Olympische Winterspiele 2010/Skispringen

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Skilanglauf bei den
XXI. Olympischen Winterspielen
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Information
Austragungsort KanadaKanada Vancouver
Wettkampfort Whistler Olympic Park
Datum 15. bis 25. Februar 2010
Entscheidungen 3
Turin 2006
Ski Nordisch 2010, weitere Disziplinen:
Skilanglauf
Skilanglauf Nordische Kombination Nordische Kombination

Bei den XXI. Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver (Kanada) wurden drei Wettbewerbe Skispringen ausgetragen. Letztmals waren die Frauen dabei noch ausgeschlossen.

Austragungsort war der Whistler Olympic Park, in Whistler rund 125 km nördlich von Vancouver.

Wettbewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelspringen Normalschanze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Athlet Land Punkte Weite 1 [m] Weite 2 [m]
1 Simon Ammann SchweizSchweiz SUI 276,5 105,0 108,0
2 Adam Małysz PolenPolen POL 269,5 103,5 105,0
3 Gregor Schlierenzauer OsterreichÖsterreich AUT 268,0 101,5 106,5
4 Janne Ahonen FinnlandFinnland FIN 263,0 102,0 104,0
5 Michael Uhrmann DeutschlandDeutschland GER 262,5 103,5 102,0
6 Robert Kranjec SlowenienSlowenien SLO 259,5 102,0 102,5
7 Peter Prevc SlowenienSlowenien SLO 259,0 100,0 104,5
8 Thomas Morgenstern OsterreichÖsterreich AUT 258,5 102,0 101,5
9 Anders Jacobsen NorwegenNorwegen NOR 257,0 099,5 104,0
10 Martin Schmitt DeutschlandDeutschland GER 256,0 099,5 103,5
11 Wolfgang Loitzl OsterreichÖsterreich AUT 255,0 100,0 102,5
16 Michael Neumayer DeutschlandDeutschland GER 247,0 101,0 099,5
19 Andreas Kofler OsterreichÖsterreich AUT 241,5 098,0 098,5
31 Pascal Bodmer DeutschlandDeutschland GER 112,5 095,5
35 Andreas Küttel SchweizSchweiz SUI 110,0 094,0

Datum: 13. Februar 2010, 18:45 Uhr MEZ (9:45 Uhr Ortszeit), Qualifikation am 12. Februar, 19:00 Uhr MEZ (10:00 Uhr Ortszeit)[1]

Titelverteidiger: NorwegenNorwegen Lars Bystøl

Weltmeister: OsterreichÖsterreich Wolfgang Loitzl

Simon Ammann nach der Medaillenübergabe

Der erste Skisprungwettbewerb der Olympischen Winterspiele 2010 war zugleich auch die erste Entscheidung überhaupt. Die Qualifikation zum Wettkampf auf der Normalschanze fand schon mehrere Stunden vor der eigentlichen Eröffnung der Spiele statt. An ihr nahmen 61 Springer aus 18 Ländern teil, das höchste mögliche Kontingent von vier Athleten stellten elf Nationen, darunter auch Deutschland und Österreich. Für die Schweiz hatten sich dagegen nur zwei Athleten für die Olympischen Spiele qualifiziert, Andreas Küttel, amtierender Weltmeister auf der Großschanze, sowie der Weltcupführende Simon Ammann. In der Qualifikation gab es keine überraschenden Ausfälle – unter den zehn Athleten, die nicht den ersten Durchgang erreichten, befand sich keiner der besten Vierzig im Gesamtweltcup. Den weitesten Sprung mit 107 Metern zeigte der Österreicher Gregor Schlierenzauer, der neben Simon Ammann zu den Topfavoriten zählte. Da Schlierenzauer jedoch wie auch alle anderen Top-Ten-Athleten des Gesamtweltcups vorqualifiziert war, wurde der Deutsche Michael Uhrmann offiziell als Sieger der Qualifikation geführt. Er hatte, bei längerem Anlauf als die Favoriten, eine Weite von 106 Metern gestanden und sich damit an die Spitze des Feldes, das sich noch qualifizieren musste, gesetzt. Neben Uhrmann platzierten sich zwei weitere Deutsche unter den besten Zehn der Qualifikation: Michael Neumayer als Dritter sowie Martin Schmitt als Neunter. Die Österreicher waren allesamt vorqualifiziert, ebenso Simon Ammann; dessen Teamkollege Andreas Küttel erreichte als 23. ebenfalls ohne Mühe das Finale.

