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Omer Bartov

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Omer Bartov (2022)

Omer Bartov (hebräisch עֹמֶר בַּרְטוֹב; * 17. April 1954 in Chadera, Israel) ist Historiker und Professor für Holocaust- und Völkermordstudien an der Brown University in Providence, Rhode Island, USA.[1][2] Bartov gehört zu den weltweit führenden Holocaust-Forschern[3] und gilt als maßgebender Experte für Völkermordstudien;[4] er ist Autor zahlreicher Bücher zur Thematik.

Jugend und Ausbildung

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Omer Bartov wurde als Sohn des Schriftstellers Chanoch Bartov und dessen Frau Yehudith, geb. Schimmer, in Chadera geboren. Er wuchs in Tel Aviv auf und besuchte dort das Neue Gymnasium. Nach Beendigung seiner schulischen Ausbildung diente er ab 1972 im israelischen Militär. 1973 kämpfte er als Infanterist im Jom-Kippur-Krieg, später wurde er Kompaniechef.[5][6] Nach vier Jahren quittierte er den Militärdienst und begann ein Geschichtsstudium an der Universität Tel Aviv, das er im Jahre 1979 summa cum laude abschloss. Anschließend setzte Bartov sein Studium am St Antony’s College in Oxford fort, das er 1983 mit der Promotion über den deutschen Krieg gegen die Sowjetunion beendete.

Forschung und Lehrtätigkeit

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Nach Abschluss seines Studiums lehrte Bartov zunächst an den amerikanischen Universitäten in Princeton und Harvard. Danach wechselte er 1985 als Alexander-von-Humboldt-Stipendiat an das Militärgeschichtliche Forschungsamt nach Freiburg, wo er auf Manfred Messerschmidt traf. Die Zusammenarbeit mit Messerschmidt und vor allem dessen Studie Die Wehrmacht und der NS-Staat prägten Bartov in seiner weiteren Arbeit. Heute forscht und lehrt Professor Bartov an der Brown University, Rhode Island.

Seine eigene Forschungstätigkeit konzentrierte Bartov zunächst ebenfalls auf die Gleichschaltung der deutschen Wehrmacht im Dritten Reich, ehe er sich mit den Kriegsverbrechen der Wehrmacht in Osteuropa beschäftigte. Später untersuchte er Verbindungen zwischen den Auswirkungen des Ersten Weltkrieges und den rassistischen Verbrechen im Zweiten Weltkrieg sowie die Geschichte und die Hintergründe des Holocaust.

Bartov arbeitete[7] an einem Projekt (Arbeitstitel Buczacz: The Life and Death of a Multiethnic Town) mit dem Ziel, gruppendynamische Prozesse zu analysieren, die ethnisch motivierten Gräueltaten zu Grunde liegen. In Butschatsch, dem Geburtsort seiner Mutter, wurden ethnische Säuberungen durch das nationalsozialistische Deutschland und später durch ukrainische Nationalisten begangen. 2007 erschien sein Buch Erased: Vanishing Traces of Jewish Galicia in Present-Day Ukraine.

Politisches Engagement

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Bartov unterzeichnete 2015 einen vom kanadischen Historiker David R. Marples initiierten, offenen Brief an den ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko, mit dem Aufruf, die Dekommunisierungsgesetze, mit denen auch am Holocaust beteiligte ukrainische Nationalisten zu "Helden der Ukraine" erklärt werden, nicht gegen zu zeichnen.[8]

Bartov ist Mitverfasser der Petition „The Elephant in the Room. Jews Fight for Justice“ von August 2023, die von rund 2900 Personen, darunter zahlreichen meist jüdischen Wissenschaftlern, Geistlichen und Personen des öffentlichen Lebens aus Israel und den USA unterzeichnet wurde. Nach dieser Petition werde es „für Juden in Israel keine Demokratie geben, solange Palästinenser unter einem Apartheidregime, als das es israelische Juristen charakterisiert haben, leben“.[9][10][11]

Er ist Mitverfasser (zusammen mit Shira Klein) der „Petition Response to October 7“ vom Oktober 2023, die Israel vor dem Hintergrund des Terrorangriffs der Hamas das Selbstverteidigungsrecht einräumt, aber gleichzeitig zum Ende der Gewalt in Gaza und zu einem Ende des Siedlungsbaus in den Palästinensischen Autonomiegebieten aufruft.[12][11]

