Olympische Winterspiele 2018/Skispringen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Olympische Winterspiele 2018
Skispringen
Olympic rings without rims.svg
Ski jumping pictogram.svg
Information
Austragungsort Korea SudSüdkorea Pyeongchang
Wettkampfstätte Alpensia Jumping Park
Nationen 21
Athleten 100 (35 Symbol venus.svg, 65 Blue Mars symbol.svg)
Entscheidungen 4
Sotschi 2014

Bei den XXIII. Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang fanden, wie bereits bei den XXII. Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi, drei Einzelwettkämpfe und ein Teamwettkampf im Skispringen statt. Als Wettkampfstätte diente der Alpensia Jumping Park, wo auch die Wettbewerbe der Nordische Kombination und die Big-Air-Bewerbe im Snowboard stattfanden.

Insgesamt gab es 100 Startplätze, davon 35 im Wettbewerb der Frauen und 65 im Wettbewerb der Männer. In den Einzelspringen hatte jede Nation maximal vier Startplätze.[1]

2014 in Sotschi waren das deutsche und das polnische Team die stärkste Nation mit je zwei Goldmedaillen.

Medaillenspiegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nationen
Platz Land Gold Silber Bronze Gesamt
1 NorwegenNorwegen Norwegen 2 1 2 5
2 DeutschlandDeutschland Deutschland 1 3 4
3 PolenPolen Polen 1 1 2
4 JapanJapan Japan 1 1

Medaillenränge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wettkampf Gold Silber Bronze
Normalschanze, Männer DeutschlandDeutschland Andreas Wellinger NorwegenNorwegen Johann André Forfang NorwegenNorwegen Robert Johansson
Großschanze, Männer PolenPolen Kamil Stoch DeutschlandDeutschland Andreas Wellinger NorwegenNorwegen Robert Johansson
Teamwettkampf
Großschanze, Männer
NorwegenNorwegen Norwegen DeutschlandDeutschland Deutschland PolenPolen Polen
Normalschanze, Frauen NorwegenNorwegen Maren Lundby DeutschlandDeutschland Katharina Althaus JapanJapan Sara Takanashi

Wettbewerbe Männer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelspringen Normalschanze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei kalten −12 °C und starkem Aufwind wurde der Wettbewerb häufig unterbrochen und dauerte knapp drei Stunden. Die Springer mussten wegen der Bedingungen häufig lange auf ihre Startfreigabe warten und wurden währenddessen mit Decken gewärmt. Simon Ammann musste fünf Mal den Startbalken wieder verlassen, bevor er die Freigabe erhielt.[2] Nach dem ersten Durchgang führte überraschend der Pole Stefan Hula, der seinen Vorsprung von 5,9 Punkten jedoch nicht verteidigen konnte und auf Platz 5 zurückfiel. Der als Favorit gehandelte Pole Kamil Stoch, Gewinner der Vierschanzentournee und zu diesem Zeitpunkt Weltcupführender, verpasste die Medaillenränge um 0,4 Punkte.

Im zweiten Durchgang wurde der Schanzenrekord zweimal egalisiert: Zunächst sprang Robert Johansson und später Andreas Wellinger auf eine Weite von 113,5 Meter. Wellinger sicherte sich mit diesem Sprung Gold und damit die erste deutsche Goldmedaille der Männer im Einzelspringen seit Jens Weißflog im Jahr 1994 und die erste auf der Normalschanze seit 1984. Silber und Bronze gewannen die Norweger Johann André Forfang und Robert Johansson.

