo-Nationalmannschaft nach einem vier gewonnenen Spielen zum ersten Medaillengewinner und Olympiasieger Argentiniens. Der Leichtathlet Luis Brunetto wurde mit seiner Silbermedaille im Dreisprung der erste argentinische Medaillengewinner in einer Individualsportart. Die Boxriege konnte vier weitere Medaillen beisteuern. Silbermedaillen gewannen der Leichtgewichtler Alfredo Copello und Héctor Méndez im Weltergewicht. Bronze gewannen Pedro Quartucci im Federgewicht und Alfredo Porzio im Schwergewicht. Weitere Topergebnisse lieferten der Florettfechter Roberto Larraz mit seinem fünften Platz in der Einzelwertung, der Gewichtheber Carlos Bergara mit Platz 5 im Halbschwergewicht sowie die Sportschützen Lorenzo Amaya und Matías Osinalde mit Platz 4 und 5 mit der Schnellfeuerpistole.

Noch erfolgreicher wurden für Argentinien die Spiele von Amsterdam 1928, bei denen erstmals argentinische Ringer, Reiter und Fußballspieler an den Start gingen. Am 9. August 1928 wurde der Schwimmer Alberto Zorrilla zum ersten Olympiasieger in einer Individualsportart. Zwei Tage später wurden die Boxer Víctor Avendaño im Halbschwergewicht und Arturo Rodríguez Jurado im Schwergewicht ebenfalls Olympiasieger. Zwei weitere Boxer gewannen Silber, Víctor Peralta im Federgewicht und Raúl Landini im Weltergewicht. Auch die Fußballnationalmannschaft gewann Silber. Im Finale unterlag sie in einem Wiederholungsspiel mit 1:2 gegen Uruguay. Das erste Finalspiel endete 1:1. Die Bronzemedaille gewann im Fechten die Florettmannschaft mit Roberto Larraz, Raúl Anganuzzi, Luis Lucchetti, Héctor Lucchetti und Carmelo Camet, dem Sohn des ersten olympischen Olympioniken Francisco Camet. Argentinien sicherte sich die Medaille mit einem 11:5 über Belgien.

Ebenfalls erfolgreich war die Teilnahme in Los Angeles vier Jahre später. Die Boxer Carmelo Robledo im Federgewicht und Santiago Lovell im Schwergewicht wurden ebenso Olympiasieger wie der Marathonläufer Juan Carlos Zabala. Im Mittelgewicht des Boxturniers konnte Amado Azar eine Silbermedaille gewinnen. Weitere Spitzenergebnisse lieferten die Leichtathleten Carlos Bianchi mit Platz 5 über 200 Meter und Federico Kleger mit Platz 6 im Hammerwurf.

Die argentinische Polo-Nationalmannschaft konnte in Berlin 1936 ihren zweiten Olympiasieg feiern. Der Boxer Oscar Casanovas wurde Olympiasieger im Federgewicht. Hinzu kamen eine Silbermedaille durch Guillermo Lovell im Schwergewicht und zwei Bronzemedaillen durch Raúl Villareal im Mittelgewicht und Francisco Resiglione im Halbschwergewicht. Die Schwimmerin Jeanette Campbell, die erste Frau in einer argentinischen Olympiamannschaft, gewann Silber über 100 Meter Freistil. Die Ruderer Horacio Podestá und Julio Curatella gewannen Bronze im ungesteuerten Zweier. Juan Carlos Zabala, Marathonsieger von 1932, trat in Berlin im 10.000-Meter-Lauf an und wurde Sechster. Den Marathon musste er nach einem Sturz kurz nach der Hälfte des Rennens aufgeben. Die 100-Meter-Staffel der Männer belegte eine Sekunde hinter Deutschland Platz 4. Das Boot Wiking belegte in der 6-Meter-Klasse den vierten Rang.