Zum russischen Überfall auf die Ukraine

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Bartov, dessen Mutter aus Butschatsch in der heutigen Ukraine stammte, sprach sich Ende Juli 2022, nach dem russischen Überfall auf die Ukraine, für Waffenlieferungen an die Ukraine aus. Die Ukraine sei das „Gegenbeispiel für Putin […], für das, was er nicht will“. Sie habe eine Kultur und Sprache, die „ganz nah an Russland“ seien, sei aber ein demokratischer Staat. Putins Begründung, die Ukraine zu entnazifizieren, bezeichnete er als „Lüge“.[3]

Zum Krieg in Israel und Gaza 2023

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Am 10. November 2023 äußerte sich Bartov in einem Artikel für The New York Times zur Frage des Völkermordvorwurfs, der im Zuge des Kriegs in Israel und Gaza 2023 gegen Israel erhoben wurde. Dabei trennte Bartov das Kriegsverbrechen ethnischer Säuberungen von dem des Völkermordes. Nach Bartovs Sicht zum damaligen Zeitpunkt erfüllten die Ereignisse zwar den Tatbestand des Völkermordes nicht, doch warnte er davor, dass Äußerungen israelischer Politiker und Militärs, die auf eine „genozidale Absicht“ hindeuten, in Taten umschlagen könnten. Bartov zog dabei die Parallele zum Holocaust, bei dem das ursprüngliche Ziel der Nationalsozialisten, die europäischen Juden zu deportieren, sich schließlich in einen Genozid gewandelt hatte.[2]

Bartov bezog sich auf verschiedene Äußerungen, wie etwa von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu,[13] der unter anderem den Krieg in Gaza mit der biblischen Aufforderung zur völligen Vernichtung des Volkes der Amalekiter in Verbindung brachte (Deuteronomium 25,17-19 EU). Der pensionierte israelische Generalmajor Giora Eiland erklärte: „Der Staat Israel hat keine andere Wahl, als Gaza zu einem Ort zu machen, der vorübergehend oder dauerhaft unbewohnbar ist. […] Die Schaffung einer schweren humanitären Krise in Gaza ist ein notwendiges Mittel, um das Ziel zu erreichen.“ Der israelische Verteidigungsminister Joaw Galant erklärte: „Wir kämpfen gegen menschliche Tiere, und wir handeln entsprechend“. Bartov wertet diese Aussage als Hinweis auf eine Dehumanisierung mit „genozidalen Echos“.[2]

Bartov resümiert: „Und so können wir zwar nicht behaupten, dass das Militär explizit auf palästinensische Zivilisten abzielt, funktional und rhetorisch betrachtet könnten wir jedoch Zeugen einer ethnischen Säuberungsaktion sein, die sich schnell zu einem Völkermord entwickeln könnte, wie es in der Vergangenheit mehr als einmal geschehen ist. […]. Wenn wir wirklich glauben, dass uns der Holocaust eine Lektion darüber erteilt hat, wie wichtig – oder wirklich, wie notwendig – es ist, unsere eigene Menschlichkeit und Würde zu bewahren, indem wir die der anderen schützen, ist jetzt die Zeit, aufzustehen und unsere Stimmen zu erheben, bevor die Führung Israels es und seine Nachbarn in den Abgrund stürzt. Es gibt immer noch Zeit, Israel davon abzuhalten, dass seine Handlungen zu einem Völkermord werden. Wir können keinen Moment länger warten.“[2]

Im November 2023 appellierte Bartov neben anderen Historikern und Erstunterzeichnern eines Offenen Briefes, den Terrorangriff der Hamas nicht mit dem Holocaust zu vergleichen. Dies würde die „Ursachen der Gewalt in Israel-Palästina“ verzerren und antiarabischen Rassismus fördern.[14]

Im August 2024 schrieb Bartov in The Guardian, seit spätestens Mai 2024 sei es nicht mehr möglich zu leugnen, dass Israel im Gazastreifen „systematische Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und völkermörderische Handlungen“ begangen habe. Im selben Artikel beschrieb Bartov von ihm bemerkte Parallelen zwischen israelischen Denkweisen über Palästinenser, die er unlängst bei einem Besuch in Israel beobachtet hätte, und dem Feindbild, das deutsche Soldaten im Zweiten Weltkrieg gegenüber russischen Juden und Kommunisten gehabt hätten.[15] Laut eines Interviews im November 2024 sei der Vorwurf des Völkermords für Bartov inzwischen nachvollziehbarer, da eine mögliche Absicht sowohl in Taten als auch Worten der israelischen Regierung nachvollziehbar sei.[16]

