One of Our Aircraft Is Missing

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Filmdaten
OriginaltitelOne of Our Aircraft Is Missing
ProduktionslandVereinigtes Königreich
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1942
Länge102 Minuten
Stab
RegieMichael Powell,
Emeric Pressburger
DrehbuchEmeric Pressburger,
Michael Powell
ProduktionMichael Powell,
Emeric Pressburger
KameraRonald Neame
SchnittDavid Lean
Besetzung

Crew der „B für Bertie“

und in Holland:

One of Our Aircraft Is Missing (deutsch: Eines unserer Flugzeuge wird vermisst) ist ein britisches Kriegsfilmdrama von Michael Powell und Emeric Pressburger aus dem Jahr 1942. Als ein britischer Bomber durch ein Flugabwehrfeuer der Nazis beschädigt wird und notlanden muss, suchen die Männer Hilfe und Unterstützung bei einer holländischen Untergrundbewegung. Die Hauptrollen sind mit Hugh Burden, Eric Portman und Hugh Williams besetzt. Der Film war bei den 15. Academy Awards 1943 in zwei Kategorien für einen Oscar nominiert.[1]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zweiter Weltkrieg: Die sechs britischen Crewmitglieder John Glyn Haggard, Tom Earnshaw, Frank Shelley, Bob Ashley, Geoff Hickman und George Corbett und ihr Bomberflugzeug RAF Vickers Wellington namens „B für Bertie“ verschwinden am Sonntagmorgen um 4.31 spurlos. Die Geschichte, die erzählt wird, beginnt jedoch fünfzehn Stunden vor der Meldung, dass eines der Flugzeuge vermisst wird. Die sechs Männer und ihr Aufgabenbereich werden vereinzelt.

Das Flugzeug der sechsköpfigen Crew muss nach einem Angriff auf Stuttgart in der Nähe der Zuiderzee in den Niederlanden notlanden, da einer der Motoren der Maschine beschädigt wurde. Die Landung verläuft turbulent. Als sich alles wieder etwas beruhigt hat, stellen die Männer fest, dass einer von ihnen, Bob Ashley, fehlt. Die ersten Holländer, denen sie begegnen, werden von der englischsprachigen Lehrerin Else Meertens angeführt. Man begegnet sich mit gegenseitigem Misstrauen. Die Besatzung, da sie nicht abschätzen kann, wie die Einstellung der Menschen ist, deren Land von den Nazis besetzt wurde, und die Einheimischen, da es keine Meldung gab, dass ein Flugzeug in ihrem Heimatland abgestürzt sei. Man debattiert aufgeregt miteinander und Fragen schwirren hin und her, bevor die Holländer erkennen lassen, dass sie den Männern helfen wollen, trotz ihrer Angst vor Repressalien durch ihre Besatzer.

Begleitet von zahlreichen Holländern fahren die inzwischen verkleideten Flieger, angeführt von den Piloten Haggard und Earnshaw, zu einem Fußballplatz, auf dem gerade ein Spiel stattfindet. Dort hält sich der Bürgermeister der Gemeinde auf, dem sie übergeben werden. Erstaunt stellen sie fest, dass ihr vermisster Freund in einem der Teams spielt. Nun wieder vereint, verstecken sie sich, nachdem einige Zeit abgewartet worden ist, in einem Lastwagen, der von Jo de Vries gefahren wird. Die Frau gibt vor, für die Deutschen zu sein und beschuldigt die Briten, ihren Mann, der zu der Zeit als Radiosprecher in England gearbeitet hat, bei einem Bombenangriff getötet zu haben. Trotzdem versteckt sie die Männer in ihrem Haus, obwohl deutsche Soldaten ganz in der Nähe stationiert sind.

Bei einem der zahlreichen Luftangriffe führt sie die Männer in dessen Schutz zu einem Ruderboot. Es gelingt ihnen, unentdeckt aufs Meer zu gelangen, bevor sie dann doch noch von einem Brückenwächter entdeckt werden, wobei Sir George Corbett, der älteste von ihnen, durch einen Schuss ernsthaft verletzt wird. Trotzdem gelingt es den Männern, die Nordsee zu erreichen und Schutz in einer deutschen Rettungsboje zu finden. Dort nehmen sie zwei abgeschossene feindliche Flieger gefangen und können eine Funkmeldung absetzen. Es ist ein glücklicher Zufall, dass zwei britische Boote die Boje zuerst erreichen. Da Corbett sich nicht bewegen kann, schleppt man die gesamte Boje nach England.

