Olympischer Fackellauf

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Ein Läufer mit der olympischen Fackel; Cincinnati, Ohio 2002

Der olympische Fackellauf ist eine Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele in der Neuzeit, die seit den Olympischen Sommerspielen 1936 in Berlin ausgeführt wird. Die Tradition des olympischen Feuers reicht bis in die griechische Antike zurück; das Feuer wurde zu Ehren der Göttin Hestia entzündet.

Geschichte[Bearbeiten]

Ursprünge in der griechischen Antike[Bearbeiten]

Fackellauf auf einer attisch-rotfigurigen Oinochoe der Fat-Boy-Gruppe mit der Darstellung eines Fackellaufes (Lampadedromia), gegen Ende des 4. Jahrhunderts v. Chr.

Während der Olympischen Spiele der Antike wurden keine Fackelläufe durchgeführt. Um den anderen griechischen Städten die Wettkämpfe und deren genauen Zeitpunkt anzukündigen, brachen ölzweiggekrönte Läufer von Elis auf. Sie riefen den Olympischen Frieden (Ekecheiria) aus: Während der Olympischen Spiele der Antike sollten alle kriegerischen Auseinandersetzungen ruhen, damit Athleten und Publikum ohne Gefahr nach Olympia reisen konnten. Ursprünglich waren Fackelläufe (griechisch lampadedromia) ein besonders in Athen beliebter nächtlicher Wettlauf mit Fackeln, der später auch zu Pferd durchgeführt wurde. Der Wettkampf bestand darin, möglichst schnell ans Ziel zu gelangen, ohne die Fackel verlöschen zu lassen. Diese Läufe wurden insbesondere an den Festen für Pan, Artemis und an den Panathenäen und Prometheen zu Ehren der olympischen Feuergötter abgehalten. Später in der griechischen Antike waren „Läufer“ Boten, die Nachrichten an verschiedene Personen, Städte (Polis), deren Statthalter und an weit entfernte Bürger überbrachten. Diese meist jungen Männer überbrachten Friedens-, Kriegs- und andere Nachrichten. Der Legende nach hat sich hieraus der Marathonlauf entwickelt.

Erster olympischer Fackellauf im Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Gedenkstein an die olympische Fackel 1936 am Grenzübergang Bahratal
Olympische Fackelläufer 1936
Fackel, Urkunde, Trikot und Foto eines Teilnehmers

Bei den Olympischen Spielen der Neuzeit wurde das erste Mal bei den Olympischen Sommerspielen 1928 in Amsterdam ein olympisches Feuer entzündet. Es gab jedoch weder einen Fackellauf vor der Eröffnungsfeier noch wurde die Flamme von einer bekannten Person entzündet.

Nach einer Idee von Alfred Schiff und Carl Diem wurde der erste Fackellauf bei den Olympischen Sommerspielen 1936 in Berlin unter Anweisung Joseph Goebbels’ von den Nationalsozialisten veranstaltet. Die Fackeln wurden vom Rüstungskonzern Krupp aus Holz und Metall in der Form eines Ölbaumblattes produziert. Nachdem die Flamme, das olympische Feuer, im antiken Olympia durch einen Brennspiegel entzündet worden war, wurde sie über 3187 Kilometer von 3331 Läufern, die zusammen die Stafette bildeten, in zwölf Tagen und elf Nächten von Griechenland nach Berlin getragen. Der Fackellauf wurde von Leni Riefenstahl im Film „Olympia“ nachinszeniert.

Die Jugendorganisation der Kommunistischen Partei Griechenlands OKNE plante, allerdings ohne Erfolg, ein Durchkommen der olympischen Fackel nach Deutschland zu verhindern: „Alle Organisationen, durch deren Einflussgebiete die Flamme getragen werden sollte, wurden aufgerufen, sie auf griechischem Boden auszulöschen, und es wurde verkündet, dass die Organisation, der es gelänge, die Flamme auszulöschen, einen Preis erhalte.[1][2] In Jugoslawien und der Tschechoslowakei gab es Proteste, die von Sicherheitskräften niedergeschlagen wurden. Dennoch gelang es Demonstranten in Prag, die Fackel vorübergehend zu löschen.

Für die Olympischen Winterspiele wurde das Feuer zum ersten Mal zu den Spielen 1936 in Garmisch-Partenkirchen entzündet.

Olympischer Fackellauf in der Nachkriegszeit[Bearbeiten]

Entzündung der Flamme in Olympia

Die Zeremonien des Fackellaufes und der Entzündung des olympischen Feuers als Teil jeder Eröffnung von Olympischen Sommerspielen wurden weitgehend unkritisch übernommen. 1952 fand vor der Austragung in Oslo der erste Fackellauf bei Olympischen Winterspielen statt. Weil das norwegische Morgedal als Wiege des Skisports galt, begann er dort und nicht wie üblich in Olympia. Das Feuer wurde nicht durch einen Hohlspiegel entzündet, sondern am Herd in der Hütte von Sondre Norheim, einem bekannten norwegischen Skisportler. Vor den Winterspielen in Lillehammer 1994 wurde die Flamme im Januar 1994 in Köln von protestierenden Studenten gelöscht.

