Oolong

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Oolong
Deutsch Oolong-Tee
Englisch Oolong tea
Chinesisch 乌龙茶, wūlóngchá

青茶, qīngchá

Wassertemperatur 75 °C bis 90 °C
Ziehzeit min. 1 Minute

Oolong (chinesisch 烏龍茶 / 乌龙茶, Pinyin wūlóngchá ‚Schwarzer-Drachen-Tee‘, auch: 青茶, qīngchá ‚Grünblauer-Tee‘)[1] ist eine traditionelle chinesische Teesorte. Die Fermentationsdauer liegt zwischen der von grünem und schwarzem Tee, daher auch die synonyme Bezeichnung halbfermentierter Tee.[2]

Namensherkunft und -bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte Da-Hong-Pao-Teebüsche im Wuyi Shan

Die Bezeichnung Oolong (烏龍 / 乌龙, wūlóng)[3] bedeutet Schwarzer Drache. Verschiedene Legenden beschreiben den Ursprung dieses Namens. Eine dieser Legenden besagt, dass der Inhaber einer Teepflanzung beim Trocknen der Teeblätter von einem schwarzen Drachen verjagt wurde; als er sich vorsichtig einige Tage später zurücktraute, waren die Blätter in der Sonne oxidiert und ergaben ein herrliches Getränk.[2]

Als die ältesten bekannten Teebüsche, aus deren Blättern Oolong-Tee gewonnen wird, gelten die „Vier berühmten Teebüsche“ des Wuyi-Gebirges im Nordwesten der chinesischen Provinz Fujian.

Herstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oolong-Tee

Für den Oolong-Tee müssen die Teeblätter zunächst nach dem Pflücken in der Sonne zu welken beginnen.[4] Danach werden sie in einem Raum zum Ruhen gelagert; anschließend findet die Oxidation statt. Die Blätter werden immer wieder leicht gerieben und geschüttelt, so dass der austretende Saft mit dem Sauerstoff der Luft reagiert; jedoch nicht so lange wie schwarzer Tee. Die Oxidation wurde klassisch-handwerklich durch das Erhitzen in Eisenpfannen gestoppt.[5] Je nach Oxidationsdauer tendiert der so behandelte Oolong geschmacklich mehr zum Grün- oder zum Schwarztee.[2]

Eigenschaften, Aufguss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teekenner stufen den Tee nach seinem Aroma (wohlriechend, blumig), dem Geschmack und Nachgeschmack ein.[4] Zu den besten Oolong-Tees werden der Oriental Beauty (東方美人 / 东方美人, Dōng​fāng​ Měi​rén​) aus Taiwan, aus den traditionellen Anbaugebieten in Luku, Hsinchu, Miaoli und Pinglin, der Dongding Oolong (凍頂烏龍 / 冻顶乌龙, Dòngdǐng Wūlóng), nach dem Berg Dongding (凍頂山 / 冻顶山, Dòngdǐng Shān​) im Landkreis Nantou in Taiwan und der Tieguanyin (鐵觀音 / 铁观音, Tiěguānyīn​) aus der Provinz Fujian in China gezählt. Auch der Phönix Dancong (鳳凰單叢 / 凤凰单丛, Fènghuáng Dāncōng) aus Chao’an in Guangdong gehört zu den besten Oolonggärten.[2]

Seit einigen Jahren werden auch in Indien, Malaysia, Vietnam, Thailand, Malawi und Kenia Oolong-Tees produziert, mit teils anderer Geschmackscharakteristik.

Oolong-Tee kann mehrmals aufgegossen werden. Traditionell werden hierfür kleine Teekannen aus unglasiertem Ton wie eine Yixing-Teekanne verwendet; aufgegossen wird Oolong-Tee meist nach der Gong-Fu-Methode. Die einzelnen Aufgüsse werden nacheinander bezeichnet als:

  1. Tee des guten Geruchs;
  2. Tee des guten Geschmacks;
  3. Tee der langen Freundschaft.

Sorten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Oolong-Tees aus China sind:

  • 武夷岩茶 ‚wǔ yí yán chá‘ – Felsentee aus dem Wuyi-Gebirge im Nordwesten der Provinz Fujian. Hierzu zählen:
    • 大紅袍, dà hóng páo ‚Große rote Robe‘ – Da Hong Pao, stärker fermentierter Oolong.
    • 白雞冠 / , bái jī guān ‚Weißer Hahnenkamm‘ – Bai Ji Guan, ein leichter Oolong.
    • 水金龜, shuǐ jīn guī ‚Goldene Meeresschildkröte‘ – Shui Jin Gui.
    • 铁罗汉, tiě luó hàn ‚Eiserner Kriegermönch oder Eiserner Arhat‘ – Tie Luo Han
  • 安溪鐵觀音 / 安溪铁观音, tiě guānyīn ‚Eiserne Guanyin‘ – Tie Guanyin aus dem Kreis Anxi im Süden von Fujian.

Eine in Europa wenig bekannte Spezialität ist gelagerter Oolong. Ähnlich wie Pu-Erh-Tees gewinnen gewisse, qualitativ hochstehende Oolongs bei idealen Lagerbedingungen mit der Zeit an Geschmack und Qualität.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Oolong – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Begriff „Oolongcha (烏龍茶 / 乌龙茶)“, chinesisch / deutsch: [1] auf dict.leo.org, abgerufen am 21. Januar 2018 - Online
  2. a b c d Oolong Tea. adagio teas, abgerufen am 1. Mai 2016.
  3. Begriff „Oolong (烏龍 / 乌龙)“, chinesisch: [2] auf zdic.net, abgerufen am 21. Januar 2018 - Online
  4. a b Chen Zongmou: Zhongguo cha jing. Shanghai 1992, ISBN 7-80511-499-4.
  5. Babette Donaldson: The Everything Healthy Tea Book. Discover the healing benefits of tea. Adams, Avon 2014, ISBN 978-1-4405-7459-7.