Olympische Geschichte Finnlands

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Olympische Ringe

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Olympische Ringe

FIN

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Die Olympische Geschichte Finnlands begann 1906 mit der privaten Teilnahme vier finnischer Athleten bei den inoffiziellen Olympischen Zwischenspielen 1906 in Athen. 1907 wurde der Finne Baron Reinhold Felix von Willebrand in das Internationale Olympische Komitee (IOC) gewählt, kurz darauf gründete Finnland sein Nationales Olympisches Komitee Suomen Olympiakomitea und nahm an den Olympischen Sommerspielen 1908 in London erstmals offiziell teil. Bis zu den Spielen im Jahr Sommerspielen 1912 gehörte Finnland als Autonomes Großfürstentum noch zum Russischen Reich; die Ergebnisse wurden jedoch von denen Russlands getrennt. Erst 1920 nahm Finnland als eigenständiges Land teil und war seither bei allen Olympischen Sommerspielen und den ab 1924 stattfindenden Winterspielen immer präsent.

Logo der Olympischen Sommerspiele 1952 Helsinki

Ausrichter[Bearbeiten]

Bislang hat sich Finnland zwei Mal für die Ausrichtung Olympischer Sommerspiele beworben. Bereits 1928 wurden erste Pläne gefasst, Olympische Spiele nach Finnland zu holen, weshalb eine Stiftung zum Erbau des Olympiastadion Helsinki gegründet wurden. Die erste Bewerbung fand bei der IOC-Session 1932 in Los Angeles für die Olympischen Sommerspiele 1940 statt. Während der Wartezeit auf die Entscheidung des IOCs begannen am 12. Februar 1934 die Bauarbeiten zu dem Stadium, das von Yrjö Lindegen und Toivo Jäntti entworfen worden war. Bei der IOC-Session 1936 in Berlin entschieden 26 der anwesenden Mitglieder für Finnland, 21 für Japan. Abwesende Mitglieder hatten zuvor bereits per Briefwahl abgestimmt, was ein Wahlergebnis von 36 zu 27 für Japan ergab, worauf das IOC die Spiele an Tokio vergab.[1] Dennoch wurden die Bauarbeiten an dem Stadion fortgesetzt und bis zum Sommer 1938 beinahe abgeschlossen.[2] Als Japan dann wegen des Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges als Ausrichter ausfiel[3], akzeptierte Finnland im Juni 1938 als Zweitplatzierter das Angebot, doch noch die Spiele auszutragen. Am 12. Juni 1938 fand die offizielle Einweihung des Olympiastadions statt; die östliche Mauer und fehlende Sitzreihen wurden im Laufe des Jahres fertiggestellt. Im Herbst 1939 brach der Zweite Weltkrieg aus und in dessen Folge auch der Winterkrieg. Die Bauarbeiten am Schwimmstadion wurden dadurch unterbrochen, das olympische Dorf in Koskelantie mit Unterkünften für 3.200 Sportler jedoch bis 1940 noch fertig errichtet.[1] Am 23. April 1940 entschied auch Finnland, aufgrund des Krieges auf die Austragung zu verzichten. Die Sommerspiele 1940 wurden komplett abgesagt.

