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Olympische Winterspiele 1980/Eisschnelllauf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Eisschnelllauf bei den
Olympischen Winterspielen 1980
Information
Austragungsort Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Lake Placid
Wettkampfstätte James B. Sheffield Olympic Skating Rink
Nationen 20
Athleten 128 (74 und 54 )
Datum 14.–23. Februar 1980
Entscheidungen 9
Innsbruck 1976

Bei den XIII. Olympischen Spielen 1980 in Lake Placid fanden neun Wettbewerbe im Eisschnelllauf statt. Austragungsort war der James B. Sheffield Olympic Skating Rink. Überragender Athlet dieser Veranstaltung war der Amerikaner Eric Heiden, der alle fünf Rennen der Männer gewann.

Medaillenspiegel

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Platz Land Gold Silber Bronze Gesamt
1 Vereinigte Staaten5218
2 Norwegen1247
3 Niederlande1214
4 DDR1124
 Sowjetunion1124
6 Kanada11

Medaillengewinner

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Männer
Konkurrenz Gold Silber Bronze
500 mVereinigte Staaten Eric Heiden Jewgeni KulikowNiederlande Lieuwe de Boer
1000 mVereinigte Staaten Eric Heiden Gaétan Boucher Wladimir Lobanow
Frode Rønning
1500 mVereinigte Staaten Eric Heiden Kay Arne Stenshjemmet Terje Andersen
5000 mVereinigte Staaten Eric Heiden Kay Arne Stenshjemmet Tom Erik Oxholm
10.000 mVereinigte Staaten Eric HeidenNiederlande Piet Kleine Tom Erik Oxholm
Frauen
Konkurrenz Gold Silber Bronze
500 m Karin EnkeVereinigte Staaten Leah Poulos Natalja Petrusjowa
1000 m Natalja PetrusjowaVereinigte Staaten Leah Poulos Sylvia Albrecht
1500 mNiederlande Annie BorckinkNiederlande Ria Visser Sabine Becker
3000 m Bjørg Eva Jensen Sabine BeckerVereinigte Staaten Beth Heiden

Ergebnisse Männer

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Platz Land Sportler Zeit (s)
1  USA Eric Heiden 38,03 (OR)
2  URS Jewgeni Kulikow 38,37
3  NED Lieuwe de Boer 38,48
4  NOR Frode Rønning 38,66
5  USA Dan Immerfall 38,69
6  NOR Jarle Pedersen 38,83
7  URS Anatoli Medennikow 38,88
8  CAN Gaétan Boucher 38,90
9  POL Jan Józwik 39,01
10  SWE Jan-Åke Carlberg 39,03
11  GDR Steffen Döring 39,06
13  GDR Andreas Dietel 39,21

Datum: 15. Februar 1980, 12:00 Uhr
37 Teilnehmer aus 18 Ländern, davon 36 in der Wertung.

Die beiden Erstplatzierten liefen in der ersten Paarung, womit bereits über Gold und Silber entschieden war.[1]

Platz Land Sportler Zeit (min)
1  USA Eric Heiden 1:15,18 (OR)
2  CAN Gaétan Boucher 1:16,68
3  NOR Frode Rønning 1:16,91
 URS Wladimir Lobanow
5  USA Peter Mueller 1:17,11
6  NED Bert de Jong 1:17,29
7  GDR Andreas Dietel 1:17,71
8  SWE Oloph Granath 1:17,74
9  URS Sergei Chlebnikow 1:17,96
10  NED Lieuwe de Boer 1:17,97
26  GDR Steffen Döring 1:21,19
39  FRG Herbert Schwarz 1:44,23

Datum: 19. Februar 1980, 10:30 Uhr
41 Teilnehmer aus 19 Ländern, davon 40 in der Wertung.

Eric Heiden stellte mit dieser dritten Goldmedaille den Rekord von Ard Schenk (Sapporo 1972) ein – und bereits zu diesem Zeitpunkt rechneten die Experten mit weiteren Goldmedaillen des Sportlers aus Wisconsin.
Er war bereits im ersten Heat gelaufen, sein Gegner war Gaétan Boucher, der seine Silbermedaille dem Umstand verdanken konnte, „durch Heiden mitgeschleppt worden zu sein“.[2]

Platz Land Sportler Zeit (min)
1  USA Eric Heiden 1:55,44 (OR)
2  NOR Kay Arne Stenshjemmet 1:56,81
3  NOR Terje Andersen 1:56,92
4  GDR Andreas Dietel 1:57,14
5  URS Juri Kondakow 1:57,36
6  NOR Jan Egil Storholt 1:57,95
7  SWE Tomas Gustafson 1:57,95
8  URS Wladimir Lobanow 1:59,30
9  GDR Andreas Ehrig 1:59,47
 URS Jewhen Solunskyj
12  FRG Herbert Schwarz 1:59,58

Datum: 21. Februar 1980, 10:30 Uhr
36 Teilnehmer aus 16 Ländern, davon 35 in der Wertung.

