Operation Neptune’s Spear

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Der Aufenthaltsort Bin Ladens in Abbottabad – schematische Grafik

Die Operation Neptune’s Spear vom 2. Mai 2011 war ein von US-Präsident Barack Obama befohlener und von der CIA geleiteter Militäreinsatz der Vereinigten Staaten in Abbottabad, Pakistan. Laut US-Angaben töteten Mitglieder der Spezialeinheit DEVGRU (Navy SEAL Team 6) Osama bin Laden, den Gründer und Anführer des Terrornetzwerks al-Qaida, und weitere Anwesende.

Die US-Regierung und beteiligte Soldaten haben den Verlauf des Einsatzes in Details unterschiedlich dargestellt. Umstritten ist auch, ob Pakistanis den Wohnort Bin Ladens an die USA verrieten und in die Aktion eingeweiht waren.

Der Codename der Operation bezieht sich auf den Dreizack des Meeresgottes Neptun, der auch in den Special Warfare Insignia der United States Navy SEALs enthalten ist. Er verweist somit auf die ausgewählte Spezialeinheit.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Bin Ladens Aufenthaltsort[Bearbeiten]

Das Haus mit Außentor in welchem sich Bin Laden versteckte
Vergleich des Grundstückes 2004 und 2011

Nach Zeugenaussagen von Bin Ladens Familienmitgliedern, pakistanischen Geheimdienstmitarbeitern und den Angaben der Frau des Kuriers al-Kuwaiti wohnte Bin Laden mit seinen Frauen und Kindern sowie der Familie des Kuriers, in einem Anwesen seit August 2005 in der nordpakistanischen Provinz Khyber Pakhtunkhwa im Vorort Bilal Town der Militärgarnisonsstadt Abbottabad, die etwa 50 Kilometer nordöstlich von der Hauptstadt Islamabad entfernt liegt.[1] Erste Angaben in der Presse aus 2011 hatten den 6. Januar 2006 als Einzugstermin benannt.[2]

Der Gebäudekomplex wurde regional Waziristan Haveli genannt, weil ein Verbindungsmann Bin Ladens, der den Bau des Gebäudes organisierte, aus der Region Wasiristan kam.[3] Das Anwesen wurde von 2003 bis 2005 gebaut. Als Bauunternehmer gilt Noor Mohammed, als Statiker Gul Mohammed. Eigentümer des Gebäudes war Bin Ladens persönlicher Kurier Abu Ahmad al-Kuwaiti. Die US-Regierung gingen zuerst von etwa einer Million US-Dollar an Wert aus. Diese Einschätzung wurde später korrigiert und die Anlage auf 250.000 US-Dollar abgestuft.[4]

Das Grundstück war etwa 3.500 m² groß und vollständig von einer zwischen drei und 5,5 Meter hohen, mit Stacheldraht gekrönten Mauer umgeben. Diese hatte zwei Tore, die zugleich als Sicherheitsschleuse dienten. Ferner gab es eine Reihe von Überwachungskameras sowie mehrere Satellitenschüsseln.[5] Auf dem Grundstück waren mehrere Gebäude errichtet worden. Das Hauptgebäude bestand aus drei Stockwerken. Es unterschied sich von außen nur aufgrund seiner Größe und Sicherheitseinrichtungen von den Gebäuden der Umgebung,[6] etwa durch besonders kleine Fenster und einen mit einer etwa 2,10 Meter hohen Mauer als Sichtblende umgebenen Balkon im obersten Stock. Das Haus hatte keinerlei Telefonleitungen und Internetverbindungen.[7]

Am 1. Mai 2011 befand sich ein etwa 1000 m² großer, sorgfältig gepflegter Gemüsegarten mit Kohl, Kartoffeln und Cannabis auf dem Gelände. Ferner wurden eine Kuh und viele Hühner gehalten. Man nimmt an, dass es auch eine autarke Wasserversorgung mit einem Brunnen gab.[8] Anders als bei den Nachbarn wurde sämtlicher Müll im Haus Bin Ladens auf dessen Grundstück verbrannt und nicht zur Abholung auf den Fahrweg gestellt.[5]

Das Gebäude wurde im Februar 2012 von pakistanischen Sicherheitskräften abgerissen.[9]

Fahndung[Bearbeiten]