Paavo Nurmi bei der Entzündung des olympischen Feuers

Nach Beendigung des Kriegs entschied sich Finnland am 23. April 1947 unter Leitung von Erik von Frenckell, dem Präsidenten des Organisationskomitees, zu einer erneuten Bewerbung. Bei der Abstimmung am 17. Juni 1947 in Stockholm erhielt Helsinki die Mehrheit der Stimmen und somit vom IOC den Zuschlag für die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele 1952. Aufbauend auf den Vorarbeiten der vorherigen Bewerbung entwickelte das Organisationskomitee seine Pläne für die Sommerspiele 1952. Ein Großteil der Veranstaltungen sollte rund um das Olympiastadion stattfinden, nur der Fünfkampf und einige Fußballspiele wurden in Städte außerhalb Helsinkis verlagert (Hämeenlinna, Turku, Tampere, Kotka und Lahti). Das Olympiastadion selbst wurde leicht ausgebaut und erhielt 20.000 weitere Sitzplätze auf Holztribünen, was seine Kapazität auf 70.000 erhöhte. Zusätzlich mussten Umkleideräume, Duschen, usw. für die Athletinnen, für die mittlerweile auch Wettbewerbe angeboten wurden, eingerichtet und einige der Austragungsplätze modernisiert werden. Die unterbrochenen Bauarbeiten am Schwimmstadion wurden 1947 fortgesetzt. Für die Ruderwettbewerbe war 1940 in Taivallahti ein Stadion gebaut worden, das aber 1952 nicht mehr dem Reglement entsprach. Deshalb wurde in Meilahti ein temporäres Stadion errichtet. Das 1940 erbaute olympische Dorf war mittlerweile zur privaten Nutzung freigegeben worden und wurde von 500 Familien bewohnt, weshalb man in Käpylä ein neues errichtete. Ursprünglich auf 3.400 Bewohner ausgelegt, wurden die Pläne aufgrund der hohen Teilnehmerzahl bei den Olympischen Sommerspielen 1948 in London noch einmal überarbeitet. Der Komplex bot schlussendlich Platz für 4.800 Personen.

Die 15. Olympischen Spiele fanden vom 19. Juli bis 3. August 1952 in Helsinki statt. Insgesamt 4.955 Athleten (4436 Männer, 519 Frauen) aus 69 Ländern, darunter zum ersten Mal die Sowjetunion, nahmen an 149 Wettkämpfen in 17 Sportarten teil.[4]

Finnland hat sich seither nicht mehr für die Ausrichtung von Sommerspielen beworben, stellte jedoch fünf Anträge für Winterspiele zusammen: Lahti bewarb sich für die Austragungen 1964, 1968 und 1972, Tampere für 1976 und Helsinki für 2006.

Teilnahmen[Bearbeiten]

1906 – 1916: Großfürstentum Finnland[Bearbeiten]

Erstmals nahmen finnische Athleten an den Olympischen Zwischenspielen 1906 teil, die vom IOC jedoch nicht offiziell als Olympische Spiele anerkannt wurden. Privat organisiert und finanziert fuhren der Ringer Verner Weckman und die Leichtathleten Verner Järvinen, Uno Häggman und Heikki Åhlman zu den Spielen nach Athen. Verner Weckman, der in der Mittelgewichts-Klasse Gold und in der Offenen Klasse Silber erringen konnte, wurde zum ersten finnischen Olympia-Champion. Järvinen konnte sich beim Diskuswurf im griechischen Stil durchsetzen und erreichte beim modernen Diskuswerfen zusätzlich den dritten Platz. Häggman wurde beim Fünfkampf vierter, Åhlman beim Stabhochsprung fünfter.

Im Mai 1907 wurde Baron Reinhold Felix von Willebrand als erster Finne in das IOC aufgenommen. Auf seine Initiative gründeten im Dezember des gleichen Jahres Repräsentanten diverser finnischer Sportorganisationen das Nationale Olympische Komitee, dessen erster Präsident Willebrand wurde, und begannen mit den Vorbereitungen für die erste Teilnahme an Olympischen Spielen 1908 in London. Insgesamt entsandte das Großfürstentum 65 finnische Athleten, die unter russischer Flagge antraten. Verner Weckmann holte die einzige Goldmedaille für das Großfürstentum und wurde damit auch erster Olympia-Champion Finnlands bei offiziellen Spielen. Aus demselben Wettbewerb (Ringen Halbschwergewicht, Griechisch-römischer Stil) stammt auch die einzige Silbermedaille dieser Spiele, da Weckmann seinen Landsmann Yrjö Saarela besiegte. Zusätzlich konnten drei Bronzemedaillen gewonnen werden, eine davon von der 26köpfigen Turnmannschaft.

