Olympische Winterspiele 2030

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XXVI. Olympische Winterspiele
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Eröffnungsfeier: 8. Februar 2030
Schlussfeier: 24. Februar 2030
Mailand/Cortina d’Ampezzo 2026
2034

Die XXVI. Olympischen Winterspiele sollen im Jahr 2030 stattfinden. Im Dezember 2018 gab Thomas Bach, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, bekannt, dass bereits einige Länder, darunter Japan mit Sapporo, die USA, Argentinien, Spanien und Georgien, mit dem IOC Kontakt aufgenommen hätten.[1] Der Austragungsort soll voraussichtlich 2023 auf der 140. IOC-Sitzung in Mumbai bekanntgegeben werden.[2]

Bewerbungsprozess[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein neuer Bewerbungsprozess wurde bei der 134. IOC-Versammlung am 24. Juni 2019 in Lausanne beschlossen. Die Kernpunkte sind[3]:

  • Dauerhaftes Interesse an der Ausrichtung Olympischer Veranstaltungen bei Städten/Regionen/Ländern und den Nationalen Olympischen Komitees (NOK) zu wecken
  • Die Schaffung zweier so genannter Future Host Commissions, je eine für Sommer- und Winterspiele zur Überwachung des Interesses an der Austragung Olympischer Spiele

Future Host Winter Commission[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Future Host Winter Commission setzt sich aus den folgenden Mitgliedern zusammen[4]:

Future Host Winter Commissions für die Olympischen Winterspiele 2030
IOC-Mitglieder (4) Externe Vertreter (4)
  • China Volksrepublik Zhang Hong (Athletenvertreterin)

Gian-Franco Kasper, der ursprünglich die AIOWF vertrat, verstarb am 9. Juli 2021, seine Position wurde von Ivo Ferriani übernommen.

Dialogphase[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Statuten der Future Host Commission ist der neue Bewerbungsprozess in zwei verschiedene Dialogphasen unterteilt:

  • Kontinuierlicher Dialog: Ein unverbindlicher Dialog zwischen dem IOC und Städten/Regionen/Ländern/NOKs die an einer Ausrichtung zukünftiger Olympischer Veranstaltungen interessiert sind
  • Zielgerichteter Dialog: Ein zielgerichteter Dialog mit einer oder mehreren interessierten Parteien (benannt als preferred host/s) nach Empfehlung der Future Host Commission als Ergebnis des kontinuierlichen Dialogs.

Offizielle Bewerbungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten drei potenziellen Bewerberstädte bzw. -regionen wurden während der 135. IOC-Versammlung vorgestellt. Sapporo wurde hierbei als der Kandidat genannt, dessen Bewerbung bereits am fortgeschrittensten sei, während Salt Lake City sowie die gemeinsame Bewerbung von Barcelona und der Region Pyrenäen noch Machbarkeitsstudien durchführen würden. Vancouver reichte eine vorläufige Bewerbung im Februar 2021 ein.[5]

Salt Lake City[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Salt Lake City war bereits Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2002, sämtliche Austragungsorte wären noch vorhanden. Allerdings wurde im Februar 2020 bekannt gegeben, dass die Bewerbung eventuell auf 2034 verschoben werde. Dies stehe aber noch zur Debatte, so das Bewerbungskomitee.[6]

Sapporo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Sapporo fanden bereits 1972 Olympische Winterspiele statt. 92 Prozent der benötigten Anlagen für die Austragung würden bereits existieren und könnten auch verwendet werden.[7] Im November 2021 gab der Bürgermeister der Stadt, Katsuhiro Akimoto, bekannt, dass sich das veranschlagte Budget zwischen 2,55 und 2,65 Milliarden US-Dollar bewegen würde. Das sei ein Rückgang um fast 20 % gegenüber den Schätzungen aus dem Jahr 2019. Auch sei eine Bürgerbefragung im Bezug auf eine eventuelle Bewerbung positiv ausgefallen.[8][9]

Vancouver[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2010 fanden schon einmal Olympische Winterspiele in Vancouver statt. Auch hier wären bereits sämtliche Anlagen für eine eventuelle Austragung vorhanden.[10]