Platz Land Sportler Punkte Weite 1 (m) Weite 2 (m)
1 DeutschlandDeutschland GER Andreas Wellinger 259,3 104,5 113,5
2 NorwegenNorwegen NOR Johann André Forfang 250,9 106,0 109,5
3 NorwegenNorwegen NOR Robert Johansson 249,7 100,5 113,5
4 PolenPolen POL Kamil Stoch 249,3 106,5 105,5
5 PolenPolen POL Stefan Hula 248,8 111,0 105,5
6 NorwegenNorwegen NOR Daniel-André Tande 242,3 103,5 111,5
7 JapanJapan JPN Ryōyū Kobayashi 240,8 108,0 108,0
8 DeutschlandDeutschland GER Markus Eisenbichler 240,2 106,0 106,5
9 DeutschlandDeutschland GER Richard Freitag 240,0 106,0 102,5
10 DeutschlandDeutschland GER Karl Geiger 236,7 103,5 105,0

Datum: 10. Februar 2018, 21:35 Uhr (13:35 Uhr MEZ), Qualifikation am 8. Februar 2018, 21:30 Uhr (13:30 Uhr MEZ)
Olympiasieger 2014: PolenPolen Kamil Stoch
Weltmeister 2017: OsterreichÖsterreich Stefan Kraft

Einzelspringen Großschanze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Qualifikation stellte Ryōyū Kobayashi mit 143,5 Metern einen neuen Schanzenrekord auf.

Im ersten Durchgang stürzte der Italiener Davide Bresadola, er blieb jedoch unverletzt. Nach dem ersten Durchgang führte Kamil Stoch vor Michael Hayböck und Andreas Wellinger. Hayböck, der nach einer bis dahin aus österreichischer Sicht nicht erfolgreichen Saison überraschend den zweiten Platz belegte, konnte den Medaillenrang nicht behaupten und fiel mit einem schwächeren Sprung auf Platz 6 zurück. Nach dem zweiten Durchgang stand fest, dass Kamil Stoch Gold gewann und somit seinen Titel der Olympischen Winterspiele 2014 von der Großschanze im Einzel verteidigen konnte. Trotz zwei kürzerer Sprünge verwies er Wellinger, der im zweiten Durchgang die Tagesbestweite von 142 Metern erzielte, auf den zweiten Rang und somit zur Silbermedaille. Wellinger hatte günstigere Windbedingungen und somit weniger Windpunkte bekommen. Robert Johansson gewann, wie von der Normalschanze, Bronze.

Platz Land Sportler Punkte Weite 1 (m) Weite 2 (m)
1 PolenPolen POL Kamil Stoch 285,7 135,0 136,5
2 DeutschlandDeutschland GER Andreas Wellinger 282,3 135,5 142,0
3 NorwegenNorwegen NOR Robert Johansson 275,3 137,5 134,5
4 NorwegenNorwegen NOR Daniel-André Tande 273,1 131,0 138,0
5 NorwegenNorwegen NOR Johann André Forfang 271,6 133,0 134,5
6 OsterreichÖsterreich AUT Michael Hayböck 267,7 140,0 131,0
7 DeutschlandDeutschland GER Karl Geiger 267,6 132,0 137,5
8 NorwegenNorwegen NOR Andreas Stjernen 267,3 134,5 131,5
9 DeutschlandDeutschland GER Richard Freitag 260,0 130,0 127,5
10 PolenPolen POL Dawid Kubacki 258,0 134,5 126,0
10 SlowenienSlowenien SLO Peter Prevc 258,0 134,0 127,5
10 JapanJapan JPN Ryōyū Kobayashi 258,0 135,5 128,0

Datum: 17. Februar 2018, 21:30 Uhr (13:30 Uhr MEZ), Qualifikation am 16. Februar 2018, 21:30 Uhr (13:30 Uhr MEZ)
Olympiasieger 2014: PolenPolen Kamil Stoch
Weltmeister 2017: OsterreichÖsterreich Stefan Kraft

Mannschaftsspringen Großschanze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits nach dem ersten Durchgang setzten sich die mannschaftlich geschlossen starken Teams aus Norwegen (545,9 Punkte), Deutschland (543,9 Punkte) und Polen (540,9 Punkte) vom Rest des Feldes ab. Das viertplatzierte Österreich folgte mit 493,7 Punkten. Im zweiten Durchgang war es vor allem Daniel-André Tande, der mit dem weitesten Sprung des Wettbewerbs (auf 140,5 Meter) den Abstand auf die Konkurrenten aus Deutschland und Polen ausbauen konnte. Norwegen gewann Gold vor Deutschland und Polen.