Seit den Olympischen Sommerspielen 2000 in Sydney werden die Stationen weltweit und seit 2004 auf jedem Kontinent ausgewählt. Bei den Winterspielen ist die Route kürzer.[3] Weltweit bekannte Unternehmen sponsern seit den 1990er Jahren den olympischen Fackellauf. So investierten Coca-Cola und Samsung 2004 etwa 18 Millionen Euro in den Fackellauf.

„Reise der Harmonie“ vor den Sommerspielen in Peking 2008[Bearbeiten]

Route des olympischen Fackellaufes 2008

Zu heftigen Protesten kam es bei dem Fackellauf unter dem offiziellen Motto „Reise der Harmonie“ im Vorfeld der Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking vor allem in Europa und den Vereinigten Staaten. Bereits während der traditionellen Entzündung der Flamme in Olympia unterbrachen drei Demonstranten der Organisation Reporter ohne Grenzen, darunter ein Tibeter, die Zeremonie und entrollten ein Spruchband, auf dem zu lesen war: „Boykottiert das Land, das die Menschenrechte mit Füßen tritt.“[4] China wollte, dass die Fackel auch durch die von Unruhen erschütterte Provinz Tibet getragen wurde.

Der Fackellauf 2008 fand in Paris unter massiven Sicherheitsvorkehrungen statt

In der Folgezeit war der olympische Fackellauf immer wieder von Protesten begleitet. Die Fackel wurde dabei während der gesamten Strecke ständig von einer speziell zu diesem Zweck geschulten chinesischen Einheit beschützt.

  • In London durchbrachen Dutzende von Menschen im April 2008 die Absperrungen entlang der Straßen und warfen sich den Läufern in den Weg. Mehr als tausend Bürgerrechtler demonstrierten gegen die Tibet-Politik der Volksrepublik China.[5]
  • Am 7. April 2008 wurde der Fackellauf in Paris trotz eines Aufgebotes von rund 3000 Polizisten aufgrund von Protestaktionen abgebrochen, in deren Folge die Flamme mehrfach erlosch. Laut Angaben der französischen Polizei sei die Ursache für das Erlöschen der Flamme auf „technische Probleme“ zurückzuführen. Die Fackel wurde unter Polizeischutz in einem gesicherten Bus weitertransportiert und vorübergehend an einen geheimen Ort gebracht.[6]
  • Auch in San Francisco kam es zu Zwischenfällen. Am 8. April kletterten drei protibetische Demonstranten an der Golden Gate Bridge hoch und befestigten daran zwei Banner, die „One world one dream“ und „Free Tibet“ verkündeten. Als die Demonstranten von der Brücke heruntergeklettert waren, wurden sie festgenommen.[7] Am 9. April wurde die Fackel dann streng bewacht durch San Francisco getragen, teilweise durch leere Straßen, weil die Route aus Angst vor Demonstrationen kurzfristig geändert und verkürzt wurde.[8] Der erste Läufer musste sogar mit einem Bus vom Hafen in die Innenstadt befördert werden. Der IOC-Präsident Jacques Rogge versicherte aber, dass der Fackellauf trotz einer momentanen Krise nicht abgebrochen würde.[9]
  • Am 17. April wurde die Fackel in Neu-Delhi, der indischen Hauptstadt, unter Ausschluss der Öffentlichkeit entgegengenommen. Der (verkürzte) Lauf durch die Innenstadt verlief verhältnismäßig ruhig. 15.000 Polizisten waren im Einsatz. Am Vortag demonstrierten hunderte Tibeter vor der chinesischen Botschaft in Delhi.[10]
  • Australien drohte mit der Festnahme der chinesischen Fackelwächter, sollten diese am 24. April in den Fackellauf in Canberra eingreifen. Die australische Regierung betonte, die Sicherheit der Fackel werde alleine durch die australische Polizei gewährleistet. Die Fackelwächter waren bereits in anderen Städten unangenehm aufgefallen.[11]
  • Zur Sicherung des Fackellaufs in Tibet wurden Besteigungen des Mount Everest sowohl von chinesischen wie auch von nepalesischen Behörden zeitweilig untersagt. Auf der chinesischen Seite wurde der Fackellauf in Tibet militärisch gesichert. Die Automarke Audi blieb exklusiver Sponsor dieses Abschnitts, verzichtete jedoch auf eine geplante Werbeaktion vor dem Potala-Palast in Lhasa.[12]

