Omagua

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel handelt vom Volk der Omagua. Für die Höhenzone siehe Omagua (Regenwald).

Die Omagua (auch Umawa, Umanas oder Cambevas, „Flachköpfe“) sind bzw. waren eine südamerikanische Ethnie am Marañón und Amazonas in Peru sowie im westlichen Grenzgebiet Brasiliens.

Die Bezeichnung „Flachköpfe“ rührte daher, dass nach Berichten von Chronisten die Omagua den Säuglingen Bretter vor den Kopf banden, damit der Kopf eine entsprechend flache, „schöne“ Form bekäme.

Im 16. Jahrhundert lockten Gerüchte über ihren angeblichen Reichtum Abenteurer aus Europa an, darunter 1536 Georg von Speyer, 1541 Philipp von Hutten und 1560 Pedro de Ursúa. 1645 begannen die Jesuiten mit der Missionierung und errichteten unter Pater Samuel Fritz bis 1687 etwa 40 Missionen. Die Omaguas waren zur Zeit der Conquista eines der größten Völker Amazoniens. Sie sind heute weitgehend in der mestizischen Bevölkerung aufgegangen.

Die Omagua-Sprache wird laut SIL International heute von weniger als 100 Menschen am Amazonas bei Iquitos (Peru) gesprochen. In Brasilien ist sie wahrscheinlich schon ausgestorben. Die Sprache gehört zu den Tupi-Guaraní-Sprachen und ist mit der ebenfalls fast ausgestorbenen Sprache der Cocama am nächsten verwandt.