Nachdem drei Monate vergangen sind, und auch Corbett genesen und wieder einsatzfähig ist, besteigt die Crew ihr neues viermotoriges Bomberflugzeug, eine Short Stirling.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drehorte, Drehzeit, Budget[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Filmaufnahmen entstanden unter anderem in The Fens, einer Moorlandschaft in Ostengland, in The Wash, einer der Flut ausgesetzten Flussmündung an der Ostküste Englands, in King’s Lynn, einer in Großbritannien gelegenen Stadt am Fluss Great Ouse, knapp vor dessen Mündung in das sogenannte The Wash der Nordsee. In unmittelbarer Nähe beginnen The Fens, ein Gebiet auf Meeresspiegelhöhe, das im Mittelalter trockengelegt wurde. Gedreht wurde außerdem im Verwaltungsbezirk Borough of Boston in der Grafschaft Lincolnshire in England, in den Denham Studios in Denham (Buckinghamshire) in England, in der Royal Air Force Oakington Station nördlich von Oakington, Cambridgeshire, in England sowie in den Riverside Studios im Londoner Stadtteil Hammersmith. Für die Szenen, die die Bombardierung von Stuttgart zeigen sollten, hatte Art Director David Rawnsley in den Riverside Studios nahe der Hammersmith Bridge in London ein ausgeklügeltes Modell von Stuttgart nachempfunden. Dieses war so riesig, dass es den gesamten Boden des Studios bedeckte.[2] Das Filmdrehbuch blieb über die gesamte Produktionszeit eher halbfertig, was auch daran lag, dass es ständige Veränderungen gab und Fortschritte in der Kriegstechnik. So fügte Powell beispielsweise die in der Nordsee verankerten Lobster Pots genannten Stahlplattformen, die der Öffentlichkeit seinerzeit unbekannt waren, in Filmszenen ein.

Gedreht wurde vom 11. August 1941 bis März 1942. Dem Film stand ein geschätztes Budget von £ 70,000 zur Verfügung. Obwohl das Budget für die Kriegszeit begrenzt war, sorgten Powell und seine Firma dafür, dass die technische Ausführung des Films erstklassig war. Noël Coward stattete dem Set einen Besuch ab und war von der Effizienz der Filmcrew und der Inszenierung der komplizierten Action-Szenen so angetan, dass er die gesamte Crew für seinen Kriegsfilm In Which We Serve engagierte.[2]

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Roger Fristoe führte für Turner Classic Movies aus: „Das unterschwellige, aber inspirierende britische Militärdrama One of Our Aircraft Is Missing, das während des Zweiten Weltkriegs gedreht wurde, war die vierte Zusammenarbeit zwischen Michael Powell und Emeric Pressburger und stand unter dem Motto ihrer Produktionsfirma The Archers.“ Der Film entstand unter der Aufsicht des Informationsministeriums als Teil einer Reihe von Filmen, die dem Zweck dienen sollten, die Moral im Vereinigten Königreich zu heben. Der Film wird oft als einer der besten britischen Filme seiner Zeit angesehen. Für Powell und Pressburger war es der Film, mit dem sie sich in der britischen Filmindustrie einen Namen machten, und die Aufmerksamkeit solch mächtiger Persönlichkeiten wie beispielsweise J. Arthur Rank auf sich zogen. Das Duo hatte erstmals in dem Kriegsfilm The Spy in Black (1939) zusammengearbeitet. Unter ihren insgesamt 19 gemeinsamen Filmen sind solche Meisterwerke wie das Filmepos Leben und Sterben des Colonel Blimp (1943), das Filmdrama Die schwarze Narzisse (1947) und der Ballettfilm Die roten Schuhe (1948).[2]

Pamela Brown, Joyce Redman und Peter Ustinov gaben in diesem Film ihr Debüt. Googie Withers, die zumeist in kleinen Rollen besetzt wurde, brach laut Powell in Tränen aus, als er ihr die tragende Rolle einer Frau gab, die maßgeblich dazu beiträgt, dass die Männer des Bombers nicht in die Hände der Nazis fallen.[2]

Soundtrack[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Powell hatte sich entschieden den Soundtrack des Films wirklichkeitsnah zu gestalten. So verzichtete er weitgehend auf Musikuntermalung, und nutzte stattdessen die Geräusche, die in einem Krieg zu hören sind zur Untermalung des Geschehens.[2]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichung, Filmtitel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Präsentiert wurde der Film von British National Films (British National Films Ltd) The Archers. In den USA wurde er von United Artists vertrieben, in Schweden von Europa Film, in den Niederlanden von Columbia International Films und im Vereinigten Königreich von der Pathé Pictures Ltd.