Als Reaktion auf die Proteste beschloss das IOC am 27. März 2009, bei zukünftigen Olympischen Spielen den Fackellauf auf das jeweilige Gastgeberland zu beschränken. Die Regelung soll ab den Olympischen Sommerspielen 2016 verbindlich gelten; die Veranstalter der Spiele 2010 und 2012 kündigten 2009 an, auf einen weltumspannenden Fackellauf zu verzichten.[13]

Organisation und Reglement[Bearbeiten]

Die deutsche Briefmarke von 1994 zum 100-jährigen Bestehens des IOC zeigt die olympische Flamme

Die Eröffnungszeremonie wird vom Nationalen Olympischen Komitee Griechenlands organisiert. Die olympische Flamme wird im griechischen Olympia einige Monate vor der Eröffnung der Olympischen Spiele von Schauspielerinnen in der Rolle von Priesterinnen vor den Ruinen des Hera-Tempels entzündet. Bekleidung und Choreografie folgen antiken Vorbildern. Das Feuer wird mithilfe eines Parabolspiegels durch Bündelung des Sonnenlichts entfacht und anschließend in einem Tongefäß in das alte Stadion getragen. Dort wird die Flamme durch die „Hohepriesterin“ dem ersten Läufer mithilfe einer Fackel übergeben. Sollte die Sonne während der offiziellen Zeremonie einmal nicht scheinen, gibt es einen Plan B: Tage vorher wird in einer Schönwetterzeit das Feuer auf die vorgeschriebene Weise entzündet und in einer Sicherheitslampe verwahrt, an der die „Hohepriesterin“ ihre Fackel entzünden kann.[14]

Erste Station ist das antike Panathinaikon-Stadion in Athen, in dem auch die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit 1896 stattfanden. Der weitere Verlauf wird durch das Organisationskomitee der jeweiligen Olympischen Spiele organisiert.

Die Fackel wird normalerweise von Staffelläufern zu Fuß getragen, bei den Spielen in Berlin 1936 und Moskau 1980 wurde sie ausschließlich zu Fuß getragen, über längere Distanzen ist aber eine Beförderung mit anderen Transportmitteln wie Pferd, Auto, Fahrrad, Flugzeug oder Schiff möglich. Um einen sicheren Transport zu gewährleisten, kann die Flamme in eine Grubenlampe verbracht werden. Ungewöhnliche Transportmittel waren 1976 die virtuelle Übertragung per Satellit,[15] 1992 der Transport mit der Concorde, 1994 die Übergabe während eines Fallschirmsprungs und 2000 durch Taucher im Meer vor der australischen Küste.

Die Läufer sind nicht nur Prominente, auch unbekannte Personen können am Fackellauf teilnehmen. Der Höhepunkt der Reise des olympischen Feuers ist die Eröffnung der Olympischen Spiele. Der Schlussläufer, meist ein Sportler oder Prominenter, entzündet im Stadion das olympische Feuer. Solange das olympische Feuer brennt, sollen die Völker ihre Streitigkeiten ruhen lassen und gemeinsam diese sportlichen Wettkämpfe bestreiten. Das olympische Feuer wird im Laufe der Abschlussfeier gelöscht.

Fackeln wurden früher durch Pech oder Petroleum versorgt, moderne Fackeln werden mit Gaskartuschen betrieben. Während des ganzen Fackellaufes darf die olympische Flamme nicht erlöschen; andernfalls müsste sie laut dem Zeremoniell in Olympia neu entfacht werden. Aus diesem Grund wird die Mutterflamme in Sicherungslaternen mitgeführt, von der die Flamme wieder übernommen werden kann.[16] Umstritten ist, dass der Fackellauf seit 2004 von Sicherheitskräften des Gastgeberlandes begleitet wird.[17]

Liste der olympischen Fackelläufe[Bearbeiten]

Fackelläufe der Olympischen Sommerspiele[Bearbeiten]