Am ersten Finaldurchgang nahmen nicht wie geplant 50 Skispringer teil, sondern 51, da zwei Athleten in der Qualifikation punktgleich den 50. Rang belegt hatten. Der Wettkampf begann ohne kanadische Beteiligung – alle vier Kanadier waren in der Qualifikation gescheitert – um 18:45 Uhr. Im Vergleich zur Qualifikation verkürzte die Jury den Anlauf, außerdem gab es keinen unterstützenden Aufwind, sodass die ersten Weiten zunächst deutlich unter 90 Metern lagen. Der erste Springer, der bei über 100 Metern landete, war der Tscheche Roman Koudelka, der dementsprechend längere Zeit die Führung hielt. Während der erste Schweizer Andreas Küttel schon im ersten Durchgang mit einem Sprung auf 94 Meter ausschied, gelangen sowohl Martin Schmitt als auch Michael Neumayer gute Versuche um die 100 Meter. Eine deutliche Bestweite von 103,5 Metern setzte Michael Uhrmann, der damit auch die zwischenzeitliche Führung übernahm. Im Gegensatz dazu verlief der erste olympische Auftritt seines Mannschaftskameraden Pascal Bodmer eher unglücklich. Wegen eines Anzugproblemes – der Reißverschluss seines Trikots war herausgerissen, sodass der Anzug oben offen stand – durfte er zunächst nicht starten und absolvierte seinen Sprung erst, nachdem alle anderen Athleten den Durchgang beendet hatten. Dann kam er auf 95,5 Meter, wodurch er den Einzug in den Finaldurchgang als 31. um einen Rang verpasste. Auch einige der Österreicher wiederholten nicht ihre Leistungen aus der bisherigen Saison: Wolfgang Loitzl und Andreas Kofler verpassten im ersten Durchgang die Top Ten. Auch die beiden anderen Österreicher kamen nicht an Uhrmanns Weite heran, die bis zum letzten Springer den Spitzenwert markierte, denn Simon Ammanns Versuch auf 105 Meter reichte, um die Führung zu übernehmen.

Stand nach dem 1. Durchgang: 1. Ammann 105/135.5 Punkte; 2. Uhrmann 103,5/133.0; 3. Malysz 103,5/132.5; 4. Morgenstern 102/130.0; 5. Ahonen 102/129.5; 6. Kranjec 102/129.0; 7. Schlierenzauer 101,5/128.0; 8. Janda 101/127.5; 9. Roman Koudelka 101,5/127.0; 10. Neumayer 101/125.0; ferner: 35. Küttel 94/110.0.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs wechselten die Führenden oft, da jeder Springer einen Vorsprung auf alle bisherigen mitnahm. Zunächst blieben die Weiten ähnlich in einem engen Bereich um die 100 Meter, in dem auch Andreas Kofler landete und sich somit nicht verbessern konnte. Mit Martin Schmitt, dem Norweger Anders Jacobsen sowie dem Slowenen Peter Prevc absolvierten dann drei Athleten hintereinander einen Sprung von jeweils über 103 Metern. Alle drei Sportler verbesserten sich damit um einige Ränge und platzierten sich später in den Top Ten; Prevc war von ihnen als Siebter mit 104,5 Metern der beste. Einen noch weiteren Versuch legte erst Gregor Schlierenzauer hin, der nach dem ersten Durchgang lediglich auf dem siebten Rang geführt war. Mit 106,5 Metern behielt er jedoch weiterhin Chancen auf eine Medaille, da von den folgenden drei Athleten keiner an seine Weite herankam. Erst der Pole Adam Małysz verdrängte Schlierenzauer mit einem Sprung auf 105 Meter von der Spitzenposition. Nachdem Michael Uhrmann mit einem 102-Meter-Sprung zurückgefallen war, stand fest, dass Małysz und Schlierenzauer eine Medaille sicher hatten. Für diese beiden Athleten wurden es schließlich die Silber- und die Bronzemedaille, weil Simon Ammann mit 108 Metern den weitesten Sprung des gesamten Tages zeigte und sich den Olympiasieg als Bester in beiden Durchgängen deutlich sicherte. Für Ammann war es nach seinem Doppelolympiasieg von 2002 bereits die dritte Goldmedaille.

