Olympische Winterspiele 1932

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
III. Olympische Winterspiele
Olympische Ringe
Austragungsort: Lake Placid (Vereinigte Staaten)
Eröffnungsfeier: 4. Februar 1932
Schlussfeier: 15. Februar 1932
Wettkämpfe: 14 in 4 Sportarten
Länder: 17
Athleten: 252, davon 21 Frauen
St. Moritz 1928
Garmisch-Partenkirchen 1936
Medaillenspiegel
Platz Land G S B Gesamt
1 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 6 4 2 12
2 NorwegenNorwegen Norwegen 3 4 3 10
3 SchwedenSchweden Schweden 1 2 - 3
4 Kanada 1921Kanada Kanada 1 1 5 7
5 FinnlandFinnland Finnland 1 1 1 3
6 OsterreichÖsterreich Österreich 1 1 - 2
7 Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik Frankreich 1 - - 1
8 SchweizSchweiz Schweiz - 1 - 1
9 Deutsches ReichDeutsches Reich Deutsches Reich - - 2 2
10 Ungarn 1918Ungarn Ungarn - - 1 1
Vollständiger Medaillenspiegel

Die III. Olympischen Winterspiele wurden vom 4. bis 15. Februar 1932 in Lake Placid, USA, ausgetragen mit den Disziplinen Eishockey, Eisschnelllaufen, Eiskunstlaufen, nordische Skiwettkämpfe und Bobfahren. Als neue Demonstrationssportarten hatten die Organisatoren ein Hundeschlittenrennen und das Eisschnelllaufen der Frauen ins Programm genommen. Sportler aus nur 17 Ländern konnten teilnehmen, weil die Weltwirtschaftskrise finanzielle Probleme hinterlassen hatte. Der Veranstaltungsort wurde vom IOC aus dem Kreis von acht Bewerberstädten gewählt, von denen nur Montreal aus Kanada stammte, die übrigen waren die US-amerikanischen Orte Bear Mountain, Yosemite Valley, Lake Placid, Lake Tahoe, Duluth, Minneapolis und Denver.

Sportstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der deutsche Ingenieur Stanislaus M. Zentzytzki errichtete im Auftrag des Organisationskomitees eine Bobbahn, die bereits 1930 eingeweiht wurde. Für die Skisprungwettbewerbe wurde eine Sprungschanze mit dem K-Punkt von 61 Meter gebaut. – Erstmals gab es eine Kombihalle für Eiskunstlauf und Eishockey und das noch heute gebräuchliche dreistufige Siegerpodest wurde eingeführt. Alle Wettkämpfe fanden direkt in Lake Placid auf folgenden Anlagen statt:

Teilnehmer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Länder mit teilnehmenden Mannschaften
  • Länder nahmen erstmals an Winterspielen teil
  • Nachdem vier Jahre vorher ein Teilnahmerekord gesetzt worden war, nahmen bei diesen Winterspielen 252 Athleten aus 17 Nationen teil. Argentinien, Estland, Jugoslawien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Mexiko und die Niederlande fehlten diesmal – es nahm kein neues Land teil.

    Europa (130 Athleten aus 14 Nationen)
    Amerika (106 Athleten aus 2 Nationen)
    Asien (16 Athleten aus 1 Nation)
    • Japanisches KaiserreichJapanisches Kaiserreich Japan (16)
    (Anzahl der Athleten)

    Wissenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    • Die Spiele wurden von dem zukünftigen amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt eröffnet, nachdem die Sportler in das bereits hergerichtete Eisstadion einmarschiert waren, wobei es zu einigen unfreiwilligen Rutschpartien gekommen war. Den Schwur der Sportler, der vom USA-Eisschnellläufer John Ames Shea gesprochen wurde, nahm der Polarflieger Richard Evelyn Byrd entgegen.
    • Die Winterspiele von 1932 fanden nach der gerade überstandenen Weltwirtschaftskrise statt, wodurch Lake Placid, damals eine Stadt mit weniger als 4000 Einwohnern, große finanzielle Schwierigkeiten hatte. Der Präsident des Organisationskomitees, Godfrey Dewey, spendete sogar aus seinem Familienbesitz das Land für die Bobbahn. Die Spiele verschlangen schließlich etwa 1,2 Millionen US-Dollar.
    • Im Februar 1930 schickte das Organisationskomitee Einladungen an 65 Nationen, in der Hoffnung, dass mehr Länder als bei den Spielen 1928 (damals 25 Nationen mit 464 Sportlern) teilnehmen würden. Mit der Ausbreitung der Weltwirtschaftskrise sagten jedoch mehr und mehr Olympische Komitees ab. Mit dem North Atlantic Passenger Agreement wurden die Schiffspassagen für die Olympiateilnehmer 20 % billiger und die amerikanischen Behörden verzichteten auf die Gebühren für Visa, Zölle und Steuern. Die amerikanische Regierung bezahlte die Reise der deutschen Eishockeymannschaft, sodass wenigstens vier Mannschaften (in St. Moritz 1928 noch elf) teilnehmen konnten. Schließlich nahmen 252 Sportler aus elf Nationen teil (statt 25 vier Jahre zuvor).[1]
    • Der Amerikaner Eddie Eagan war der erste Sportler, der sowohl bei Olympischen Sommerspielen als auch bei Winterspielen eine Goldmedaille gewann.
    • Zu den Winterspielen in Lake Placid ins entlegene Upstate New York kamen insgesamt weniger Zuschauer als vier Jahre später in Garmisch-Partenkirchen allein zu der Eröffnungsfeier.[2]