Fackelläufe der Sommerspiele
Gastgeber Tage Gesamtdistanz Anzahl der Läufer Strecke Schlussläufer
Berlin 1936 12 3.187 km 3.331 Olympia (GRE) – AthenThessaloniki (GRE) – Sofia (BUL) – Belgrad (YUG) – Budapest (HUN) – Wien (AUT) – Prag (TCH) – Dresden (GER) – Berlin (GER) Fritz Schilgen, Symbol des deutschen Jugendsports
London 1948 13 3.160 km 1.416 Olympia (GRE) – Korfu (GRE) – Bari (ITA) – BolognaMailand (ITA) – Lausanne (SUI) – Genf (SUI) – Besançon (FRA) – Metz (FRA) – Luxemburg (LUX) – Brüssel (BEL) – Lille (FRA) – Calais (FRA) – Dover (GBR) – London (GBR) John Mark, Symbol des englischen Jugendsports
Helsinki 1952 20 7.870 km 3.372 Olympia (GRE) – Athen (GRE) – Aalborg (DEN) – OdenseKopenhagen (DEN) – Malmö (SWE) – GöteborgStockholmSkellefteå (SWE) – Tornio (FIN) – OuluTampereHelsinki (FIN). Eine zweite Flamme wurde auf dem Pallastunturi (Lappland) an der Mitternachtssonne entzündet und später mit der Olympischen Flamme in Tornio vereinigt. Paavo Nurmi, mehrfacher Leichtathletik-Olympiasieger
Melbourne 1956 21 ca. 20.470 km 3.118 Olympia (GRE) – Athen (GRE) – Kalkutta (IND) – Bangkok (THA) – Singapur (SIN) – Jakarta (INA) – Darwin (AUS) – CairnsBrisbaneSydneyCanberraMelbourne (AUS). Die Flamme wurde von Griechenland nach Australien per Flugzeug von Etappe zu Etappe transportiert. Ron Clarke, Junioren-Weltmeister über 1 Meile
Stockholm 1956 9 ca. 1.000 km 490 Olympia (GRE) – Athen (GRE) – Kopenhagen (DEN) – Malmö (SWE) – Stockholm (SWE). Es handelte sich um eine Reiterstaffel. Hans Wikne, schwedischer Nachwuchsdressurreiter, der 1964 an den Olympischen Spielen teilnahm
Rom 1960 14 ca. 2.750 km 1.529 Olympia (GRE) – AthenPaleo Faliro (GRE) – Syrakus (ITA) – CataniaMessinaTarentNeapelRom (ITA). Der Fackellauf folgte den Spuren der griechischen Siedler der Antike in Italien. Ein zweiter Fackellauf fand zur Erinnerung der Etruskischen Spiele zwischen Tarquinia und Rom statt, wo vor dem Kapitol die beiden Flammen vereinigt worden sind. Giancarlo Peris, Schülermeister im Mittelstreckenlauf
Tokio 1964 51 26.065 km 101.866 Olympia (GRE) – Athen (GRE) – Istanbul (TUR) – Beirut (LIB) – Teheran (IRN) – Lahore (PAK) – Neu-Delhi (IND) – Rangun (BIR) – Bangkok (THA) – Kuala Lumpur (MAS) – Manila (PHI) – Hongkong (HKG) – Taipeh (TAI) – Okinawa (JPN) – 1. Strecke: KagoshimaNagasakiFukuokaYamaguchiHiroshimaNaganoTokio 2. Strecke: KagoshimaMiyazakiKōchiKōbeKyōtoNagoyaYokohamaTokio 3. Strecke: KagoshimaMiyazakiSapporoAomoriMoriokaFukushimaTokio 4. Strecke: KagoshimaMiyazakiSapporoAomoriAkitaNiigataTokio (JPN). Die Flamme wurde von Griechenland nach Japan per Flugzeug von Etappe zu Etappe transportiert. Yoshinori Sakai, wurde am Tag des Atombombenabwurfs in Hiroshima geboren
Mexiko-Stadt 1968 51 ca. 13.620 km 2.778 Olympia (GRE) – Athen (GRE) – Genua (ITA) – Barcelona (ESP) – MadridSevillaPalos de la FronteraLas Palmas de Gran Canaria (ESP) – San Salvador (BAH) – Veracruz (MEX) – Mexiko-Stadt (MEX). Der Fackellauf fand zu Ehren von Christoph Kolumbus auf dessen Spuren statt. Die Flamme wurde von Spanien über die Karibik nach Mexiko per Schiff transportiert. Enriqueta Basilio, mex. Landesmeisterin über 400 m und 80 m Hürden
München 1972 30 5.532 km ca. 6.000 Olympia (GRE) – AthenThessaloniki (GRE) – Istanbul (TUR) – Warna (BUL) – Bukarest (ROM) – Timișoara (ROM) – Belgrad (YUG) – Budapest (HUN) – Wien (AUT) – LinzSalzburgInnsbruck (AUT) – Garmisch-Partenkirchen (GER) – München (GER) Günter Zahn, deutscher Juniorenmeister über 1500 m
Montréal 1976 5 775 km ca. 1.214 Olympia (GRE) – Athen (GRE) – Ottawa (CAN) – Montreal (CAN). Die Flamme wurde per elektronischen Impuls von Griechenland nach Kanada über Satellit transportiert. Sandra Henderson (engl.) und Stéphane Préfontaine (frz.), verkörpern die kanadische Jugend und die zwei Haupt-Volksgruppen Kanadas
Moskau 1980 31 4.915 km ca. 5.000 Olympia (GRE) – AthenThessaloniki (GRE) – Sofia (BUL) – Bukarest (ROM) – Chișinău (URS) – KiewMoskau (URS) Sergei Below, sowjet. Basketball-Olympiasieger in München 1972
Los Angeles 1984 83 15.000 km 3.636 Olympia (GRE) – Athen (GRE) – New York (USA) – BostonPhiladelphiaWashingtonDetroitChicagoIndianapolisAtlantaSt. LouisDallasDenverSalt Lake CitySeattleSan FranciscoLos Angeles (USA). Die Flamme wurde von Griechenland in die Vereinigten Staaten per Flugzeug transportiert. Rafer Johnson, Leichtathletik-Olympiasieger in Rom 1960
