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Olympische Sommerspiele 1984/Leichtathletik – 100 m (Frauen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Olympische Ringe
Sportart Leichtathletik
Disziplin 100-Meter-Lauf
Geschlecht Frauen
Teilnehmer 46 Athletinnen aus 33 Ländern
Wettkampfort Los Angeles Memorial Coliseum
Wettkampfphase 4. August 1984 (Vorrunde/Viertelfinale)
5. August 1984 (Halbfinale/Finale)
Medaillengewinnerinnen
Evelyn Ashford (Vereinigte Staaten USA)
Alice Brown (Vereinigte Staaten USA)
Merlene Ottey-Page (Jamaika JAM)
Blick auf des Eingangstor des Los Angeles Memorial Coliseum

Der 100-Meter-Lauf der Frauen bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles wurde am 4. und 5. August 1984 im Los Angeles Memorial Coliseum ausgetragen. 46 Athletinnen nahmen teil.

Olympiasiegerin wurde die US-Amerikanerin Evelyn Ashford. Sie gewann vor ihrer Landsfrau Alice Brown und der Jamaikanerin Merlene Ottey-Page.

Die Bundesrepublik Deutschland wurde durch Heidi-Elke Gaugel vertreten, die im Halbfinale ausschied.
Läuferinnen aus der Schweiz, Österreich und Liechtenstein nahmen nicht teil. Athletinnen aus der DDR waren wegen des Olympiaboykotts ebenfalls nicht dabei.

Aktuelle Titelträgerinnen

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Olympiasiegerin 1980 Ljudmila Kondratjewa ( Sowjetunion) 11,06 s Moskau 1980
Weltmeisterin 1983 Marlies Göhr ( DDR) 10,97 s Helsinki 1983
Europameisterin 1982 11,01 s Athen 1982
Panamerikanische Meisterin 1983 Esmeralda de Jesus Garcia ( Brasilien) 11,31 s Caracas 1983
Zentralamerika und Karibik-Meisterin 1983 Luisa Ferrer ( Kuba) 11,52 s Havanna 1983
Südamerika-Meisterin 1983 Esmeralda de Jesus Garcia ( Brasilien) 11,6 s Santa Fe 1983
Asienmeisterin 1983 Lydia de Vega ( Philippinen) 11,82 s Kuwait 1983
Afrikameisterin 1982 Alice Adala ( Kenia) 11,6 s Kairo 1982

Bestehende Rekorde

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Weltrekord 10,79 s Evelyn Ashford ( USA) Colorado Springs, USA 3. Juli 1983[1]
Olympischer Rekord 11,01 s Annegret Richter ( BR Deutschland) Halbfinale OS Montreal, Kanada 25. Juli 1976

Rekordverbesserung

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Die US-amerikanische Olympiasiegerin Evelyn Ashford verbesserte den bestehenden olympischen Rekord im Finale am 5. August bei einem Gegenwind von 1,2 m/s um vier Hundertstelsekunden auf 10,97 s. Sie unterbot damit als erste Sprinterin bei Olympischen Spielen die Marke von elf Sekunden. Ihren eigenen Weltrekord verfehlte sie um achtzehn Hundertstelsekunden.

Datum: 4. August 1984[2]

Für die Vorrunde wurden die 46 Teilnehmerinnen in sechs Läufe gelost. Das Viertelfinale erreichten die pro Lauf ersten fünf Athletinnen. Darüber hinaus kamen die zwei Zeitschnellsten, die sogenannten Lucky Loser, weiter. Die direkt qualifizierten Athletinnen sind hellblau, die Lucky Loser hellgrün unterlegt.

Erstmals schickte Gabun Sportler zur olympischen Leichtathletik. Gisèle Ongollo in Lauf fünf war die erste Leichtathletin des afrikanischen Landes bei Olympischen Spielen.

Mit sechzehn Jahren war Gillian Forde aus Trinidad und Tobago die jüngste Teilnehmerin. Binta Jambane aus Mosambik war mit 42 Jahren die Seniorin im Starterfeld.

Die schnellste Vorlaufzeit erzielte Evelyn Ashford mit 11,06 s in Lauf drei. Mit 12,55 s war Binta Jambane in Lauf zwei die langsamste Teilnehmerin, die sich für das Viertelfinale qualifizieren konnte. Semra Aksu lief mit 11,86 s die schnellste Zeit der nicht für die zweite Runde qualifizierten Läuferinnen.

