Onan

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Dieser Artikel behandelt die biblische Figur Onan. Für die gleichnamige Stadt siehe Ōnan (Shimane).

Onan ist eine biblische Gestalt, deren Geschichte in der Genesis (Kapitel 38) erzählt wird. Onan, der Sohn Judas und einer Kanaaniterin, musste Tamar, die Witwe seines verstorbenen älteren Bruders Er heiraten, da das jüdische Gesetz Brüder verpflichtete, dem toten Verwandten Nachkommen zu schaffen (Schwagerehe, Levirat). Über Onan heißt es:

8 Da sprach Juda zu Onan: Gehe zu deines Bruders Weib und nimm sie zur Ehe, dass du deinem Bruder Samen erweckest. 9 Aber da Onan wusste, dass der Same nicht sein eigen sein sollte, wenn er einging zu seines Bruders Weib, ließ er's auf die Erde fallen und verderbte es, auf dass er seinem Bruder nicht Samen gäbe. 10 Da gefiel dem Herrn übel, was er tat, und er tötete ihn auch.[1]

Onan wurde nicht wegen des Coitus Interruptus bzw. der Selbstbefriedigung bestraft, sondern weil er die Blutslinie seines Bruders nicht weiterführen wollte. Seine Schwägerin Tamar war aber eine kluge Frau und gab sich - wenn auch unter Lebensgefahr - als Dirne aus und wurde von Juda, ihrem Schwiegervater schwanger und so zur Ahnfrau Jesu.

Nachleben[Bearbeiten]

Der Begriff der Onanie für Selbstbefriedigung geht auf diese Bibelstelle zurück. Nach anderer Interpretation hatte Onan mit seiner Frau geschlafen, aber vor dem Erguss das Glied aus der Scheide gezogen (Coitus interruptus).

In dem Roman "Dunkle Halunken" (engl."Dodger") von Terry Pratchett heißt ein Hund Onan. Der Autor verweist ausdrücklich auf Parallelen zur biblischen Figur.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gen 38,8-10 LUT

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]