Die nächsten Olympischen Spiele fanden in Stockholm im benachbarten Schweden statt. Aufgrund der Nähe reisten 176 finnische Athleten an. Die Leichtathleten und Ringer konnten insgesamt neun Goldmedaillen erringen, angeführt von Hannes Kolehmainen, der drei davon erhielt und mit insgesamt vier Medaillen der erfolgreichste Teilnehmer überhaupt bei den Olympischen Sommerspielen 1912 war. Insgesamt 37 Finnen nahmen an den fünf Wettbewerben in Ringen teil, was ihnen sieben der zu vergebenden 15 Medaillen einbrachte. Zudem beteiligte sich auch das finnische Fußballteam zum ersten Mal an den Spielen und erreichte mit dem vierten Platz das auch nach beinahe 100 Jahren noch immer beste Ergebnis einer finnischen Fußballmannschaft bei internationalen Wettbewerben.[5]

Bei dem Olympischen Kongress 1914 in Paris erwirkte Russland, dass Finnland das Recht auf ein eigenes Olympiateam entzogen wurde. Zur Durchführung dieser Entscheidung kam es aber nicht mehr, weil kurz danach der Erste Weltkrieg ausbrach und die Spiele 1916 abgesagt werden mussten. 1917 wurde Finnland von Russland unabhängig.[6]

1920 – 1948: Die goldene Ära der Leichtathleten und Ringer[Bearbeiten]

Bei den Olympischen Sommerspielen 1920 in Antwerpen trat Finnland zum ersten Mal unter finnischer Flagge an. Die finnische Hymne ertönte erstmals, als die beiden Eiskunstläufer Ludowika und Walter Jakobsson die Goldmedaille im Paarlaufen gewannen. Paavo Nurmi nahm erstmals an Wettbewerben teil und erlief drei Goldmedaillen, Hannes Kolehmainen holte sich die im Marathon. Auch bei den Wurfwettbewerben dominierte Finnland mit Gold und Silber in den Disziplinen Kugelstoßen und Diskuswerfen. Im Speerwerfen belegten Finnen die ersten vier Plätze, ein in der finnischen Olympiageschichte seither nicht wiederholter Erfolg. Arvo Aaltonen holte die ersten Medaillen in Schwimmwettbewerben, zugleich auch die letzten für lange Zeit (bis 1992). Und von den zehn für Finnland antretenden Ringer konnten neun insgesamt zwölf Medaillen gewinnen. Insgesamt erhielt Finnland 15 Goldmedaillen, ein ebenfalls bisher nicht übertroffener Erfolg für das Land.

1924 waren die mengenmäßig erfolgreichsten Spiele für Finnland. Insgesamt 37 Medaillen, 14 davon Gold, positionierten Finnland auf Platz zwei im Länder-Medaillenspiegel. Fünf der 14 Goldmedaillen kamen von Paavo Nurmi, vier weitere von Ville Ritola, alle neun in Laufwettbewerben. Auch im Marathon, Fünfkampf und Speerwurf holten die finnischen Leichtathleten Gold, während sich die Ringer mit insgesamt 16 Medaillen beteiligten.

1924 fanden in Chamonix die ersten allerdings erst zwei Jahre später anerkannten Winterspiele statt. Erfolgreichster Teilnehmer war der finnische Eisschnellläufer Clas Thunberg mit fünf Medaillen, drei davon Gold. Gemeinsam mit Julius Skutnabb dominierte er die Eisschnelllaufbewerbe. Die Erwartungen an die Skilangläufer erfüllten sich hingegen nicht. Drei der vier beim 50-km-Lauf teilnehmenden Finnen stürzten auf einem abschüssigen Hang und konnten das Rennen nicht beenden, der Übrig gebliebene lief nur als Siebenter durchs Ziel.

Die Olympischen Sommerspiele 1928 waren die letzten für Paavo Nurmi und Ville Ritola, die weitere fünf Medaillen für Finnland gewannen. Im Zehnkampf ging Gold an Paavo Yrjölä und Silber an Akilles Järvinen. Mit Heikki Savolainen erreichte auch ein Turner die Medaillenränge, und obwohl in den Ringerwettbewerben die Teilnahme auf einen Athleten pro Gewichtsklasse und Nation beschränkt wurde, errangen diese dennoch neun Medaillen in den dreizehn Bewerben. Da erstmals auch Wettbewerbe für Frauen stattfanden, waren auch zwei Finninnen im Olympiateam vertreten.