Heidens vierte Goldmedaille war gefährdet, da er sich kurz in Sturzgefahr befunden hatte, trotzdem kam er noch fast an seinen Weltrekord heran. Stenshjemmet war sein Laufgegner, und der Norweger kam im Sog Heidens zur Silbermedaille. Bei Minus 1 Grad Celsius waren die Eisverhältnisse gut und hielten bis zum letzten Paar der 38 Konkurrenten aus 16 Ländern.[3]

Platz Land Sportler Zeit (min)
1  USA Eric Heiden 7:02,29 (OR)
2  NOR Kay Arne Stenshjemmet 7:03,28
3  NOR Tom Erik Oxholm 7:05,59
4  NED Hilbert van der Duim 7:07,07
5  NOR Øyvind Tveter 7:08,36
6  NED Piet Kleine 7:08,96
7  USA Mike Woods 7:10,39
8  SWE Ulf Ekstrand 7:13,13
9  NED Yep Kramer 7:14,09
10  GDR Andreas Ehrig 7:14,56

Datum: 16. Februar 1980, 10:30 Uhr
29 Teilnehmer aus 15 Ländern, alle in der Wertung.

Heiden entschied die Konkurrenz mit einem tollen Finish.[4]

Platz Land Sportler Zeit (min)
1  USA Eric Heiden 14:28,13 (WR)
2  NED Piet Kleine 14:36,03
3  NOR Tom Erik Oxholm 14:36,60
4  USA Mike Woods 14:39,53
5  NOR Øyvind Tveter 14:53,53
6  NED Hilbert van der Duim 14:47,58
7  URS Wiktor Ljoskin 14:51,72
8  GDR Andreas Ehrig 14:51,94
9 Japan JPN Yasuhiro Shimizu 14:57,48
10  URS Sergei Beresin 15:04,68
15  GDR Andreas Dietel 15:15,03

Datum: 23. Februar 1980, 09:30 Uhr
25 Teilnehmer aus 13 Ländern, davon 24 in der Wertung.

Heiden holte sich nicht nur sein fünftes Gold, er gewann zudem mit Weltrekord – und er avancierte damit zum erfolgreichsten Teilnehmer bei Winterspielen (bislang war dies Lidija Skoblikowa mit ihren vier Goldmedaillen bei den Olympischen Winterspielen in Innsbruck gewesen). Bereits in der ersten Paarung dieses Abschlussbewerbes traf Heiden auf den bisherigen Weltrekordhalter Wiktor Ljoskin (14:34,33 vom 3. April 1977 in Medeo), der ihn bis drei Runden vor Schluss bedrängen konnte, dann aber distanziert wurde.[5]

Ergebnisse Frauen

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Platz Land Sportlerin Zeit (s)
1  GDR Karin Enke 41,78 (OR)
2  USA Leah Poulos 42,26
3  URS Natalja Petrusjowa 42,42
4  SWE Ann-Sofie Järnström 42,47
5 Japan JPN Makiko Nagaya 42,70
6  GDR Cornelia Jacob 42,98
7  USA Beth Heiden 43,18
8  URS Tatjana Tarassowa 43,26
9  CAN Sylvia Burka 43,43
10  URS Irina Kuleschowa-Kowrowa 43,50
12  GDR Christa Rothenburger 43,60
13  SUI Silvia Brunner 43,72
17  FRG Sigrid Smuda 44,11
25  FRG Monika Pflug 44,59
28  FRG Brigitte Flierl 45,28

Datum: 15. Februar 1980, 10:30 Uhr
31 Teilnehmerinnen aus 15 Ländern, davon 30 in der Wertung.

Sieg für die frühere Eiskunstläuferin Karin Enke, die auch Weltmeisterin im Sprintervierkampf ist. Wie schon über 1500 Meter, wurde Beth Heiden nur Siebte.[6]

Platz Land Sportlerin Zeit (min)
1  URS Natalja Petrusjowa 1:24,10 (OR)
2  USA Leah Poulos 1:25,41
3  GDR Sylvia Albrecht 1:26,46
4  GDR Karin Enke 1:26,66
5  USA Beth Heiden 1:27,01
6  NED Annie Borckink 1:27,24
7  CAN Sylvia Burka 1:27,50
8  SWE Ann-Sofie Järnström 1:28,10
9  SWE Sylvia Filipsson 1:28,18
10  SWE Annette Carlén-Karlsson 1:28,25
18  GDR Christa Rothenburger 1:29,69
21  FRG Monika Pflug 1:30,13
23  FRG Sigrid Smuda 1:30,29
29  SUI Silvia Brunner 1:31,79
33  FRG Brigitte Flierl 1:33,61

Datum: 17. Februar 1980, 10:30 Uhr
37 Teilnehmerinnen aus 16 Ländern, alle in der Wertung.

