Open Telekom Cloud

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Open Telekom Cloud
Open Telekom Cloud-Logo
Open Telekom Cloud
Beschreibung Cloud Computing
Sprachen Deutsch, Englisch
Eigentümer Deutsche Telekom AG
Erschienen 14. März 2016
Status online

Die Open Telekom Cloud der Deutschen Telekom AG ist ein Infrastructure-as-a-Service-Angebot aus der Public Cloud. Sie basiert auf OpenStack-Technologie und wird in den Rechenzentren der Tochtergesellschaft T-Systems International GmbH in Biere und Magdeburg nach deutschen Datenschutzstandards betrieben.[1]

Konzept[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Open Telekom Cloud ist ein Public-Cloud-Angebot für Geschäftskunden, das am 14. März 2016 erstmals auf der CeBIT in Hannover von der Deutschen Telekom AG vorgestellt wurde.[2] Die Infrastructure-as-a-Service (IaaS)-Lösung beruht auf deutschen Datenschutzrichtlinien und bietet Unternehmen individuell konfigurierbare Cloud-Services.[3] Mit der Open Telekom Cloud reagiert die Deutsche Telekom AG auf aktuelle Markt- und Digitalisierungstrends. Laut der repräsentativen Umfrage „Cloud-Monitor 2018“ von Bitkom Research im Auftrag der KPMG AG erwarten 97 % der Kunden von ihrem Cloud-Anbieter Konformität mit der EU-DSGVO. Zudem bestätigen 57 % der Unternehmen, dass die Public-Cloud-Nutzung zu einer besseren Verfügbarkeit und Performance der IT-Leistungen geführt hat.[4]

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Public-Cloud-Produkt der Deutschen Telekom AG basiert auf dem Softwareprojekt OpenStack, das eine offene Architektur für Cloud Computing zur Verfügung stellt.[5] Die flexibel skalierbaren IT-Ressourcen aus der Cloud können über ein Self-Service-Portal oder über programmierbare Schnittstellen (API) administriert und einzelne Komponenten wie CPU, RAM, Storage und Netzwerk ausgewählt sowie konfiguriert werden.[6]

Die Open Telekom Cloud wird sukzessive ausgebaut und optimiert.[7] Neben den IaaS-Angeboten wird die Open Telekom Cloud fortlaufend um Platform-as-a-Service(PaaS)-Eigenschaften erweitert. Bereits integriert sind der relationale Datenbank-Service (RDS) und virtuelle Desktop-Infrastrukturen mit Betriebssystem, z. B. Windows 7 oder Windows 10.[8] Bis inklusive 2018 veröffentlichte die Open Telekom Cloud jährlich drei Releases mit Erweiterungen, seit 2019 werden Neuerungen im Monatstakt publiziert.

Ein erstes Großprojekt unter Beachtung der europäischen Datenschutz- und Datenverarbeitungsvorschriften ist bereits abgeschlossen: Gemeinsam mit CERN, der europäischen Organisation für Kernforschung in Genf, testete die Deutsche Telekom AG, wie sich wissenschaftliche Daten über kommerzielle Cloud-Infrastrukturen verarbeiten und abbilden lassen.[9] Die Open Telekom Cloud ist die Basis für Mundi Web Services, die die Daten des europäischen Satellitenprogramms Copernicus bereitstellen und verarbeiten.[10]

Services[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Leistungen der Open Telekom Cloud umfassen neben Rechenleistung und Speicher auch Sicherheits-, Management- sowie Netzwerk-Services.

Rechenleistung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Elastic Cloud Server der Open Telekom Cloud setzt sich als virtuelle Maschine primär aus den Komponenten Prozessor (virtuelle CPU), Arbeitsspeicher (virtueller RAM) und Betriebssystem (OS-Image) zusammen. Die Server sind wahlweise mit 1 bis 60 vCPU ausgestattet. Der Arbeitsspeicher (RAM) hält zwischen 1 und 940 Gigabyte bereit. Daraus ergeben sich insgesamt über 60 Kombinationsmöglichkeiten für verschiedene Einsatzszenarien und Firmengrößen – z. B. für In-Memory-Computing, Grafik-Anwendungen oder virtuelle Desktops. Die Open Telekom Cloud bietet mit Dedicated Hosts auch kundenspezifische Hardware für virtuelle Maschinen. Die Hardware hierfür wird von Intel bereitgestellt. Auch Bare Metal Server (ohne Virtualisierung) und FPGA-Flavors sind im Angebot. Zur Auswahl stehen die Betriebssystemgruppen Open Linux (u. a. Ubuntu, CentOS), Oracle Linux, SUSE Enterprise und Microsoft Windows. Seitdem wurde das Spektrum der verfügbaren Betriebssysteme um Debian, Fedora und Red Hat erweitert.[11] Die Server können über den Auto Scaling Service anhand von konfigurierbaren Parametern automatisch skaliert werden.[12]