Zeugenaussagen, die angeblich Bin Laden oder ihm ähnelnde Personen gesehen hatten, brachten keine Ergebnisse. Deshalb verfolgten die Fahnder der Central Intelligence Agency (CIA) ab 2006 nicht mehr solche Spuren, sondern konzentrierten sich auf mögliche Kuriere Bin Ladens. 2007 erfuhren sie durch Aussagen des im Irak gefangenen al-Qaida-Mitglieds Hassan Ghul, Bin Laden habe einen persönlichen Kurier mit dem Decknamen Abu Ahmad al-Kuwaiti. Die danach befragten hochrangigen al-Qaida-Mitglieder Abu Faradsch al-Libi und Khalid Shaikh Mohammed, der als Hauptplaner der Terroranschläge vom 11. September 2001 gilt, bestritten jedoch, diesen Namen zu kennen. Dieser Widerspruch bestärkte die Fahnder in der Annahme, al-Kuwaiti könne tatsächlich ein Vertrauter Bin Ladens sein. Monate später gab Khalid zu, al-Kuwaiti zu kennen, behauptete jedoch zugleich, dieser sei kein al-Qaida-Mitglied mehr und für Bin Laden unwichtig.

Im Juni 2009 schickte Präsident Obama ein Memorandum an CIA-Direktor Leon Panetta. Hierin forderte er eine detaillierten Operationsplan zur Lokalisierung von Osama Bin Laden. Die Bemühungen zur Ergreifung sollte dringlichere Priorität erhalten, da Obama schon zu Amtsantritt Panetta anwies, die Suche zu verstärken.[10]

Aus einem auf Juni 2010 datierenden Dokument der National Security Agency (NSA), welches durch Edward Snowdens Enthüllungen veröffentlichte wurde geht hervor, dass es den Vorschlag gab Bin Laden anhand seines medizinischen Profils zu lokalisieren.[11] Im gleichen Zeitraum identifizierte die CIA den Kurier "al Kuwaiti", dem sie bis nach Abbottabad in Pakistan nachspürte. Sein Verhalten zeigte Anzeichen von Sicherheitsmaßnahmen, die auf seine aktive angenommene Rolle als Kurier der al-Quaida deuteten. Ein abgehörtes Telefonat bestätigte die Vermutung seiner Verbindung. Al Kuwaiti habe im Gespräch gesagt: "Ich bin mit jenen zusammen wie zuvor."[10]

Auf die Entdeckung der CIA hin wurde alsbald ein Memorandum Closing in on bin Laden Courier (dt. Aufschließen an Bin Laden Kurier) im August 2010 erstellt. CIA Direktor Panetta unterrichtete den Präsident umgehend über die neuen Erkenntnisse in einem Briefing, und erklärte, dass man Bin Ladens Kurier in einem Unterschlupf in Abbottabad lokalisiert hätte. Daraufhin verlangte Obama kontinuierliche Updates. Bereits im September beschrieb das CIA-Memorandum Anatomy of a Lead (dt. Aufbau einer Spur) das Anwesen in Abbottabad und bot die Aussicht an, dass Osama Bin Laden sich dort aufhielt. In einem Dezember Briefing wurden Obama weitere Videos und Beschreibungen des Anwesens in Abbotabad vorgestellt. Jedoch war auch zu diesem Zeitpunkt die Geheimdienstaufklärung unsicher ob des Aufenthalts von Bin Laden.[10] Wegen der Größe und Abschirmung vermuten der Geheimdienst, dort müsse zumindest eine al-Qaidas Führungspersonen wohnen.[12] Inwieweit die NSA Amtshilfe leistete ist unsicher. In einem Interview vom 17. Mai 2011 sprach Jon Darby, dass die Behörde eine Schlüsselrolle beim Identifizieren des Anwesens gespielt habe.[13]