Einzelspringen Großschanze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Athlet Land Punkte Weite 1 [m] Weite 2 [m]
1 Simon Ammann SchweizSchweiz SUI 283,6 144,0 138,0
2 Adam Małysz PolenPolen POL 269,4 137,0 133,5
3 Gregor Schlierenzauer OsterreichÖsterreich AUT 262,2 130,5 136,0
4 Andreas Kofler OsterreichÖsterreich AUT 261,2 131,5 135,0
5 Thomas Morgenstern OsterreichÖsterreich AUT 246,7 129,5 129,5
6 Michael Neumayer DeutschlandDeutschland GER 245,5 130,0 130,0
7 Antonín Hájek TschechienTschechien CZE 240,6 128,0 129,0
8 Noriaki Kasai JapanJapan JPN 239,2 121,5 135,0
9 Robert Kranjec SlowenienSlowenien SLO 233,7 118,5 135,5
10 Wolfgang Loitzl OsterreichÖsterreich AUT 230,3 129,5 121,5
24 Andreas Küttel SchweizSchweiz SUI 204,9 121,5 119,0
25 Michael Uhrmann DeutschlandDeutschland GER 202,7 122,5 116,5
28 Andreas Wank DeutschlandDeutschland GER 200,5 127,5 110,0
30 Martin Schmitt DeutschlandDeutschland GER 182,4 122,5 108,0

Datum: 20. Februar 2010, 20:30 Uhr MEZ (11:30 Uhr Ortszeit), Qualifikation am 19. Februar, 19:00 Uhr MEZ (10:00 Uhr Ortszeit)[2]

Titelverteidiger: OsterreichÖsterreich Thomas Morgenstern

Weltmeister: SchweizSchweiz Andreas Küttel

Kuriosum auf der Großschanze: Eine Woche nach der Entscheidung auf der Normalschanze erhalten dieselben Sportler die gleichen Medaillen zum zweiten Mal: Gold für Ammann, Silber für Małysz, Bronze für Schlierenzauer.

Zweites Kuriosum: Małysz gewann seine olympischen Medaillen immer dann, wenn Ammann Olympiasieger wurde.

Der Finne Janne Ahonen lag nach dem 1. Durchgang auf Rang 16 (mit 111 m und 125.0 Punkten), doch trat er wegen Knieproblemen zum 2. Durchgang nicht mehr an. Matti Hautamäki erlebte einen bitteren Absturz als Dritter nach dem 1. DG mit 131.7 Punkten auf Rang 26, wie überhaupt das finnische Team mit Rang 18 von Hari Olli ein arges Debakel erlebte. Auch Norwegen erlitt eine schwere Niederlage mit Rang 11 für Tom Hilde als Besten, so dass der öffentliche Sender «NRK» das Abschneiden mit «En trist dag» bezeichnete (Quelle: ORF).

Weitere wichtige Platzierungen: Rang 11 Tom Hilde (NOR) 227.9 (124.0//126,5); Rang 12 Anders Jacobsen (NOR) 226.4 (128.0/122.5); Rang 13 Emmanuel Chedal (FRA) 225.5 (118.5/131.5); weiters u.a.: Rang 17 Jakub Janda (CZE) 221.4 (126.5/121.5); Rang 18 Hari Olli (FIN) 217.9 (117.0/129.0); Rang 26 Matti Hautamäki (FIN) 202.4 (134.0/104.0).