Seoul 1988 26 15.250 km 20.899 Olympia (GRE) – Athen (GRE) – Jeju-do (KOR) – BusanSeoul (KOR). Die Flamme wurde von Griechenland nach Südkorea per Flugzeug transportiert. Sohn Kee-chung, Marathon-Olympiasieger von Berlin 1936
Barcelona 1992 51 6.307 km 10.448 Olympia (GRE) – Athen (GRE) – Empúries (ESP) – BilbaoLa CoruñaMadridSevillaLas Palmas de Gran CanariaMálagaValenciaPalmaBarcelona (ESP). Die Route folgte den griechischen Siedlern der Antike in Spanien. Die Flamme wurde von Griechenland nach Spanien per Schiff transportiert. Antonio Rebollo, paralympischer Bogenschütze und Leichtathlet
Atlanta 1996 112 27.890 km ca. 13.270 Olympia (GRE) – Athen (GRE) – Los Angeles (USA) – Las VegasSan FranciscoSeattleSalt Lake CityDenverDallasSt. LouisMinneapolisChicagoDetroitBostonNew YorkPhiladelphiaWashingtonMiamiAtlanta (USA). Die Flamme wurde von Griechenland in die Vereinigten Staaten per Flugzeug transportiert. Muhammad Ali, Olympiasieger im Boxen in Rom 1960
Sydney 2000 127 27.000 km 13.300 Olympia (GRE) – Athen (GRE) – Guam (GUM) – Palau (PLW) – Palikir (FSM) – Yaren (NRU) – Honiara (SOL) – Port Moresby (PNG) – Port Vila (VAN) – Apia (SAM) – Pago Pago (ASA) – Avarua (COK) – Nuku'alofa (TGA) – Suva (FIJ) – Christchurch (NZL) – WellingtonAuckland (NZL) – Uluṟu (AUS) – BrisbaneDarwinPerthAdelaideMelbourneCanberraSydney (AUS). Die Flamme wurde von Griechenland nach Australien in einem Flugzeug von Etappe zu Etappe transportiert. Cathy Freeman, von den Ureinwohnern abstammende Leichtathletin
Athen 2004 142 86.000 km 11.360 Olympia (GRE) – MarathonAthen (GRE) – Sydney (AUS) – Melbourne (AUS) – Tokio (JPN) – Seoul (KOR) – Peking (CHN) – Neu-Delhi (IND) – Kairo (EGY) – Kapstadt (RSA) – Rio de Janeiro (BRA) – Mexiko-Stadt (MEX) – Los Angeles (USA) – St. LouisAtlantaNew York (USA) – Montreal (CAN) – Antwerpen (BEL) – Brüssel (BEL) – Amsterdam (NED) – Lausanne (SUI) – Genf (SUI) – Paris (FRA) – London (GBR) – Madrid (ESP) – Barcelona (ESP) – Rom (ITA) – München (GER) – Berlin (GER) – Stockholm (SWE) – Helsinki (FIN) – Moskau (RUS) – Kiew (UKR) – Istanbul (TUR) – Sofia (BUL) – Nikosia (CYP) – Iraklio (GRE) – ThessalonikiPatrasAthen (GRE). Der Fackellauf führte per Flugzeug „um die Welt“ - dabei wurden alle ehemaligen Gastgeberstädte besucht. Nikolaos Kaklamanakis, Olympiasieger im Windsurfen Atlanta 1996
Peking 2008 130 137.000 km 21.800 Olympia (GRE) – Athen (GRE) – Peking (CHN) – Almaty (KAZ) – Istanbul (TUR) – Sankt Petersburg (RUS) – London (GBR) – Paris (FRA) – San Francisco (USA) – Buenos Aires (ARG) – Daressalam (TAN) – Maskat (OMA) – Islamabad (PAK) – Neu-Delhi (IND) – Bangkok (THA) – Kuala Lumpur (MAS) – Jakarta (INA) – Canberra (AUS) – Nagano (JPN) – Seoul (KOR) – Pyöngjang (PRK) – Ho-Chi-Minh-Stadt (VIE) – Hongkong (HKG) – Macao (MAC) – Sanya (CHN) – HaikouGuangzhouShenzhenFuzhouNanchangHangzhouShanghaiSuzhouNanjingHefeiWuhanChangshaGuilinNanningKunmingGuiyangChongqingÜrümqiKaschgarLhasaXiningTaiyuanYinchuanXi'anLanzhouHohhotHarbinChangchunShenyangQingdaoJinanLuoyangShijiazhuangTianjinChengduPeking (CHN). Auf dem internationalen Teil der Strecke wurde die Flamme per Flugzeug von Etappe zu Etappe transportiert. Am 8. Mai 2008 erreichte eine Bergsteigergruppe mit der olympischen Fackel den Gipfel des Mount Everest. Li Ning, dreifacher Olympiasieger im Turnen in Los Angeles 1984
London 2012 70 12.800 km ca. 8.000 Olympia (GRE) – Athen (GRE) – Land's End (GBR) – PlymouthTorquayBathBristolCardiffSwanseaBangorMuch WenlockLiverpoolDouglasBelfastLondonderry/Derry (GBR) – Dublin (IRL) – Belfast (GBR) – StranraerGlasgowInvernessKirkwallLerwickStornoway – Inverness – AberdeenDundeeStirlingEdinburghNewcastle upon TyneKingston upon HullYorkDumfriesBlackpoolManchesterLeedsSheffieldNottinghamDerbyBirminghamStratford-upon-AvonRugbyCoventryNorwichCambridgeStoke MandevilleOxfordWindsorAscotSalisburyShaftesburyBournemouthSouthamptonSaint Peter PortSaint HelierPortsmouthBrightonHastingsDoverCanterburyLondon (GBR). Die Flamme wurde von Griechenland nach Cornwall per Flugzeug transportiert. Katie Kirk, Desiree Henry, Adelle Tracey, Cameron MacRitchie, Jordan Duckitt, Aidan Reynolds und Callum Airlie, junge britische Athleten