1948 bis 1960[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges fanden Olympische Sommerspiele erstmals wieder 1948 in London statt. Argentinien entsandte mit 199 Athleten, unter ihnen erstmals Turner, moderne Fünfkämpfer, eine Basketball- sowie eine Hockeymannschaft, die bislang größte Mannschaft zu Olympischen Spielen. Wieder konnten drei Goldmedaillen gewonnen werden. So siegte der Leichtathlet Delfo Cabrera im Marathonlauf, der den bis dahin in Führung liegenden Belgier Étienne Gailly auf der Schlussrunde im Stadion noch überholen konnte. Die Boxer Pascual Pérez im Fliegengewicht und Rafael Iglesias im Schwergewicht wurden ebenso Olympiasieger. Die Weitspringerin Noemí Simonetto gewann Silbermedaille, ebenso der Sportschütze Carlos Enrique Díaz Sáenz Valiente mit der Schnellfeuerpistole und die Segler in der 6-Meter-Klasse mit dem Boot Djinn. Der Boxer Mauro Cía gewann zudem Bronze im Halbschwergewicht. Weitere Spitzenplatzierungen erreichten die Marathonläufer Eusebio Guiñez auf Platz 5 und Alberto Sensini auf Platz 9. Über 110 Meter Hürden kam Alberto Triulzi als Vierter ins Ziel. Der Schwimmer Mario Chávez belegte über 100 Meter Rücken ebenfalls den vierten Platz.

123 Sportler reisten 1952 zu den Spielen nach Helsinki. Tranquilo Capozzo und Eduardo Guerrero wurden im Rudern Olympiasieger im Doppelzweier. Reinaldo Gorno konnte im Marathonlauf die Silbermedaille gewinnen. Titelverteidiger Delfo Cabrera kam als Sechster ins Ziel. Ebenfalls Sechster wurde der Sprinter Gerardo Bönnhoff im Finale über 200 Meter. Der Boxer Antonio Pacenza gewann Silber im Halbschwergewicht, sein Teamkollege Eladio Herrera Bronze im Halbmittelgewicht. Eine weitere Bronzemedaille gewann der Gewichtheber Humberto Selvetti im Schwergewicht. Die Basketball-Mannschaft unterlag im Spiel um Bronze Uruguay mit 59:68. Im 1000-Meter-Zeitfahren kam Clodomiro Cortoni auf Platz 4 ebenso wie der Military-Reiter Pedro Mercado auf seinem Pferd Mandinga, das Boot Pampero in der Drachenklasse im Segeln, der Sportschützen Carlos Enrique Valiente mit der Schnellfeuerpistole und der Freistilringer Alberto Longarella im Weltergewicht.

Die Reitwettbewerbe der Olympischen Spiele 1956 waren auf Grund der strengen Quarantänebestimmungen für Pferde in Australien nach Stockholm ausgelagert worden. Hier belegte die argentinische Springreiter-Equipe Platz 4. In Melbourne konnten zwei Athleten Medaillen gewinnen. Nach Bronze 1952 steigerte sich Gewichtheber Humberto Selvetti nun auf Silbe im Schwergewicht. Der Boxer Víctor Zalazar gewann Bronze im Mittelgewicht. Das Boot Pampero wiederholte in der Drachenklasse im Segeln den vierten Platz von 1952. Der Sportschütze Oscar Cervo erreichte mit der Schnellfeuerpistole Platz 5.

Auch in Rom 1960 reichte es für Argentinien nur zu zwei Medaillen. Silber gewann die Besatzung des Bootes Tango in der Drachenklasse im Segeln. In der 5,5-m-Klasse erreichte die Ardilla Platz 4. Der Leichtgewichtsboxer Abel Laudonio gewann die Bronzemedaille. In Rom ging erstmals eine Wasserspringerin aus Argentinien an den Start.

1964 bis 1980[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1964 in Tokio, hier nahmen erstmals argentinische Judoka teil, gewann der Reiter Carlos Moratorio mit seinem Pferd Chalan die Silbermedaille. Es blieb die einzige Medaille für die argentinische Mannschaft in Tokio. An den Medaillenplätzen vorbei fuhr das Radteam im Mannschaftszeitfahren über 100 km auf Platz 4. Auch der Ruderer Alberto Demiddi wurde Vierter im Einer.

In Mexiko-Stadt 1968 konnte sich Alberto Demiddi auf Platz 3 steigern und somit eine Bronzemedaille gewinnen. Der Boxer Mario Guilloti konnte im Weltergewicht eine weitere Bronzemedaille gewinnen. Alberto Demiddi konnte sich 1972 in München ein weiteres Mal steigern, diesmal gewann er Silber im Einer. Weitere Platzierungen blieben in München aus.

In Montreal 1976 blieb Argentinien erstmals nach 1920 medaillenlos. Einzige vordere Platzierungen waren Platz 5 im Judoturnier durch Jorge Portelli in der offenen Klasse und Platz 6 im Einer durch den Ruderer Ricardo Ibarra.

