Operation Last Chance

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel bedarf einer Überarbeitung:
durch eigenwillige Formatierung der Einzelnachweise ist es bei ca. der Hälfte der Einzelnachweise nicht möglich, einer Aussage den Nachweis zuzuordnen (umgekehrt natürlich auch nicht). Eine Stilblüte habe ich gerade entfernt - der Rest ist mir zu kompliziert. Ausserdem wäre es bei den ehem. gelisteten sinnvoll, soweit bekannt den Grund anzugeben (bei Verstorbenen erübrigt es sich weitgehend). --SummerStreichelnNote 12:00, 17. Jul. 2015 (CEST)

Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

Die Operation Last Chance ist eine internationale Kampagne mit dem Ziel, gesuchte NS-Kriegsverbrecher der Justiz zuzuführen. Das Motto der Aktion lautet: „Spät, aber nicht zu spät.“ Für Hinweise, die zur Verurteilung einer der gesuchten Personen führen, sind jeweils 10.000 Euro ausgesetzt.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Träger des Projekts sind das Simon Wiesenthal Center und die Targum Shlishi Foundation. Die Aktivitäten werden von Efraim Zuroff geleitet.

Derzeit ist die Initiative in neun Ländern aktiv:

  • seit 2002: Estland, Lettland und Litauen
  • seit 2003: Österreich, Polen und Rumänien
  • seit 2004: Kroatien und Ungarn
  • seit 2005: Deutschland

Fahndungsliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Stand 4. Mai 2016:[1]

A. Das Personal der Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, Treblinka, Belzec, Majdanek, Chelmno und Sobibor (Siehe auch: Überblick zu den NS-Vernichtungslagern.)
B. Die ehemaligen Mitglieder der Einsatzgruppen A–D
C. Individuelle Fälle:
  1. Helma Kissner, arbeitete als Funkerin im Konzentrationslager Auschwitz
  2. Reinhold Hanning, leitete Wachmannschaften in den Konzentrationslagern Auschwitz und Sachsenhausen
  3. Helmut Oberlander, beim Einmarsch der deutschen Truppen in die Ukraine 1941 Dolmetscher für das Einsatzkommando 10A, welches für die Vernichtung „unerwünschter“ Personen (Juden, Sinti und Roma) verantwortlich war.
  4. Hubert Zafke, SS-Sanitäter in Auschwitz
  5. Alfred Stork: In Italien wegen der Ermordung von Kriegsgefangenen auf Kefalonia verurteilt, lebt in Deutschland[2]
  6. Helmut Rasbol, Wachmann in einem Judenlager in Weißrussland
  7. Aksel Andersen, Wachmann in einem Judenlager in Weißrussland
  8. Johann Robert Riss, nahm an der Ermordung von 184 italienischen Zivilisten teil
  9. Algimantas Dailidė, nahm Juden für die SS und Litauische Kollaborateure fest. Von einem litauischen Gericht verurteilt. Er muss die Haftstrafe aber aufgrund seines hohen Alters nicht antreten. Seit 2003 lebt er in Kirchberg in Sachsen.[3]
  10. Jakob Palij, Wachmann im Konzentrationslager Trawnik