Fackelläufe der Olympischen Winterspiele[Bearbeiten]

Fackelläufe der Winterspiele
Gastgeber Tage Gesamtdistanz Anzahl der Läufer Strecke Schlussläufer
Oslo 1952 2 225 km 94 Morgedal (NOR) – Oslo (NOR). Die Fackel wurde am Herd des Geburtshauses des Skipioniers Sondre Norheim in der norwegischen Region Telemark entzündet. Eigil Nansen, Enkel des norwegischen Entdeckers Fridtjof Nansen
Cortina d’Ampezzo 1956 5 Rom (ITA) – VenedigCortina d’Ampezzo (ITA). Die Fackel wurde im Jupitertempel des Forum Romanum entzündet. Guido Caroli, italienischer Eisschnellläufer, der an den Olympischen Winterspielen von 1948, 1952 und 1956 teilnahm.
Squaw Valley 1960 19 960 km 700 Morgedal (NOR) – Oslo (NOR) – Los Angeles (USA) – FresnoSquaw Valley (USA). Olympia weigert sich die Entzündung vorzunehmen, da sich die Organisatoren zu spät dafür entschieden haben. Somit wird die Fackel wieder in Morgedal entzündet. Die Flamme wurde von Norwegen in die Vereinigten Staaten per Flugzeug transportiert. Kenneth Henry, amerikanischer Olympiasieger im Eisschnelllauf
Innsbruck 1964 8 Olympia (GRE) – Athen (GRE) – Wien (AUT) – Innsbruck (AUT) Josef Rieder, österreichischer Skifahrer, der 1956 an den Olympischen Winterspielen teilgenommen hatte
Grenoble 1968 50 7.222 km 5.000 Olympia (GRE) – Athen (GRE) – Paris (FRA) – StraßburgLyonBordeauxToulouseMarseilleNizzaChamonixGrenoble (FRA) Alain Calmat, französischer Silbermedaillengewinner im Eiskunstlauf
Sapporo 1972 38 18.741 km 16.300 Olympia (GRE) – Athen (GRE) – Okinawa (JPN) – TokioNirasaki 1. Strecke nach Hokkaidō: NaganoNigataYamagataAomori, 2. Strecke nach Hokkaidō: NikkōFukushimaMoriokaAomori 1. Strecke durch Hokkaidō: HakodateSapporo, 2. Strecke durch Hokkaidō: WakkanaiSapporo, 3. Strecke durch Hokkaidō: NemuroSapporo (JPN). Die Flamme wurde von Griechenland nach Japan per Flugzeug transportiert. Hideki Takada, japanischer Student und Eisschnellläufer
Innsbruck 1976 6 1.618 km Olympia (GRE) – Athen (GRE) – Wien (AUT) – 1. Strecke: LinzSalzburgInnsbruck, 2. Strecke: GrazKlagenfurtInnsbruck (AUT). In Wien wurde die Flamme zweigeteilt: in eine Erinnerungsflamme 1964 und die olympische Flamme 1976. Christl Haas (Erinnerungsflamme), österreichische Olympiasiegerin in der Abfahrt von 1964, und Josef Feistmantl (Olympische Flamme), österreichischer Olympiasieger in Doppelsitzer Rodeln von 1964
Lake Placid 1980 15 12.824 km 52 Olympia (GRE) – Athen (GRE) – Shannon (IRL) – Hampton (USA) – WashingtonBaltimorePhiladelphiaNew YorkAlbanyLake Placid (USA). Die Flamme wurde von Griechenland in die Vereinigten Staaten per Flugzeug transportiert. Charles Morgan Kerr
Sarajevo 1984 11 5.289 km 1.600 Olympia (GRE) – Athen (GRE) – Dubrovnik (YUG) – 1. Strecke: SplitLjubljanaZagrebSarajevo, 2. Strecke: SkopjeNovi SadBelgradSarajevo (YUG). Erster vollständig gesponserter Fackellauf Sandra Dubravic, jugoslawische Eiskunstläuferin, die an den Olympischen Winterspiele von 1980 und 1984 teilnahm.
Calgary 1988 95 18.000 km 6.250 Olympia (GRE) – Athen (GRE) – St. John´s (CAN) – QuébecMontrealOttawaTorontoWinnipegInuvikVancouverEdmontonCalgary (CAN). Die Flamme wurde von Griechenland nach Kanada per Flugzeug transportiert. Robyn Perry, 12 jährige kanadische Schülerin und Eiskunstläuferin