Geplante/Inoffizielle Bewerbungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bayern-Thüringen-Sachsen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im November 2019 starteten einige Betriebe und Privatpersonen aus Thüringen eine Initiative, dass sich Deutschland und speziell Thüringen, Sachsen und Bayern um die Austragung der Spiele bewerben sollen.[11][12] Am 8. Dezember 2021 äußerte der neugewählte Präsident des DOSB, Thomas Weikert, erstmals Interesse an einer möglichen Bewerbung Deutschlands für die Spiele 2030 bzw. die Sommerspiele 2036.[13] Am 6. Juli 2022 forderte die AfD-Bundestagsfraktion in einem Antrag eine Bewerbung Deutschlands für die Winterspiele 2030.[14]

Buenos Aires-Ushuaia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im November 2018 äußerte der Präsident des argentinischen NOK, dass eine Bewerbung für die Winterspiele 2030 geprüft werde. In Buenos Aires würden die Eissportarten, in der 3000 km entfernten Provinzstadt Ushuaia die restlichen Disziplinen ausgetragen.[15] Es wären die ersten Olympischen Winterspiele auf der Südhalbkugel.

Georgien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April 2018 gab der georgische Ministerpräsident Giorgi Kwirikaschwili bekannt, dass sich sein Land um die Austragung der Olympischen Winterspiele 2030 bemühe. Ende des Monats fand dafür ein Treffen mit Vertretern des Internationalen Olympischen Komitees statt. Es wurde vereinbart, dass das IOC eine Expertengruppe nach Georgien entsenden wird, um die Situation vor Ort zu beurteilen.[16]

Lillehammer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gerhard Heiberg, der Organisator der Olympischen Winterspiele 1994, gab am 30. März 2018 bekannt, dass Lillehammer seine Bewerbung für die Spiele 2026 zurückziehen werde, da nicht genügend Zeit für eine ausreichende Planung bestanden habe. Man fasse aber eine Bewerbung für die nachfolgenden Spiele 2030 ins Auge.[17]

Lwiw-Polen-Sigulda[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im November 2019 gab der Bürgermeister der Stadt Lwiw bekannt, die Stadt würde sich für die Olympischen Winterspiele 2030 und die Olympischen Jugendwinterspiele 2028 bewerben. Die nordischen und Eisdiziplinen würden hierbei in Polen ausgetragen, die Bob- und Rodelbewerbe in Sigulda in Lettland.[18] Trotz der anhaltend angespannten Situation in der Ukraine würde weiter an der Bewerbung festgehalten, so der ukrainische Sportminister Wadym Hutzajt im Februar 2022 kurz vor dem Russischen Überfall auf die Ukraine.[19]

Savoyen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Oktober 2021 fanden laut Informationen der französischen Zeitung Le Dauphiné Libéré Gespräche in Moûtiers über eine Mögliche Bewerbung Savoyens, welches Teil der Region Auvergne-Rhône-Alpes ist, statt. Teilnehmer waren die Bürgermeister jener Ortschaften, in denen die Olympische Winterspiele 1992 ausgetragen wurden.[20] Nachdem die gemeinsame Bewerbung Albertvilles mit dem spanischen Barcelona sowie Andorra zurückgezogen wurde erscheint ein möglicher Alleingang Frankreichs nicht unmöglich.

Québec[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April 2021 starten mehrere Unternehmer aus Quebec eine Kampagne für eine Kandidatur der Stadt für die Spiele 2030.[21]

