Olympische Sommerspiele 1900/Leichtathletik – Weitsprung (Männer)

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Olympische Ringe
Leichtathletik
Sportart Leichtathletik
Disziplin Weitsprung
Geschlecht Männer
Ort Croix Catelan
Teilnehmer 12 Athleten aus 6 Ländern
Wettkampfphase 14./15. Juli 1900
Medaillengewinner
Gold Gold Alvin Kraenzlein (Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA)
Silbermedaillen Silber Meyer Prinstein (Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA)
Bronzemedaillen Bronze Patrick Leahy (Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR)

Der Weitsprung der Herren bei den Olympischen Sommerspielen 1900 in Paris wurde am 14. und 15. Juli 1900 im Croix Catelan ausgetragen. Zunächst gab es einen Qualifikations-Wettkampf, am nachfolgenden Tag wurde das Finale ausgetragen. Aus Kulanz gegenüber dem Qualifikationsbesten Prinstein, der aus religiöser Überzeugung nicht an dem an einem Sonntag ausgetragenen Finale teilnahm, wurden die in der Qualifikation erzielten Weiten für das Gesamtergebnis mitgezählt, sofern sie im Finale nicht übertroffen wurden.

Olympiasieger wurde der US-Amerikaner Alvin Kraenzlein. Die Silbermedaille gewann sein Landsmann Meyer Prinstein vor dem für Großbritannien startenden Iren Patrick Leahy.

Rekorde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die damals bestehenden Weltrekorde waren noch inoffiziell.

Weltrekord 7,50 m Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Meyer Prinstein Philadelphia (USA), 28. April 1900[1]
Olympischer Rekord 6,35 m Vereinigte Staaten 44Vereinigte Staaten USA Ellery Clark Athen (Griechenland), 7. April 1896

Folgende Rekorde wurden in dieser Disziplin bei den Olympischen Spielen 1900 gebrochen oder eingestellt:

OR 7,175 m Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Meyer Prinstein Qualifikation, 14. Juli
7,185 m Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA Alvin Kraenzlein Finale, 15. Juli

Ergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Qualifikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus der Qualifikations erwarben die besten fünf Springer (farbig unterlegt) das Recht zur Teilnahme am Finale. Aus Kulanz gegenüber dem Qualifikationsbesten Prinstein, der aus religiöser Überzeugung nicht an dem an einem Sonntag ausgetragenen Finale teilnahm, wurden die in der Qualifikation erzielten Weiten für das Gesamtergebnis mitgezählt, sofern sie im Finale nicht übertroffen wurden.

Sa 14. Juli 1900

Platz Athlet Land Weite (m)
01 Meyer Prinstein Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA 7,175 (OR)
02 Alvin Kraenzlein Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA 6,930
03 Albert Delannoy Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik Frankreich 6,755
04 William Remington Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA 6,725
05 Patrick Leahy Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland Großbritannien 6,710
06 John McLean Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA 6,655
07 Thaddeus McClain Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA 6,435
08 Waldemar Steffen Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Deutschland 6,300
09 Ernő Schubert Ungarn 1867Ungarn Ungarn 6,050
10 Gyula Strausz Ungarn 1867Ungarn Ungarn 6,010
11 Tore Blom Schweden 1844Schweden Schweden 5,770
12 Eric Lemming Schweden 1844Schweden Schweden 5,500

Resultat nach Qualifikation und Endkampf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Finale: So 15. Juli 1900

Platz Athlet Land Weite (m)
01 Alvin Kraenzlein Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA 7,185 (OR)
02 Meyer Prinstein Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA 7,175
03 Patrick Leahy Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland Großbritannien 6,950
04 William Remington Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA 6,825
05 Albert Delannoy Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik Frankreich 6,755
06 John McLean Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA 6,655
07 Thaddeus McClain Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten USA 6,435
08 Waldemar Steffen Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Deutschland 6,300
09 Ernő Schubert Ungarn 1867Ungarn Ungarn 6,050
10 Gyula Strausz Ungarn 1867Ungarn Ungarn 6,010
11 Tore Blom Schweden 1844Schweden Schweden 5,770
12 Eric Lemming Schweden 1844Schweden Schweden 5,500

Meyer Prinstein verzichtete aus religiösen Gründen auf den Start im Finale, das an einem Sonntag stattfand, und musste tatenlos zusehen, wie Alvin Kraenzlein die Bestmarke, die Prinstein selber am Vortag erzielt hatte, noch um einen Zentimeter übertraf. Es wird berichtet, dass es später zu einer tätlichen Auseinandersetzung zwischen beiden Springern kam, da sich Kraenzlein nicht an die Absprache gehalten habe, am Sonntag ebenfalls nicht zu starten. Leahy und Remington übertrafen ihre Weiten aus der Qualifikation, womit sich Leahy auf Platz 3 verbesserte und Remington den vierten Rang verteidigte. Der für Großbritannien startende Ire Patrick Leahy gewann im Hochsprung am selben Tag die Silbermedaille. Dem Franzosen Delannoy gelang im Finale keine Steigerung mehr, sodass er auf Tang 5 zurückfiel.

Alvin Kraenzlein war am Tag zuvor Olympiasieger über 110 Meter Hürden geworden, gewann am Tag der Weitsprung-Entscheidung auch den 60-Meter-Lauf und errang am nächsten Tag über 200 Meter Hürden seine insgesamt vierte Goldmedaille der Spiele von Paris.

Die Angaben in verschiedenen Quellen stimmen bis Rang fünf einschließlich komplett überein. Für den sechstplatzierten McLean gibt zur Megede die Weite an, die ansonsten für Thaddeus McClain auf Rang sieben aufgeführt sind. Abweichend von allen anderen Quellen nennt zur Megede darüber hinaus mit Steffen, Blom und Lemming lediglich drei weitere im Vorkampf ausgeschiedene Teilnehmer.

Ein Hinweis noch zur Namenschreibweise des Olympiazweiten:
Im deutschen Wikipedia-Beitrag zu Meyer Prinstein wird sein Vorname mit Meyer geführt. Die in zahlreichen anderen Quellen verwendete Schreibweise Myer wird dort in Klammern allerdings mitbenannt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 1: 1896–1936, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 2. Auflage 1970, S. 38