Zum Inhalt springen

Olympische Winterspiele 1936/Eisschnelllauf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Eisschnelllauf bei den
IV. Olympischen Winterspielen
Information
Austragungsort Deutsches Reich NS Garmisch-Partenkirchen
Wettkampfstätte Rießersee
Nationen 16
Athleten 52 (52 Männer)
Datum 11.–14. Februar 1936
Entscheidungen 4
Lake Placid 1932

Bei den IV. Olympischen Winterspielen 1936 in Garmisch-Partenkirchen wurde vier Wettbewerbe im Eisschnelllauf ausgetragen. Austragungsort war die Natureisbahn Rießersee.

Medaillenspiegel

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Platz Land Gold Silber Bronze Gesamt
1 Norwegen426
2 Finnland224
3 Österreich11
 Vereinigte Staaten11

Medaillengewinner

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Konkurrenz Gold Silber Bronze
500 m Ivar Ballangrud Georg Krog Leo Freisinger
1500 m Charles Mathiesen Ivar Ballangrud Birger Wasenius
5000 m Ivar Ballangrud Birger Wasenius Antero Ojala
10.000 m Ivar Ballangrud Birger Wasenius Max Stiepl
Platz Land Sportler Zeit (s)
1  NOR Ivar Ballangrud 43,4
2  NOR Georg Krog 43,5
3  USA Leo Freisinger 44,0
4  JPN Ishihara Shōzō 44,1
5  USA Delbert Lamb 44,8
6  AUT Karl Leban 44,8
 USA Allan Potts
8  FIN Antero Ojala 44,9
 FIN Jorma Ruissalo
 FIN Birger Wasenius
13  AUT Karl Wazulek 45,1
19  GER Willy Sandner 46,2
21  AUT Ferdinand Preindl 46,4
24  AUT Gustav Slanec 46,7
28  GER Heinz Sames 47,0

11. Februar 1936, 10:00 Uhr
36 Teilnehmer aus 14 Ländern, davon 35 in der Wertung.

Im ersten Bewerb gewann Norwegen erstmals eine Goldmedaille, nachdem es im Alpinbereich, trotz jeweiliger Führung nach den Abfahrten, und am Vortag in der Langlaufstaffel nicht geklappt hatte. Favorit war allerdings der Weltrekordhalter von 1933, Hans Engnestangen, gewesen, von dem durch die skandinavische Presse auch erwartet worden war, den nun von Allan Potts am 18. Januar 1936 in Oslo aufgestellten Weltrekord zurückzuholen. Engnestangen startete gegen Mittag, enteilte seinem Widerpart Heinz Sames äußerst schnell und kam mit großen Vorsprung in die Zielkurve, als er der Länge nach hinfiel. Allgemein hatten alle schnellen Läufer in den Kurven große Mühe. Womöglich war die Temperatur von −20 °C vom Morgen der Eisqualität abträglich gewesen. Ballangrund startete angesichts dieser Verhältnisse vorsichtig und ließ sich zu keiner schnellen Gangart verleiten. Seine 43,4 s waren für die aktuellen Verhältnisse (Weltrekord: 42,4 s) nicht überragend, reichten aber zur Egalisierung des Olympiarekordes von Clas Thunberg aus dem Jahr 1928 und letztlich zum Sieg. Kritikpunkt an der Organisation war, dass der Wettbewerb schleppend abgewickelt wurde, was für das Publikum bei der Kälte doppelt unangenehm war.[1]

Platz Land Sportler Zeit (min)
1  NOR Charles Mathiesen 2:19,2 (OR)
2  NOR Ivar Ballangrud 2:20,2
3  FIN Birger Wasenius 2:20,9
4  USA Leo Freisinger 2:21,3
5  AUT Max Stiepl 2:21,6
6  AUT Karl Wazulek 2:22,2
7  NOR Harry Haraldsen 2:22,4
8  NOR Hans Engnestangen 2:23,0
9  FIN Ossi Blomqvist 2:23,2
 FIN Antero Ojala
 NED Dolf van der Scheer
12  AUT Karl Leban 2:24,3
16  GER Willy Sandner 2:25,3
25  AUT Ferdinand Preindl 2:29,0
27  GER Heinz Sames 2:29,3