Argentinien folgte 1980 dem Boykottaufruf der USA und blieb den Spielen von Moskau fern.

1984 bis 1996[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Argentinien war 1984 in Los Angeles erstmals im Kanusport und im Volleyball vertreten. Wie schon 1976 in Montreal blieb das Team erfolglos. Im Radsport erreichte Juan Esteban Curuchet Platz 5 im Punktefahren, sein Teamkollege Marcelo Alexandre wurde Sechster im Sprint. Ruderer Ricardo Ibarra konnte sich im Einer auf Platz 5 steigern.

In Seoul 1988 konnten erstmals Bogenschützen und Tischtennisspieler aus Argentinien teilnehmen. Nach 16 Jahren Pause wurden wieder Medaillen gewonnen. Im Tennis unterlag Gabriela Sabatini der Deutschen Steffi Graf in zwei Sätzen und gewann somit Silber. Die Volleyballmannschaft der Männer gewann mit einem 3:2 nach Sätzen über Brasilien Bronze. Der Radfahrer Juan Esteban Curuchet konnte seinen fünften Platz im Punktefahren wiederholen. Im Segeln kam der Windsurfer Jorge García auf Platz 7.

Eine Bronzemedaille war die Ausbeute in Barcelona 1992. Javier Frana und Christian Miniussi unterlagen im Tennis-Doppel den späteren Olympiasiegern Boris Becker und Michael Stich mit 2:3 nach Sätzen. Im Sprint der Bahnradfahrer erreichte José Lovito Platz 6. Ebenfalls einen sechsten Platz erreichte der Ruderer Sergio Fernández im Einer.

1996 in Atlanta gewann die argentinische U23-Fußballauswahl Silber nach einer 2:3-Niederlage im Finale gegen Nigeria. Der Segler Carlos Espínola gewann im Windsurfen ebenfalls Silber. Der Boxer Pablo Chacón gewann Bronze im Federgewicht. In Atlanta nahmen erstmals Beach-Volleyballer aus Argentinien teil. Der Taekwondoin Gabriel Taraburelli wurde im Fliegengewicht Vierter. Ebenfalls Vierte wurde die Volleyballnationalmannschaft der Männer. Im Spiel um Bronze unterlag sie Italien mit 0:3 nach Sätzen.

2000 bis heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Sydney 2000 konnte Carlos Espínola erneut Silber im Windsurfen gewinnen. Die Segler steuerten zwei Bronzemedaillen bei durch Javier Conte und Juan de la Fuente in der 470er und Serena Amato in der Europe-Klasse. Die Hockeynationalmannschaft der Frauen gewann nach einer 1:3-Finalniederlage gegen Australien die Silbermedaille. Erstmals gingen argentinische Taekwondoin und Triathleten an den Start. Der Kanute Javier Correa erreichte im Kajak-Einer über 1000 Meter Platz 5.

Nach 52 Jahren konnte Argentinien in Athen 2004 wieder einen Olympiasieg feiern. Die Basketball-Nationalmannschaft der Männer gewann ihr Finale mit 84:69 gegen Italien. Im Halbfinale wurde die US-Mannschaft mit 89:81 besiegt. Im olympischen Fußballturnier schlug im Finale Argentinien Paraguay mit 1:0. Die Hockeynationalmannschaft der Frauen gewann Bronze mit einem 1:0-Sieg über China. Weitere Bronzemedaillen gewannen Carlos Espínola und Santiago Lange im Segeln der Tornado-Klasse, die Schwimmerin Georgina Bardach über 400 Meter Lagen sowie die Tennisspielerinnen Paola Suárez und Patricia Tarabini im Damen-Doppel. Der Ruderer Santiago Fernández wurde im Einer Vierter.