Wind: +0,5 m/s, Temperatur: 26 °C

PlatzNameNationZeit
1Jeanette Bolden USA11,25 s
2Rose-Aimée Bacoul Frankreich11,36 s
3Els Vader Niederlande11,43 s
4Gillian Forde Trinidad und Tobago11,76 s
5Ruth Enang Mesode Kamerun11,81 s
6Semra Aksu Türkei11,86 s
7Barbara Ingiro Papua-Neuguinea12,19 s
8Eugenia Osho-Williams Sierra Leone12,57 s

Wind: −0,2 m/s, Temperatur: 26 °C

PlatzNameNationZeit
1Pauline Davis Bahamas11,51 s
2Juliet Cuthbert Jamaika11,83 s
3Christa Schumann-Lottmann Guatemala12,04 s
4Françoise M'Pika Volksrepublik Kongo12,54 s
5Binta Jambane Mosambik12,55 s
6Miriama Tuisorisori Fidschi13,04 s

Wind: +1,4 m/s, Temperatur: 26 °C

PlatzNameNationZeit
1Evelyn Ashford USA11,06 s
2Grace Jackson Jamaika11,24 s
3Heather Oakes Großbritannien11,32 s
4Teresa Rioné Spanien11,55 s
5France Gareau Kanada11,66 s
6Doris Wiredu Ghana11,85 s
7Jabou Jawo Gambia12,10 s
8Walapa Tangjitsusorn Thailand12,18 s

Wind: +1,0 m/s, Temperatur: 26 °C

PlatzNameNationZeit
1Alice Brown USA11,15 s
2Liliane Gaschet Frankreich11,42 s
3Angela Bailey Kanada11,56 s
4Esmeralda de Jesus Garcia Brasilien11,63 s
5Cécile Ngambi Kamerun11,67 s
6Evelyn Farrell Niederländische Antillen11,94 s
7Lee Yeong-suk Südkorea12,06 s
8Divina Estrella Dominikanische Republik12,25 s

Wind: +0,2 m/s, Temperatur: 26 °C

PlatzNameNationZeit
1Angella Taylor Kanada11,23 s
2Helinä Marjamaa Finnland11,43 s
3Shirley Thomas Großbritannien11,91 s
4Felicia Candelario Dominikanische Republik12,12 s
5Nzaeli Kyomo Tansania12,26 s
6Maya Bentzur Israel12,30 s
7Grace-Ann Dinkins Liberia12,35 s
8Gisèle Ongollo Gabun12,40 s

Wind: +2,4 m/s, Temperatur: 26 °C

PlatzNameNationZeit
1Merlene Ottey-Page Jamaika11,26 s
2Heidi-Elke Gaugel BR Deutschland11,38 s
3Marie-France Loval Frankreich11,51 s
4Eldece Clark Bahamas11,61 s
5Angela Williams Trinidad und Tobago11,74 s
6Lydia de Vega Philippinen11,85 s
7Ruperta Charles Antigua und Barbuda12,04 s
8Marie-Ange Wirtz Seychellen12,61 s

Datum: 4. August 1984[2]

In den vier Läufen qualifizierten sich die jeweils ersten vier Athletinnen (hellblau unterlegt) für das Halbfinale.

Die schnellste Viertelfinalzeit liefen Evelyn Ashford in Lauf eins und Merlene Ottey-Page in Lauf zwei. Beide erzielten jeweils 11,21 s. Mit 11,82 s qualifizierte sich Cécile Ngambi und lief damit die langsamste Zeit der Qualifikanten. Els Vader war mit 11,56 s die schnellste Sprinterin, die sich nicht für die nächste Runde qualifizieren konnte.

Els Vader – ausgeschieden als Fünfte des ersten Viertelfinals

Wind: −1,4 m/s, Temperatur: 25 °C

PlatzNameNationZeit
1Evelyn Ashford USA11,21 s
2Angela Bailey Kanada11,47 s
3Heidi-Elke Gaugel BR Deutschland11,50 s
4Liliane Gaschet Frankreich11,51 s
5Els Vader Niederlande11,56 s
6Angela Williams Trinidad und Tobago11,89 s
7Doris Wiredu Ghana12,00 s
8Binta Jambane Mosambik12,57 s

Wind: −0,3 m/s, Temperatur: 25 °C

PlatzNameNationZeit
1Merlene Ottey-Page Jamaika11,21 s
2Rose-Aimée Bacoul Frankreich11,37 s
3Angella Taylor Kanada11,42 s
4Cécile Ngambi Kamerun11,82 s
5Gillian Forde Trinidad und Tobago11,86 s
6Lydia de Vega Philippinen11,97 s
7Shirley Thomas Großbritannien12,13 s
8Françoise M'Pika Volksrepublik Kongo12,60 s

Wind: −2,3 m/s, Temperatur: 25 °C

PlatzNameNationZeit
1Alice Brown USA11,35 s
2Helinä Marjamaa Finnland11,51 s
3Heather Oakes Großbritannien11,54 s
4Juliet Cuthbert Jamaika11,71 s
5Eldece Clarke Bahamas11,85 s
6France Gareau Kanada11,88 s
7Christa Schumann-Lottmann Guatemala12,23 s
DNSFelicia Candelario Dominikanische Republik