Am 28. Januar 2025, Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust, veröffentlichte Der Spiegel ein Gespräch mit Bartov. Bartov antwortete auf die Frage, ob „der Holocaust den Israelis nicht als Lehre der Menschlichkeit“ gedient habe, mit dem Satz „Im Gegenteil, er dient als Lehre der Unmenschlichkeit. Um es ganz deutlich zu sagen, der Holocaust dient den jüdischen Israelis dazu, sich selbst als außerhalb jeglicher moralischer und ethischer Grenzen, die für andere Menschen gelten, zu begreifen.“ Er sah in Gaza „ein Muster, das auf einen Völkermord hindeutet“ und „etliche Belege von absichtlicher Zerstörung“. Der israelische Botschafter Ron Prosor in Deutschland warf dem Spiegel vor, am Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust einem Antisemiten eine Bühne geboten zu haben. Prosor sagte, seine Äußerung sei „weder das erste Mal noch Zufall“, Bartov gehöre „dem altbekannten Chor aus von Selbsthass zerfressenen Israelis und antisemitischen Juden“ an. Bartov entgegnete gegenüber Welt und auf X: Er sorge sich nicht um die „persönlichen Angriffe“ des Botschafters – allerdings laufe dessen Logik darauf hinaus, dem israelischen Staat eine „Carte blanche“ dafür auszustellen, „mit seinen echten oder imaginierten Feinden zu tun, was man will“. Prosor ergehe sich „in der üblichen Diffamierung von Kritikern der israelischen Politik“ und spiele außerdem eine „kleine, aber notwendige“ Rolle in der „Demontage humanitärer Standards“, für die „wir alle den Preis zahlen werden“.[17]

Am 15. Juli 2025 veröffentlichte Bartov einen weiteren Artikel in der New York Times. Unter dem Titel: „Ich bin Genozid-Forscher. Ich erkenne einen Völkermord, wenn ich ihn sehe“ konstatierte er, dass die Schlussfolgerung, Israel begehe einen Völkermord an den Palästinensern, nun „unausweichlich“ sei. Das sei inzwischen auch die Meinung von immer mehr Völkermord- und Völkerrechtsexperten. Die fortgesetzte Leugnung dieser Kategorisierung werde nicht nur den Menschen in Gaza und Israel, sondern auch dem Völkerrechtssystem, das nach den Schrecken des Holocaust geschaffen wurde und solche Gräueltaten für immer verhindern sollte, enormen Schaden zufügen. Es bedrohe „die Grundlagen der moralischen Ordnung, auf die wir alle angewiesen sind“.[18][19]

Stipendien und Auszeichnungen

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Aufgrund seiner wissenschaftlichen Leistungen erhielt Omer Bartov diverse Stipendien und Auszeichnungen. Dies waren unter anderem:

  • Berlin-Preis-Stipendiat der American Academy in Berlin (2007)
  • Ernennung zum Mitglied der American Academy of Arts and Sciences (2005)
  • Stipendiat am Zentrum für erweiterte Verhaltensforschung in Stanford, Kalifornien (Jahr?)
  • John-Simon-Guggenheim-Stipendiat (2003–2004)
  • Stipendiat des Radcliffe-Instituts, Harvard-Universität (2002–2003)
  • Forschungsstipendium der National Endowment of the Humanities (1996–1997)
  • Fraenkel Prize in Contemporary History des Instituts für Zeitgeschichte (1995)
  • Directeur d'études am Maison des Sciences de l'Homme, Paris (1990)

Veröffentlichungen (Auswahl)

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Herausgeberschaft

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Artikel in Zeitschriften und Sammelbänden, Vorträge

