Olympische Sommerspiele 1972/Leichtathletik – Speerwurf (Frauen)

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Olympische Ringe
2014 Olympiastadion Munich.jpg
Sportart Leichtathletik
Disziplin Speerwurf
Geschlecht Frauen
Teilnehmer 19 Athletinnen aus 10 Ländern
Wettkampfort Olympiastadion München
Wettkampfphase 31. August 1972 (Qualifikation)
1. September 1972 (Finale)
Medaillengewinnerinnen
Goldmedaille Ruth Fuchs (Deutschland Demokratische Republik 1949DDR GDR)
Silbermedaille Jacqueline Todten (Deutschland Demokratische Republik 1949DDR GDR)
Bronzemedaille Kate Schmidt (Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA)

Der Speerwurf der Frauen bei den Olympischen Spielen 1972 in München wurde am 31. August und 1. September 1972 im Olympiastadion München ausgetragen. Neunzehn Athletinnen nahmen teil.

Olympiasiegerin wurde Ruth Fuchs aus der DDR, die vor ihrer Landsfrau Jacqueline Todten gewann. Bronze ging an die US-Amerikanerin Kate Schmidt.

Für die BR Deutschland – offiziell Deutschland – traten Anneliese Gerhards und Ameli Koloska an. Koloska scheiterte in der Qualifikation, Gerhards erreichte das Finale und wurde Neunte.
Außer Olympiasiegerin Ruth Fuchs und Silbermedaillengewinnerin Jacqueline Todten nahmen für die DDR – offiziell DDR – keine weiteren Speerwerferinnen teil.
Für Österreich startete Eva Janko, die im Finale Platz sechs erreichte.
Athletinnen aus der Schweiz und Liechtenstein nahmen nicht teil.

Bestehende Rekorde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Olympiasiegerin Ruth Fuchs, DDR
Weltrekord 65,06 m Ruth Fuchs (Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR) Potsdam, DDR (heute Deutschland) 11. Juni 1972[1]
Olympischer Rekord 62,40 m Jelena Gortschakowa (Sowjetunion 1955Sowjetunion Sowjetunion) Qualifikation von Tokio, Japan 16. Oktober 1964

Durchführung des Wettbewerbs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Athletinnen traten am 31. August zu einer Qualifikationsrunde an. Die Qualifikationsweite für den direkten Einzug ins Finale am 1. September betrug 54,00 m. Da nur zehn Athletinnen diese Weite erreichten, wurde das Finalfeld nach den nächstbesten Weiten auf zwölf Teilnehmerinnen aufgefüllt.
Im Finale hatte jede Athletin zunächst drei Versuche. Den besten acht Teilnehmerinnen standen anschließend weitere drei Versuche zur Verfügung.

Zeitplan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

31. August, 10.30 Uhr: Qualifikation
1. September, 15.30 Uhr: Finale[2]

Die direkt qualifizierten Athletinnen sind hellblau, die nachfolgenden Athletinnen hellgrün unterlegt.

Qualifikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Datum: 31. August 1972, 10.30 Uhr[3]

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite Anmerkung
1 Ruth Fuchs Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR x 60,88 m - 60,88 m
2 Jacqueline Todten Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR 59,62 m - - 59,62 m
3 Kate Schmidt Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 52,26 m 58,85 m - 58,85 m
4 Nataša Urbančič Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Jugoslawien 57,02 m - - 57,02 m
5 Mária Kucserka Ungarn 1957Ungarn Ungarn 56,72 m - - 56,72 m
6 Ljutwian Mollowa Bulgarien 1967Bulgarien Bulgarien 56,30 m - - 56,30 m
7 Eva Janko OsterreichÖsterreich Österreich 56,18 m - - 56,18 m
8 Swetlana Koroljowa Sowjetunion 1955Sowjetunion Sowjetunion 55,90 m - - 55,90 m
9 Anneliese Gerhards Deutschland BRBR Deutschland BR Deutschland 55,24 m - - 55,24 m
10 Éva Zörgő Rumänien 1965Rumänien Rumänien 54,34 m - - 54,34 m
11 Ewa Gryziecka Polen 1944Polen Polen 53,68 m x 51,56 m 53,68 m
12 Magda Paulányi Ungarn 1957Ungarn Ungarn 53,62 m 52,87 m 52,78 m 53,62 m
13 Angéla Ránky Ungarn 1957Ungarn Ungarn 53,48 m x 51,40 m 53,48 m
14 Daniela Jaworska Polen 1944Polen Polen 44,68 m 52,40 m 50,16 m 52,40 m
15 Sherry Calvert Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA x 51,38 m 51,00 m 51,38 m
16 Nina Marakina Sowjetunion 1955Sowjetunion Sowjetunion 51,06 m 41,64 m x 51,06 m
17 Marion Becker Rumänien 1965Rumänien Rumänien x 48,70 m 50,74 m 50,74 m
18 Ameli Koloska Deutschland BRBR Deutschland BR Deutschland 48,42 m x x 48,42 m
19 Roberta Brown Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA x 47,88 m x 47,88 m
DNS Rosa Molina ChileChile Chile

