Olympische Winterspiele 1960/Ski Alpin

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Olympische Ringe

Bei den VIII. Olympischen Spielen 1960 in Squaw Valley wurden sechs Wettbewerbe im Alpinen Skisport ausgetragen. Die drei Erstplatzierten in der Abfahrt, im Riesenslalom und im Slalom erhielten nebst den Olympiamedaillen auch Weltmeisterschaftsmedaillen, da diese Wettbewerbe gleichzeitig als 16. Alpine Skiweltmeisterschaft gewertet wurden. In der Alpinen Kombination wurden nur WM-Medaillen verliehen.

Erwähnenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Lokalmatador „Bud“ Wallace Werner, dem auf Grund seiner Leistungen in der vorangegangenen Saison (Siege in der Hahnenkamm-Abfahrt, in Lenzerheide und Davos sowie Rang 3 am Lauberhorn und auch im Slalom in Adelboden auf Rang 2[1][2][3][4][5][6]) gute Chancen eingeräumt worden waren, hatte in einem Training Anfang Januar einen Beinbruch erlitten und konnte nicht teilnehmen.[7]
  • In der am 14. Februar durch die FIS veröffentlichten Abfahrts-Gruppierung stand Karl Schranz auf Rang 1 vor Willy Bogner, Egon Zimmermann I, Willy Forrer, Adrien Duvillard, Anderl Molterer, Hanspeter Lanig, Bruno Alberti, Jean Vuarnet, Roger Staub, Fredy Brupbacher, Pepi Stiegler; weiters Rang 14) Ludwig Leitner; 15) Hias Leitner; 16) Guy Périllat; 17) Fritz Wagnerberger; 19) Eberhard Riedel; 21) Ernst Hinterseer; 22) Ernst Oberaigner; 23) Gerhard Nenning; 24) Gordon Eaton (als bester der USA); 27) [[Ludwig Lomeier]] (EUA); 31) Ernst Scherzer; 32) Jakob Ardüser; 33) Nando Pajarola; 35) Sepp Behr; 36) Adolf Mathis; 39) [[Jean-Guy Brunet]] (als bester Kanadier); 55) und 56) Silvan und Hermann Kindle; 60) Adolf Fehr

Die Reihenfolge bei den Damen lautete: 1) Pia Riva; 2) Traudl Hecher; 3) Erika Netzer; 4) Penny Pitou; 5) Madeleine Chamot-Berthod; 6) Heidi Biebl; 7) Betsy Snite; 8) Sonja Sperl; 9) Anne Heggtveit; 10) Thérès Leduc; 11) Putzi Frandl; 12) Margit Gertsch; 13) Carla Marchelli; 14) Marit Haraldsen; 15) Jerta Schir; 16) Hilde Hofherr; 17) Barbi Henneberger; 18) Linda Meyers; 19) Yvonne Rüegg; 20) Herlinde Beutelhauser; weiters 22) Arlette Grosso; 25) Anneliese Meggl; 26) Annemarie Waser: 30) Heidi Mittermaier; 33) Maxi Brütscher; 38) Giuliana Chenal Minuzzo; 39) Jewgenia Sidorowa (nun Kabina)[8][9]

  • Es gab schon damals für die Trainings exakte Zeitpläne; der Schweizer Willy Forrer hatte beim Abfahrtstraining am 13. Februar diesen um zehn Minuten überschritten, wurde vor das Kampfgericht zitiert, wobei er mit einem Verweis davon kam, trotzdem hielt er sich beim nächsten Training wiederum nicht an die Vorschriften.[10]
  • Bereits mehrere Tage vor den Rennen hatte im deutschen Team Sepp Behr auf seine Nominierung zugunsten von Willy Bogner verzichtet; nach der Weltrangliste war Behr besser klassiert, weshalb Betreuer Hans Urban diesen auch durchsetzen wollte. Experten hielten Bogner aber als momentan besser in Form.[11]

Vorschau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der «Sport-Zürich» gab in seiner Ausgabe Nr. 21 vom 19. Februar 1960 auf den Seiten 5 und 7 eine Vorschau auf die Alpinbewerbe.
Bei den Herren wurde davon ausgegangen, dass die Österreicher drei Kombinierer und in jeder Disziplin einen Spezialisten einsetzen würden, wobei die Dispositionen vom Ausgang der beiden ersten Rennen abhängen könnten. Stiegler habe sich als der Regelmäßigste erwiesen, Molterer jage seit 1954 einem internationalen Titel hinterher und es wurde gezweifelt, ob es ihm diesmal gelingen könne, „sein Temperament zu bändigen“. Auch Schranz, zwar der „begnadetste ÖSV-Läufer seit Toni Sailer“, sei nicht immer Herr seiner Nerven. Hias Leitner, Zimmermann I und Hinterseer wurden als gute Spezialisten, aber nicht als Spitzenklasse eingeschätzt. Nenning und Oberaigner würden vorläufig in der Reserve bleiben.
Die Franzosen hatten in Kitzbühel für Aufsehen gesorgt (Périllat Abfahrts- und Kombinationssieger und Slalom-Zweiter). Adrien Duvillard gelte nach den letzten Leistungen als Nummer eins, mit ihm sei in allen Disziplinen zu rechnen. Périllats Chancen bestünden im Slalom, Chancen auch für Bonlieu, während Bozon seit seinem Unfall von Gastein 1958 nie mehr ganz seine Topform erreicht habe. Vuarnet sei ein gewiegter Taktiker, der „im entscheidenden Moment da zu sein pflegt“.
Deutschland habe in den letzten zwei Jahren ungewöhnliche Fortschritte verzeichnet, was auch auf das Konto des österreichischen Trainers Fritz Huber gehe. Es habe eine Wachablöse stattgefunden, der «coming man» sei Willy Bogner, der das Zeug zu einem großen Champion besitzt, in jeder Disziplin ernsthaft mitmischen könne. Auch den übrigen Läufern (Ludwig Leitner im Riesenslalom und Slalom, Lanig in Abfahrt und Kombination und Wagnerberger) wurden Spitzenleistungen zugetraut.
Die Italiener seien zwar gut gestartet (Adelboden), hatten dann aber Mühe gehabt, sich im Vorderfeld zu behaupten. Bruno Alberti habe in den vergangenen beiden Wintern internationale Spitzenklasse repräsentiert, auch Paride Milianti sei einer der zuverlässigsten der Azzuri.
Die besten Waffen der Schweizer seien Roger Staub und Willy Forrer in der Kombination, wobei außerdem Staub im Riesenslalom und Forrer in der Abfahrt besonders stark seien. Mathis wäre im Slalom mit etwas Glück für eine Medaille gut, Pajarola habe sich als Kombinierer empfohlen, Ardüser solle unbedingt in der Abfahrt aufgestellt werden, Brupbacher käme im Riesenslalom am besten zurecht – und Georges Schneider sei eine gute Alternative im Slalom, wenn die Kombinierer hoffnungslos ins Hintertreffen geraten wären.
Was die übrigen Nationen betrifft, habe der wieder aus der Versenkung gekommene Igaya nun bei Rennen in den USA bewiesen, dass er sein Comeback gut vorbereitet habe. Den US-Läufern wurden keine großen Chancen eingeräumt – und bei den Nordländern könne vielleicht Grahn eine Überraschung liefern.
Reelle Chancen hätten die SSV-Damen, doch mache die starke Gegnerschaft jeden Ausgang der Rennen möglich. Seit 1948 beweise die Liste der Olympiasiegerinnen und Weltmeisterinnen die Klasse der Schweizer Läuferinnen und sie könnten in jeder Disziplin eine Olympiasiegerin stellen. Chamot-Berthod, momentan noch nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte, sollte dann in Riesenslalom und Abfahrt und gegebenenfalls in der Kombination ein ernstes Wort mitreden. Waser habe in Lilo Michel im Slalom eine Gegnerin im eigenen Lager. Rüegg könne in Abfahrt und «Riesen» unter den ersten Drei landen, wenn sie nicht weiter vom Sturzteufel verfolgt werde. Gertsch habe sich enorm verbessert, auch sie habe in Abfahrt und «Riesen» die besten Chancen.
Das österreichische Team bestehe aus einer guten Mischung zwischen routinierten und jüngeren talentierten Fahrerinnen. Traudl Hecher, auch Jahn besäßen Unbekümmertheit. Netzer könne überall vorne sein. Frandl, die Squaw Valley aus eigener Erfahrung kenne, und Hofherr würden von einer langjährigen Rennerfahrung zehren.
Bei den Italienerinnen, die sich schon längere Zeit in der Kopfgruppe behaupten, war Pia Riva (Abfahrt), Jerta Schir und die unberechenbare Marchelli zu beachten. Die Französinnen würden es schwer haben, den Standard ihrer männlichen Kollegen zu halten Am ehesten könne Thérèse Leduc ein Einbruch in die vordersten Positionen zugetraut werden, Grosso und die jüngere Anne-Marie Leduc würden als Außenseiterinnen gelten. Die DSV-Mädchen dürften nicht unterschätzt werden, wenngleich sie nicht ganz an die Leistungen des vorangegangen Winters hätten anknüpfen können. Am besten habe bisher Heidi Biebl abgeschnitten, aber auch Henneberger und Sperl könnten für Überraschungen sorgen. Die Norwegerinnen wären bisher wegen Verletzungen noch nicht zur Geltung gekommen, Haraldsen, Sandvik und Bjørnbakken seien stärker als sie es bisher gezeigt hatten. Zu bezweifeln wären Gefahren aus dem Osten. Hingegen sollten die US-Läuferinnen „zu Hause“ schwer zu schlagen sein, Pitou könne in Abfahrt und Riesenslalom gewinnen, dazu wurden Linda Meyers, Snite und auch Beverly Anderson genannt. Ähnlich wie es bei Wheeler der Fall war, pflege auch Heggtveit erst später in Form zu kommen. Ihr Trainer Pepi Salvenmoser werde sie in bester Verfassung an den Start bringen.