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  • Indoctrination and Motivation in the Wehrmacht: The Importance of the Unquantifiable. In: Journal of Strategic Studies. Band 9, Nr. 1, 1986, S. 16–34, doi:10.1080/01402398608437246.
  • Historians on the Eastern Front: Andreas Hillgruber and Germany’s Tragedy. In: Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte. Band 16. Tel Aviv 1987, S. 325–345.
  • Daily Life and Motivation in War: The Wehrmacht in the Soviet Union. In: Journal of Strategic Studies. Band 12, Nr. 2, 198, S. 200–214, doi:10.1080/01402398908437372.
  • The Missing Years: German Workers, German Soldiers. In: German History. 1990, S. 46–65, doi:10.1093/gh/8.1.46.
  • Soldiers, Nazis, and War in the Third Reich.” 63, no. 1 (1991): 44–60. http://www.jstor.org/stable/. In: The Journal of Modern History. Band 63, Nr. 1, 1991, S. 44–60, JSTOR:2938525.
  • Time Present and Time Past: The Historikerstreit and German Reunification. In: New German Critique. Nr. 55, 1992, S. 173–190, JSTOR:488296.
  • The Conduct of War: Soldiers and the Barbarization of Warfare. In: The Journal of Modern History. Band 64, 1992, S. Beilage 32–45, doi:10.1086/244426, JSTOR:2124967.
  • Review: Mein Krieg by Hans Georg Ulrich, Harriet Eder, Thomas Kufus. In: The American Historical Review. Band 97, Nr. 4, 1992, S. 1155–1157, doi:10.1086/ahr/97.4.1155, JSTOR:2165505.
  • Time Present and Time Past: The Historikerstreit and German Reunification. In: New German Critique. Band 55, 1992, S. 173–190, JSTOR:488296.
  • Intellectuals on Auschwitz: Memory, History, and Truth. In: History and Memory. Band 5, Nr. 1, 1993, S. 87–129, JSTOR:25618643.
  • Wem gehört die Geschichte? Wehrmacht und Geschichtswissenschaft. In: Mittelweg. Band 36, Nr. 3-5, 1994, ISSN 2364-7825, S. 5–21.
  • From Blitzkrieg to Total War: Controversial Links between Image and Reality.” Chapter. In , edited by, . Cambridge: 1997. In: Ian Kershaw and Moshe Lewin (Hrsg.): Stalinism and Nazism: Dictatorships in Comparison. Cambridge University Press, Cambridge, S. 158–184 (scribd.com).
  • Martyrs’ Vengeance: Memory, Trauma, and Fear of War in France, 1918-1940. In: Joel Blatt (Hrsg.): The French Defeat of 1940: Reassessments. Berghahn Books, New York / Oxford 1997, ISBN 978-1-57181-226-1, S. 54–84, doi:10.1515/9780857457172-005.
  • German Soldiers and the Holocaust: Historiography, Research and Implications. In: History and Memory. Band 9, Nr. 1/2, 1997, S. 162–188, JSTOR:25681004.
  • Chambers of Horror: Holocaust Museums in Israel and the United States. In: Israel Studies. Band 2, Nr. 2, 1997, S. 66–87, doi:10.1353/is.2005.0049.
  • Defining Enemies, Making Victims: Germans, Jews, and the Holocaust. In: The American Historical Review. Band 103, Nr. 3, 1998, S. 771–816, JSTOR:2650572 (researchgate.net [PDF]).
  • The Proof of Ignominy: Vichy France’s Past and Presence. In: Contemporary European History. Band 7, Nr. 1, 1998, S. 107–131, doi:10.1017/S0960777300004781.
  • Widerschein der Zerstörung. Krieg, Genozid und moderne Identität. In: Zeitschrift für Genozidforschung. Band 1, Nr. 1, 1999, S. 46–69, doi:10.5771/1438-8332-1999-1-46.
  • Germany as Victim. In: New German Critique. Nr. 29, 2000, S. 29–40, doi:10.2307/488631, JSTOR:488631.
  • From the Holocaust in Galicia to Contemporary Genocide: Common Ground - Historical Differences. The Joseph and Rebecca Meyerhoff Annual Lecture at the United States Holocaust Memorial Museum: Center for Advanced Holocaust Studies. 17. Dezember 2002 (org.ua [PDF]).
  • The European Imagination in the Age of Total War. In: The Holocaust: Theoretical Readings. Edinburgh University Press, Edinburgh 2003, S. 89–95, doi:10.1515/9781474470230-015.