Teamspringen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Punkte Weiten (m)
1 OsterreichÖsterreich AUT Wolfgang Loitzl
Andreas Kofler
Thomas Morgenstern
Gregor Schlierenzauer
1107,9 138,0/138,5
132,0/142,0
135,5/135,0
140,5/146,5
2 DeutschlandDeutschland GER Michael Neumayer
Andreas Wank
Martin Schmitt
Michael Uhrmann
1035,8 137,0/133,5
128,5/139,0
128,0/122,0
135,0/140,0
3 NorwegenNorwegen NOR Anders Bardal
Tom Hilde
Johan Remen Evensen
Anders Jacobsen
1030,3 128,0/127,0
127,5/139,0
131,5/129,5
138,0/140,5
4 FinnlandFinnland FIN Matti Hautamäki
Janne Happonen
Kalle Keituri
Harri Olli
1014,6 133,5/130,0
128,5/139,0
123,0/132,0
134,0/134,5
5 JapanJapan JPN Daiki Itō
Taku Takeuchi
Shōhei Tochimoto
Noriaki Kasai
1007,7 129,5/133,5
125,5/129,5
128,0/132,0
133,5/140,0
6 PolenPolen POL Stefan Hula
Łukasz Rutkowski
Kamil Stoch
Adam Małysz
996,7 129,0/127,5
123,0/127,5
126,5/134,5
136,5/139,5
7 TschechienTschechien CZE Antonín Hájek
Roman Koudelka
Lukáš Hlava
Jakub Janda
981,8 129,0/135,0
131,0/135,5
125,0/126,0
128,0/129,0
8 SlowenienSlowenien SVN Primož Pikl
Mitja Mežnar
Peter Prevc
Robert Kranjec
958,8 124,0/119,5
126,5/131,0
132,0/127,5
129,0/139,0
nach 1. Springen ausgeschieden
9 FrankreichFrankreich FRA Vincent Descombes Sevoie
David Lazzaroni
Alexandre Mabboux
Emmanuel Chedal
419,8 125,0
125,0
108,5
127,5
10 RusslandRussland RUS Pawel Karelin
Denis Kornilow
Ilja Rosljakow
Dmitri Ipatow
414,1 114,5
129,5
119,5
118,5
11 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA Anders Johnson
Peter Frenette
Taylor Fletcher
Nicholas Alexander
340,0 115,5
124,5
88,5
119,0
12 KanadaKanada CAN MacKenzie Boyd-Clowes
Trevor Morrice
Eric Mitchell
Stefan Read
294,6 105,0
101,0
102,0
114,0

Datum: 22. Februar 2010, 19:00 Uhr MEZ (10:00 Uhr Ortszeit)[3]

Titelverteidiger: OsterreichÖsterreich Österreich (Andreas Widhölzl, Andreas Kofler, Martin Koch, Thomas Morgenstern)

Weltmeister: OsterreichÖsterreich Österreich (Wolfgang Loitzl, Martin Koch, Thomas Morgenstern, Gregor Schlierenzauer)

Stand nach dem 1. Durchgang: 1. AUT 547.3; 2. GER 509.3; 3. NOR 504.0; 4. FIN 490.2; 5. JAP 484.7; 6. POL 484.0; 7. CZE 477.4; 8. SLO 472.2; 9. FRA (Descombes, Sevoie, Lazzaroni, Mabboux, Chedal) 419.8; 10. RUS (Karelin, Kornilow, Rosliakow, Ipatow) 414.1; 11. USA (Johnson, Frenette, Fletcher, Alexander) 340.0; 12. CAN (Boyd-Clowes, Morrice, Mitchell, Read) 294.6.

Medaillenspiegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nationen
Platz Nation Gold Silber Bronze Gesamt
01 SchweizSchweiz Schweiz 2 - - 2
02 OsterreichÖsterreich Österreich 1 - 2 3
03 PolenPolen Polen - 2 - 2
04 DeutschlandDeutschland Deutschland - 1 - 1
05 NorwegenNorwegen Norwegen - - 1 1
Sportler
Platz Sportler Gold Silber Bronze Gesamt
01 SchweizSchweiz Simon Ammann 2 - - 2
02 OsterreichÖsterreich Gregor Schlierenzauer 1 - 2 3
03 OsterreichÖsterreich Wolfgang Loitzl 1 - - 1
OsterreichÖsterreich Andreas Kofler 1 - - 1
OsterreichÖsterreich Thomas Morgenstern 1 - - 1
06 PolenPolen Adam Małysz - 2 - 2
07 DeutschlandDeutschland Michael Neumayer - 1 - 1
DeutschlandDeutschland Andreas Wank - 1 - 1
DeutschlandDeutschland Martin Schmitt - 1 - 1
DeutschlandDeutschland Michael Uhrmann - 1 - 1
011 NorwegenNorwegen Anders Bardal - - 1 1
NorwegenNorwegen Tom Hilde - - 1 1
NorwegenNorwegen Johan Remen Evensen - - 1 1
NorwegenNorwegen Anders Jacobsen - - 1 1

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Cross country skiing at the 2010 Winter Olympics – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Olympic Winter Games – Men's HS106 auf fis-ski.com
  2. Olympic Winter Games – Men's HS140 auf fis-ski.com
  3. Olympic Winter Games – Men's Team HS140 auf fis-ski.com