Premiere hatte One of Our Aircraft Is Missing am 24. April 1942 in London. Am 27. Juni 1942 lief er dann allgemein im Vereinigten Königreich an. In den Vereinigten Staaten wurde am 16. Oktober 1942 eine gekürzte Version (86 Minuten) veröffentlicht. Im Jahr 1943 wurde der Film in Mexiko, Argentinien und Schweden veröffentlicht, 1944 in Portugal und Frankreich, 1945 in Dänemark, Finnland und Belgien (Brüssel), 1946 in den Niederlanden und in Italien, 1947 in Hongkong und am 14. Dezember 1948 erneut in London. Veröffentlicht wurde er zudem in Bulgarien, Brasilien, Kanada, Griechenland, Polen, Rumänien und in der Sowjetunion.

Der vollständige englische Titel lautet: The Story of ------ ‘one of our Aircraft is missing’, alternativ …One of Our Aircraft Is Missing, auf einigen Filmplakaten auch One Of Our Aircraft Is Missing! Die ursprüngliche Drehbuch trug den Titel One of Our Aircraft Failed to Return. Powell schrieb dazu in seiner 1986 erschienenen Autobiografie A Life in the Movies, dass, obwohl er den Titel als evokativ und wohlklingend empfunden habe, dieser allgemein als zu pessimistisch empfunden worden sei.[2] Der Titel One of Our Aircraft Is Missing, der dann Filmtitel wurde, ist einem Satz entlehnt, der nach Bombenangriffen oft in den britischen Nachrichten zu hören war.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seiner Veröffentlichung in Großbritannien im Juni 1942 wurde der Film begeistert aufgenommen. Powell schrieb in seiner Autobiografie, dass J. Arthur Rank beim Ansehen des Films lächelnde Herzlichkeit ausgestrahlt und ihn aufgefordert habe, zu sagen, was er wolle, da man ihm gerne einen langfristigen Vertrag anbieten wolle.[2]

TS schrieb in der The New York Times, dass Michael Powell und Emeric Pressburger ein engmaschiges fein gezeichnetes Melodram geschaffen hätten, bei dem man fast den Atem anhalte. Der Film verlasse seinen Spannungsbogen in keinem Augenblick. One of Our Aircraft Is Missing sei ein guter Titel, der auf ein aufregendes Abenteuer hindeute. Diesem Versprechen werde der Film mehr als gerecht. Zwar weise die Handlung ein einfaches Muster auf, aber Regisseur und Produzent hätten eine Reihe von erschütternden Vorfällen geschaffen, in denen die Spannung so fein ausbalanciert sei, dass ein einzelner Fehltritt sie hätte zerstören können. Der Überfall sei so real, als ob er während einer tatsächlichen Operation fotografiert worden sei. Die Schauspieler der Crew – Godfrey Tearle als der Älteste der Gruppe, Hugh Burden als Pilot, Eric Portman als ruppiger Yorkshireman und Bernard Miles, Hugh Williams und Emrys Jones – seien alle gleich wichtig als Mitglieder der Crew und hätten ihre Sache gut gemacht. Auch die weiteren Darsteller wurden gelobt mit der Einschränkung, dass Hay Petrie in seiner Rolle als Dorfbürgermeister überziehe.[3]

Bei Rotten Tomatoes erhielt der Film bei 365 Nutzerbewertungen 63 % Zustimmung.[4]

Film.at kam zu dem Urteil: „Bestechend dokumentarisch vorgeführte Planung und Durchführung eines Luftangriffs.“[5]

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

National Board of Review 1942:

  • a) Googie Withers Gewinner des NBR Award in der Kategorie „Bester Darsteller“
  • b) der Film in der Kategorie „Top Ten Films“

Oscarverleihung 1943:

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. The 15th Academy Awards | 1943 s.S. oscars.org (englisch)
  2. a b c d e f g Roger Fristoe: One Of Our Aircraft Is Missing s.S. Turner Classic Movies – TCM (englisch)
  3. T.S.: „One of Our Aircraft Is Missing“, Featuring Godfrey Tearle, Eric Portman and Hugh Williams, Is Seen at the Globe Theatre In: The New York Times, 2. November 1942 (englisch). Abgerufen am 23. Februar 2018.
  4. One of Our Aircraft Is Missing s.S. rottentomatoes.com (englisch)
  5. One of Our Aircraft Is Missing s.S. film.at