Speicher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Open Telekom Cloud bietet mit dem Object Storage Service eine objektbasierte Datenspeicherung mit einer Unterstützung von bis zu 5 Terabyte großen Dateien, die verschlüsselt werden können. Über den Elastic Volume Service wird die Datenspeicherung in Block-Level-Speicherkapazitäten der drei Leistungsstufen SATA, SAS und SSD bereitgestellt. Der Volume Backup Service und der Cloud Server Backup Service sorgen für eine regelmäßige Wiederherstellung von lokalen System- und Speicherdaten eines bzw. mehrerer Elastic Cloud Server.[13] Mit dem Scalable File Service ist auch eine NAS-ähnliche Speicherlösung auf Basis von OpenStack Manila im Angebot.

Sicherheit und Management[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nutzerdaten und Berechtigungen werden zentral über das myWorkplace-System der Telekom verwaltet. Anti-DDoS (Distributed-Denial-of-Service) schützt das Netzwerk vor kriminellen Angriffen und Cloud Eye dient als hochperformantes Monitoring mit Alarmfunktion, das den Verbrauch und die Nutzung der Services beobachtet.[14] Die Plattform verfügt über eine Auditierungsfunktion, Messaging-Dienste, ein Managementsystem für Sicherheitsschlüssel, die Option, Daten in Block Storage und Object Storage zu verschlüsseln sowie Heat als Orchestrierungs-Tool.

Netzwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Netzwerkkommunikation wird eine Virtual Private Cloud (VPC) aufgebaut. VPCs isolieren Netzwerke zwischen verschiedenen Tenants. Zur Kommunikation in das Internet können Elastic IPs (EIP), öffentliche IP-Adressen, bezogen werden. Die Verbindung mit dem Unternehmensnetz kann via VPN-Gateway auf IPsec-Basis erfolgen. IP-VPN per Multiprotocol Label Switching (MPLS) wird unterstützt.[15]

Datenschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereitgestellt werden die Public-Cloud-Services vom Zwillingsrechenzentrum in Biere/Magdeburg, das über umfangreiche Sicherheitsanlagen verfügt.[16] Die beiden Rechenzentren sind über ein Hochgeschwindigkeitsnetzwerk mit niedriger Latenz verbunden. Durch den ausschließlichen Betrieb in deutschen Rechenzentren erfüllen die Public-Cloud-Services für Unternehmen die Anforderungen an Datensicherheit und Datenschutz in Deutschland – internationale Standards werden durch diverse Zertifizierungen belegt.[17] Aufgrund der Datenspeicherung in Deutschland bleibt die Open Telekom Cloud unberührt vom EU-US Privacy Shield. Dieser regelt den Schutz personenbezogener Daten bei der Übertragung aus Mitgliedsstaaten der Europäischen Union in die USA.[18]

Zertifizierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Open Telekom Cloud ist mehrfach zertifiziert. Die TÜV TRUST IT GmbH (Unternehmensgruppe TÜV Austria) hat das Public-IaaS-Produkt gemäß TÜV Trusted Cloud Services auf IT-Sicherheit, Betrieb sowie Datenschutz geprüft und im März 2016 zertifiziert.[19] Zugleich erhielt die Open Telekom Cloud eine Level-2-Zertifizierung des Managementsystems nach den Anforderungen der CSA STAR (Cloud Security Alliance Security, Trust & Assurance Registry), einer Non-Profit-Organisation zur Verbreitung von Sicherheitsstandards im Cloud Computing.[20] Im Dezember 2016 wurde das Public-Cloud-Angebot nach ISO 27017 und 27018 (Datenschutz und Datensicherheit in der Cloud) zertifiziert.[21] Im November 2017 zertifizierte die Dekra die Open Telekom Cloud nach dem Trusted Cloud Datenschutzprofil (TCDP 1.0).[22]

Verfügbarkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Am 30. März 2019 war die komplette Open Telekom Cloud zwischen 12:30 und 20:00 Uhr nicht verfügbar (Quelle: Telekom-E-Mail vom 4. April 2019).[23]
  • Am 11. Juni 2019 war die komplette Open Telekom Cloud zwischen 10:30 und 14:00 Uhr wegen einer Störung der Internetanbindung nicht verfügbar (Quelle: Telekom-E-Mail vom 13. Juni 2019).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Open Telekom ist live! Telekom. 14. März 2016, abgerufen am 24. August 2016.
  2. Greif, Björn: CeBIT: Deutsche Telekom startet „Open Telekom Cloud“. ZDNet/Cloud. 14. März 2016, abgerufen am 5. August 2016.
  3. Lösung: Open Telekom Cloud T-Systems. Abgerufen am 24. August 2016.
  4. Bitkom Research GmbH und KPMG AG: Cloud-Monitor 2018. KPMG. 12. Juni 2018, abgerufen am 17. Mai 2019.
  5. What is OpenStack? OpenStack. Abgerufen am 24. August 2016 (Englisch).
  6. Büst, René: T-Systems - mit vier IaaS-Plattformen gegen AWS und Co. Computerwoche. 18. Mai 2016, abgerufen am 5. August 2016.
  7. Open Telekom Cloud: Noch mehr Power und neue Dienste. Telekom. Abgerufen am 24. August 2016.
  8. Container und der Traum von der Cloud-Unabhängigkeit. Telekom. 15. Juli 2016, abgerufen am 26. Oktober 2016.
  9. CERN nutzt "Open Telekom Cloud". SaaS-Magazin. 16. April 2016, abgerufen am 5. August 2016.
  10. Jurry de la Mar: Big Data aus dem All: Satellitenbilder für jeden via Open Telekom Cloud. Jaxenter. 17. September 2018, abgerufen am 17. Mai 2019
  11. Schindler, Martin: Open Telekom Cloud in neuen Geschmacksrichtungen. Silicon. 25. Oktober 2016, abgerufen am 26. Oktober 2016.
  12. Mainzer, Sebastian: Public - und sonst so? Die Open Telekom Cloud. DataCenter Insider. 18. August 2016, abgerufen am 23. August 2016.
  13. Open Telekom Cloud 1.1 – Leistungsbeschreibung & zusätzliche Bedingungen. Telekom. Abgerufen am 26. Oktober 2016.
  14. Open Telekom Cloud. Telekom. Abgerufen am 24. August 2016.
  15. CeBIT 2016 T-Systems Guide. T-Systems. Abgerufen am 26. Oktober 2016.
  16. Ferri Abolhassan: Datentresor fürs Cloud-Zeitalter. CRN. 19. Februar 2016, abgerufen am 24. August 2016.
  17. Deutsche Telekom: So trickst der geniale deutsche Datenbunker die USA aus. Die Welt. 12. Oktober 2015, abgerufen am 24. August 2016.
  18. EU-US Privacy Shield: Der Nachfolger von Safe Harbor wurde verabschiedet. Noerr. 13. Juli 2016, abgerufen am 5. August 2016.
  19. TÜV TRUST IT GmbH Unternehmensgruppe TÜV Austria: Open Telekom Cloud mit zertifizierter Datensicherheit. TÜV TRUST IT. 10. Mai 2016, abgerufen am 23. August 2016.
  20. Sicherheits-Award in Gold. Telekom. 17. März 2016, abgerufen am 24. August 2016.
  21. Open Telekom Cloud - Compliance. Abgerufen am 25. April 2017.
  22. TCDP-Zertifikat für die Open Telekom Cloud und DSI vCloud. T-Systems. 9. November 2017, abgerufen am 17. Mai 2019.
  23. Bernhard Gerlach: Root Cause Analysis and Improvements on OTC Outage 2019-03-30. T-Systems. 8. Mai 2019, abgerufen am 17. Mai 2019