Olympische Winterspiele 1988/Rennrodeln

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Olympische Ringe

Bei den XV. Olympischen Spielen 1988 in Calgary wurden drei Wettbewerbe im Rennrodeln ausgetragen. Austragungsort war der Canada Olympia Parc. Es dominierten die Mannschaften aus der BRD und der DDR.

Die Rodelwettbewerbe wurden aufgrund der katastrophalen Wetterbedingungen zum Glücksspiel. Den Athleten machten starke Windböen zu schaffen. Die Ergebnisse der Wettbewerbe wurden außerdem durch enorme Temperaturschwankungen verfälscht.

Einsitzer Männer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Zeit
1 GDR Jens Müller 3:05,548
2 FRG Georg Hackl 3:05,916
3 URS Juri Tschartschenko 3:06,274
4 GDR Thomas Jacob 3:06,358
5 GDR Michael Walter 3:06,933
6 URS Sergej Danilin 3:07,098
7 FRG Johannes Schettel 3:07,371
8 ITA Hansjörg Raffl 3:07,525
9 AUT Otto Mayregger 3:07,619
10 ITA Paul Hildgartner 3:07,696
11 AUT Markus Prock 3:07,735

1. und 2. Lauf: 14. Februar 1988
3. und 4. Lauf: 15. Februar 1988
Streckenlänge: 1.309 m.
Es nahmen insgesamt 38 Athleten aus 18 Ländern teil.
Nach den ersten beiden Läufen lag bereits Müller vor Hackl (+ 0,163 sec.), Tschartschenko (Schreibweise auch: Charczenko) (+ 0,251) und Jacob (+0,319) voran; Weltmeister Prock (der hier Bahnrekord mit 46,792 hielt) lag mit 0,524 Rückstand auf Rang 5, Walter war Sechster (+ 0,587), Schettel Neunter (+ 0,908) und Sarajewo-Olympiasieger Hildgartner auf Rang 10 (+ 0,953). Müllers Sieg stand nie in Gefahr; Hackl misslang der dritte Lauf, so dass sich Jacobs mit Laufbestzeit auf Rang 2 setzte. Doch Hackl gelang nochmals eine tadellose Fahrt. Prock hingegen fiel nach dem total missratenen dritten Lauf auf Rang 11 zurück. Für ihn war die Favoritenrolle eine zu große nervliche Belastung. Schon im Training war es nicht so gelaufen, wie er es sich vorgestellt hatte.[1]
Die einzelnen Laufzeiten der wichtigsten Teilnehmer: Müller: 46,301; 46,444; 46,439; 46,367; Hackl: 46,355; 46,553; 46,599; 46,409; Tschartschenko: 46,391; 46,605; 46,475; 46,803; Jacob: 46,426; 46,638; 46,433; 46,861; Walter: 46,578; 46,754; 46,838; 46,763; Schettel: 46,725; 46,928; 46,805; 46,913; Mayregger: 46,777; 46,986; 46,925; 46,931; Hildgartner: 46,844; 46,854; 46,764; 47,234; Prock: 46,637; 46,632; 47,037; 46,829.
Roland Sandbichler (AUT), auf Rang 14 liegend, wurde wegen 30 Gramm Übergewichts disqualifiziert.[2][3]

Einsitzer Frauen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportlerin Zeit
1 GDR Steffi Walter 3:03,973
2 GDR Ute Oberhoffner 3:04,105
3 GDR Cerstin Schmidt 3:04,181
4 FRG Veronika Bilgeri 3:05,670
5 URS Julija Antipowa 3:05,787
6 USA Bonny Warner 3:06,056
7 CAN Marie-Claude Doyon 3:06,211
8 URS Nadeschda Danilina 3:06,364
- - - -
12 AUT Andrea Tagwerker 3:07,501

1. und 2. Lauf: 16. Februar 1988, 18 Uhr
3. und 4. Lauf: 17. Februar 1988, 18 Uhr

Es nahmen insgesamt 24 Athletinnen aus 14 Ländern teil.

Die Rodlerinnen der DDR beherrschten die olympischen Rodelwettbewerbe schon seit deren erstmaliger Austragung 1964. Von 21 Medaillen, die vergeben wurden, konnten sie 14 gewinnen (1968 wurden sie wegen erhitzten Kufen disqualifiziert). Zum dritten Mal (nach Sapporo 1972 und Sarajevo 1984) konnten sie in Calgary einen Dreifachsieg feiern.
Teilzeiten der Top 4: Walter-Martin: 45,828 / 46,173 / 45,969 / 46,003; Oberhoffner: 45,906 / 46,057 / 46,150 / 45,992; Schmidt: 46,078 / 46,020 / 46,059 / 46,024; Bilgeri: 46,321 / 46,375 / 46,369 / 46,605.[4]
Der dreifach-DDR-Sieg war prognostiziert worden, die DDR-Damen hatten bereits das Training klar beherrscht. Chancen, diese Phalanx zu brechen, wurden Julija Antipowa und Bonny Warner eingeräumt. Österreichs Tagwerker hätte schon Platz 10 als Erfolg gewertet.[5][6]

Doppelsitzer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Zeit
1 GDR Jörg Hoffmann
Jochen Pietzsch
1:31,940
2 GDR Stefan Krauße
Jan Behrendt
1:32,039
3 FRG Thomas Schwab
Wolfgang Staudinger
1:32,274
4 FRG Stefan Ilsanker
Georg Hackl
1:32,298
5 AUT Georg Fluckinger
Robert Manzenreiter
1:32,364
6 URS Witali Melnik
Dmitri Alexejew
1:32,459
7 ITA Kurt Brugger
Wilfried Huber
1:32,553
8 URS Jewgeni Beloussow
Alexander Beljakow
1:32,553
- - - -
12 AUT Gerhard Sandbichler
Franz Lechleitner
1:33,462

Datum: 19. Februar 1988

Es nahmen insgesamt 18 Teams aus 11 Ländern teil.

Grenzübergreifender deutscher Vierfachsieg. Deutschland dominierte die Rodelwettbewerbe. Nur eine Medaille im Einsitzer wurde nicht an einen der beiden deutschen Staaten vergeben.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Enttäuschter Prock: „Alles riskiert, alles verloren“. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 17. Februar 1988, S. 22.
  2. «Müller führt – Prock nur 5.» und «OLYMPIA TOTAL», Sport Zürich Nr. 19, vom 15.2.1988, Seiten 10 und 27
  3. «Schlitteln: Gold an Müller» und «OLYMPIA TOTAL» und «Österreichische Fahnen schon wieder auf Halbmast», Sport Zürich Nr. 20, vom 17.2.1988, Seiten 11, 13 und 28
  4. »OLYMPIA TOTAL«, Sport Zürich, Nr. 21 vom 19.2.1988, Seite 13
  5. DDR vor Tripleerfolg. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 16. Februar 1988, S. 23.
  6. »OLYMPIA HEUTE«. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 17. Februar 1988, S. 23.