    Zeitplan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Zeitplan
    Disziplin Do.
    04.
    Fr.
    05.
    Sa.
    06.
    So.
    07.
    Mo.
    08.
    Di.
    09.
    Mi.
    10.
    Do.
    11.
    Fr.
    12.
    Sa.
    13.
    So.
    14.
    Mo.
    15.
    Ent-
    schei-
    dungen
    Februar
    Olympic rings without rims.svg Eröffnungsfeier
    Bobsleigh pictogram.svg Bob 1 1 2
    Ice hockey pictogram.svg Eishockey 1 1
    Figure skating pictogram.svg Eiskunstlauf 1 1 1 3
    Speed skating pictogram.svg Eisschnelllauf 2 1 1 4
    Ski
    Nordisch
    Nordic combined pictogram.svg Nordische Kombination 1 1
    Cross country skiing pictogram.svg Skilanglauf 1 1 2
    Ski jumping pictogram.svg Spezialsprunglauf 1 1
    Olympic rings without rims.svg Schlussfeier
    Demonstrationswettbewerbe
    Curling 1
    Eisschnelllauf der Frauen 1 1 1
    Hundeschlittenrennen 1
    Entscheidungen 2 1 1 1 3 1 2 2 1 15
    Do.
    04.
    Fr.
    05.
    Sa.
    06.
    So.
    07.
    Mo.
    08.
    Di.
    09.
    Mi.
    10.
    Do.
    11.
    Fr.
    12.
    Sa.
    13.
    So.
    14.
    Mo.
    15.
    Februar

    In den Pausen der Eiskunstlauf-Paarlaufveranstaltung führten einige Einzelläufer ein Schaulaufprogramm vor.

    Farblegende

  • Eröffnungsfeier
  • Wettkampftag (keine Entscheidungen)
  • Wettkampftag (x Entscheidungen)
  • Schlussfeier
  • Probleme bei den Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    • Bobfahren: Beim Training ereigneten sich mehrere Unglücke, weil die Schlitten in einer scharfen Kurve (der „Zick-Zack-Kurve“) aus der Bahn getragen wurden. Auch die deutschen Schlitten waren betroffen und landeten außerhalb der Bahn, etwa 30–50 Meter im Gestrüpp. Obwohl zahlreiche schwere Verletzungen verzeichnet wurden, änderten die Organisatoren weder Bahndetails noch das Reglement. Auf Grund des vorherrschenden Tauwetters konnten die Bobwettbewerbe erst nach der Abschlusszeremonie beendet werden.
    • Skilanglauf: der 50-km-Wettbewerb war schlecht organisiert, es gab weder Schneespur noch Streckenmarkierung, keine Verpflegung, keine Streckenaufsicht, keine Zuschauer, keine Ambulanzen.
    • Im Eisschnelllauf erfolgten nach amerikanischen Regeln Massenstarts und es waren keine Spuren aufgeteilt. Dies führte zu zahlreichen Protesten und zur Bevorteilung der amerikanischen Läufer. Die Wettbewerbe fanden auf dem zugefrorenen Lake Mirror statt.
    • Weitere Probleme traten wegen knappen Schnees, der teilweise aus Kanada herangefahren werden musste, wegen schmelzenden Eises und bei der Organisation solcher Wettkämpfe auf, bei denen die Amerikaner keine Siegchancen hatten.

    Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    • Karl Lennartz/Wolf Reinhardt/Ralph Schlüter: Die Spiele der X. Olympiade 1932 in Lake Placid und Los Angeles. Agon, 2015, ISBN 978-3-89784-406-3.
    • Zigarettenbilderalbum Olympiade 1932; Seite 130 ff

    Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

     Commons: Olympische Winterspiele 1932 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

    Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    1. Barney, RK, Wenn SR, Martyn SG. The International Olympic Committee and the Rise of Olympic Commercialism. Salt Lake City, UT: University of Utah Press, 2002.
    2. Arnd Krüger (1996). The History of the Olympic Winter Games. The Invention of a Tradition. Matti Goksör, Gerd von der Lippe, Kristian Mo (Hrsg.): Winter Games - Warm Traditions. Oslo: Norsk Idrettshistorisk Vörening 1996, S. 101–122.