2008 in Peking konnte die U23-Fußballnationalmannschaft der Männer ihren Olympiasieg verteidigen. Im Finale wurde Nigeria mit 1:0 besiegt. Die Radrennfahrer Walter Pérez und Juan Esteban Curuchet wurden Olympiasieger im Madison. Curuchet gewann seine Goldmedaille bei seiner sechsten Olympiateilnahme. Mit 43 Jahren ist er der bis heute älteste Olympiasieger im Radsport. Die argentinische Basketball-Nationalmannschaft konnte ihren Olympiasieg von 2004 nicht verteidigen. Im Halbfinale unterlag sie den USA mit 81:101. Im Spiel um Bronze wurde dann Litauen mit 87:75 geschlagen. Auch die Hockeynationalmannschaft der Frauen gewann Bronze, nach Athen zum zweiten Mal in Folge. Die Mannschaft konnte im Spiel um Bronze Deutschland mit 3:1 schlagen. Im Segeln der Tornado-Klasse lagen Santiago Lange und Carlos Espínola wie schon 2004 auf dem Bronzerang. Im Judo gewann Paula Pareto Bronze im Extraleichtgewicht.

In London 2012 gab es einen Olympiasieg im Taekwondo durch Sebastián Crismanich im Weltergewicht. Nach Silber 2000 und zwei Mal Bronze 2004 und 2008 gab es in London wieder Silber für die Hockeynationalmannschaft der Frauen. Im Finale musste man sich den Niederlanden mit 0:2 geschlagen geben. In allen Turnieren seit 2000 war Luciana Aymar dabei. Zusammen mit dem Segler Carlos Espínola ist sie mit vier Olympiamedaillen die erfolgreichste Olympiateilnehmerin Argentinien. Die Segler Lucas Calabrese und Juan de la Fuente gewannen Bronze in der 470er-Klasse. Eine weitere Bronzemedaille gewann der Tennisspieler Juan Martín del Potro im Herren-Einzel. Im Spiel um Bronze konnte er in zwei Sätzen den Serben Novak Đoković besiegen. Die argentinische Basketball-Nationalmannschaft wurde diesmal Vierte, nachdem man im Halbfinale wieder den USA mit 83:109 unterlag. Es war das dritte Halbfinalspiel gegen die USA in Folge. Im Spiel um Bronze unterlag man Russland mit 77:81. Der Leichtathlet Germán Lauro konnte im Kugelstoßen das Finale erreichen und wurde dort Sechster. Die Kanuten Miguel Correa und Rubén Voisard erreichten im Kaja-Zweier-Finale über 200 Meter Platz 5. Der Geräteturner Federico Molinari qualifizierte sich an den Ringen für das Finale und belegte Rang 8. Im Rudern gab es einen vierten Platz im Doppelzweier durch Ariel Suárez und Cristian Rosso. Erstmals nahm eine argentinische Handballmannschaft am olympischen Turnier teil. In London war die Männer-Nationalmannschaft vertreten.

2016 in Rio de Janeiro nahmen argentinische Sportler zum ersten Mal im Rugby Sevens und im Golf teil. In Rio wurden drei Gold- und eine Silbermedaille gewonnen. Die Judoka Paula Pareto gewann nach Bronze 2008 diesmal die Goldmedaille im Extraleichtgewicht. Damit ist sie die erste argentinische Frau, die einen Olympiasieg schaffte. Im Segeln siegten Santiago Lange und Cecilia Carranza Saroli in der Klasse Nacra 17. Mit einem 4:2-Sieg über Belgien gewann die argentinische Hockeynationalmannschaft der Männer die Goldmedaille, nachdem im Halbfinale Deutschland mit 5:2 besiegt wurde. Juan Martín del Potro gewann nach Bronze 2012 diesmal die Silbermedaille nach einer Vier-Satz-Niederlage gegen den Briten Andy Murray. In der Leichtathletik qualifizierten sich der Stabhochspringer Germán Chiaraviglio und der Speerwerfer Braian Toledo für das Finale. Chiaraviglio erreichte Platz 11, Toledo Platz 10.

Winterspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Wintersportler Argentiniens war der Eiskunstläufer Horatio Torromé. Torromé nahm 1908 an den Spielen von London teil. Eiskunstlauf war zu dem Zeitpunkt, wie auch 1920, Programmpunkt von Sommerspielen.

Mit zehn Bobfahrern nahm Argentinien erstmals 1928 in St. Moritz an Olympischen Winterspielen teil. Beide Bobs, es waren bis zu fünf Fahrern erlaubt, belegten Rang 4 und 5. Zu den Spielen 1932 in Lake Placid und 1936 in Garmisch-Partenkirchen wurden keine Athleten entsandt. Erst 1948, wieder in St. Moritz, lief eine argentinische Olympiamannschaft ein. Diesmal waren auch erstmals alpine Skirennläufer dabei, wobei Justo del Carril sowohl im Bobsport als auch im Ski Alpin antrat.

