Omsker Fieber

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Das Omsker Fieber (auch Omsker hämorrhagisches Fieber) ist eine meist gutartig verlaufende akute Viruserkrankung, die erstmals 1944 in den nördlichen Bezirken der sowjetischen Oblast Omsk auftrat. Diese Virusinfektion wird durch Zeckenstiche und durch den Kontakt mit einigen Körperflüssigkeiten von Bisamratten auf den Menschen übertragen.[1]

Erreger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Omsk-hämorrhagisches-Fieber-Virus
Systematik
Klassifikation: Viren
Bereich: Riboviria[2]
Reich: Orthornavirae[3]
Phylum: Kitrinoviricota[3]
Klasse: Flasuviricetes[3]
Ordnung: Amarillovirales[3]
Familie: Flaviviridae
Gattung: Flavivirus
Art: Omsk-hämorrhagisches-Fieber-Virus
Taxonomische Merkmale
Genom: (+)ssRNA
Baltimore: Gruppe 4
Wissenschaftlicher Name
Omsk hemorrhagic fever virus
Kurzbezeichnung
OHFV
Links

Der Erreger des Omsker Hämorrhagischen Fiebers sind Viren der Spezies Omsk-hämorrhagisches-Fieber-Virus (wissenschaftlich Omsk hemorrhagic fever virus, OHFV). Die Spezies gehört innerhalb der Gattung Flavivirus zum so genannten Tick-Borne-Enzephalitis-Komplex (TBE)[4], zu dem die neben diesen Erregern auch das FSME-Virus (Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis, FSME alias TBE), das Louping-Ill-Virus (Erreger von Looping III, LI), das Kyasanur-Forest-Disease-Virus (Erreger des Kyasanur-Wald-Fiebers, KFD) mit dem Subtyp Al-Khurma-Virus, das Powassan-Virus (Erreger der Powassan-Virus-Enzephalitis, PE), das Langat-Virus sowie die Erreger der Negeshivirus-Enzephalitis und der Modoc-Enzephalitis zählen. Die einzelnen Arten sind jeweils auf bestimmte Regionen begrenzt. Humanpathogen sind die Arboviren.

Vorkommen und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Verbreitungsgebiet begrenzt sich auf Teile von Sibirien. Infektionen des Menschen kommen vor allem im Frühling und im Sommer vor. 1945 u. 1948 wurden zwei Epidemien mit 200 bzw. 600 Fällen beschrieben.[5]

Übertragung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Übertragung auf den Menschen erfolgt seltener durch Zecken (Gattung Dermacentor) oder Moskitos, wobei die Übertragung vertikal, d. h. transovariell und transstadial erfolgt. Meist erfolgt die Infektion durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten wie Blut, Urin oder Faeces von Bisamratten.

Krankheitsbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Inkubationszeit gibt es unterschiedliche Angaben. Die Angaben schwanken von 3–7[6] bis zu 3–12 Tagen. Zu Beginn treten plötzlich starke Kopf- und Gliederschmerzen, schweres Krankheitsgefühl, Erbrechen und Fieber, welches 2–15 Tage anhält, auf. Biphasische Verläufe sind möglich, aber bilden im Vergleich zu anderen Krankheiten des TBE-Komplexes die Ausnahme. Das Gesicht des Patienten ist gerötet, es bestehen eine Konjunktivitis, eine Gingivitis, eine Pharyngitis und ein Enanthem mit auffälliger rötlicher Verfärbung der Schleimhäute. Die Hämorrhagische Diathese manifestiert sich durch Nasenbluten, das Erbrechen von Blut und Blutungen in den Genital- und Blasenbereich. Myalgien und Lymphadenitis können auftreten.[5]

Diagnose[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Milde Verlaufsformen werden oft gar nicht diagnostiziert. Im Übrigen erfolgt eine Serologie mit Virusisolierung in der Fieberphase aus dem Blut.[6]

Therapie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Therapie erfolgt symptomatisch, unter Erhalt der Vitalfunktionen.

Prognose[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei einer Übertragung durch Bisamratten verläuft die Erkrankung mit einer erhöhten Letalität. Die Letalität beträgt 0,5–3 %. Es wird aber auch von Letalitätsraten von 1–20 % berichtet.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. H. Krauss, A. Weber: Zoonosen: von Tier zu Mensch übertragbare Infektionskrankheiten. 3. Auflage. Deutscher Ärzteverlag, 2004, ISBN 3-7691-0406-4.
  2. ICTV Master Species List 2018b.v2. MSL #34, März 2019
  3. a b c d ICTV: ICTV Taxonomy history: Yellow fever virus, EC 51, Berlin, Germany, July 2019; Email ratification March 2020 (MSL #35)
  4. NCBI: tick-borne encephalitis virus group
  5. a b c Omsk-Fieber, hämorrhagisches. In: Altmeyers Enzyklopädie. Peter Altmeyer, 15. Mai 2014, abgerufen am 27. November 2017.
  6. a b Omsk Hämorrhagisches Fieber. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 15. April 2015; abgerufen am 16. November 2013.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.drtm.de