Männer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abfahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Zeit
1 FrankreichFrankreich FRA Jean Vuarnet 2:06,0 min
2 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Hans-Peter Lanig 2:06,5 min
3 FrankreichFrankreich FRA Guy Périllat 2:06,9 min
4 SchweizSchweiz SUI Willi Forrer 2:07,8 min
5 SchweizSchweiz SUI Roger Staub 2:08,9 min
6 ItalienItalien ITA Bruno Alberti 2:09,1 min
7 OsterreichÖsterreich AUT Karl Schranz 2:09,2 min
- - - -
9 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Willy Bogner 2:09,7 min
10 OsterreichÖsterreich AUT Egon Zimmermann 2:09,8 min
11 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Ludwig Leitner 2:10,2 min
13 SchweizSchweiz SUI Jakob Ardüser 2:10,9 min
15 OsterreichÖsterreich AUT Josef Stiegler 2:13,1 min
16 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Eberhard Riedel 2:13,3 min
19 OsterreichÖsterreich AUT Andreas Molterer 2:15,1 min
20 SchweizSchweiz SUI Nando Pajarola 2:15,4 min
41 LiechtensteinLiechtenstein LIE Adolf Fehr 2:27,4 min
49 LiechtensteinLiechtenstein LIE Silvan Kindle 2:29,4 min
LiechtensteinLiechtenstein LIE Hermann Kindle 2:29,4 min

Olympiasieger 1956 und Weltmeister 1958: Toni Sailer (Karriere beendet)
Datum: 22. Februar, 10:00 Uhr
Piste: „Squaw Peak“
Start: 2707 m, Ziel: 1949 m
Höhendifferenz: 758 m, Streckenlänge: 3095 m - 20 Tore – Kurssetzer: Willy Schäffler (USA)

63 Fahrer waren am Start, 61 von ihnen erreichten das Ziel.

Anmerkung: Das Rennen war für Freitag, den 19. Februar (von 10 bis 12.30 Uhr) geplant, aber heftige Schneefälle ab dem Morgen des 18. Februar (auf dem oberen Streckenteil lagen 30 bis 50 cm Neuschnee) machten eine Austragung am terminierten Tag unmöglich.[12][13]

Noch knapp vor der Meldung zur Herrenabfahrt gab es um die Aufstellung des Herren-Quartetts der gesamtdeutschen Mannschaft eine Konfliktsituation: Es sollte das Leistungsprinzip gelten, welches aus den aktuellen FIS-Weltranglisten zu entnehmen war, und darin waren alle Läufer aus dem Mannschaftsteil West besser platziert. Doch diese Listen berücksichtigten auch die Resultate der Saison 1958/59, aber im aktuellen Winter war Eberhard Riedel besser als Fritz Wagnerberger gewesen, so dass der «Chef de mission» Herbert Kunze auf Grund eines Protests der DDR-Funktionäre Riedel meldete. (Entnommen dem «SPIEGEL» 9/1960 vom 24. Februar 1960)

Die Strecke begann mit einer «giftigen» Traverse, einem anschließenden «großen Schuss», im Übergang zum nächsten Geländeabsatz waren schnelle Skier und gutes Gleiten verlangt. Die nächste Steilpartie mit einer schräg durch die Fahrtrichtung verlaufende Welle durfte nicht unterschätzt werden. Zwar endeten vorerst die technischen Schwierigkeiten, im Schlussabschnitt waren Kondition und Gleitvermögen gefragt. Die Strecke stellte enorme Ansprüche an die gedanklichen und technischen Fähigkeiten der Aktiven. Die Spitzenfahrer schälten sich schon beim ersten Training am 13. Februar heraus. Während diese die Schlüsselstellen bombensicher meisterten, erlebten schwächere Konkurrenten bange Momente.[14]

Da die Franzosen schon in Kitzbühel eine hervorragende Gesamtleistung geboten und sich hier beim Riesenslalom mannschaftlich gut präsentiert hatten, kam der Erfolg nicht unerwartet, aber Vuarnet war trotzdem ein Überraschungssieger, denn er war in den Trainings gar nicht gut zurecht gekommen. Er war als Meister des Gleitens bekannt, so dass es nicht verwunderte, dass er den Sieg im unteren Flachstück sicherstellte. Auch der Metallski trug zweifelsohne bei, wobei es aber auch eines Athleten bedurfte, um die Prüfung siegreich zu beenden.
Die Deutschen boten eine Leistung, die ihrem wahren Können entsprach. Lanig gehörte seit Jahren zu den besten Abfahrtsspezialisten der Welt und blieb seinem Ruf nichts schuldig; er hatte vom Start weg die Führung, wurde erst im letzten Streckenabschnitt geschlagen. Bogner behauptete sich erwartungsgemäß unter den Besten, Ludwig Leitner blieb kaum zurück. Bruno Alberti war einmal mehr der beste Italiener, ebenso klar war Milianti der zweitbeste Azzuri.
Wenngleich die Schweizer diesmal keine Medaillenfeier halten konnten, war die Leistung zufriedenstellend, gesamthaft waren sie sogar besser als im Riesenslalom. Eine leichte Enttäuschung hatte Pajarola gebildet. Staub gab an, noch rechtzeitig das aufgetragene Wachs mit einem Messer abgekratzt zu haben,. dann habe er sich beeilen müssen, um noch rechtzeitig zum Start zu kommen. Wie bei den Weltmeisterschaften vor zwei Jahren verpasste Willi Forrer erneut als Vierter die Medaillenränge. Im Gegensatz zu Staub hatte er noch nach dem Abkratzen die Lauffläche polieren können. Es sei ihm gut gelaufen.[15] Zimmermann eröffnete, ihm folgte Bozon. Die Nr. 3, Molterer, war schon auf halber Strecke um 2,8 Sekunden zurück und die nachfolgenden Läufer unterboten dessen Zeit. Als auch Stieglers Zeit bekannt wurde, war klar, dass die Österreicher verwachselt hatten, sie hatten von allen Spitzenläufern die langsamsten Skier. Auch Schranz als letzter der ÖSV-Starter war von einem Medaillengewinn weit entfernt. Eine spätere «Analyse» ergab, dass Trainer Othmar Schneider offensichtlich jenes Wachs verwendet hatte, das am Vortag beim Riesenslalom die Medaillen gebracht hatte, doch hatten sich die Schneeverhältnisse verändert, war es kälter geworden. Und während die Franzosen, Schweizer und Deutschen noch einmal vor dem Rennen Wachsproben vorgenommen und Staub, Forrer und Bruno Alberti umgewachselt hatten, tat dies Schranz (Nr. 12) nicht, was auch daran lag, dass entgegen zuerst vollmundiger Funktionärsankündigungen sich keiner des ÖSV im Startbereich aufhielt. Einige Meinungen lauteten allerdings auch, dass das Wachs nicht alleine schuld gewesen sei, bei Zimmermann und Stiegler habe man unnötige Bremser gesehen.[16]
Duvillard, der bis dahin zu den Schnellsten gezählt hatte, stürzte, als er auf den »Kamelbuckeln« mit den Skienden anschlug und in Rücklage geriet; er wurde bewusstlos zu Tal gebracht, doch zum Glück waren seine Verletzungen nicht allzu schwer.
Es war das erste Mal, dass ein Olympiarennen auf Metallskiern gewonnen wurde. Diese Tatsache wurde vom »Sport Zürich« auf Seite 1 der Ausgabe Nr. 23 vom 24. Februar 1960, Titel »Alarmruf Richtung Skifabrikation«. auch zum Thema gemacht, inwiefern damit „Entwicklungen mit »Markenkriegen« wie im Profi-Radsport eintreten könnten; jedenfalls sei es höchste Zeit, dass die FIS endlich sich ganz energisch mit gewissen unerfreulichen Erscheinungen auf diesem Gebiet befassen würde“. Des Weiteren schrieb der »Sport Zürich« in derselben Ausgabe, dies auf Seite 3, Spalte 2 (Titel: »Der neue Metallski ist wie ein Flugzeug gebaut«), dass „die Außenhaut einer Flugzeugzelle als Vorlage für die Leichtmetall-Schalenbauweise des neuen Metallskis gedient habe, damit das Gewichtsproblem, das bisher für den Metallski tödlich war, gelöst ist, denn dieser »Metalais 60« sei ein Hohlski, der aus einem unteren und zwei oberen Bandformteilen aus Leichtmetall bestehe, die ineinander geschoben und an den Rändern mit einem neuartigen Metallklebstoff geklebt sind. Nur in der Mitte sind zwei Holzstege für die Schrauben der Bindung angebracht; diese Konstruktion werde »Sandwich« genannt, weil der Ski zusammengeklappt und mit vorläufig noch geheim gehaltenen Belägen versehen wird. Die Franzosen machten überhaupt ein großes Geheimnis um ihren »Metalais«“.[17]