  • "The Holocaust as ‚Leitmotif‘ of the Twentieth Century". In: Zeitgeschichte. 31. Jahrgang, Nr. 5 (2004), S. 315–326.
  • Der alte und der neue Antisemitismus. In: Doron Rabonovici, Ulrich Speck, und Natan Sznaider (Hrsg.): Neuer Antisemitismus? Eine globale Debatte. 2. Auflage. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2019, ISBN 978-3-518-12386-7, S. 28–62 (Erstausgabe: 2004).
  • The New Anti-Semitism: Genealogy and Implications. In: David Kertzer (Hrsg.): Old Demons, New Debates: Anti-Semitism in the West. Holmes and Meier, Teaneck 2005, ISBN 978-0-8419-1439-1, S. 9–26.
  • Nazi State Terror and Contemporary Global Terrorism: Continuities and Differences. In: Raphael Gross und Yfaat Weiss (Hrsg.): Jüdische Geschichte als Allgemeine Geschichte. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2006, ISBN 978-3-525-36288-4, S. 305–324.
  • Kotroverza o izložbi o Vermahtu: politika dokaza. Die Kontroverse um die Wehrmachtsausstellung: Die Politik der Beweise. In: Obrad Savić und Ana Miljanić (Hrsg.): Zajednica Sećanja: Tranziciona pravda u istorijskoj perspektivi. Tranziciona Pravda, Belgrad 2006, S. 61–93 (serbisch, ceeol.com).
  • Weiße Stellen und schwarze Löcher: Vergangenheit und Gegenwart in Ostgalizien. In: Journal of German-Jewish Literature and Cultural History. Band 1, Nr. 2, 2007, S. 155- 194 (org.ua [PDF]).
  • Eastern Europe as the Site of Genocide. In: The Journal of Modern History. Band 80, Nr. 3, 2008, S. 557–593, doi:10.1086/589591 (academia.edu).
  • Друга світова війна як виклик для української історіографії. Der Zweite Weltkrieg als Herausforderung für die ukrainische Geschichtsschreibung. In: Ukraine Moderna. Band 13, Nr. 2, 2008, S. 13–60 (ukrainisch, org.ua [PDF]).
  • Communal Genocide: Personal Accounts of the Destruction of Buczacz, Eastern Galicia, 1941-1944. 7th Annual Hugo Valentin lecture. Uppsala University, Upsala 9. März 2009, S. 399–420 (org.ua [PDF]).
  • Дискомфортне читання: відповідь моїм критикам. Unbequeme Lektüre: eine Antwort an meine Kritiker. Jüdisches Erbe in der Ukraine und Repräsentationen des Holocaust: Diskussion des Buches "Die Vergessenen" von Omer Bartov":. S. 326–347 (ukrainisch).
  • למחוק ולשכוח: שרידים אחרונים של גליציה היהודית באוקראינה בת-ימינו. Löschen und vergessen: Die letzten Überreste des jüdischen Galiziens im heutigen Ukraine. In: Zmanim: A Historical Quarterly. - 2008. - №103. Nr. 103, 2008, S. 14–27 (hebräisch).
  • Images of Genocide: How Should We Respond?” with Photographs by Magnum Photos. In: David Elliot Cohen (Hrsg.): What Matters: The world’s preeminent photojournalists ad thinkers depict essential issues of our time. Sterling, New York / London 2008, ISBN 978-1-4027-5834-8, S. 83–97 (scribd.com).
  • My Twisted Way to Buczacz. In: Jolanta Ambrosewicz-Jacobs (Hrsg.): The Holocaust. Voices of Scholars. Jabiellonian University, Krakau 2009, S. 95–105 (academia.edu).
  • From Buchach to Sheikh Muwannis: Building the Future and Erasing the Past. In: Michele Rivkin-Fish und Elena Trubina (Hrsg.): Dilemmas of Diversity After the Cold War: Analyses of "Cultural Difference". Woodrow Wilson International Center for Scholars, Washington D.C. 2010, ISBN 978-1-933549-92-7, S. 50–79 (wilsoncenter.org [PDF]).
  • September 11 in the Rearview Mirror: Contemporary Policies and Perceptions of the Past. In: Eric Langenbacher and Yossi Shain (Hrsg.): Power and the Past: Collective Memory and International Relations. Georgetown University Press, Washington 2010, S. 147–160, JSTOR:j.ctt2tt597.9.