Bei den Olympischen Winterspielen 1928 war wieder Clas Thunberg (gemeinsam mit dem Norweger Johan Grøttumsbråten) erfolgreichster Sportler. Er konnte die beiden einzigen Goldmedaillen für Finnland bei diesen Spielen gewinnen, weitere Medaillenchancen fielen den chaotischen Wetterzuständen zum Opfer. So lief Thunberg einen Bewerb während eines Schneesturms, ein weiterer wurde wegen Tauwetters unterbrochen und nicht mehr nachgeholt. Auch die Langläufer hatten mit diesen Problemen zu kämpfen. Mit nur vier Medaillen, keine davon in offiziellen Ski-Nordisch-Wettbewerben, war Finnland dennoch auf Platz vier des Länder-Medaillenspiegels.

Nur wenige finnische Sportler reisten zu den Olympischen Sommerspielen 1932. Paavo Nurmi durfte wegen der Aberkennung seines Amateurstatus nicht teilnehmen. Die Leichtathleten konnten in vielen ihrer Disziplinen nicht mehr an frühere Erfolge anknüpfen und nur in drei Disziplinen Gold erringen. Der erfolgreichste Leichtathletikwettbewerb war der Speerwurf, in dem die Finnen alle drei Medaillen gewinnen konnten. Bruno Ahlberg holte Finnlands erster Medaille im Boxen und die Turner unter Heikki Savolainen gewannen fünf Medaillen.

Bei den Olympischen Winterspielen 1932 konnten die finnischen Athleten je eine Medaille jeder Farbe gewinnen. Veli Saarinen holte die erste Goldmedaille für Finnland im Skilanglauf und zusätzlich ein Mal Bronze. Väinö Liikkanen erhielt Silber hinter Saarinen. Im finnischen Team waren ausnahmsweise weder nordische Kombinierer noch Skispringer vertreten und Clas Thunberg hatte wegen Streitigkeiten mit seinem Verein die Anreise verweigert.

Die beiden Olympischen Spiele 1936 waren eher ereignislos für Finnland. Ilmari Salminen und Volmari Iso-Hollo holten Gold in Laufwettbewerben, der Ringer Kustaa Pihlajamäki erhielt zwölf Jahre nach seiner ersten Goldmedaille die zweite und der Boxer Sten Suvio und der Turner Aleksanteri Saarvala holten erstmals Gold für Finnland in diesen Sportarten. Mit Urho Karhumäki konnte erstmals auch ein Kunstwettbewerb für Finnland entschieden werden. Bei den Winterspielen konnte sich Finnland nur in der neu eingeführten Langlaufstaffel durchsetzen, war aber dennoch mit sechs Medaillen auf Platz vier des Länder-Medaillenspiegels.

Die Olympischen Sommerspiele 1948 werden als das Ende der Goldenen Ära für die Leichtathleten angesehen.[7]. Trotz einer Ausbeute von 20 Medaillen kamen nur drei auf die frühere Erfolgssportart, und nur eine davon war Gold, nämlich die von Tapio Rautavaara im Speerwurf. Kaisa Parviainen konnte mit ihrer Silbermedaille beim Speerwurf als erste Finnin eine Medaille erringen. Die Turner dagegen, meist Veikko Huhtanen und Paavo Aaltonen, konnten zehn Medaillen gewinnen und die Kanusportler brachten erstmals ebenfalls Medaillen ein. Die Kunstwettbewerbe, die zum letzten Mal stattfanden, ergaben vier Medaillen.