Andere wichtige Läufer bzw. Beste ihrer Länder:
8. Charles Bozon (FRA) 2:09,6; 12. Paride Milianti (ITA) 2:10.8; 14. Dave Gorsuch (USA) 2:11,0; 20. (ex aequo) Oddvar Rønnestad (NOR) 2:15,4; 22. Verne Anderson (CAN) 2:15,9; 24. Italo Pedroncelli (ITA) 2:16.8; 25. Felice De Nicolo (ITA) 2:18,1; 29. Georgi Varoshkin (BUL) 2:20,0; 31. Francisco Cortes (CHI) 2:20,8; 33. Jóhann Vilbergsson (ISL) 2:24,6; 34. Chiharu Igaya (JAP) 2:25,0; 35. Charlach Mackintosh (GBR) 2:25,1; 42. Manuel García-Moran (SPA) 2:27,6; 45. Osvaldo Ancinas (ARG) 2:28,4; 48. Sam Chaffey (NZE) 2:29,3; 52. Bill Day (AUS) 2:30,5; 56. Ibrahim Geagea (LIB) 2:39,2; 58. Zeki Şamiloğlu (TUR) 2:42,4; 61. und Letzter: Im Gyeong-Sun (KOR) 3:34,4

Riesenslalom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Zeit
1 SchweizSchweiz SUI Roger Staub 1:48,3 min
2 OsterreichÖsterreich AUT Josef Stiegler 1:48,7 min
3 OsterreichÖsterreich AUT Ernst Hinterseer 1:49,1 min
4 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA Thomas Corcoran 1:49,7 min
5 ItalienItalien ITA Bruno Alberti 1:50,1 min
6 FrankreichFrankreich FRA Guy Périllat 1:50,7 min
7 OsterreichÖsterreich AUT Karl Schranz 1:50,8 min
- - - -
12 OsterreichÖsterreich AUT Andreas Molterer 1:51,6 min
13 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Hans-Peter Lanig 1:51,9 min
15 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Fritz Wagnerberger 1:52,5 min
18 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Ludwig Leitner 1:53,6 min
20 SchweizSchweiz SUI Willi Forrer 1:53,9 min
22 SchweizSchweiz SUI Fredy Brupbacher 1:55,0 min
25 SchweizSchweiz SUI Nando Pajarola 1:56,2 min
39 LiechtensteinLiechtenstein LIE Silvan Kindle 2:08,9 min
40 LiechtensteinLiechtenstein LIE Hermann Kindle 2:11,7 min
43 LiechtensteinLiechtenstein LIE Adolf Fehr 2:13,3 min

Olympiasieger 1956 und Weltmeister 1958: Toni Sailer (Karriere beendet)
Datum: 21. Februar, 10:00 Uhr
Piste: „KT 22“
Start: 2447 m, Ziel: 1894 m
Höhendifferenz: 553 m, Streckenlänge: 1800 m
Tore: 55 - Kurssetzer Barney McLean (USA)

65 Fahrer waren am Start, 58 von ihnen erreichten das Ziel.
35.000 Zuschauer.

Gleich fünf Läufer lagen in der „FIS-Weltrangliste“ mit der Bestwertung Null auf Rang 1: Schranz, Wagnerberger, Alberti, Hinterseer und Ludwig Leitner. Die Medaillentipps der Fachjournalisten sahen Schranz im Vorteil, der spätere Sieger Staub wurde nur einmal (auf Silberrang) genannt. Allerdings wurde eingeschränkt, dass die „KT 22“ Schranz nicht liegen könnte (weil zu steil) und eher Wagnerberger und Staub zugute käme.[18]

Ausgeschieden u. a.: Willy Bogner (EUA)

Die übrigen der «Top Ten» sowie andere wichtige Läufer bzw. Beste ihrer Länder:
8. Paride Milianti (ITA) 1:50.9; 9. Charles Bozon 1:51.0; 10. Adrien Duvillard 1:51.1; 11. François Bonlieu (alle FRA) 1:51.2; 17. Carlo Senoner 1:53.1; 19. Italo Pedroncelli (beide ITA) 1:53.8; 23. Chiharu Igaya (JAP) 1:55.8; 24. Verne Anderson (CAN) 1:56.1; 27. Eysteinn Þórðarson (ISL) 1:59.1; 29. Georgi Varoshkin (BUL) 2:01.0; 32. Osvaldo Ancinas (ARG) 2:05.1; 36. Mario Vera (CHI) 2:06.8; 41. Bill Day (AUS) 2:12.2; 42. Luis Arias (SPA) 2:13.2; 48. John Oakes (GBR) 2:16.3; 49. Nazih Geagea (LIB) 2:20.3; 51. ex aequo Oddvar Rønnestad (NOR) & Bill Hunt (MZE) 2:23.3; 54. Zeki Şamiloğlu (TUR) 2:26.3; 58. und Letzter: Sam Chaffey (NZE) 2:32.3