Nach Medienberichten versuchte die CIA mit einer kostenlosen Impfkampagne in Abbottabad, DNS-Material der Bewohner dieses Anwesens zu erhalten, um sicherzustellen, dass Bin Laden sich dort aufhalte. Der dazu gewonnene pakistanische Arzt Shakil Afridi leitete die Impfaktion im März 2011 ein. Eine von ihm angestellte Krankenschwester soll Zugang zu Bin Ladens Anwesen erhalten haben; ob sie DNS-Material erhielt, ist unbekannt. Pakistans Sicherheitsbehörden nahmen den Arzt nach Bin Ladens Tötung fest.[14] Laut dem damaligen CIA-Chef Leon Panetta gab er „äußerst hilfreiche Informationen“ für die Operation Neptune's Spear.[15] Er wurde wegen Zusammenarbeit mit der CIA in Pakistan angeklagt und am 23. Mai 2012 vom Verwaltungschef seines Heimatdistriktes wegen Hochverrats zu 33 Jahren Haft verurteilt.[16] Als Reaktion darauf kürzte der Bewilligungsausschuss des US-Senats Finanzhilfen für Pakistan in einem „symbolischen Akt“ um 33 Millionen US-$. Senator Dick Durbin (Demokratische Partei) meinte: „Es ist ungeheuerlich, dass Pakistan einen Mann, der uns half, Osama Bin Laden zu finden, einen Verräter nennt.“[17]

Aktionspläne[Bearbeiten]

Im Januar 2011 empfahlen CIA-Analysten auf einem Beratungsgespräch mit Panetta rasches Handeln. Es wurde davon gesprochen, dass die Aufklärung nicht besser würde. Infolge kündigte Panetta Präsident Obama an, dass al Kuwaiti entschwinden könnte und es daher weiterer Schritte bedarf. In Konsequenz verlangte Obama nach Optionen, die bis April einen Planungsprozess hervorriefen. So entstanden vier Handlungsoptionen. Darunter war auch Operation Neptun Spear, die auf den Schlüsselprinzipien Vizeadmiral William H. McRaven für Special Operations beruhten - Wiederholbarkeit, Überraschung, Sicherheit, Schnelligkeit, Einfachheit und Zweck.[10] Zeitgleich sammelten bis Februar 2011 die Fahnder der USA weitere Indizien und beobachteten das Anwesen; so fanden sie heraus, dass der Kurier mit seiner Frau das Nebengebäude, weitere Familien die oberen beiden Stockwerke des Hauptgebäudes bewohnten. Sie sahen einmal auch einen großen Mann im Innenhof spazieren gehen.[18]

Am 14. März wurde Präsident Obama beim Zusammentreffen des United States National Security Council von den 4 Aktionsplänen unterrichtet. Es standen zu Wahl: Erstens die Bombardierung des Anwesens, zweitens ein Drohnenangriff, drittens ein Helikopterangriff auf den Gebäudekomplex, mit Absetzen von U.S. Spezialkräften und viertens eine gemeinsame Operation der Vereinigten Staaten mit Pakistan. McRaven bemerkte im Meeting, dass er die dritte Auswahl auf Durchführbarkeit prüfen wolle und alsbald berichten, sofern es machbar sei. Um darauf eine Antwort zu erbringen, bot er drei Wochen Übungszeit an. Die Mission an sich sei wenig schwer, jedoch wäre es eine Herausforderung, die Einheiten abzusetzen und keinen Schusswechsel mit Pakistan auszulösen. Die Mission so McRaven wäre: "sportlich, aber machbar".[10]

Am 29. März kristallisiert sich die Operation Neptun Spear als von Obama favorisiert heraus. Wenige seines Stabes erwägten ernsthaft die Bombardierung, da sie wertvolle Beweise zerstören könnte. Auch der Einbezug Pakistans wurde ausgeschlossen, da kein Vertrauensverhältnis bestand, wurde die Option verworfen. Während dieser Zeit hatten Analysten Auswertungen getätigt zur Wahrscheinlichkeit, dass Osama Bin Laden sich im Unterschlupf aufhalten würde. Die Hauptanalysten der CIA erwägten eine 95 Prozent Wahrscheinlichkeit; eine erhebliche Gruppe veranschlagte 80 Prozent, während ein anderer Cluster eine geringere Schätzungen abgab in der Reichweite zwischen 30 und 40 Prozent.[10]