Ehemals auf der Liste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelbelege:[13][14][15][16][17][18][19][20][21][22][23][24][25][26][27][28][29][30]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der jüdische Historiker Michael Wolffsohn kritisierte das Projekt in einem Interview mit dem Deutschlandfunk für die Aussetzung eines Kopfgelds als „geschmacklos“. Im selben Zusammenhang bezeichnete er auch die Rückführung von John Demjanjuk als mögliche „institutionelle und vielleicht sogar personelle Wichtigtuerei“, sowie die Arbeit des Wiesenthal Centers als „Klamauk [der] aber nicht für eine wirklich intensive, pietätvolle Aufarbeitung“ stehe.[31]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wiesenthal Center 2016 Annual Report Praises Renewed Efforts by German Prosecutors | Simon Wiesenthal Center. Abgerufen am 29. Juli 2016.
  2. Marco De Paolis: Früherer Soldat Alfred Stork wegen Massaker verurteilt. In: Süddeutsche Zeitung. 18. Oktober 2013, abgerufen am 17. Juli 2015.
  3. Ynet: Lithuania: 85-year-old Nazi evades prison. In: ynetnews.com. 27. März 2006, abgerufen am 17. Juli 2015 (englisch).
  4. derStandard.at - Österreichischer Nationalsozialist Brunner offenbar 2009 gestorben. APA-Meldung vom 30. November 2014, abgerufen am 30. November 2014.
  5. a b Three new names on Wiesenthal Center’s most-wanted Nazi list have Canadian links. In: The Times of Israel. 22. April 2012, abgerufen am 15. Juli 2012.
  6. Brian Flynn und Ryan Parry: The Sun finds Nazi who sent 15,700 to die. auf der Webseite von The Sun, 15. Juli 2012
  7. Polizei nimmt mutmaßlichen NS-Kriegsverbrecher Csatáry fest. In: Spiegel Online. 18. Juli 2012.
  8. Laszlo Csatary, Hungarian man charged with Nazi-era war crimes, dies at 98. Washington Post. Archiviert vom Original am 12. August 2013. Abgerufen am 12. August 2013.
  9. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/mutmasslicher-nazi-kriegsverbrecher-csatary-laut-anwalt-gestorben-a-916011.html
  10. „Der Fall Michail Gorschkow “, Baltische Rundschau, abgerufen am 7. Mai 2013
  11. Nazi suspect Charles Zentai wins Australia extradition case. BBC, 15. August 2012, abgerufen am 20. Juni 2013.
  12. Nora Bossong: Auschwitz-Prozess: Das letzte Gericht. In: Zeit Online. 16. Juli 2015, abgerufen am 17. Juli 2015.
  13. Efraim Zuroff: Worldwide Investigation and Prosecution of Nazi War Criminals (April 1, 2003 – March 31, 2004). An Annual Status Report. (PDF; 615 kB) August 2004, S. 42–43
  14. SWC Annual Report on Nazi War Criminals Reveals Dramatic Rise in New Investigations; Slams Ukraine and Others; & Praises US for Outstanding Success. 4. Mai 2005
  15. Wiesenthal Center Annual Report on Worldwide Investigation and Prosecution of Nazi War Criminals. 23. April 2006
  16. Wiesenthal Center Annual Report Notes Rise in Number of Convictions of Nazi War Criminals During Past Year. 15. April 2007;
    Efraim Zuroff: Worldwide Investigation and Prosecution of Nazi War Criminals (April 1, 2006 – March 31, 2007). An Annual Status Report. (MS Word; 401 kB) August 2007
  17. SWC Annual Worldwide Report and Most Wanted List for Nazi War Criminals. 30. April 2008
  18. Wiesenthal Center Annual Report on the Prosecution of Nazi War Criminals. 20. April 2009
  19. SWC Annual Nazi War Criminal Report. 11. April 2010;
    Efraim Zuroff: Worldwide Investigation and Prosecution of Nazi War Criminals (April 1, 2009 – March 31, 2010). An Annual Status Report. November 2010, S. 38–42
  20. Simon Wiesenthal Center's Tenth Annual Report on the Investigation and Prosecution of Nazi War Criminals. 1. Mai 2011;
    Efraim Zuroff: Worldwide Investigation and Prosecution of Nazi War Criminals (April 1, 2010 – March 31, 2011). An Annual Status Report. November 2011
  21. SWC Annual Status Report on the Worldwide Investigation and Prosecution of Nazi War Criminals. (PDF; 95 kB) 2012;
    Efraim Zuroff: Worldwide Investigation and Prosecution of Nazi War Criminals (April 1, 2011 – March 31, 2012). An Annual Status Report. (PDF; 502 kB) Dezember 2012, S. 39–43
  22. Efraim Zuroff: Simon Wiesenthal Center 2013 Annual Report on the Status of Nazi War Criminals. (PDF; 379 kB) April 2013
  23. „Die Jagd nach den letzten Kriegsverbrechern“, FAZ, 10. Juli 2007, Interview mit Efraim Zuroff
  24. „Karadzic, Heim, Bin Ladin – Gesucht: Kriegsverbrecher“, FAZ, 29. Juli 2008, Interview mit Efraim Zuroff Karadzic, Heim, Bin Ladin Gesucht: Kriegsverbrecher
  25. Nazi-Liste: Österreicher Heim an 1. Stelle [1]
  26. Vorarlberg Online: Die Liste der zehn meistgesuchten Nazi-Kriegsverbrecher. [2]
  27. „Auf der Suche nach den Klägern“, Jungle World, 6. November 2008, Interview mit Efraim Zuroff
  28. USA: Mutmaßlicher Kriegsverbrecher Peter Egner gestorben [3]
  29. Letztes Holocaust-Verfahren eingestellt [4]
  30. Primary Findings of the Simon Wiesenthal Center's 2013 Annual Report on the Worldwide Investigation and Prosecution of Nazi War Criminals (MS Word; 27 kB), operationlastchance.org
  31. http://www.deutschlandradiokultur.de/wolffsohn-kritisiert-plakataktion-zu-nazi-verbrechen-als.1008.de.html?dram:article_id=255064