Platz Land Sportler Punkte
Sprung 1
Punkte
Sprung 2
Punkte
1 NorwegenNorwegen NOR Daniel-André Tande
Andreas Stjernen
Johann André Forfang
Robert Johansson
545,9 552,6 1098,5
2 DeutschlandDeutschland GER Karl Geiger
Stephan Leyhe
Richard Freitag
Andreas Wellinger
543,9 531,8 1075,7
3 PolenPolen POL Maciej Kot
Stefan Hula
Dawid Kubacki
Kamil Stoch
540,9 531,5 1072,4
4 OsterreichÖsterreich AUT Stefan Kraft
Manuel Fettner
Gregor Schlierenzauer
Michael Hayböck
493,7 484,7 978,4
5 SlowenienSlowenien SLO Jernej Damjan
Anže Semenič
Tilen Bartol
Peter Prevc
492,4 475,4 967,8
6 JapanJapan JPN Taku Takeuchi
Daiki Itō
Noriaki Kasai
Ryōyū Kobayashi
475,5 465,0 940,5
7 OlympiaOlympic Athletes from Russia OAR Alexei Romaschow
Denis Kornilow
Michail Nasarow
Jewgeni Klimow
409,6 400,2 809,8
8 FinnlandFinnland FIN Janne Ahonen
Andreas Alamommo
Jarkko Määttä
Antti Aalto
397,5 392,9 790,4
9 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA Casey Larson
William Rhoads
Michael Glasder
Kevin Bickner
377,2 377,2
10 TschechienTschechien CZE Viktor Polášek
Vojtěch Štursa
Čestmír Kožíšek
Roman Koudelka
370,1 370,1

Datum: 19. Februar 2018, 21:30 Uhr (13:30 Uhr MEZ)
Olympiasieger 2014: DeutschlandDeutschland Deutschland Andreas Wank, Marinus Kraus, Andreas Wellinger, Severin Freund
Weltmeister 2017: PolenPolen Polen Piotr Żyła, Dawid Kubacki, Maciej Kot, Kamil Stoch

Wettbewerbe Frauen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelspringen Normalschanze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportlerin Punkte Weite 1 (m) Weite 2 (m)
1 NorwegenNorwegen NOR Maren Lundby 264,6 105,5 110,0
2 DeutschlandDeutschland GER Katharina Althaus 252,6 106,5 106,0
3 JapanJapan JPN Sara Takanashi 243,8 103,5 103,5
4 OlympiaOlympic Athletes from Russia OAR Irina Awwakumowa 230,7 099,0 102,0
5 DeutschlandDeutschland GER Carina Vogt 227,9 097,0 101,5
6 OsterreichÖsterreich AUT Daniela Iraschko-Stolz 225,9 101,5 099,0
7 SlowenienSlowenien SLO Nika Križnar 223,2 101,0 104,0
8 DeutschlandDeutschland GER Ramona Straub 210,5 098,5 098,5
9 JapanJapan JPN Yūki Itō 203,9 094,0 093,0
10 DeutschlandDeutschland GER Juliane Seyfarth 194,3 102,5 090,0

Datum: 12. Februar 2018, 21:50 Uhr (13:50 Uhr MEZ)
Olympiasiegerin 2014: DeutschlandDeutschland Carina Vogt
Weltmeisterin 2017: DeutschlandDeutschland Carina Vogt

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. QUALIFICATION SYSTEM FOR THE XXIII OLYMPIC WINTER GAMES PYEONGCHANG 2018. Abgerufen am 3. Oktober 2017 (PDF).
  2. Gold für Skispringer Andreas Wellinger, auf zeit.de vom 10. Februar 2018. Abgerufen am 10. Februar 2018.