Wieder einmal hatten die ÖSV-Betreuer es schwer, das richtige Quartett zu nominieren, wobei auch die Verschiebung der Herrenabfahrt (somit war die Riesenslalom der Startbewerb) eine Rolle spielte. Von Egon Zimmermann war eine gute Abfahrtsplatzierung erwartet worden und man ging davon aus, dass er auch im Riesenslalom aufgestellt worden wäre, wenn die Abfahrt am ursprünglichen Termin gefahren worden wäre. Aber auch Hias Leitner war nicht nominiert worden, obwohl er in die Gruppe 1 gelost worden wäre. Es wurde auf Anderl Molterer gesetzt, der als ein Läufer bekannt war, der im Glücksfall allen davonfahren konnte, der aber mit Nr. 28 keine vorteilhafte Startnummer hatte. Der Kurs war flüssig und auch olympiawürdig gesteckt.
Nach den Vorfahrern Jean Vuarnet und Egon Zimmermann I wurde das Rennen von Karl Schranz eröffnet. Dieser hatte vor den Spielen jedermann wissen lassen, dass er Abfahrt und Riesenslalom gewinnen werde, doch er war (wieder einmal) zu nervös, er riss die Tore, kontrollierte das Tempo schlecht.
Stiegler, der vor Staub (Nr. 6) ins Rennen gegangen war, war irrtümlich wegen einer falschen Zeitnehmung als Sieger ausgerufen worden, was aber nach 18 Minuten korrigiert wurde (er war wegen eines Frühstarts um neun Zehntel sec. schneller als Staub gewesen, was er damit erklärte, dass der Starter »komisch gezählt habe und er plötzlich das Gefühl hatte, jetzt loslegen zu müssen; er habe gleich gewusst, dass seine Laufzeit nicht in Ordnung sein konnte« - in einem späteren Beitrag in der »Sport Zürich«-Ausgabe Nr. 23 vom 24. Februar 1960, Seite 3, Spalten 3 bis 5, Titel »So erlebten wir Schweizer in Squaw Valley den grossen Sieg unseres Roger Staub«, wurde sogar eine Zeitdifferenz 1:47,8 zu 1:49.0, also 1,2 sec. genannt, ehe dann 1:48,3 als die richtige Zeit von Staub aufgeschienen seien; jedenfalls blieb die 0,9 sec.-Zeitkorrektur für Stiegler dieselbe). Staub wurde der erste alpine Herren-Olympiasieger für die Schweizer seit Edy Reinalter im Slalom 1948 und der erste alpine Herren-Weltmeister seit Georges Schneiders Slalomgold 1950 - und er konnte seinem Ruf, »der ewige Zweite zu sein«, ein Ende setzen. Die übrigen Schweizer schnitten schlechter als erwartet ab, wobei diese nicht vollen Gebrauch vom Skilift gemacht hatten, sondern ein gutes Stück bergauf gelaufen waren, was ihren Kraftreserven nicht zuträglich war (möglicherweise ein interner Organisationsfehler). Die Österreicher mussten zwar zur Kenntnis nehmen, dass die Sailer-Ära vorbei war, doch sie waren rangmäßig das beste Team. Die Franzosen schnitten zwar als Mannschaft ausgezeichnet ab, aber von der Wunderwirkung des Metallskis war nicht so viel zu bemerken. Die Italiener bestätigten ihre Fortschritte, die US-Equipe überraschte angenehm mit Rang 4 und zwei weiteren Läufern unter den ersten 16. Wenig brachten die Deutschen zusammen, bei denen Bogner stürzte, Lanig und Leitner zu langsamer Skier und Wagnerberger einen merkwürdigen Bremser im unteren Streckenteil eingelegt hatte(n).
Die Siegerehrung fand noch am selben Nachmittag im Eisoval statt, u. zw. nach jener für den Biathlon-Bewerb. Die Medaillen wurden von Avery Brundage überreicht.[19][20][21]

Slalom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Zeit
1 OsterreichÖsterreich AUT Ernst Hinterseer 2:08,9 min
2 OsterreichÖsterreich AUT Mathias Leitner 2:10,3 min
3 FrankreichFrankreich FRA Charles Bozon 2:10,4 min
4 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Ludwig Leitner 2:10,5 min
5 OsterreichÖsterreich AUT Josef Stiegler 2:11,1 min
6 FrankreichFrankreich FRA Guy Périllat 2:11,8 min
7 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Hans-Peter Lanig 2:14,3 min
- - - -
10 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Sepp Behr 2:16,0 min
15 SchweizSchweiz SUI Adolf Mathis 2:23,5 min
21 LiechtensteinLiechtenstein LIE Silvan Kindle 2:30,7 min
27 LiechtensteinLiechtenstein LIE Hermann Kindle 2:45,7 min
31 SchweizSchweiz SUI Georges Schneider 2:52,7 min

Olympiasieger 1956: Toni Sailer (Karriere beendet) / Weltmeister 1958: Josef Rieder (Rennläuferkarriere beendet)
Datum: 24. Februar, 09:30 Uhr
Piste: „KT 22“
Start: 2110 m, Ziel: 1894 m
Höhendifferenz: 216 m, Streckenlänge: 590 m
Tore: 69 (1. Lauf), 62 (2. Lauf) - Kurssetzer Stein Eriksen und Karl Molitor

63 Fahrer waren am Start, 40 von ihnen erreichten das Ziel.
Bengt-Erik Grahn (SWE) konnte wegen Verletzung nicht teilnehmen.

Ausgeschieden u. a.: Willy Bogner (EUA) nach Bestzeit im ersten Durchgang, François Bonlieu (FRA), Willi Forrer (SUI), Ernst Oberaigner (AUT), Roger Staub (SUI)

Das Rennen wurde von Willy Bogner eröffnet, der um eine Sekunde schneller als die Nächstplatzierten war. Milianti hatte die Nr. 2 vor Ludwig Leitner; Nr. 4 Roger Staub verkantete, verfehlte ein Tor und musste aufgeben. Bozon hatte die Nr. 6 vor Hinterseer, Stiegler, Duvillard (er fiel durch Sturz zurück), Lanig, Hias Leitner, Oberaigner, Bonlieu, Mathias und Georges Schneider.
Weiters: weiters 19) Périllat, 21) Igaya, 23) B. Alberti, 25) W. Forrer, 27) Senoner, 28) Behr, 30) Ferries, 31) Grahn, 36) S. Kindle, 53) H. Kindle, 65) Fehr, 73) und damit letzte Startnummer Gyeong-Sun – Anmerkung: sechs Startnummern blieben »unbesetzt«, u. zw. 16, 32, 33, 34, 50 und 66[22]

Reihung nach dem ersten Lauf:
1. Bogner 68,8; 2. ex aequo Bozon & Bonlieu 69,8; 4. Milianti 70,1; 5. Hinterseer 70,7; 6. ex aequo L. Leitner & Igaya 70,9; 8. Périllat 71,0; 9. Hias Leitner 71,1; 10. ex aequo Stiegler & Oberaigner 71,5
Spezifizierung beider Laufzeiten:
1. Ernst Hinterseer 70,7 58,2 128,9
2. Mathias Leitner 71,1 59,2 130,3
3. Charles Bozon 69,8 60,6 130,4
4. Ludwig Leitner 70,9 59,6 130,5
5. Josef Stiegler 71,5 59,6 131,1
6. Guy Périllat 71,0 60,8 131,8
7. Hans-Peter Lanig 71,9 62,4 134,3
10. Sepp Behr 72,1 63,9 136,0
15. Adolf Mathis 73,9 63,6 143,5
21. Silvan Kindle 79,3 71,4 150,7
27. Hermann Kindle 88,7 77,0 165,7
31. Georges Schneider 73,0 99,7 172,7
Die übrigen der «Top Ten» sowie andere wichtige Läufer bzw. Beste ihrer Länder:
8. Paride Milianti (ITA) 70,1 64,3 134,4; 9. Tom Corcoran (USA) 72,5 62,2 134,7; 11. Italo Pedroncelli (ITA) 77,2 62,5 139,7; 12. Chiharu Igaya (JAP) 70,9 69,3 140,2; 13. Carlo Senoner (ITA) 78,9 61,8 140,7: 14. Oddvar Rønnestad (NOR) 78,8 64,5 143,3; 16. Osvaldo Ancinas (ARG) 77,5 66,7 144,2; 17. Eysteinn Þórðarson (ISL) 77,0 67,9 144,9; 18. Georgi Dimitrov (BUL) 76,9 68,2 145,1; 19. Verne Anderson (CAN) 77,0 72,3 149,3; 20. Bruno Alberti (ITA) 88,5 62,1 150,6; 24. Luis Arias (SPA) 84,3 76,2 160,5; 28. Hernán Boher (CHI) 84,2 82,9 147,1; 30. Peter Brockhoff (AUS) 87,3 84,4 171,7; 36. Robert Skepper (GBR) 101.6 78,5 180.1; 39. Zeki Şamiloğlu (TUR) 89,0 125,7 214,7; 40. und Letzer: Im Gyeong-Sun (KOR) 140,9 155.2 296,1