Mit der Skirennläuferin Ana María Dellai nahm 1952 in Oslo erstmals eine Frau aus Argentinien an Olympischen Winterspielen teil. Auf eine Teilnahme 1956 wurde verzichtet. 1960 in Squaw Valley ging erstmals ein argentinischer Skilangläufer an den Start. 1964 in Innsbruck trat erstmals ein Rodler an.

In der Folgezeit kamen argentinische Wintersportler nur auf Platzierungen im hinteren Feld. 1980 nahmen erstmals argentinische Biathleten teil, 1992 ein Athlet im Freestyle-Skiing, 1998 ein Snowboarder, 2002 ein Skeletonfahrer.

Kunstwettbewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nur ein Mal, 1932 in Los Angeles, nahm ein argentinischer Künstler an den Olympischen Kunstwettbewerben ein. Juan Gavazzo reichte zwei Werke ein, La Chasse (Die Jagd) und La Peche (Der Fischfang). Leider ist nicht mehr nachzuvollziehen in welcher Sparte und Rubrik diese Werke eingereicht wurden.

Bewerbung zur Ausrichtung von Olympischen Spielen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die argentinische Hauptstadt Buenos Aires ist die einzige Stadt des Landes, die sich um die Ausrichtung von Olympischen Sommerspielen beworben hat.

Erstmals bewarb sich Buenos Aires um die Ausrichtung der 11. Olympischen Sommerspiele 1936. Die Entscheidung, die auf der 29. IOC-Session in Barcelona getroffen wurde, war schon im ersten Wahlgang entschieden. Berlin gewann mit 43 Stimmen, Buenos Aires, wie auch zehn andere Bewerberstädte, hatte keine einzige Stimme erhalten.

Ähnlich verhielt es sich bei der Bewerbung um die Austragung der 12. Olympischen Sommerspiele 1940, die jedoch in Folge des Zweiten Weltkrieges später abgesagt werden mussten. Tokio hatte die Wahl im ersten Durchgang auf der 35. IOC-Session in Berlin gewonnen, Buenos Aires hatte keine Stimme erhalten.

Für die Entscheidung über die Ausrichtung der 16. Olympischen Sommerspiele 1956 waren auf der 43. IOC-Session in Rom vier Wahlgänge notwendig. Buenos Aires und Melbourne waren im vierten Wahlgang die letzten verbliebenen Bewerberstädte. Melbourne gewann die Entscheidung mit 21:20 Stimmen. Buenos Aires bewarb sich im Anschluss auch für die Ausrichtung der Reiterspiele, die auf Grund der strengen Quarantänevorschriften für Pferde in Australien separat durchgeführt werden mussten. Auf der 48. IOC-Session in Mexiko-Stadt wurde für Stockholm entschieden, Buenos Aires erhielt keine Stimme.

Ebenfalls ohne Stimme schied Buenos Aires schon im ersten Wahlgang bei der 50. IOC-Session in Paris aus, als über den Austragungsort der 17. Olympischen Sommerspiele 1960 entschieden wurde. Am Ende siegte Rom. Auch bei der nächsten Bewerbung schied Buenos Aires im ersten Wahlgang aus, diesmal jedoch mit zwei Stimmen. Die Wahl zur Ausrichtung der 19. Olympischen Sommerspiele 1968 fiel bei der 60. IOC-Session 1968 in Baden-Baden auf Mexiko-Stadt.

Ein letztes Mal bewarb sich Buenos Aires für die Austragung der 28. Olympischen Sommerspiele 2004. Bei der Wahl während der 106. IOC-Session in Lausanne kam es nach dem ersten Wahlgang zu einer Stichwahl mit Kapstadt, beide Städte hatten 16 Stimmen erhalten. Die Entscheidung, welche Stadt ausscheiden würde, fiel mit 44 zu 62 stimmen zu Gunsten von Kapstadt.

IOC-Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

José Benjamin Zubiaur

Argentinien hat ein IOC-Mitglied. Seit 2011 ist dies der Präsident des argentinischen NOKs, Dr. Gerardo Werthein.

Ein ehemaliges Mitglied war der Pädagoge José Benjamin Zubiaur, eines der Gründungsmitglieder des IOC. 1894 berief ihn Pierre de Coubertin als Mitglied. Da Zubiaur später nicht auf Mitteilungen und Nachrichten reagierte, wurde die Mitgliedschaft von Coubertin 1907 gelöscht.