Am 12. April machte Panetta Statusupdates der Aufklärungslage, die aber keine definitive Identifizierung Osamas erbrachten. Zugleich übten von Anfang bis Mitte April Soldaten der DEVGRU (Seal Team Six) in Nord Carolina und Nevada auf einer dem echten Anwesen nachempfunden Modellanlage. Der Probeaufbau vermittelte den Marinesoldaten die Abmaße und Umgebungsbedingungen. Nachdem die technischen Details praktisch nachempfunden waren, unterrichtete McRaven den Präsidenten über die gesammelten Übungsergebnisse. Der Einsatz erscheine wie eine Routineoperation in Afghanistan und Irak. Die Herausforderung sei nach wie vor der Flug durch den pakistanischen Luftraum, weil man sich mit der Verletzung der Souveränität Pakistans auseinanderzusetzen habe.[10] Im späten April wurde die DEVGRU-Einheit auf die Bagram Air Base in Afghanistan verlegt. Am dortigen Modellnachbau des Komplexes setzte sie die Einsatzübungen fort.[19]

Am 19. April sprach das United States National Security Council über Bedenken zum Einsatz. US-Verteidigungsminister Robert Gates fürchtete das Risiko eines Fehlers ähnlich dem Raymond Davis Zwischenfall und den damit verbundenen steigenden Antiamerikanismus in Pakistan. Alle Beteiligten stimmten überein, dass der Schutz der Kräfte vor den Interessen Pakistans ginge. Schlussendlich wurde die Entscheidung getroffen, zusätzliche MH-47 Hubschrauber der Mission zuzuteilen.[10]

Die CIA befürchtete im späten April die Offenlegung wegen möglicher durchsickernder Informationen. Am 25. April gab sie daher eine finale Einschätzung zur Wahrscheinlichkeit, dass sich Osama Bin Laden im Anwesen aufhielte, mit 40 bis 60 Prozent. Für Obama reduzierte sich dies zu einer Fifty-Fifty-Entscheidung. Kurz darauf fand am 28. April die letze Beratung des National Security Council statt; erst ein Folgegespräch am Nachmittag zwischen McRaven und Obama veranlasste den Präsidenten dazu, am Folgetag seine endgültige Entscheidung bekanntzugeben, die auf die Operation Neptun Spear fiel. Den offiziellen Befehl, die Operation zu beginnen, gab Obama an McRaven am 30. April 2011 via Telefon. Am 1. Mai versandte CIA Direktor Panetta die finale Autorisierung durch Präsident Obama für die Ausführung der Operation.[10]

Als Gründe für den Termin gaben Beteiligte später die mondlose Nacht, die einen unbemerkten Anflug erleichtern sollte, sowie die Furcht vor dem Durchsickern des Aktionsplans an, das den Plan vereitelt und Bin Laden dauerhaft jedem Zugriff in Pakistan entzogen hätte.[18]

Verlauf[Bearbeiten]

Karte von Pakistan, Abbottabad ist 55 km von der Hauptstadt Islamabad entfernt, 269 km von dem Militärflugplatz in Dschalalabad und 373 km von der Bagram Air Base

Darstellungen der US-Regierung[Bearbeiten]

Offizielle Verantwortung für die Aktion hatte die CIA, der für den Einsatz Einheiten des United States Joint Special Operations Command (JSOC) unterstellt wurden.[20] Das JSOC unter Vizeadmiral McRaven leitete die Operation von Bagram aus.[21] Eine Spezialeinheit der Navy SEALs, die Red Squadron der United States Naval Special Warfare Development Group (DEVGRU, früher Team Six genannt), führte sie in der Nacht vom 1. zum 2. Mai 2011 aus. Ihren Lufttransport übernahm das 160th Special Operations Aviation Regiment (Airborne).[22][23][24] Insgesamt waren 79 Soldaten und ein Diensthund beteiligt.[25] Der Hund sollte möglichen Sprengstoff und die Annäherung fremder Personen im Gebäude wittern und davor warnen.[18]

Die Einsatzkräfte wurden mit vier Hubschraubern, zwei MH-47 Chinook und zwei modifizierten MH-60 „Black Hawk“, in das Einsatzgebiet geflogen. Die Lufttemperatur war um 8,3 °C (17 °F) höher als angenommen und erschwerte die Flugbedingungen. Die MH-47 wurden auf Abruf in der Nähe von Bin Ladens Anwesen gelandet, die zwei anderen Hubschrauber flogen das Hauptgebäude an.[26] Geplant war, einen davon auf dem Hausdach zu landen, den anderen auf dem Grundstück, um dann das Hauptgebäude von oben und unten gleichzeitig zu erstürmen und so die Bewohner überraschen zu können.[18]