Das Rennen wurde bei strahlendem Wetter gefahren. Es gab zwei schwere und unterschiedliche Kurse: Eriksen hatte Schrägfahrten bevorzugt, was etwas mehr Rhythmus gab als Molitors schnelle Torfolgen mit anschliessenden Schikanen. Die Ausfälle der besten verteilten sich aber auf beide Pisten ziemlich gleichmässig, so dass man nicht sagen konnte, dieser oder jener Parcours habe das Rennen positiv oder negativ beeinflusst. Es gab eine hohe Ausfallquote, bereits in der ersten Startgruppe waren nur sieben gut durchgekommen, in der zweiten waren gleich elf von 14 ausgefallen oder hatten zu große Zeitrückstände aufgerissen.
Die Startreihenfolge war noch immer derart, dass die Nummer Eins des ersten Laufes auch im zweiten Lauf als erster startete, und so begann der entscheidende Durchgang bereits mit einer Sensation, denn Bogner schlug nach gutem Beginn nach dem ersten Drittel mit den Hinterenden seiner Ski an einer Stange an und stürzte. Vor dem Ziel scheiterte er ein zweites Mal und schied damit aus. Somit wurden überraschenderweise die Österreicher die großen Sieger des Tages. Sie hatten auf Molterer und Schranz verzichtet und waren durch »Ersatzmann« Hinterseer zur ersten Goldmedaille gelangt. Mit Hinterseer gewann ein Mann, der während Jahren im Schatten der großen Stars gestanden und dessen Wert oft verkannt worden war. Hinter ihm klassierte sich dessen Klubkamerad von Kitzbühel, Hias Leitner, auf dem zweiten Platz, während Stiegler mit dem fünften Platz noch eine Medaille in der Kombination rettete. An Stelle Bogners vermochten sich noch Ludwig Leitner und Hanspeter Lanig zu platzieren, wobei dieser in der Kombination eine Medaille eroberte. Die Franzosen erlitten im zweiten Lauf eine unerwartete Schlappe. Einzig Bozon hielt trotz eines leichten »Anhängers« mit den Österreichern Schritt, während Duvillard im ersten und Bonlieu im zweiten Lauf fallierten. Périllat ging mit einer hohen Startnummer keine allzu großen Risiken ein, um seine führende Stellung in der Kombination nicht zu gefährden. Er brachte seinen Weltmeistertitel sicher unter Dach.
Igaya liess im ersten Durchgang seine alte Klasse aufblitzen, verdarb sich aber in der Entscheidung durch einen Sturz alle Chancen.
Eine schwere Niederlage mussten die Schweizer einstecken: Roger Staub hatte im ersten Lauf nach sehr gutem Beginn Pech und schied aus. Mathis, Schneider und Forrer kamen im ersten Versuch zwar durch, waren aber langsam und hatten den Kampf bereits verloren und durch Stürze in der zweiten Serie kamen sie um die letzten Chancen, noch ein ansprechendes Klassement zu erzielen. Ihre Niederlage war an und für sich keine Überraschung, »doch verblüffte deren Ausmaß«. Selbst die Spezialisten Mathis und Schneider hatten diesmal nichts zu bestellen. «Der Slalom ist seit Jahren die schwächste Disziplin im Schweizer Herrenteam.»[23][24]
Hinsichtlich der Aussage wegen der schwächsten Disziplin im Schweizer Herrenteam ist auf Seite 1 des vorzitierten «Sport Zürich» (Spalte 5, Titel »Wo es bei uns fehlt«) zu lesen, dass die Schweizer (vor allem im Gegensatz zu den Österreichern) viel zu wenig Slalom trainieren würden. Außerdem gab es auch damals schon Radio-Interviews vor einem Rennstart, in diesem Fall bei Roger Staub, was im selben Artikel auch als Belästigung angesehen wurde.

Aus weiteren Stellungnahmen ging hervor, dass der österreichische Mannschaftsführer Dr. Sulzberger die Anweisung gegeben hatte, „aufs Ganze zu gehen und nicht an Sicherheit zu denken“. Fritz Huber vom DSV war der Meinung, dass Bogner ohne Stürze gewonnen hätte, „sein Stil sei in beiden Läufen ausgezeichnet gewesen und es habe ihn noch die Rennerfahrung gefehlt“. Die Franzosen waren zufrieden, „es sei auf Holz auch gut gegangen, der Metallski werde vorderhand nur in Abfahrten verwendet“. Bei den Schweizern sagte Adolf Mathis, „er sei einfach nicht warm geworden“, Georges Schneider sah sich mit seiner Startnummer 15 benachteiligt („es habe bereits Rippen gegeben“), noch schlechter hatte es Adolf Mathis (Nr. 25) gehabt, der die Fahrt derart beschrieb, dass es „gerattert habe, wie wenn man in der Türkei auf einem Tram steht“.

Es gab Disqualifikationsanträge gegen Bozon und Périllat, doch wurden diese auf Grund des Rennfilms zurückgewiesen. Auch Klagen, Bozon sei zu früh gestartet und österreichische Betreuer hätten die Piste betreten, wurden nicht stattgegeben.[25]

Kombination[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Punkte
1 FrankreichFrankreich FRA Guy Périllat 3,98
2 FrankreichFrankreich FRA Charles Bozon 5,52
3 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Hans-Peter Lanig 5,66
4 OsterreichÖsterreich AUT Josef Stiegler 6,75
5 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Ludwig Leitner 8,00
6 ItalienItalien ITA Paride Milianti 8,22

Weltmeister 1958: Toni Sailer (Karriere beendet)
Für den Kombinationsbewerb wurden keine Olympiamedaillen vergeben, sondern nur WM-Medaillen. Die Positionen wurden nach einem Punktesystem aus den Ergebnissen der Abfahrt, des Riesenslaloms und des Slaloms ermittelt.

Weitere Platzierte:

7. Bruno Alberti (ITA) 13,91

8. Italo Pedroncelli (ITA) 17,49

9. Verne Anderson (CAN) 23,07

10. Chiharu Igaya (JAP) 25,51

11. Elnar Thodarsson (ISL) 31,14

12. Frederick Tommy (CAN) 34,85

13. Osvaldo Aciñas (ARG) 37,06

14. Georgi Woroschkin (BUL) 38,47[26]

Frauen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abfahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportlerin Zeit
1 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Heidi Biebl 1:37,6 min
2 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA Penny Pitou 1:38,6 min
3 OsterreichÖsterreich AUT Traudl Hecher 1:38,9 min
4 ItalienItalien ITA Pia Riva 1:39,9 min
5 ItalienItalien ITA Jerta Schir 1:40,5 min
6 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Anneliese Meggl 1:40,8 min
7 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Sonja Sperl 1:41,0 min
8 OsterreichÖsterreich AUT Erika Netzer 1:41,1 min
9 SchweizSchweiz SUI Yvonne Rüegg 1:41,6 min
- - - -
11 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Barbara Henneberger 1:42,4 min
26 SchweizSchweiz SUI Margrit Gertsch 1:50,4 min
35 SchweizSchweiz SUI Liselotte Michel 2:01,0 min
39 OsterreichÖsterreich AUT Josefa Frandl 2:11,6 min

Olympiasiegerin 1956: Madeleine Berthod (SUI) / Weltmeisterin 1958: Lucille Wheeler (CAN) (Karriere beendet)
Datum: 20. Februar, 10:00 Uhr
Piste: „KT 22“
Start: 2447 m, Ziel: 1894 m
Höhendifferenz: 553 m, Streckenlänge: 1828 m - Kurssetzer Gordy Prager (USA)

42 Fahrerinnen waren am Start, 39 von ihnen erreichten das Ziel.

Ausgeschieden: Herlinde Beutelhauser (AUT), Betsy Snite (USA), Annemarie Waser (SUI)

Andere wichtige Läuferinnen bzw. Beste ihrer Länder:
12. ex aequo Anne Heggtveit (CAN) & Marit Haraldsen (NOR) 1:42,9; 14. ex aequo Thérèse Leduc & Arlette Grosso (beide FRA) & Jolanda Schir (ITA) 1:44,2; 17. Nancy Holland (CAN) 1:45,2; 19. Stalina Demidova-Korzukhina (URS) 1:46,5; 20 Jewgenija Sidorowa (nunmehr Jewgenija Kabina-Sidorova) (URS) 1:46,7; 21. Joan Hannah (USA) 1:47,9; 22. Nancy Greene (CAN) 1:48,3; 24. Marían Navarro (SPA) 1:49,7; 25. Josephine Gibbs (GBR) 1:50,3; 27. Christine Davy (AUS) 1:50,6; 29. María Cristina Schweizer (ARG) 1:51,0; 33. Linda Meyers (USA) 1:53,4; 34. Cecilia Womersley (NZE) 1:59,5; 37. Astrid Sandvik (NOR) 2:02,9

