Olympische Geschichte Singapurs

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Olympische Ringe

SIN

SIN
Goldmedaillen Silbermedaillen Bronzemedaillen
1 2 2

Singapur, dessen NOK, der Singapore National Olympic Council, 1947 gegründet und 1948 vom IOC anerkannt wurde, nimmt seit 1948 an Olympischen Sommerspielen teil. 1964 war Singapur ein Bestandteil des Staates Malaysia, Sportler aus Singapur starteten in Tokio für Malaysia. Nach der Unabhängigkeit von Malaysia trat Singapur ab 1968 wieder mit einer eigenen Mannschaft auf. 1980 folgte man dem Boykottaufruf der Spiele von Moskau. An Winterspielen nahmen Sportler aus Singapur bislang nicht teil.

Singapur richtete 2010 die ersten Olympischen Jugend-Sommerspiele aus. Als Gastgeber und auch bei der folgenden Ausrichtung der Jugend-Sommerspiele nahmen jugendliche Athleten des Stadtstaates teil.

Übersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit einem Leichtathleten nahm Singapur 1948 erstmals an Olympischen Spielen teil. Der erste Olympionike war am 30. Juli 1948 der Hochspringer Lloyd Valberg. Am 21. Juli 1952 ging mit der Leichtathletin Tang Pui Wah die erste Frau des Landes bei Olympischen Spielen an den Start.

Neben der Leichtathletik waren Sportler des Stadtstaates in der Folgezeit in den Sportarten Schwimmen und Gewichtheben (ab 1952), Segeln, Hockey, Wasserball und Basketball (ab 1956), Schießen (ab 1960), Boxen (ab 1972), Judo (ab 1976), Fechten und Badminton (ab 1992), Tischtennis (ab 1996), Kanusport und Turnen (ab 2012) und Rudern (ab 2016) vertreten.

Die erstmals für das Olympiaturnier qualifizierte Wasserballmannschaft spielte 1956 in der Vorrunde gegen die deutsche Mannschaft und verlor mit 1:5. Nach einem 1:7 gegen Italien und drei weiteren Niederlagen in der Finalrunde belegte die Mannschaft den letzten Platz. 1960 wurde die erste Olympiamedaille gewonnen. Im Gewichtheben wurde Tan Howe Liang im Leichtgewicht Zweiter und gewann damit die Silbermedaille.

Einen Erfolg konnte Singapur erst wieder 40 Jahre später beim olympischen Tischtennisturnier von Sydney 2000 verzeichnen. Im Damen-Einzel erreichte die gebürtige Chinesin Jing Jun Hong das Halbfinale. Sie verlor sowohl das Halbfinale als auch das Spiel um die Bronzemedaille. Ihre Teamkameradin Li Jia Wei, ebenfalls gebürtige Chinesin, konnte in der ersten Finalrunde die Österreicherin Liu Jia, auch sie geborene Chinesin, schlagen.

Im Badmintonturnier 2004 in Athen konnte Ronald Susilo, ein gebürtiger Indonesier, im Achtelfinale des Herren-Einzels den Deutschen Björn Joppien in zwei Sätzen ausschalten. Im Damen-Einzel des Tischtennisturniers erreichte Li Jia Wei das Halbfinale, verlor aber wie vier Jahre zuvor Jing Jun Hong sowohl das Halbfinale als auch das Spiel um Bronze.

Auch 2008 konnte Li Jia Wei nach Erreichen des Halbfinals keine Medaille gewinnen. Mit der Mannschaft konnte sie jedoch Silber gewinnen, der erste Medaillengewinn nach 48 Jahren. Das Männerteam unterlag in der Vorrunde der deutschen Mannschaft mit 1:3 und schied mit einer weitere Niederlage nach der Vorrunde aus. Im Schwimmen erreichte Tao Li das Finale über 100 Meter Schmetterling und wurde Fünfte.

2012 in London gab es zwei weitere Medaillen im Tischtennis. Im Damen-Einzel erreichte Feng Tianwei das Halbfinale. Im Achtelfinale hatte sie die für Deutschland spielende Chinesin Wu Jiaduo in sechs Sätzen besiegen können. Das Halbfinale gegen die Chinesin Ding Ning ging in sechs Sätzen verloren, das Spiel um Bronze gegen die Japanerin Kasumi Ishikawa gewann sie glatt in vier Sätzen. Das Damenteam verlor im Halbfinale gegen Japan mit 0:3, gewann dafür das Spiel um Bronze gegen Südkorea mit 3:0.

2016 schaffte Joseph Schooling Singapurs ersten Olympiasieg. Der Schwimmer gewann den Wettkampf über 100 Meter Schmetterling. Im Tischtennis scheiterte das Damenteam im Halbfinale mit 0:3 an China. Das Spiel um Bronze gegen Japan ging mit 1:3 verloren.

Jugendspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Singapur war 2010 Ausrichter der ersten Olympischen Jugend-Sommerspiele. Im Februar 2008 setzte sich Singapur mit 53:44 Stimmen gegen die russische Hauptstadt Moskau durch. Die ersten Jugend-Sommerspiele wurden vom 14. bis zum 26. August 2010 abgehalten. 3522 jugendliche Athleten aus 205 Nationen nahmen im 26 Sportarten teil. Eröffnet wurden die Spiele durch Singapurs Staatspräsidenten Sellapan Ramanathan. Den Olympischen Eid sprachen die Springreiterin Caroline Chew für die Sportler, der Boxschiedsrichter Syed Abdul Kadir für die Kampfrichter sowie der Schwimmtrainer David Lim für die Trainer. Das Olympische Feuer wurde durch den Segelsportler Darren Choy entzündet.

Insgesamt nahmen 129 jugendliche Athleten, 78 Jungen und 51 Mädchen, aus Singapur teil. Sechs Medaillen, zwei Silber- und vier Bronzemedaillen, konnte gewonnen werden. Silbermedaillen gewannen der Schwimmer Rainer Ng über 50 Meter Rücken und die Tischtennisspielerin Isabelle Li im Damen-Einzel. Bronze gewannen die Taekwondoin Daryl Tan im Bantamgewicht der Jungen und Shafinas Rahman im Mittelgewicht der Mädchen, die Seglerin Audrey Yong im Windsurfen und die U-15-Fußballnationalmannschaft der Jungen. Eine weitere Bronzemedaille wurde nicht im Medaillenspiegel Singapurs berücksichtigt. Der Bogenschütze Abdul Jaffar gewann mit seiner türkischen Partnerin Begünhan Ünsal Bronze der gemischten Teams.

Bei der zweiten Austragung 2014 in Nanjing nahmen 18 Jugendliche, sieben Jungen und elf Mädchen, teil. Sie traten in den Sportarten Leichtathletik, Badminton, Tischtennis, Wasserspringen, Schwimmen, Segeln, Schießen, Turnen und Triathlon an. Im Segeln konnten zwei Olympiasiege gefeiert werden. Bernie Chin siegte bei den Jungen und Samantha Yom bei den Mädchen in der Bootsklasse Byte CII. Eine weitere Medaille, die nicht in der Medaillenbilanz Singapurs berücksichtigt wird, gewann die Sportschützin Xiu Yi Teh mit ihrem ägyptischen Partner Ahmed Mohamed. Beide holten Silber in der gemischten Luftpistolen-Mannschaft.

Übersicht der Teilnehmer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sommerspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Athleten Flaggenträger Sportarten Medaillen
Gesamt m w Leichtathletik Schwimmen Gewichtheben Segeln Hockey Wasserball Basketball Schießen Boxen Judo Fechten Badminton Tischtennis Kanusport Turnen Rudern Gold medal.svg Silver medal.svg Bronze medal.svg Gesamt Rang
1896–1936 nicht teilgenommen
1948 1 1 0 Jocelyn de Souza 1
1952 5 4 1 Thong Saw Pak 1 1 3
1956 49 47 2 Lionel Chee 4 3 5 17 10 10
1960 5 5 0 1 3 1 1 1 32
1964 Teilnahme in der Olympiamannschaft Malaysias
1968 4 4 0 1 2 1
1972 7 5 2 Pat Chan 3 3 1
1976 4 3 1 Koh Eng Kian 1 1 1 1
1980 nicht teilgenommen
1984 5 5 0 Ang Peng Siong 4 1
1988 8 7 1 Ang Peng Siong 5 2 1
1992 14 11 3 5 2 1 1 2 3
1996 14 9 5 Lee Wung Yew 2 5 4 1 1 1
2000 14 8 6 Joscelin Yeo 8 3 1 2
2004 16 6 10 Ronald Susilo 2 5 1 1 3 4
2008 25 11 14 Li Jia Wei 2 5 6 1 5 6 1 1 70
2012 23 8 15 Feng Tianwei 2 5 1 2 2 4 6 2 1 2 2 75
2016 25 9 16 Derek Wong Zi Liang 2 2 10 2 2 5 1 1 1 54
Gesamt 1 2 2 5 90

Winterspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Athleten Flaggenträger Sportarten Medaillen
Gesamt m w Shorttrack Gold medal.svg Silver medal.svg Bronze medal.svg Gesamt Rang
1924–2014 nicht teilgenommen
2018 1 0 1 Cheyenne Goh 1
Gesamt 0 0 0 0 -

Liste der Medaillengewinner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Goldmedaillen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Spiele Sportart Disziplin
Joseph Schooling 2016 Rio de Janeiro Schwimmen 100 Meter Schmetterling

Silbermedaillen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Spiele Sportart Disziplin
Tan Howe Liang 1960 Rom Gewichtheben Leichtgewicht
Feng Tianwei
Li Jia Wei
Wang Yuegu
2008 Peking Tischtennis Damenteam

Bronzemedaillen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Spiele Sportart Disziplin
Feng Tianwei 2012 London Tischtennis Damen-Einzel
Feng Tianwei
Li Jia Wei
Wang Yuegu
2012 London Tischtennis Damenteam

Medaillen nach Sportart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sportart Gold Silber Bronze Gesamt
Schwimmen 1 0 0 1
Tischtennis 0 1 2 3
Gewichtheben 0 1 0 1
Gesamt 1 2 2 5

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]