Albertville 1992 85 5.500 km 5.597 Olympia (GRE) – Athen (GRE) – Paris (FRA) – NantesLe HavreLilleStraßburgLimogesBordeauxToulouseAjaccioNizzaMarseilleLyonGrenobleAlbertville (FRA) Michel Platini, mehrfacher Europäischer Fußballer des Jahres aus Frankreich und Europameister zusammen mit dem achtjährigen Nachwuchsskirennläufer François-Cyril Grange
Lillehammer 1994 82 12.000 km Olympia (GRE) – Athen (GRE) – Frankfurt am Main (GER) – StuttgartKarlsruheDüsseldorfKölnHamburg (GER) – Kopenhagen (DEN) – Stockholm (SWE) – Oslo (NOR) – Lillehammer. Parallel dazu fand ein zweiter Fackellauf statt: Morgedal (NOR) – BergenTrondheimTromsøSvalbardOslo Diese zweite Flamme erlosch in Oslo Haakon, Kronprinz von Norwegen
Nagano 1998 51 3.486 km 6.901 Olympia (GRE) – Athen (GRE) – Tokio (JPN) – 1. Strecke: SapporoAomoriAkitaFukushimaChibaTokioNagano,2. Strecke: OkinawaNagasakiHiroshimaKyōtoNagano, 3. Strecke: KagoshimaMiyazakiŌsakaShizuokaNagano (JPN). Die Flamme wurde von Griechenland nach Japan per Flugzeug transportiert. Midori Ito, japanische Silbermedaillengewinnerin im Eiskunstlaufen
Salt Lake City 2002 85 21.275 km 12.012 Olympia (GRE) – Athen (GRE) – Atlanta (USA) – MiamiHoustonDallasMemphisPittsburghCumberlandWashingtonBaltimorePhiladelphiaNew YorkBostonLake PlacidClevelandChicagoDetroitIndianapolisLexingtonSt. LouisOmahaOklahoma CityAmarilloAlbuquerquePhoenixLos AngelesSan FranciscoSquaw ValleyRenoPortlandSeattleJuneauBoiseBozemanCheyenneDenverSalt Lake City (USA). Die Flamme wurde von Griechenland in die Vereinigten Staaten per Flugzeug transportiert. Mike Eruzione mit der ganzen US-Eishockeymannschaft von 1980, das unerwartet Gold gewonnen hatte
Turin 2006 75 11.300 km 10.000 Olympia (GRE) – Athen (GRE) – Rom (ITA) – FlorenzGenuaCagliariPalermoNeapelBariAncona (ITA) – San Marino (RSM) – Bologna (ITA) – VenedigTriest (ITA) – Ljubljana (SLO) – Klagenfurt (AUT) – Trient (ITA) – Cortina d’AmpezzoMailand (ITA) – Lugano (SUI) – Bardonecchia (ITA) – Grenoble (FRA) – Albertville (FRA) – Aosta (ITA) – Turin (ITA) Stefania Belmondo, italienische Goldmedaillengewinnerin in Skilanglauf
Vancouver 2010 114 45.000 km 12.000 Olympia (GRE) – Athen (GRE) – Victoria (CAN) – WhitehorseYellowknifeAlertIqaluitSt. John'sHalifaxCharlottetownFrederictonQuébecMontrealOttawaTorontoWindsorThunder BayWinnipegReginaEdmontonCalgaryKelownaPrince GeorgePrince RupertPort HardySquamishHopeSurreyVancouver (CAN) Nancy Greene, ehemalige kanadische Skirennläuferin und Olympiasiegerin
Wayne Gretzky, ehemaliger kanadischer Eishockeyspieler
Catriona LeMay-Doan, ehemalige kanadische Eisschnellläuferin und Olympiasiegerin
Steve Nash, kanadischer Basketballspieler
Sotschi 2014 123 65.000 km 14.000 Olympia (GRE) – Athen (GRE) – Moskau (RUS) – TwerSmolenskRjasanWladimirJaroslawlWeliki NowgorodSt. PetersburgKaliningradMurmanskArchangelskChanty-MansijskJakutskMagadanAnadyrPetropawlowsk-KamtschatskiWladiwostokChabarowskUlan-UdeIrkutskKrasnojarskNowosibirskOmskJekaterinburgTscheljabinskUfaSamaraUljanowskKasanPermNischni NowgorodSaratowWoroneschWolgogradRostow am DonAstrachanMachatschkalaWladikawkasTscherkesskKrasnodarSotschi (RUS). Am 20. Oktober 2013 erreichte ein Eisbrecher mit der olympischen Flamme an Bord von Murmansk aus den Nordpol.[18] Am 7. November wurde die Fackel (ohne Feuer) außerdem mit einer Sojus-Rakete zur ISS geflogen.[19] Wladislaw Tretjak, ehemaliger russischer Eishockeytorwart, und Irina Rodnina, russische Olympiasiegerin im Eiskunstlaufen