Am 16. Februar hatte es noch eine Probeabfahrt gegeben, und bei der vorangegangenen Besichtigung (einem seitlichen Abrutschen) kam die Schweizer Olympiasiegerin von 1956, Madeleine Chamot-Berthod, im Zielhang zu Sturz, wobei sie auf ihre ohnehin verletzte Schulter fiel (die Verletzung hatte sie sich am 30. Januar bei den heimischen Meisterschaften in Wildhaus zugezogen[27]). Dies führte dazu, dass statt ihr Lilo Michel, der außerdem gute Kombinationschancen eingeräumt wurden, nominiert wurde. Bei dieser Probeabfahrt gab es einen Schweizer Doppelsieg durch Margit Gertsch vor Annemarie Waser (Letztere zeitgleich mit USA-Läuferin Joan Hannah), weitere Platzierte waren ex aequo Pitou und Biebl, Frandl, Sperl, Jerta Schir, Riva, Marchelli, Meggl, die zeitgleichen Heidi Mittermaier, Hecher und Rüegg, gefolgt von Brutscher, Beutelhauser, Henneberger und Michel.
Die Startnummern-Auslosung:
1) Pitou, 2) Jerta Schir, 3) Riva, 4) Thérès Leduc, 5) Heggtveit, 6) Snite, 7) Netzer, 8) Biebl, 9) Gertsch, 10) Frandl, 11) Rüegg, 12) Hecher, 13) Haraldsen, 14) Sperl, 15 Marchelli, 16) Waser, 17 Beutelhauser, 18) Elisabeth Greene, 19) Sandvik, 20) Grosso, 30) Michel[28]

Die großen Siegerinnen waren die deutschen Mädchen, bei denen bereits die Vorläuferinnen Mittermaier und Brutscher seinen sehr guten Eindruck hinterließen und mit drei Fahrerinnen unter den ersten Sieben und vier im ersten Dutzend sämtliche Prognosen übertrafen (wobei sich zudem Meggl und Henneberger trotz zweiter Startgruppe durchsetzten). Mit Biebl gewann jene, die schon während des ganzen Winters die erfolgreichste deutsche Läuferin und in diesem Rennen von Beginn an vorangelegen war. Sowohl bei den US- als auch Schweizer Vertreterinnen gab es drei Stürze, doch konnte sich das Gastgeberland mit Silber trösten, während die Schweizerinnen in den letzten Jahren nie mehr so krass geschlagen wurden wie diesmal. Den Gestürzten wurde eine Bodenwelle zum Verhängnis, Rüegg klagte über einen zu langsamen Ski.
Die Italienerinnen waren mannschaftlich zwar stark, doch fehlte die Medaille. Bei den Österreicherinnen konnte Hecher trotz eines vortägigen (übermütigen) Sturzes auf einer Treppe als Team-Jüngste die Bronzemedaille gewinnen, auch Netzer war nach einer Trainingsverletzung gehandicapt angetreten (statt Schlaf in der Nacht vor dem Rennen, mussten ihr Umschläge angebracht werden); sowohl Frandl als auch Beutelhauser stürzten an der berüchtigten Traverse, wobei Letztere mit einer Gehirnerschütterung abtransportiert werden musste. Die Französinnen kämpften zu wenig und verloren ihre beste Abfahrerin, Janine Monterrain, ebenfalls durch einen Sturz an vorgenannter Traverse (sie belegte in 2:03,0 den 38. und vorletzten Platz). Auch die beste Norwegerin Sandvik scheiterte, bei den Kanadierinnen war von Heggtveit mehr erwartet worden, sie konnten sich an netten Leistungen der übrigen freuen. Von den US-Girls stürzte Snite schon in den ersten Toren und musste aufgeben.[29][30]

Riesenslalom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportlerin Zeit
1 SchweizSchweiz SUI Yvonne Rüegg 1:39,9 min
2 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA Penny Pitou 1:40,0 min
3 ItalienItalien ITA Giuliana Chenal Minuzzo 1:40,2 min
4 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA Betsy Snite 1:40,4 min
5 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Anneliese Meggl 1:40,7 min
ItalienItalien ITA Carla Marchelli 1:40,7 min
- - - -
9 OsterreichÖsterreich AUT Hilde Hofherr 1:41,9 min
Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Sonja Sperl 1:41,9 min
14 SchweizSchweiz SUI Liselotte Michel 1:42,5 min
15 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Barbara Henneberger 1:42,6 min
21 OsterreichÖsterreich AUT Josefa Frandl 1:45,7 min
23 SchweizSchweiz SUI Annemarie Waser 1:46,0 min
25 OsterreichÖsterreich AUT Traudl Hecher 1:46,7 min
37 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Heidi Biebl 2:01,5 min

Olympiasiegerin 1956: Ossi Reichert (EUA) (Karriere beendet) / Weltmeisterin 1958: Lucille Wheeler (CAN) (Karriere beendet)
Datum: 23. Februar, 10:00 Uhr
Piste: „Little Papoose Peak“
Start: 2276 m, Ziel: 1894 m
Höhendifferenz: 382 m, Streckenlänge: 1300 m
Tore: 65 - Kurssetzer: Barney McLean (USA)

44 Fahrerinnen waren am Start, 40 von ihnen erreichten das Ziel.

Ausgeschieden u. a.: Erika Netzer (AUT) - sie hatte schnell gewirkt, doch 6 Tore vor dem Ziel schwang sie zu weit aus, verkantete und stürzte; entgegen ersten Meldungen (Bruch des rechten Mittelfussknochens und Bändereinriss) erlitt sie nur eine Verletzung des Fußnervs und konnte am 28. Februar, bereits vom Gipsverband befreit, wieder "eifrig herumlaufen".[31]
Zu Sturz kamen auch Heidi Biebl (schon weit oben, sie hatte zu viel riskiert) und Traudl Hecher (Letztere im Zielhang, als sie in Rücklage geriet). Der enge Kurs in einem steilen Gelände mit vielen Buckeln und Wellen verlangte höchste Konzentration und Standfestigkeit.[32]
Rüegg war (offensichtlich) vorerst für eine Teilnahme im Riesenslalom nicht vorgesehen gewesen und wurde erst nach der internen Eliminierung von Margit Gertsch nominiert, allerdings schreibt der als Quelle für die Startnummern genannte «Sport-Zürich», dass das SSV-Team nach der FIS-Weltrangliste erstellt und auf taktische Kalküle wegen der Kombination verzichtet wurde.[33][34][35]
Start-Nummern:
1) Netzer, 2) Riva, 3) Rüegg, 4) Jerta Schir, 5) Biebl, 6) Haraldson, 7) Hofherr, 8) Sperl, 9) Th. Leduc, 10) Chamot-Berthod, 11) Pitou, 12) Snite, 13) Marchelli, 14) Meyers, 15) Sandvik, 16) Waser, 17) Heggtveit, 18) Chenal Minuzzo, 19) Jahn, 20) Michel, 21) Bjørnbakken, 22) Henneberger, 26) Hecher (diese trug offiziell die Nr. 29, doch sie war die 26. Läuferin am Start, denn die Nummern 25, 26 und 27 waren - wie auch 40 und 41 - nicht ausgelost worden; die offizielle Nr. 28 war der Norwegerin Liv Jagge-Christiansen zuteil geworden), 34) Meggl, 37) Nancy Greene, 49) und damit letzte Startnummer: Wendy Farrrington (GBR).[36][37]
Andere wichtige Läuferinnen bzw. Beste ihrer Länder:
12. Anne Heggtveit (CAN) 1:42,1; 15. (ex aequo) Jerta Schir (ITA) 1:42,6; 17. Pia Riva (ITA) 1:42,9; 18. Arlette Grosso (FRA) 1:43,9; 19. Astrid Sandvik (NOR) 1:45,4; 20. Inger Bjørnbakken (NOR) 1:45,5; 21. (ex aequo) Stalina Demidova-Korzukhina (URS) 1:45.7; 26. Nancy Greene (CAN) 1:47,4; 27. Cecilia Womersley (NZE) 1:47,7; 31. Jewgenija Sidorowa (nunmehr Jewgenija Kabina-Sidorova) (URS) 1:50,0, 32. Christine Davy (AUS) 1:50,7; 33. Josephine Gibbs (GBR) 1:51,9; 35. María Cristina Schweizer (ARG) 1:55,2; 40. und Letzte: Sonja McCaskie (GBR) 2:06,1