  • The Question of Genocide in Palestine, 1948: An Exchange between Martin Shaw and Omer Bartov. In: Journal of Genocide Research. Band 12, Nr. 3-4, 2010, S. 243–259, doi:10.1080/14623528.2010.529698.
  • Wartime Lies and Other Testimonies: Jewish-Christian Relationships in Buczacz, 1939-44,” 25, no. 3 (August 2011):. In: East European Politics and Societies. Band 25, Nr. 3, 2011, S. 486–511, doi:10.1177/0888325411398918 (culturahistorica.org [PDF]).
  • Review of Bloodlands: Europe between Hitler and Stalin. By Timothy Snyder. In: Slavic Review. Band 70, Nr. 2, 2011, S. 424–428 (defendinghistory.com [PDF]).
  • Moshe Lewin's Century. In: Kritika - Explorations in Russian and Eurasian History. Band 12, Nr. 1, 2011, S. 115–122, doi:10.1353/kri.2011.a411662.
  • Guilt and Accountability in the Postwar Courtroom: The Holocaust in Czortków and Buczacz, East Galicia, as Seen in West German Legal Discourse. In: Historical Reflections. Band 39, Nr. 2, 2013, S. 96–123, JSTOR:j.ctv47wb5x.5 (org.ua [PDF]).
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  • Genocide and the Holocaust: Arguments over History and Politics. In: Hilary Earl und Karl A. Schleunes (Hrsg.): Lessons and Legacies XI: Expanding Perspectives on the Holocaust in a Changing World. Northwestern University Press, Evanston 2014, ISBN 978-0-8101-3091-3, S. 5–28, doi:10.2307/j.ctv47wb5x.5 (researchgate.net [PDF]).
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  • The Life and Death of the Shtetl. In: The Journal of Holocaust Research. Band 36, Nr. 1, 2022, S. 89–95, doi:10.1080/25785648.2021.2018845.
  • National Narratives of Suffering and Victimhood: Methods and Ethics of Telling the Past as Personal Political History. In: Bashir Bashir und Amos Goldberg (Hrsg.): The Holocaust and the Nakba: A New Grammar of Trauma and History. Columbia University Press, New York Chichester / West Sussex 2022, ISBN 978-3-03094916-7, S. 187–206, doi:10.7312/bash18296-011 (culturahistorica.org [PDF]).
  • Criminalizing Denial as a Form of Erasure: The Polish-Ukrainian-Israeli Triangle. In: Elazar Barkan, Ariella Lang (Hrsg.): Memory Laws and Historical Justice. Palgrave Macmillan, Cham 2022, ISBN 978-3-03094913-6, doi:10.1007/978-3-030-94914-3_8.
  • The Difference Nationalism Makes: Jews and Others in the Twentieth Century. In: Emmanuel Dalle Mulle, Davide Rodogno und Mona Bieling (Hrsg.): Sovereignty, Nationalism, and the Quest for Homogeneity in Interwar Europe. Bloomsbury Academic, London 2023, ISBN 978-1-350-26337-6, S. 283–295, doi:10.5040/9781350263413.ch-14 (researchgate.net).
  • Nationalism, Ethnic Cleansing, and Genocide: A View from Below. In: Cathie Carmichael, Matthew D’Auria und Aviel Roshwald (Hrsg.): The Cambridge History of Nationhood and Nationalism. Cambridge University Press, Cambridge 2023, ISBN 978-1-108-42706-7, S. 578–596, doi:10.1017/9781108551458.029.
  • Should There Be One Universal Narrative for Remembering the Holocaust? On a Universal Narrative of the Holocaust and Remembering the Past in Ukraine. In: Eastern European Holocaust Studies. Band 1, Nr. 1, 2023, doi:10.1515/eehs-2023-0005 (researchgate.net [PDF]).
  • What I Believe as a Historian of Genocide. In: The New York Times. 10. November 2023 (nytimes.com).
  • As a former IDF soldier and historian of genocide, I was deeply disturbed by my recent visit to Israel. In: The Guardian, 13. August 2024 (englisch, theguardian.com).
  • "‘Infinite License’" in: New York Review of Books. 24. April 2025.
Commons: Omer Bartov – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Omer Bartov. Brown University, abgerufen am 14. Juli 2024 (englisch).
  2. a b c d Omer Bartov: Opinion | What I Believe as a Historian of Genocide. In: The New York Times. 10. November 2023, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 14. Juli 2024]).