Fackelläufe der Olympischen Jugendspiele[Bearbeiten]

Fackelläufe der Jugendspiele
Gastgeber Tage Gesamtdistanz Anzahl der Läufer Strecke Schlussläufer
Singapur 2010 22 26.700 km 2.400 Olympia (GRE) – Berlin (GER) – Dakar (SEN) – Mexiko-Stadt (MEX) – Auckland (NZL) – Seoul (KOR) – Singapur (SGP) Darren Choy
Innsbruck 2012 18 3.573 km 2.012 Athen (GRE) – Innsbruck (AUT) – BregenzSt. Anton am ArlbergLienzKlagenfurtSemmeringWienGrazEisenstadtSt. PöltenLinzSalzburgSchladmingSeefeld in TirolKühtaiKufsteinInnsbruck (AUT) Paul Gerstgraser

Weblinks[Bearbeiten]

Fackelgalerie im Olympischen Museum
 Commons: Olympischer Fackellauf – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zitiert nach: OKNE 1922–1943. Verlag Synchroni Epochi – Odigitis, Athen 1989
  2. Telepolis: „Löscht die Flamme“, die gescheiterten Versuche, 1936 die Ankunft der olympischen Flamme in Nazideutschland zu verhindern
  3. Sueddeutsche Zeitung: IOC will Fackellauf künftig einschränken
  4. olympisches Feuer entzündet – Zeremonie gestört, Basler Zeitung, 24. März 2008
  5. Brown empfängt Fackelträger – chaotische Szenen in London Der Spiegel, 6. April 2008
  6. Sueddeutsche Zeitung: Olympischer Fackellauf abgebrochen (Version vom 26. Oktober 2008 im Internet Archive)
  7. Tibet-Protest an der Golden Gate Bridge Blick, 8. April 2008
  8. http://www.zombietime.com/olympic_torch_relay/part_3/
  9. Glanzloser olympischer Fackellauf in San Francisco Salzburger Nachrichten, 9. April 2008
  10. Olympischer Fackellauf in Delhi ohne Zuschauer NZZ Online, 17. April 2008
  11. Australien droht Chinas Spezialtruppe (Die ursprüngliche Seite ist nicht mehr abrufbar.)[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.tagesschau.de → Erläuterung Tagesschau.de, 16. April 2008
  12. Pakistan verlegt Fackellauf ins Stadion fr-online.de, 16. April 2008
  13. Süddeutsche Zeitung: Ohne großes Gefackel vom 27. März 2009.
  14. Das olympische Feuer und der Fackellauf, olympic.org
  15. Montreal Torch, olympic.org (englisch)
  16. Hintergrundinformationen des olympischen Fackellaufs auf beijing2008.cn (englisch)
  17. Chinas ominöse Fackelwächter, Spiegel-Online, 8. April 2008
  18. [3]
  19. Raumfahrer bringen Olympia-Fackel ins All, Deutsche Welle, 7. November 2013