Finale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Datum: 1. September 1972, 15.30 Uhr[3]

Favoritin war Ruth Fuchs aus der DDR, die im Juni den Weltrekord auf 65,40 m verbessert hatte. Hinter ihr gab es ein breites Feld von Werferinnen, die für eine vordere Platzierung in Frage kamen. Dazu gehörten u. a. die Polin Daniela Jaworska, Europameisterin von 1971, die Ungarin Angéla Ránky, unter ihrem Namen Angéla Németh Olympiasiegerin 1968, die bundesdeutsche Werferin Ameli Koloska, Vize-Europameisterin 1971 und die US-Amerikanerin Kathy Schmidt. Außer Schmidt schieden allerdings alle genannten weiteren Medaillenanwärterinnen bereits in der Qualifikation aus. Dort war Ruth Fuchs die einzige, die weiter als sechzig Meter warf.

Im Finale ging in der ersten Runde die US-Werferin Kate Schmidt mit 59,04 m in Führung. Fuchs lag ca. zweieinhalb Meter zurück auf Platz zwei. Sie übernahm mit ihrem nächsten Wurf, dem ersten in diesem Finale über der 60-Meter Marke, die Spitzenposition. Fuchs baute ihre Führung in Durchgang vier weiter aus. In Runde fünf gelang Ruth Fuchs mit 63,88 m schließlich ein neuer Olympiarekord. Das war für sie der Olympiasieg. Im letzten Versuch warf ihre Landsfrau Jacqueline Todten den Speer auf 62,54 m und eroberte damit die Silbermedaille vor Kate Schmidt, die mit ihrem Wurf aus dem ersten Durchgang Bronze gewann. Ruth Fuchs und Jacqueline Todten waren die einzigen Athletinnen, die weiter als sechzig Meter werfen konnten. Auf den Plätzen vier bis sechs rangierten die Bulgarin Ljutwian Mollowa, Nataša Urbančič aus Jugoslawien und die Österreicherin Eva Janko.[4]

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch 4. Versuch 5. Versuch 6. Versuch Endresultat Anmerkung
1 Ruth Fuchs Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR 57,44 m 60,20 m 50,20 m 61,16 m 63,88 m OR 59,16 m 63,88 m OR
2 Jacqueline Todten Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR x 55,44 m 57,18 m 59,70 m 56,92 m 62,54 m 62,54 m
3 Kate Schmidt Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 59,94 m 58,32 m 59,84 m x 48,80 m 56,10 m 59,94 m
4 Ljutwian Mollowa Bulgarien 1967Bulgarien Bulgarien 56,46 m 59,36 m 55,10 m x 56,00 m 58,44 m 59,36 m
5 Nataša Urbančič Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Jugoslawien x x 56,48 m 56,38 m 59,06 m x 59,06 m
6 Eva Janko OsterreichÖsterreich Österreich x 58,50 m x x 58,56 m 52,06 m 58,56 m
7 Ewa Gryziecka Polen 1944Polen Polen 44,40 m 47,34 m 57,00 m 55,88 m 54,86 m x 57,00 m
8 Swetlana Koroljowa Sowjetunion 1955Sowjetunion Sowjetunion 56,30 m 55,08 m x x 56,46 m x 56,46 m
9 Anneliese Gerhards Deutschland BRBR Deutschland BR Deutschland 54,84 m 55,84 m 54,72 m nicht im Finale der
besten acht Werferinnen
55,84 m
10 Mária Kucserka Ungarn 1957Ungarn Ungarn x x 54,40 m 54,40 m
11 Magda Paulányi Ungarn 1957Ungarn Ungarn x x 52,36 m 52,36 m
ogV Éva Zörgő Rumänien 1965Rumänien Rumänien x x x ohne Weite

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. IAAF Statistics Handbook, Berlin 2009 Seite 648 (engl.) (Memento vom 29. Juni 2011 im Internet Archive), abgerufen am 8. Dezember 2017
  2. Offizieller Bericht, Band 3 "The competitions", S. 43, englisch/französisch/deutsch (PDF, 28 MB), abgerufen am 8. Dezember 2017
  3. a b Offizieller Bericht, Band 3 "The competitions", S. 73, englisch/französisch/deutsch (PDF, 28 MB), abgerufen am 8. Dezember 2017
  4. SportsReference (engl.), abgerufen am 8. Dezember 2017