Petrusjowa und Poulos trafen in der zweiten Paarung aufeinander, vorerst lagen beide gleichauf, aber nach 600 Meter konnte sich die URS-Läuferin steigern und ihren Vorsprung ausbauen.[7]

Platz Land Sportlerin Zeit (min)
1  NED Annie Borckink 2:10,95 (OR)
2  NED Ria Visser 2:12,35
3  GDR Sabine Becker 2:12,38
4  NOR Bjørg Eva Jensen 2:12,59
5  SWE Sylvia Filipsson 2:12,84
6  GDR Andrea Mitscherlich 2:13,05
7  USA Beth Heiden 2:13,10
8  URS Natalja Petrusjowa 2:14,15
9  GDR Sylvia Albrecht 2:14,27
10  Kanada Sylvia Burka 2:14,65
22  FRG Sigrid Smuda 2:18,86

Datum: 14. Februar 1980, 10:30 Uhr
31 Teilnehmer aus 14 Ländern, davon 30 in der Wertung.

Der Bewerb endete mit einer Riesenüberraschung – zum einen der Doppelsieg für die Niederlande, zum anderen die empfindliche Niederlage für die Sowjetunion. Petrusjowa schien im dritten Paar gegen Visser einem sicheren Sieg entgegenzulaufen, aber im Finish zog Visser auf und davon (Tatyana Averina und Vira Bryndzei als die nächstbesten in 2:16,32 min ex aequo auf Rang 18). Im fünften Heat fiel die Entscheidung um Gold, in der Außenseiterin Borckink mit neuem olympischen Rekord triumphierte.[8]

Platz Land Sportlerin Zeit (min)
1  NOR Bjørg Eva Jensen 4:32,13 (OR)
2  GDR Sabine Becker 4:32,79
3  USA Beth Heiden 4:33,77
4  GDR Andrea Mitscherlich 4:37,69
5  POL Erwina Ryś-Ferens 4:37,89
6  USA Mary Docter 4:39,29
7  SWE Sylvia Filipsson 4:40,22
8  URS Natalja Petrusjowa 4:42,59
9  URS Olga Pleschkowa 4:43,11
10  USA Sarah Docter 4:43,30
14  GDR Sylvia Burka 4:47,76
19  FRG Sigrid Smuda 4:53,55

Datum: 20. Februar 1980, 10:30 Uhr
29 Teilnehmerinnen aus 14 Ländern, davon 28 in der Wertung.

Eric Heidens Schwester Beth holte sich Bronze ausgerechnet auf jener Distanz, bei der man ihr die geringsten Chancen eingeräumt hatte. Sie war die Gegnerin von Jensen, die als Überraschungssiegerin bezeichnet wurde – und die Norwegerin war lange Zeit sogar auf Weltrekordkurs (4:31,0 min von Galina Stepanskaja, URS) gewesen. Die hoch eingeschätzten URS-Läuferinnen landeten im geschlagenen Feld. 1500-Meter-Silbermedaillengewinnerin Ria Visser stürzte nach 800 Metern. Läuferinnen mit höheren Startnummern waren im Nachteil, da das Eis unter dem Wärmeeinfluss immer stumpfer wurde.[9]

Einzelnachweise

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  1. Spalte 5, oben: „Erster Lauf entschied“. In: Arbeiter-Zeitung. Wien,​ 16. Februar 1980, S. 08.
  2. Spalten 2 und 3 unten: „Eric Heiden nicht zu halten!“ In: Arbeiter-Zeitung. Wien,​ 20. Februar 1980, S. 10.
  3. Spalte 1: „Heidens Rekord war in Gefahr“. In: Arbeiter-Zeitung. Wien,​ 22. Februar 1980, S. 19.
  4. Spalte 1, letzter Beitrag: „Wieder Eric Haiden“. In: Arbeiter-Zeitung. Wien,​ 17. Februar 1980, S. 9.
  5. Spalten 4 und 5, Mitte: „Heidens Goldsymphonie“. In: Arbeiter-Zeitung. Wien,​ 24. Februar 1980, S. 9.
  6. Spalte 5, zweiter Beitrag: „Nach Kunstlauf Gold“. In: Arbeiter-Zeitung. Wien,​ 16. Februar 1980, S. 08.
  7. Spalte 1, etwas tiefer: „Eisschnelllauf-Gold“. In: Arbeiter-Zeitung. Wien,​ 18. Februar 1980, S. 9.
  8. Spalten 3 und 4, Mitte: „Gold und Silber für Holland“. In: Arbeiter-Zeitung. Wien,​ 29. Februar 1980, S. 8.
  9. Spalte eins: „Erstes Gold für Norwegen“. In: Arbeiter-Zeitung. Wien,​ 21. Februar 1980, S. 13.