  3. a b Jan Feddersen: Wir müssen die Ukraine verteidigen. In: Die Tageszeitung, 24. Juli 2022, abgerufen am 19. November 2023 (Interview mit Omer Bartov).
  4. Omer Bartov. The American Academy in Berlin, abgerufen am 19. November 2023: one of the leading authorities on the subject of genocide.
  5. As a former IDF soldier and historian of genocide, I was deeply disturbed by my recent visit to Israel. In: The Guardian. 13. August 2024, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 10. Oktober 2025]).
  6. Omer Bartov on Gaza: “It’s a Misnomer to Call It a War”. An interview with Omer Bartov. Abgerufen am 10. Oktober 2025 (amerikanisches Englisch).
  7. Department of German Studies, auf brown.edu
  8. Sergei Zhuk, Anton Shekhovtsov, Yurii Latysh, Heather Coleman, Olena Petrenko, Frank Wolff, Brendan McGeever, Matthew Kott, Per Anders Rudling, Tanya Zaharchenko, Marco Carynnyk, Mark R. Baker, Grzegorz Rossoliński-Liebe, Frank Golczewski, Javier Morales Hernández, Tom Junes, Andreas Umland: Open Letter from Scholars and Experts on Ukraine Re. the So-Called "Anti-Communist Law". In: Krytyka. 1. April 2015 (englisch, archive.org [abgerufen am 22. Februar 2025]).
  9. Elephant in the room. In: sites.google.com. Abgerufen am 18. November 2023.
  10. German Studies at Brown, auf fr.de
  11. a b Christoph Gunkel: (S+) Nahostkonflikt: Der Historiker Omer Bartov über seine Kritik an Israel. In: Der Spiegel. 8. November 2023, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 8. November 2023]).
  12. Elephant in the room - Response to October 7. In: sites.google.com. Abgerufen am 8. November 2023.
  13. Netanjahu zufolge müssten die Bewohner Gazas einen „enormen Preis“ für den Terrorangriff der Hamas zahlen. Siehe What I Believe as a Historian of Genocide. (Opinion: Guest Essay). In: The New York Times. 10. November 2023, abgerufen am 16. November 2023 (englisch, beschränkter Zugang).
  14. Omer Bartov, Christopher R. Browning, Jane Caplan, Debórah Dwork, David Feldman et al.: An Open Letter on the Misuse of Holocaust Memory. (Appealing to the memory of the Holocaust obscures our understanding of the antisemitism Jews face today and dangerously misrepresents the causes of violence in Israel-Palestine.). 20. November 2023, abgerufen am 28. November 2023 (englisch).
  15. Omer Bartov: As a former IDF soldier and historian of genocide, I was deeply disturbed by my recent visit to Israel. (This summer, one of my lectures was protested by far-right students. Their rhetoric brought to mind some of the darkest moments of 20th-century history – and overlapped with mainstream Israeli views to a shocking degree.) The long read. In: The Guardian. 13. August 2024, abgerufen am 13. August 2024 (englisch).
  16. Christian Böhme, Andrea Nüsse: Genozid-Vorwürfe gegen Israel: „Es geht um die systematische Zerstörung des Gazastreifens“. In: Der Tagesspiegel online. 23. November 2024, abgerufen am 27. November 2024.
  17. Florian Sädler: „Schämen Sie sich!“ – Israelischer Botschafter attackiert „Spiegel“. In: Welt. 3. Februar 2025, abgerufen am 1. Februar 2025 (beschränkter Zugang).
  18. „Israel verübt Völkermord in Gaza“. In: Tachles. Abgerufen am 17. Juli 2025 (kostenpflichtiger Zugang).
  19. Omer Bartov: I’m a Genocide Scholar. I Know It When I See It. (Opinion: Guest Essay). In: The New York Times. 15. Juli 2025, abgerufen am 17. Juli 2025 (englisch): „My inescapable conclusion has become that Israel is committing genocide against the Palestinian people.“
  20. René Schlott: Wie Buczacz zu einer "Stadt der Toten" wurde, Rezension, SZ, 6. April 2021