Das Rüegg-Gold stellte einen krassen Außenseitersieg dar, hohe Favoritin war Pitou gewesen, und es waren viele andere Namen (Biebl, Jerta Schir und Riva, Hecher, Snite – und sogar bei den Schweizerinnen Chamot-Berthod und Waser) genannt worden, wobei Rüegg als Schweizer Abfahrtsmeisterin 1959 doch auch als Abfahrerin charakterisiert worden war. Die Start-Nr. 3 war ihr zugute gekommen. Ähnlich wie die Überraschung Rüegg kam auch Rang 3 für Chenal Minuzzo.
Vor dem Zielhang war noch Netzer in 1:02,7 vor Hecher voran, Rüegg in 1:03,6 auf Rang 3 gelegen, danach Snite, Marchelli, Hofherr - und zeitgleich Siebte Pitou, Chenal Minuzzo und Jerta Schir (je 1:04,2), Rang 10 Meggl (1:04,4).
Von den übrigen Schweizerinnen erklärte Chamot-Berthod, dass sie im oberen Teil aus der Piste getragen worden ist, ihre lädierte Schulter habe stark geschmerzt, Michel war mit ihrer Leistung nicht ganz zufrieden, Waser klagte über zu wenig scharfe Kanten.
Barbi Hennebergers Zeit war vorerst (gleich wie jene von Lilo Michel) mit 1:42,5 angegeben, dann aber auf 1:42,6 richtiggestellt worden (womit sie nunmehr mit Jerta Schir zeitgleich war).[38]

Slalom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportlerin Zeit
1 KanadaKanada CAN Anne Heggtveit 1:49,6 min
2 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA Betsy Snite 1:52,9 min
3 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Barbara Henneberger 1:56,6 min
4 FrankreichFrankreich FRA Thérèse Leduc 1:57,4 min
5 SchweizSchweiz SUI Liselotte Michel 1:58,0 min
OsterreichÖsterreich AUT Hilde Hofherr 1:58,0 min
- - - -
8 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Sonja Sperl 1:58,8 min
13 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Anneliese Meggl 2:02,4 min
16 OsterreichÖsterreich AUT Josefa Frandl 2:03,0 min
21 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Heidi Biebl 2:06,5 min
28 SchweizSchweiz SUI Madeleine Berthod 2:15,4 min

Olympiasiegerin 1956: Renée Colliard (SUI) / Weltmeisterin 1958: Inger Bjørnbakken (NOR)
Datum: 26. Februar, 09:30 Uhr
Piste: „Little Papoose Peak“
Start: 2080 m, Ziel: 1894 m
Höhendifferenz: 186 m, Streckenlänge: 480 m
Tore: 53 (1. Lauf - Kurssetzer: Kjell Borge Andersson, NOR); 55 (2. Lauf)

43 Fahrerinnen waren am Start, 38 von ihnen erreichten das Ziel.

Das Rennen wurde von der Französin Therese Leduc eröffnet, schon mit Nr. 2 kam Anne Heggtveit, gefolgt von Betsy Snite; die weiteren waren Hofherr, Sperl, Waser, Biebl, Michel, Chamot-Berthod; Titelverteidigerin Bjørnbakken hatte die 11, Jahn die 14, Frandl 17, Meggl 18 – und Henneberger gelang mit Nr. 20 noch die Bronze-Medaille bei bereits ausgefahrener Piste; weiters trugen Hecher die 21 und Yvonne Rüegg die 30 (Letztere startete aber als 28., weil auch hier, wie schon bei anderen Auslosungen, nicht alle Nummern besetzt wurden, in diesem Fall 25 und 26). Das Schweizer Team war am 23. Februar aufgestellt worden, wobei Margit Gertsch zugunsten von Chamot-Berthod verzichtet hatte und nur dann in Frage kam, wenn diese nicht hätte starten können.[39]

Nach dem ersten Lauf führte Heggtveit mit 54,0 s vor Marianne Jahn mit 55,5 s, Inger Björnbakken (NOR) lag mit 57,3 s auf dem dritten Platz; auf Rang 4 lagen ex aequo Snite, Henneberger und die mit Nr. 34 ins Rennen gegangene Giuliana Chenal Minuzzo mit 57,4 s; Hecher lag mit 58,6 s ex aequo mit Anne-Marie Leduc (FRA) auf Rang 10, Hofherr mit 59,0 s auf 14 und Frandl mit 59,1 s auf 15. Sowohl Madeleine Chamot-Berthod als auch Heidi Biebl stürzten im ersten Lauf, ihre Zeiten lauteten 72,1 s bzw. 69,2 s.[40]

Ausgeschieden u. a.: Marianne Jahn (AUT) (Disqualifikation zweiter Lauf nach 55,5 sec. im ersten Lauf; sie hatte vorerst eine Endzeit von 120,4 gehabt, was Rang 12 bedeutet hätte), Traudl Hecher (AUT) (Einfädler, Sturz und damit Disqualifikation zweiter Lauf), Yvonne Rüegg (SUI) (schon im 1. Lauf ausgeschieden), Annemarie Waser (SUI) (Aufgabe nach Sturz im zweiten Lauf nach 57,6 sec. im ersten Lauf)

Aufteilung der Laufzeiten:
1. Anne Heggtveit 54,0 55,6 109,6
2. Betsy Snite 57,4 55,5 112,9
3. 20 Barbara Henneberger 57,4 59,0 116,4
4. Thérèse Leduc 59,2 58,2 117,4
5. ex aequo
Liselotte Michel 58,8 59,2 118,0
Hilde Hofherr 59,0 59,0 118,0
8. Sonja Sperl GER 0:59.0 0:59.8 118,8
13. Anneliese Meggl 62,5 59,9 122,4
16. Josefa Frandl 59,2 63,8 123,0
21. Heidi Biebl 69,2 57,3 126,5
28. Madeleine Berthod 72,1 63,3 135,4

Die übrigen der «Top Ten» sowie andere wichtige Läuferinnen bzw. Beste ihrer Länder:
7. Stalina Demidova-Korzukhina (URS) 58,5 59,9 118,4; 9. Renie Cox (USA) 59,4 59,8 119,2; 10. Giuliana Chenal Minuzzo (ITA) 57,4 61.9 119,3; 11. Marit Haraldsen (NOR) 59,8 60,0 119,8; 14. Inger Bjørnbakken (NOR) 57,3 65,2 122,5; 15. Carla Marchelli (ITA) 61,1 61,8 122,9; 18. Jewgenija Sidorowa (nunmehr Jewgenija Kabina-Sidorowa) (URS) 63,3 61,0 124,3; 23. Marían Navarro (SPA) 65,2 62,8 128,0; 25. María Cristina Schweizer (ARG) 65,9 66,0 131,9; 27. Josephine Gibbs (GBR) 64,1 69,1 133,2; 29. Christine Davy (AUS) 73,1 64,1 137,2; 31. Nancy Greene (CAN) 69,4 68,6 138,0; 32. Trish Prain (NZE) 65,5 72,9 138,4; 33. Penny Pitou (USA) 58,5 81,3 139,8; 36. Astrid Sandvik (NOR) 58,1 91,3 149,4; 38. und Letzte: Cecilia Womersley (NZE) 137,7 85,4 223,1

Bei ausgesprochen kaltem Wetter – es wehte ein ziemlich unangenehmer Wind – blieb die Piste hart, doch hatten die ersten Konkurrentinnen die bessere Skiführung als die später ins Rennen gehenden Fahrerinnen. Der erste Kurs war nicht eben phantasiereich ausgesteckt worden, es fehlten die klassischen Slalom-Torkombinationen; dafür sah man versetzte Tore in Serie, was dem Slalom ein eher monotones Gepräge gab.Heggtveits Sieg war nur als »bedingte Ueberraschung« anzusprechen, da sie immerhin 1959 in Garmisch-Partenkirchen Kandahar-Siegerin geworden war. Allerdings hatte sie in den früheren Rennen der Saison schwächer als im Vorjahr gewirkt. Bjørnbakken fuhr im ersten Lauf besser denn je in dieser Saison, stürzte aber im zweiten.
Die Chancen der Schweizerinnen reduzierten sich nach dem ersten Lauf bereits auf 50 %: Waser fuhr zeitweise etwas breit und wurde nach den Toren nach unten getragen, fing sich aber wieder auf und wahrte ihre Chance. Lilo Michel kam nicht richtig in Schwung. Sie hatte zeitweise Mühe mit der Skiführung, doch ihre Hoffnungen auf eine Medaille war intakt geblieben. Chamot-Berthod gefiel am besten, ehe sie kurz nach halbem Parcours an einer Stange anhängte, abgedreht wurde und zurücksteigen musste. Yvonne Rüegg begann vielversprechend bis zu einem »Anhänger« und kam dann vor dem Ziel noch einmal zu Fall. Sie rutschte auf dem Bauch mit Crawl-Bewegungen den Hang hinunter und musste natürlich aufgeben. Bei den Österreicherinnen gab es nach Rang 2 von Marianne Jahn nach dem ersten Lauf große Erwartungen, doch stürzte die Vorarlbergerin bei Tor Nr. 51, überschlug sich, fiel auf Rang 12 zurück und wurde letztlich wegen eines Torfehlers disqualifiziert. Traudl Hecher hatte mit Nr. 21 nicht mehr eine derart große Chance gehabt; Hofherr hatte schon den ersten Lauf verbremst.[41][42]