Übersicht der Teilnehmer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sommerspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Athleten Flaggenträger Medaillen
Gesamt m w Gold medal.svg Silver medal.svg Bronze medal.svg Gesamt Rang
1896 nicht teilgenommen
1900 1 1 0
1904 nicht teilgenommen
1908 1 1 0
1912 nicht teilgenommen
1920 1 1 0
1924 77 77 0 Enrique Thompson 1 3 2 6 16
1928 81 81 0 Héctor Méndez 3 3 1 7 12
1932 32 32 0 Alberto Zorrilla 3 1 4 11
1936 51 50 1 Juan Carlos Zabala 2 2 3 7 13
1948 199 188 11 Alfredo Yantorno 3 3 1 7 13
1952 123 115 8 Delfo Cabrera 1 2 2 5 19
1956 35 34 1 Isabel Avellán 1 1 2 29
1960 91 91 0 Cristina Hardekopf 1 1 2 30
1964 102 96 6 Jeanette Campbell 1 1 30
1968 89 84 5 Carlos Moratorio 2 2 41
1972 92 88 4 Carlos D'Elía 1 1 33
1976 69 65 4 Hugo Aberastegui
1980 nicht teilgenommen
1984 82 72 10 Ricardo Ibarra
1988 118 93 25 Gabriela Sabatini 1 1 2 35
1992 84 67 17 Marcelo Garrafo 1 1 54
1996 178 131 47 Carolina Mariani 2 1 3 54
2000 143 98 45 Carlos Espínola 2 2 4 57
2004 152 106 46 Carlos Espínola 2 4 6 38
2008 132 79 53 Emanuel Ginóbili 2 4 6 35
2012 137 97 40 Luciana Aymar 1 1 2 4 42
2016 213 139 74 Luis Scola 3 1 4 27
Gesamt 21 25 28 74 41

Winterspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

María Simari Birkner 2010
Jahr Athleten Flaggenträger Medaillen
Gesamt m w Gold medal.svg Silver medal.svg Bronze medal.svg Gesamt Rang
1924 nicht teilgenommen
1928 10 10 0
1932–1936 nicht teilgenommen
1948 9 9 0
1952 12 11 1
1956 nicht teilgenommen
1960 6 5 1 María Cristina Schweizer
1964 12 11 1
1968 5 2 3
1972 2 2 0
1976 8 8 0
1980 13 13 0 Abel Carlos Balda
1984 18 13 5
1988 15 10 5 Julio Moreschi
1992 20 15 5 Carolina Eiras
1994 10 4 6 María Giro
1998 2 1 1 Carola Calello
2002 11 8 3 Cristian Simari Birkner
2006 9 5 4 María Simari Birkner
2010 7 4 3 Cristian Simari Birkner
2014 7 4 3 Cristian Simari Birkner
Gesamt 0 0 0 0 -

Teilnehmer nach Sportart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sommerspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sportart Jahr
1900 1908[1] 1920 1924 1928 1932 1936 1948 1952 1956 1960 1964 1968 1972 1976 1984 1988 1992 1996 2000 2004 2008 2012 2016
Basketball 14 14 12 12 12 12 12
Beach-Volleyball 2 4 2 2 2 2
Bogenschießen 2
Boxen 1 10 8 8 8 8 10 10 10 10 8 5 3 6 4 3 5 7 1 1 2 6
Fechten 1 13 9 5 11 19 11 2 6 11 10 5 7 10 2 5 4 3 1 1 1 1
Fußball 16 13 14 16 18 16 33 18
Gewichtheben 3 3 1 8 5 2 2 1 2 3 2 2 1 1
Golf 2
Handball 15 32
Hockey 12 18 16 16 31 11 32 32 32 16 31 32
Judo 3 2 2 4 3 9 8 9 9 9 4 2
Kanusport 1 8 5 4 3 3 2 3 10
Leichtathletik 10 7 11 8 24 16 2 5 6 6 9 2 7 2 4 8 11 8 11 9 13
Moderner Fünfkampf 3 3 1 3 2
Polo 5 4
Radsport 5 6 12 6 8 10 9 8 4 8 7 8 10 8 4 10 4 6
Reiten 3 9 6 7 9 8 8 9 7 4 5 1 4 1 2 4
Ringen 5 8 6 2 2 4 3 3 3 3 2 1 1 1 1
Rudern 9 9 3 26 9 9 12 9 18 10 7 6 6 22 8 6 2 10 2
Rugby Sevens 12
Schießen 8 2 5 12 7 4 7 8 4 5 6 6 3 2 6 4 3 1 2 5
Schwimmen 4 4 5 1 17 7 3 7 8 4 5 6 2 3 7 13 10 11 6 7
Segeln 5 5 11 13 14 6 9 6 6 9 4 8 11 7 10 11 11 10 8 13
Taekwondo 2 2 1 2
Tennis 5 5 6 8 8 9 6 7 6
Tischtennis 1 2 3 3 2 1
Triathlon 1 2 1 2
Turnen 7 2 1 1 3 2 1 1 2 2
Volleyball 10 12 12 12 12 12 26
Wasserball 7 7 7 7
Wasserspringen 1 1 1 2 1

Winterspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sportart Jahr
1908 1928 1948 1952 1960 1964 1968 1972 1976 1980 1984 1988 1992 1994 1998 2002 2006 2010 2014
Biathlon 4 3 3 7 1 2 1
Bobsport 10 6 4 5
Eiskunstlauf[2] 1
Freestyle Ski 1 1 1
Rodeln 1 1 1 2 1 1
Ski Alpin 4 8 5 6 5 2 5 6 10 10 6 9 1 5 5 5 6
Skilanglauf 1 3 3 5 1 5 1 1 1
Snowboard 1 1

Liste der Medaillengewinner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Goldmedaillen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Spiele Sportart Disziplin
Polonationalmannschaft 1924 Paris Polo
Víctor Avendaño 1928 Amsterdam Boxen Halbschwergewicht
Arturo Rodríguez Jurado 1928 Amsterdam Boxen Schwergewicht
Alberto Zorrilla 1928 Amsterdam Schwimmen 400 Meter Freistil
Santiago Lovell 1932 Los Angeles Boxen Schwergewicht
Carmelo Robledo 1932 Los Angeles Boxen Federgewicht
Juan Carlos Zabala 1932 Los Angeles Leichtathletik Marathon
Oscar Casanovas 1936 Berlin Boxen Federgewicht
Polonationalmannschaft 1936 Berlin Polo
Delfo Cabrera 1948 London Leichtathletik Marathon
Rafael Iglesias 1948 London Boxen Schwergewicht
Pascual Pérez 1948 London Boxen
Tranquilo Capozzo
Eduardo Guerrero
1952 Helsinki Rudern Doppelzweier
Basketballnationalmannschaft 2004 Athen Basketball Herrenturnier
U-23-Fußballnationalmannschaft 2004 Athen Fußball Herrenturnier
Walter Pérez
Juan Esteban Curuchet
2008 Peking Radsport Madison
U-23-Fußballnationalmannschaft 2008 Peking Fußball Herrenturnier
Sebastián Crismanich 2012 London Taekwondo Weltergewicht
Paula Pareto 2016 Rio de Janeiro Judo Extraleichtgewicht
Santiago Lange
Cecilia Carranza Saroli
2016 Rio de Janeiro Segeln Nacra 17
Hockeynationalmannschaft 2016 Rio de Janeiro Hockey Herrenturnier

Silbermedaillen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Spiele Sportart Disziplin
Luis Brunetto 1924 Paris Leichtathletik Dreisprung
Alfredo Copello 1924 Paris Boxen Leichtgewicht
Héctor Méndez 1924 Paris Boxen Weltergewicht
Víctor Peralta 1928 Amsterdam Boxen Federgewicht
Raúl Landini 1928 Amsterdam Boxen Weltergewicht
Fußballnationalmannschaft 1928 Amsterdam Fußball
Amado Azar 1932 Los Angeles Boxen Mittelgewicht
Guillermo Lovell 1936 Berlin Boxen Schwergewicht
Jeanette Campbell 1936 Berlin Schwimmen 100 Meter Freistil
Carlos Enrique Díaz Sáenz Valiente 1948 London Schießen Schnellfeuerpistole
Noemí Simonetto 1948 London Leichtathletik Weitsprung
Enrique Conrado Sieburger
Julio Sieburger
Enrique Adolfo Sieburger
Emilio Homps
Rodolfo Rivademar
Rufino Rodríguez de la Torre
1948 London Segeln 6-m-Klasse
Reinaldo Gorno 1952 Helsinki Leichtathletik Marathon
Antonio Pacenza 1952 Helsinki Boxen Halbschwergewicht
Humberto Selvetti 1956 Melbourne Gewichtheben Schwergewicht
Héctor Calegaris
Jorge del Río Salas
Jorge Salas Chávez
1960 Rom Segeln Drachen
Carlos Moratorio 1964 Tokio Reiten Vielseitigkeit Einzel
Alberto Demiddi 1972 München Rudern Einer
Gabriela Sabatini 1988 Seoul Tennis Damen Einzel
Carlos Espínola 1996 Atlanta Segeln Mistral
U-23-Fußballnationalmannschaft 1996 Atlanta Fußball Herrenturnier
Carlos Espínola 2000 Sidney Segeln Mistral
Hockeynationalmannschaft 2000 Sidney Hockey Damenturnier
Hockeynationalmannschaft 2012 London Hockey Damenturnier
Juan Martín del Potro 2016 Rio de Janeiro Tennis Herren Einzel