Bei den Olympischen Winterspielen 1948 fand zum vierten und letzten Mal der Demonstrationswettbewerb Militärpatrouille statt. Wie auch schon bei den vorhergehenden drei Austragungen platzierte sich das finnische Team auch bei diesem inoffiziellen Bewerb auf Platz zwei. In den nordischen Disziplinen zeigten sich die Norweger und Schweden dominant, nur in der Nordischen Kombination konnte Heikki Hasu die einzige Goldmedaille für Finnland gewinnen. Erstmals versuchten sich die Finnen auch erfolglos im Ski Alpin.

1952 – Heute[Bearbeiten]

Als Veranstalter der Olympischen Sommerspiele 1952 durfte Finnland eine unbeschränkte Menge an Athleten entsenden. Deshalb nahmen 260 Finnen an insgesamt 138 der 149 Wettbewerbe teil, in vielen davon trotz des Nichtvorhandenseins jeglicher Chancen. So nahm Finnland das erste und zugleich letzte Mal am Hockey-Wettbewerb teil und stellte auch ein Basketball- und ein Fußballteam. Die Leichtathletik-Wettbewerbe erbrachten nur eine einzige Bronze-Medaille. Dafür waren die Kanuten mit vier Goldmedaillen umso erfolgreicher, mit Sylvi Saimo errang erstmals auch eine Finnin Gold.

In Oslo 1952 schaffte Finnland schließlich den Durchbruch in den nordischen Disziplinen. Im Skilanglauf erhielten die finnischen Sportler acht der zehn möglichen Medaillen, dabei alle in dem ersten Skilanglaufwettbewerb für Frauen. Bemerkenswert war die Laufzeit von Veikko Hakulinen mit 3:33:33. Pentti Alonen kam im Slalom auf Platz 14, was bis 1998 die beste Platzierung eines finnischen Sportlers im Ski Alpin bleiben sollte.

Paralympics[Bearbeiten]

Hauptartikel: Paralympische Geschichte Finnlands

Finnland hat mit Ausnahme der Sommer-Paralympics 1964 in Tokio an allen Paralympischen Spielen teilgenommen, diese jedoch noch nie selbst ausgerichtet. Organisiert wird die Teilnahme durch das finnische Paralympics-Komitee Suomen Paralympiakomitea, das 1994 gegründet wurde und in enger Zusammenarbeit mit dem Suomen Olympiakomitea und dem Internationalen Paralympischen Komitee funktioniert.

Im Ewigen Medaillenspiegel der Sommer-Paralympics nimmt Finnland mit 246 Medaillen (63 Gold, 88 Silber und 95 Bronze) Platz 24 ein, im Ewigen Medaillenspiegel der Winter-Paralympics mit 175 Medaillen (75 Gold, 45 Silber und 55 Bronze) Platz 5.

Statistik[Bearbeiten]

Die erfolgreichsten Teilnehmer[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der olympischen Medaillengewinner aus Finnland

Bislang konnten 555 finnische Sportler 455 olympische Medaillen erringen (142 Gold, 142 Silber, 171 Bronze).

Mit insgesamt 12 Medaillen (9 davon Gold) ist Paavo Nurmi nicht nur der erfolgreichste Sportler Finnlands bei Olympischen Spielen, sondern gemeinsam mit Carl Lewis (10 Medaillen, 9 davon Gold) auch der erfolgreichste Leichtathlet überhaupt. Gefolgt wird er vom Turner Heikki Savolainen mit 9 Medaillen (2 Gold) und dem Leichtathleten Ville Ritola mit 8 Medaillen (5 Gold). Die Frauen waren bei den Sommerspielen bisher nur mäßig erfolgreich. Die insgesamt acht von ihnen errungenen Medaillen (4 Gold, 3 Silber, eine Bronze) verteilen sich auf neun viele verschiedene Sportlerinnen.

Mit je 7 Medaillen sind die Langläufer Veikko Hakulinen, Marja-Liisa Kirvesniemi, Eero Mäntyranta sowie der Eisschnellläufer Clas Thunberg die finnischen Olympiateilnehmer mit den meisten Medaillen bei Winterspielen. Marja-Liisa Kirvesniemi ist dabei auch erfolgreichste Sportlerin Finnlands bei Olympischen Spielen überhaupt.