Kombination[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportlerin Punkte
1 KanadaKanada CAN Anne Heggtveit 6,96
2 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Sonja Sperl 10,08
3 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Barbara Henneberger 10,80
4 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Anneliese Meggl 10,88
5 FrankreichFrankreich FRA Thérèse Leduc 11,44
6 ItalienItalien ITA Carla Marchelli 11,93

Weltmeisterin 1958: Frieda Dänzer (SUI) (Karriere beendet)
Für den Kombinationsbewerb wurden keine Olympiamedaillen vergeben, sondern nur WM-Medaillen. Die Positionen wurden nach einem Punktesystem aus den Ergebnissen der Abfahrt, des Riesenslaloms und des Slaloms ermittelt.
Weitere Platzierungen:

7. Jerta Schir (ITA) 14,31

8. Penelope Pitou (USA) 17,85

9. Stalina Demidova-Korzukhina (URS) 18,40

10. Arlette Grosso (FRA) 19,33

11. Nancy Holland (CAN) 21,23

12. Jewgenija Sidorowa (nunmehr Jewgenija Kabina-Sidorowa) (URS) 25,57

13. Heidi Biebl (FRG) 27,90

14. Lilo Michel (SUI) 29,34

15. Nancy Greene (CAN) 32,48

Den 21. Rang belegte noch Josefine Frandl (AUT) mit 45,07 Punkten.[43][44]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hinterseer ohne Sieg. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 6. Jänner 1959, S. 12.
  2. Karl Schranz distanzierte die Weltelite. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 11. Jänner 1959, S. 24.
  3. «Österreicher Doppelsieg im Abfahrtsrennen»; «Sport Zürich», Nr. 4 vom 12.1.1959, Seite 1.
  4. Enttäuschung in Kitzbühel: Die Ausländer siegen. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 18. Jänner 1959, S. 24.
  5. Molterer und Leitner siegen. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 24. Jänner 1959, S. 10.
  6. Österreich gewann neun von dreizehn Rennen. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 27. Jänner 1959, S. 10.
  7. «Das alpine USA-Team ohne Bud Werner»;«Sport Zürich», Nr. 4 vom 11.1.1960, Seite 3.
  8. »Erika Netzer schwer gestürzt – nur leicht verletzt«; Untertitel: »Fünf Österreicher in der Gruppe 1«. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 16. Februar 1960, S. 10.
  9. »Die FIS-Gruppierungen für die Abfahrt«; »Sport-Zürich« Nr. 20 vom 17. Februar 1960, Seite 2, Spalten 2 und 3, unten
  10. »Die Wahrheit über die olympische Herren-Abfahrtsstrecke« mit Untertiteln »Undisziplinierter Forrer wird gerüffelt!« und »Willy Forrer vor dem Kampfgericht«; »Sport-Zürich« Nr. 20 vom 17. Februar 1960, Seite 1, Spalte 5 unten, und Seite 2, Spalte 1, unten
  11. »Olympisches Startfieber in Squaw Valley« mit Untertitel »Behr verzichtet zugunsten Bogners«. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 19. Februar 1960, S. 10.
  12. Der Abfahrtslauf der Männer erst am Montag?. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 19. Februar 1960, S. 10.
  13. Noch keine Namen. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 20. Februar 1960, S. 9.
  14. »Die Wahrheit über die olympische Herren-Abfahrtsstrecke«; »Sport-Zürich« Nr. 20 vom 17. Februar 1960, Seite 1
  15. »Aussenseiter Jean Vuarnet (Frankreich) Sieger in der Herren-Abfahrt«; »Sport-Zürich« Nr. 23 vom 24. Februar 1960, Seite 6
  16. Spalte 4: «Fehler und Versäumnisse». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 25. Februar 1960, S. 10.
  17. «Die schwerste Niederlage seit Jahren». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 23. Februar 1960, S. 12.
  18. Eine große Chance für den Österreicher Schranz. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 21. Februar 1960, S. 31.
  19. «Olympiasieger nach Maß: Roger Staub». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 23. Februar 1960, S. 11.
  20. »Gold für Staub im Riesenslalom« und »Roger Staub vor den Österreichern Stiegler und Hinterseer im Riesenslalom«; »Sport-Zürich« Nr. 22 vom 22. Februar 1950, Seiten 1 und 7
  21. »Roger Staub – ein populärer Olympiasieger«; »Sport Zürich« Nr. 23 vom 24. Februar 1960, Seite 4, Spalte 2
  22. »Die Startnummern für den Herrenslalom«; »Sport-Zürich« Nr. 23 vom 24. Februar 1960, Seite 5, Spalten 3 bis 5
  23. «Österreich plötzlich wieder da: Doppelsieg im schweren Slalom durch Ernst Hinterseer und Hias Leitner» mit kleinerer zweiter Headline «Der Franzose Guy Périllat Weltmeister in der alpinen Dreierkombination – Alle vier Schweizer gestürzt – Staub gab auf – Enttäuschung»; «Sport Zürich» Nr. 24 vom 26. Februar 1960, Seite 1
  24. «Gold für Ernst Hinterseer, Silber für Hias Leitner». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 26. Februar 1960, S. 10.
  25. »Was sie sagten« und »14 Disqualifizierungen im Slalom«; »Sport Zürich« Nr. 24 vom 26. Februar 1960, Seite 2, Spalte 1, sowie Seite 4, Spalte 3
  26. «Alpine Dreikombination (Offizielle Weltmeisterschaft)»; »Sport Zürich« Nr. 25 vom 27. Februar 1960, Seite 5, Spalte 3
  27. Spalten 2 und 3, unten: «Olympiafavoritin Chamot-Berthod verletzt». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 31. Jänner 1960, S. 28.
  28. «Margit Gertsch und Annemarie Waser brillieren in der Probe-Abfahrt» sowie «Madeleine Chamot startet nicht!»; «Sport-Zürich» Nr. 21 vom 19. Februar 1960, Seiten 11 und 12
  29. «Heidi Biebl (Deutschland) Abfahrtssiegerin»; «Sport-Zürich» Nr. 22 vom 22. Februar 1960, Seiten 3 und 4
  30. «Traudl Hecher erobert die Bronzemedaille». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 21. Februar 1960, S. 32.
  31. «Der Talisman»; Spalte 4, zweiter Beitrag. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 1. März 1960, S. 10.
  32. »Yvonne Rüeggs großer Tag«; »Sport Zürich« Nr. 24 vom 26. Februar 1960, Seite 4, Spalten 2 und 3
  33. «Die Schweizerin Ruegg gewinnt den Riesen». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 24. Februar 1960, S. 10.
  34. «Zufälle» - Glosse rechts, Absatz 2. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 25. Februar 1960, S. 10.
  35. Spalte 1, unten: «Netzer brach sich den Fuß». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 25. Februar 1960, S. 10.
  36. «Erika Netzer mit Startnummer 1»; Spalte 4, zweiter Beitrag. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 23. Februar 1960, S. 11.
  37. »Die Auslosung für den Riesenslalom der Damen«; Die Auslosung für den Riesenslalom der Damen; «Sport-Zürich» Nr. 22 vom 22. Februar 1960, Seite 4, Spalte 3
  38. »Nun auch Gold für Yvonne Rüegg!« und »Gold auch für Yvonne Rüegg«; «Sport-Zürich» Nr. 23 vom 24. Februar 1960, Seiten 1 bis 3
  39. »Damenslalom-Startfolge«; »Sport Zürich« Nr. 24 vom 26. Februar 1960, Seite 4, Spalte 2
  40. Ein Sturz kostete Marianne Jahn die Silbermedaille. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 27. Februar 1960, S. 10.
  41. »SPORT Zürich« vom 27. Februar 1960, Seite 1
  42. «Österreichs Läuferinnen verloren die Nerven», Mitte. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 28. Februar 1960, S. 28.
  43. Österreichs Läuferinnen verloren die Nerven. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 28. Februar 1960, S. 28.
  44. «Offizielle Rangliste Alpine Kombination der Damen»; »Sport Zürich« Nr. 26 vom 29. Februar 1960, Seite 5, Spalte 3