13. Februar 1936, 10:00 Uhr
37 Teilnehmer aus 15 Ländern, alle in der Wertung.

Rund 2.000 Zuschauer hatten sich versammelt, die Norweger galten als Favoriten. Wie schon in den vorangegangenen Bewerben wurden die Vorsprünge fast immer in den Kurven herausgeholt. Die Füße setzten ganz dicht beieinander auf, das Körpergewicht lag vollkommen nach innen, die Schwerpunktlage blieb absolut unverändert und selbst der rechte Arm ruderte oft weniger als in der Geraden. Die Japaner durchliefen die Kurven und die Geraden sogar mit zurückgelegten Armen. Vor dem Start hatte der Platzsprecher verkündet, dass die Skandinavier versuchen würden, den Weltrekord von 2:17,4 zu unterbieten. Dieses Vorhaben gelang nicht, weil sie auf keine vollwertigen Partner trafen. Ballangrund traf auf Freisinger, den er schon nach der ersten Runde abgehängt hatte, Mathiesens Gegner war Stiepl, der von Wasenius war Karl Leban.[2]

Platz Land Sportler Zeit (min)
1  NOR Ivar Ballangrud 8:19,6 (OR)
2  FIN Birger Wasenius 8:23,3
3  FIN Antero Ojala 8:30,1
4  NED Jan Langedijk 8:32,0
5  AUT Max Stiepl 8:35,0
6  FIN Ossi Blomqvist 8:36,6
7  NOR Charles Mathiesen 8:36,9
8  AUT Karl Wazulek 8:38,4
9  NOR Michael Staksrud 8:38,5
10  NED Dolf van der Scheer 8:43,3
13  GER Heinz Sames 8:48,5
19  AUT Wilhelm Löwinger 8:53,9
24  AUT Karl Prochaska 9:02,6

12. Februar 1936, 10:15 Uhr
37 Teilnehmer aus 16 Ländern, davon 35 in der Wertung.

Aufgrund der guten Eisverhältnisse konnten an diesem Mittwochnormittag neun Athleten den am 26. Januar 1924 durch Clas Thunberg in Chamonix aufgestellten olympischen Rekord (8:39,0) unterbieten. Die Norweger erwiesen sich in technischer Hinsicht ihren Konkurrenten überlegen, die Finnen verdankten ihre guten Resultate dem Einsatz ihrer ganzen Kräfte. Die Japaner zeigten sich technisch recht gut, waren aber durch ihre kurzen Beine zu stark handicapiert, denn auf einen Schritt eines Norwegers kamen in der Regel zwei eines Japaners. Von den aussichtsreichsten Läufern kam nur der Deutsche Willy Sandner zu Sturz.[3]

Platz Land Sportler Zeit (min)
1  NOR Ivar Ballangrud 17:24,3 (OR)
2  FIN Birger Wasenius 17:28,2
3  AUT Max Stiepl 17:30,0
4  NOR Charles Mathiesen 17:41,2
5  FIN Ossi Blomqvist 17:42,4
6  NED Jan Langedijk 17:43,7
7  FIN Antero Ojala 17:46,6
8  USA Eddie Schroeder 17:52,0
9  POL Janusz Kalbarczyk 17:54,0
10  NOR Michael Staksrud 17:56,7
11  AUT Karl Wazulek 17:57,1
12  GER Willy Sandner 18:02,0
15  GER Heinz Sames 18:04,3
24  AUT Wilhelm Löwinger 18:46,5
27  AUT Franz Ortner 19:19,1

14. Februar 1936, 09:00 Uhr
30 Teilnehmer aus 14 Ländern, davon 28 in der Wertung.

Gestartet wurde in Zweiergruppen. Über 10.000 m liefen die beiden Favoriten, Ivar Ballangrud und Birger Wasenius, direkt gegeneinander. Anfänglich führten die beiden abwechslungsweise, aber nach fünf Runden zog Ballangrud davon und holte unangefochten einen Vorsprung von 50 Metern heraus. Er schlug den bisherigen, vor vier Jahren aufgestellten olympischen Rekord des Kanadiers Alexander Hurd (17:56,2) um mehr als eine halbe Minute. Noch weitere acht Läufer blieben unter dieser bisherigen Marke. Auf den Start verzichtet hatten die beiden US-Läufer Delbert Lamb und Leo Freisinger.[4]

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. «Norwegen kommt zur ersten Goldmedaille». In: Sport Zürich, 12. Februar 1936, S. 3.
  2. «Im Zeichen der fünf Ringe» mit Untertitel «Das 1500 m-Eisschnelllaufen am Donnerstag». In: Sport Zürich, 17. Februar 1936, S. 8.
  3. «Ballangruds zweiter olympischer Sieg». In: Sport Zürich, 13. Februar 1936, S. 3.
  4. «Ballangruds dritte Goldmedaille». In: Sport Zürich, 15. Februar 1936, S. 4.