Eine Besonderheit sind die beiden Eiskunstläufer Ludowika Jakobsson und Walter Jakobsson. Bei ihrem Sieg 1920 war Eiskunstlauf noch eine Disziplin bei den Sommerspielen in Antwerpen. Da sie vier Jahre später bei den ersten Olympischen Winterspielen von Chamonix Silber gewannen, sind sie die einzigen finnischen Sportler, die sowohl bei Sommer- als auch Winterspielen erfolgreich waren.

Die erfolgreichsten Vertreter Finnlands
Olympische Sommerspiele Olympische Winterspiele

Medaillenbilanz[Bearbeiten]

Mit bislang 455 errungenen Medaillen (142 Gold, 142 Silber und 171 Bronze) liegt Finnland auf Platz 10 im ewigen Medaillenspiegel der Olympischen Spiele. Bei den Olympischen Sommerspielen konnte Finnland 299 Medaillen gewinnen (101 Gold, 83 Silber und 115 Bronze) und ist damit auf Platz 12 der erfolgreichsten Länder. Bei den Olympischen Winterspielen gab es insgesamt 156 Medaillen, davon 41 Gold, 59 Silber und 56 Bronze, was Finnland Platz 9 in der Länderwertung einbringt. Inklusive der Medaillen in Mannschafts- und Staffeldisziplinen errangen 311 finnische Sommersportler insgesamt 451 olympische Medaillen (124 Gold, 118 Silber und 209 Bronze) und 244 finnische Wintersportler insgesamt 401 olympische Medaillen (66 Gold, 139 Silber und 196 Bronze). (Stand: 1. März 2010.)

Finnland hat seit 1906 an allen Olympischen Spielen teilgenommen und konnte auch bei allen Spielen Medaillen gewinnen. Die bisher erfolglosesten Teilnahmen waren Athen 2004, Sapparo 1972, Lillehammer 1994 und Vancouver 2010, wo keiner der finnischen Athleten eine Goldmedaille für sich beanspruchen konnte.

Olympische Sommerspiele
Jahr Ort Gold Silber Bronze Total Sportler (entsendet)
1906 Athen (Zwischenspiele) 2 1 1 4 4
1908 London 1 1 3 5 63 (65)
1912 Stockholm 9 8 9 26 164 (176)
1920 Antwerpen 15 10 9 34 62 (67)
1924 Paris 14 13 10 37 120 (131)
1928 Amsterdam 8 8 9 25 69 (73)
1932 Los Angeles 5 8 12 25 40 (41)
1936 Berlin * 8 6 6 20 107 (113)
1948 London * 10 8 6 24 123 (130)
1952 Helsinki 6 3 13 22 260
1956 Melbourne 3 1 11 15 64+7
1960 Rom 1 1 3 5 117 (119)
1964 Tokio 3 0 2 5 89 (90)
1968 Mexiko-Stadt 1 2 1 4 66 (69)
1972 München 3 1 4 8 96 (100)
1976 Montréal 4 2 0 6 83 (86)
1980 Moskau 3 1 4 8 105 (109)
1984 Los Angeles 4 2 6 12 86 (89)
1988 Seoul 1 1 2 4 78 (81)
1992 Barcelona 1 2 2 5 88 (90)
1996 Atlanta 1 2 1 4 76 (78)
2000 Sydney 2 1 1 4 70 (71)
2004 Athen 0 2 0 2 53
2008 Peking 1 1 2 4 58 (60)
Gesamt



inkl. Zwischenspiele und Kunstwettbewerbe
101

106
83

85
115

117
295

304
2090
(2166)