Bronzemedaillen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Spiele Sportart Disziplin
Pedro Quartucci 1924 Paris Boxen Federgewicht
Alfredo Porzio 1924 Paris Boxen Schwergewicht
Raúl Anganuzzi
Carmelo Camet
Roberto Larraz
Héctor Lucchetti
Luis Lucchetti
1928 Amsterdam Fechten Florett Mannschaft
Julio Curatella
Horacio Podestá
1936 Berlin Rudern Zweier ohne Steuermann
Francisco Risiglione 1936 Berlin Boxen Halbschwergewicht
Raúl Villarreal 1936 Berlin Boxen Mittelgewicht
Mauro Cía 1948 London Boxen Halbschwergewicht
Eladio Herrera 1952 Helsinki Boxen Halbmittelgewicht
Humberto Selvetti 1952 Helsinki Gewichtheben Schwergewicht
Víctor Zalazar 1956 Melbourne Boxen Mittelgewicht
Abel Laudonio 1960 Rom Boxen Leichtgewicht
Mario Guilloti 1968 Mexiko-Stadt Boxen Weltergewicht
Alberto Demiddi 1968 Mexiko-Stadt Rudern Einer
Volleyballnationalmannschaft 1988 Seoul Volleyball Herrenturnier
Javier Frana
Christian Miniussi
1992 Barcelona Tennis Herren Doppel
Pablo Chacón 1996 Atlanta Boxen Federgewicht
Serena Amato 2000 Sidney Segeln Europe
Juan de la Fuente
Javier Conte
2000 Sidney Segeln 470er
Hockeynationalmannschaft 2004 Athen Hockey Damenturnier
Georgina Bardach 2004 Athen Schwimmen 400 Meter Lagen
Carlos Espínola
Santiago Lange
2004 Athen Segeln Tornado
Paola Suárez
Patricia Tarabini
2004 Athen Tennis Damen Doppel
Carlos Espínola
Santiago Lange
2008 Peking Segeln Tornado
Paula Pareto 2008 Peking Judo Superleichtgewicht
Hockeynationalmannschaft 2008 Peking Hockey Damenturnier
Basketballnationalmannschaft 2008 Peking Basketball Herrenturnier
Lucas Calabrese
Juan de la Fuente
2012 London Segeln 470er
Juan Martín del Potro 2012 London Tennis Herren Einzel

Medaillen nach Sportart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sportart Gold Silber Bronze Gesamt
Boxen 7 7 10 24
Leichtathletik 2 3 0 5
Fußball 2 2 0 4
Polo 2 0 0 2
Segeln 1 4 5 10
Hockey 1 2 2 5
Rudern 1 1 2 4
Schwimmen 1 1 1 3
Basketball 1 0 1 2
Judo 1 0 1 2
Radsport 1 0 0 1
Taekwondo 1 0 0 1
Tennis 0 2 3 5
Gewichtheben 0 1 1 2
Reiten 0 1 0 1
Schießen 0 1 0 1
Fechten 0 0 1 1
Volleyball 0 0 1 1
Gesamt 21 25 28 74

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Argentinien in der Datenbank von Sports-Reference (englisch)
  • Argentinien auf Olympic.org - The Official website of the Olympic movement (englisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Teilnahme im Eiskunstlauf, siehe unter Winterspiele
  2. Bestandteil der Olympischen Sommerspiele 1908 in London