Zurückgezogene Bewerbungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barcelona-Pyrenäen-Albertville[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barcelona richtete bereits die Olympischen Sommerspiele 1992 aus. Albertville, welches im selben Jahr die Olympischen Winterspiele ausrichtete, wäre der Austragungsort für die nordischen Wettkämpfe sowie die Disziplinen, die einen Eiskanal benötigen. In Andorra befindet sich mit Soldeu ein im Alpinen Skiweltcup bereits bekannter Austragungsort für die alpinen Disziplinen. La Molina war bereits Austragungsort der Snowboard-Weltmeisterschaften 2011 und würde diese Disziplinen erneut austragen, sowie die Bewerbe im Ski Freestyle. Spanien würde acht Disziplinen, Frankreich sieben und Andorra eine austragen. Am 26. Januar 2022 wurde bekannt gegeben, dass im Sommer in Barcelona ein Referendum über eine offizielle Bewerbung stattfinden soll.[22] Am 27. Mai 2022 wurde bekanntgegeben dass das Referendum verschoben wurde. Als Grund werden Unstimmigkeiten zwischen den spanischen Regionen Aragonien und Katalonien genannt.[23] Am 22. Juni 2022 wurde bekanntgegeben, dass die Kandidatur aufgrund dieser Differenzen zurückgezogen werde.[24]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. IOC-Präsident Bach: schon viele Interessenten für Olympische Winterspiele 2030 | NZZ. 27. Dezember 2018, ISSN 0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 22. Juni 2019]).
  2. Aarish Ansari: Mumbai to host 140th IOC Session in 2023. International Olympic Committee, 19. Februar 2022, abgerufen am 2. Februar 2022 (englisch).
  3. Evolution of the revolution: IOC transforms future Olympic Games elections - Olympic News. 15. Juli 2021, abgerufen am 24. Juli 2021 (englisch).
  4. IOC Members Kristin Kloster Aasen and Octavian Morariu lead Future Host Commissions - Olympic News. 15. Juli 2021, abgerufen am 24. Juli 2021 (englisch).
  5. Vancouver would be a favourite to win 2030 Winter Olympics: Furlong | Urbanized. Abgerufen am 24. Juli 2021 (englisch).
  6. Committee To Decide On 2030 Or 2034 Bid For Olympics Return To Utah. 11. Juni 2021, abgerufen am 24. Juli 2021.
  7. OlympicTalk: Sapporo becomes first official 2030 Olympic bid. In: OlympicTalk | NBC Sports. 30. Januar 2020, abgerufen am 24. Juli 2021 (amerikanisches Englisch).
  8. 冬季オリンピック・パラリンピック札幌招致期成会. Abgerufen am 24. Juli 2021.
  9. ORF at/Agenturen red: Sapporo verstärkt Bemühungen um Winterspiele 2030. 29. November 2021, abgerufen am 29. November 2021.
  10. Reignite the Passion. Abgerufen am 24. Juli 2021 (kanadisches Englisch).
  11. Idee für Olympia in Thüringen, Sachsen und Bayern. 19. November 2019, abgerufen am 21. Dezember 2019.
  12. mdr.de: Olympia in Thüringen? Initiatoren wollen nicht aufgeben | MDR.DE. Abgerufen am 25. Juli 2021.
  13. Neuer DOSB-Präsident: Olympia muss nachhaltiges Projekt sein. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 13. Dezember 2021]).
  14. AfD fordert Bewerbung für die Olympischen Spiele 2030. Abgerufen am 21. Juli 2022.
  15. Argentinien prüft Bewerbung für Winter-Olympia. 1. November 2018, abgerufen am 25. Juli 2021.
  16. The IOC supports Georgia’s desire to adopt the 2030 Olympic Winter Games. Abgerufen am 25. Juli 2021 (amerikanisches Englisch).
  17. Associated Press: Lillehammer rules out 2026 Winter Olympic bid. In: OlympicTalk | NBC Sports. 30. März 2018, abgerufen am 13. Dezember 2021 (amerikanisches Englisch).
  18. Lviv Plans to Bid for 2030 Winter Olympics. Abgerufen am 24. Juli 2021.
  19. Ukraine plant weiter Bewerbung für Winterspiele 2030. Abgerufen am 21. Februar 2022.
  20. Exclusif . Jeux olympiques d'hiver : la Savoie et les Alpes candidates pour 2030 ? Abgerufen am 21. Juli 2022 (FR-fr).
  21. Je supporte les Jeux 2030. Abgerufen am 24. Juli 2021 (amerikanisches Englisch).
  22. Referendum set to be held on Pyrenees-Barcelona's 2030 Winter Olympic bid. 26. Januar 2022, abgerufen am 17. Februar 2022.
  23. Catalonia postpones public votes on 2030 Winter Olympics over bid uncertainty. 28. Mai 2022, abgerufen am 28. Mai 2022.
  24. ORF at/Agenturen red: Spanien verwirft Kandidaturpläne für Winterspiele 2030. 21. Juni 2022, abgerufen am 22. Juni 2022.