*: inkl. der Medaillen in den Kunstwettbewerben

Olympische Winterspiele
Jahr Ort Gold Silber Bronze Total Sportler (entsendet)
1924 Chamonix 4 4 3 11 17 (19)
1928 St. Moritz 2 1 1 4 18 (25)
1932 Lake Placid 1 1 1 3 7 (8)
1936 Garmisch-Partenkirchen 1 2 3 6 19 (28)
1948 St. Moritz 1 3 2 6 24 (32)
1952 Oslo 3 4 2 9 50 (75)
1956 Cortina d'Ampezzo 3 3 1 7 31 (34)
1960 Squaw Valley 2 3 3 8 48 (53)
1964 Innsbruck 3 4 3 10 52 (58)
1968 Grenoble 1 2 2 5 53 (57)
1972 Sapporo 0 4 1 5 51 (53)
1976 Innsbruck 2 4 1 7 47 (50)
1980 Lake Placid 1 5 3 9 52 (54)
1984 Sarajevo 4 3 6 13 45 (48)
1988 Calgary 4 1 2 7 53 (57)
1992 Albertville 3 1 3 7 62 (68)
1994 Lillehammer 0 1 5 6 61 (63)
1998 Nagano 2 4 6 12 86 (89)
2002 Salt Lake City 4 2 1 7 100
2006 Turin 0 6 3 9 92 (94)
2010 Vancouver 0 1 4 5 95
Gesamt 41 59 56 156 1061 (1160)

Disziplinenübersicht[Bearbeiten]

Siehe auch: Olympische Sportarten

Erfolgreich sind die Finnen bei den Sommerspielen vor allem in den Sportarten Ringen, Turnen und Leichtathletik. Keine Medaillen gab es dagegen bisher beim Fechten, im Rad- und Reitsport und den diversen Ball- und Kugelsportarten. Bei den Winterspielen ist es vor allem der nordische Skisport, in dem die finnischen Athleten Medaillen sammeln. Relativ erfolgreich sind auch die Eisschnellläufer, und die finnischen Eishockey-Mannschaften konnte sich bereits sieben Mal in den Medaillenrängen platzieren. Allerdings gab es bisher nie Top-3-Platzierungen in den Sportarten Bobsport und Rennrodeln. Die bisher einzige Medaille im alpinen Skisport errang Tanja Poutiainen bei den Spielen 2006 in Turin.

Olympische Sommerspiele
Sportart Gold Silber Bronze Total
Bogenschießen 1 1 2 4
Boxen 2 1 11 14
Gewichtheben 1 0 2 3
Kanusport 5 2 3 10
Leichtathletik 48 35 30 113
Moderner Fünfkampf 0 1 4 5
Ringen 26 28 29 83
Rudern 3 1 3 7
Schießen 4 7 10 21
Schwimmen 0 1 3 4
Segeln 2 1 6 9
Turnsport 8 5 12 25
Olympische Winterspiele
Sportart Gold Silber Bronze Total
Biathlon 0 5 2 7
Curling 0 1 0 1
Eishockey 0 2 5 7
Eiskunstlauf 1 1 0 2
Eisschnelllauf 7 8 9 24
Freestyle-Skiing 1 2 1 4
Ski Alpin 0 1 0 1
Ski Nordisch 33 38 38 109
Snowboard 0 1 1 2

Literatur[Bearbeiten]

  • Sadan vuoden olympiadi. Suomalaisen olympialiikkeen historia. Suomen Olympiakomitea ja WSOY. 2007. ISBN 978-951-0-32429-5

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b la84foundation.org: 1952 Helsinki (PDF; 29,7 MB)
  2. Geschichte des Olympiastadion
  3. la84foundation.org: 1940 Tokyo Report of the Organizing Committee (PDF; 11,5 MB)
  4. olympic.org: HELSINKI 1952: Games of the XV Olympiad
  5. fifa.com: Profil Finnland
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatSuomen olympiahistoria. Suomen Olympiakomitea, abgerufen am 9. Juni 2008 (finnisch): „Vuoden 1914 olympiakongressissa Suomi menetti oikeutensa osallistua olympiakisoihin omana joukkueenaan, mutta tuomiota ei ehditty panna täytäntöön ennen ensimmäisen maailmansodan syttymistä ja Suomen itsenäistymistä.“
  7. noc.fi: LONDON 1948