Wind: −0,5 m/s, Temperatur: 25 °C

PlatzNameNationZeit
1Grace Jackson Jamaika11,38 s
2Jeanette Bolden USA11,42 s
3Marie-France Loval Frankreich11,56 s
4Pauline Davis Bahamas11,61 s
5Teresa Rioné Spanien11,76 s
6Esmeralda de Jesus Garcia Brasilien11,82 s
7Ruth Enang Mesode Kamerun12,02 s
8Nzaeli Kyomo Tansania12,53 s

Datum: 5. August 1984[2]

In den beiden Halbfinalläufen qualifizierten sich jeweils die ersten Vier (hellblau unterlegt) für das Finale.

Wieder erzielte Evelyn Ashford die schnellste Zeit, diesmal 11,03 s im ersten Lauf.

Wind: −1,8 m/s, Temperatur: 27 °C

PlatzNameNationZeit
1Evelyn Ashford USA11,03 s
2Merlene Ottey-Page Jamaika11,17 s
3Grace Jackson Jamaika11,27 s
4Angella Taylor Kanada11,36 s
5Helinä Marjamaa Finnland11,37 s
6Marie-France Loval Frankreich11,64 s
7Liliane Gaschet Frankreich11,68 s
8Cécile Ngambi Kamerun11,91 s
Juliet Cuthbert – ausgeschieden als Achte des zweiten Halbfinals

Wind: −1,8 m/s, Temperatur: 27 °C

PlatzNameNationZeit
1Alice Brown USA11,31 s
2Jeanette Bolden USA11,48 s
3Angela Bailey Kanada11,54 s
4Heather Oakes Großbritannien11,57 s
5Rose-Aimée Bacoul Frankreich11,58 s
6Heidi-Elke Gaugel BR Deutschland11,62 s
7Pauline Davis Bahamas11,70 s
8Juliet Cuthbert Jamaika11,80 s

Datum: 5. August 1984[3]

Wind: −1,2 m/s, Temperatur: 27 °C

PlatzNameNationZeitAnmerkung
1Evelyn Ashford USA10,97 sOR
2Alice Brown USA11,13 s
3Merlene Ottey-Page Jamaika11,16 s
4Jeanette Bolden USA11,25 s
5Grace Jackson Jamaika11,39 s
6Angela Bailey Kanada11,40 s
7Heather Oakes Großbritannien11,43 s
8Angella Taylor Kanada11,62 s

Für das Finale hatten sich drei US-Amerikanerinnen, zwei Jamaikanerinnen, zwei Kanadierinnen und eine Britin qualifiziert. Mit Evelyn Ashford stellten die Vereinigten Staaten die Favoritin. Bedingt durch den Olympiaboykott der DDR konnte Ashfords Erzrivalin Marlies Göhr nicht antreten. So entfiel das Duell zwischen Weltrekordlerin Ashford und Weltmeisterin Göhr. Kandidatinnen für die weiteren Medaillen waren die Jamaikanerin Merlene Ottey-Page sowie die beiden weiteren US-Amerikanerinnen Alice Brown und Jeanette Bolden.

Den schnellsten Start im Finale erwischten Jeanette Bolden und Alice Brown, doch Ashford konnte schnell Boden gutmachen und die Führung übernehmen. Zur Hälfte des Rennens führte Ashford vor Brown. So ging es auch ins Ziel und Evelyn Ashford erzielte trotz Gegenwindes einen neuen Olympiarekord. Dabei unterbot sie als erste Läuferin bei Olympischen Spielen überhaupt die 11-Sekunden-Marke. Hinter Alice Brown verhinderte die Jamaikanerin Merlene Ottey-Page einen totalen Erfolg der Gastgeber, für Jeanette Bolden blieb der vierte Platz vor Ottey-Pages Landsfrau Grace Jackson.[4]

Merlene Ottey-Page gewann die erste jamaikanische Medaille über 100 Meter der Frauen.

Einzelnachweise

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  1. Athletics - Progression of outdoor world records. 100 m - Women, abgerufen am 13. November 2021
  2. 1 2 3 Official Report of the Games of the XXIIIrd Olympiad Los Angeles, 1984, Volume 2, Competition Summary and Results, S. 258f, englisch/französisch (PDF, 41.082 KB), abgerufen am 13. November 2021
  3. Official Report of the Games of the XXIIIrd Olympiad Los Angeles, 1984, Volume 2, Competition Summary and Results, S. 258f, englisch/französisch (PDF, 41.082 KB), abgerufen am 13. November 2021
  4. Athletics at the 1984 Los Angeles Summer Games: Women's 100 metres, archiviert bei wayback (Internet Archive), sports-reference.com (englisch), abgerufen am 13. November 2021, abgerufen am 13. November 2021