Ein Black Hawk geriet jedoch während des Schwebefluges in ein Wirbelringstadium und musste notlanden; dabei prallte er mit dem Heckrotor gegen eine Umfassungsmauer. Er wurde von den Einsatzkräften zurückgelassen und nach der Erstürmung der Gebäude gesprengt.[27] Anhand von Fotografien seines intakten Heckrotors erklärten Experten der Helikopterindustrie, es handele sich um einen unbekannten, nichtöffentlich umgebauten Black Hawk mit Tarnkappentechnik. Damit wird erklärt, dass der Anflug durch Pakistan gelang, ohne dass dessen Luftabwehr ihn bemerkte.[28]

Jeder der beiden MH-60 war mit etwa zwölf Mann besetzt. Diese Zugriffsteams[29] wurden mit Hilfe von Fast-Roping aus den Hubschraubern abgesetzt, sprengten Breschen in die Mauern und stürmten auf zwei Gebäude im Innenhof zu. Die Soldaten teilten sich in zwei Gruppen auf. Abu Ahmad al-Kuwaiti hielt sich im Erdgeschoss eines Nebengebäudes auf und schoss hinter einer Tür hervor auf die erste Gruppe, als diese in das Gebäude eindrang. Er soll, wie sich im Nachhinein herausstellte, der einzige Bewaffnete auf dem Anwesen gewesen sein. Im Verlauf des von ihm eröffneten Gefechts sollen die US-Soldaten ihn und seine Frau erschossen haben.[30] Nach anderen Angaben soll er seine Frau als Schutzschild benutzt haben, so dass beide erschossen wurden.[31]

Die zweite Gruppe stürmte das Hauptgebäude. Im Treppenhaus erschossen die Soldaten Kuwaitis Bruder, der die Hand verdächtig hinter dem Rücken gehalten haben soll, sich aber als unbewaffnet herausstellte.[32] Auch ein Sohn Bin Ladens wurde erschossen, als er die Treppe hinunter schaute, die die Soldaten hinaufstürmten.[31] Nach anderen Berichten befand sich der Sohn mit Bin Laden in dessen Schlafzimmer und wurde dort mit ihm erschossen.[33]

Bin Laden soll sich zusammen mit seiner jüngsten Ehefrau und einer Tochter in einem Raum im zweiten Stock befunden haben. Nach ersten Angaben des Präsidentenberaters John O. Brennan soll er sich an einem von seinen Begleitern eröffneten Feuergefecht beteiligt und seine Frau als Schutzschild benutzt haben; dabei sei sie mit ihm erschossen worden. CIA-Direktor Leon Panetta gab an, Bin Laden habe bedrohliche Bewegungen gemacht und sei deshalb erschossen worden.[31] Laut Panetta waren Bargeld im Wert von 500 Euro sowie zwei Telefonnummern in Bin Ladens Kleidung eingenäht: Demnach sei er auf eine Flucht vorbereitet gewesen.[34]

Einige dieser Angaben korrigierte Jay Carney, Sprecher des weißen Hauses am 2. Mai: Bin Laden sei unbewaffnet gewesen, die getötete Frau sei nicht seine Ehefrau gewesen, diese sei nur verletzt worden. Bin Laden sei durch je einen Schuss in die Brust und den Kopf getötet worden. Ob und wie er Widerstand geleistet haben soll, ließ Carney offen.[35] Nach Aussage eines ungenannten Regierungssprechers soll die Frau Bin Ladens Namen gerufen und sich zwischen ihm und den Soldaten postiert haben, bevor sie verletzt und er erschossen wurde.[36] Nach am 4. Mai 2011 veröffentlichten Aussagen einzelner Beteiligter soll Bin Laden mit einem Gewehr und einer Pistole in Armreichweite angetroffen und erschossen worden sein, nachdem er kein Anzeichen gezeigt habe, sich ergeben zu wollen.[37] Nach am 17. Mai veröffentlichten Angaben von offiziellen Beobachtern der Aktion trafen drei US-Soldaten Bin Laden am Ende des Flures im 2. Stock an, erkannten ihn und folgten ihm in sein Schlafzimmer. Dort hätten zwei Frauen versucht Bin Laden zu schützen; der erste Soldat habe sie beiseitegeschoben, der hinter ihm habe Bin Laden sofort erschossen. Erst als der Tote fotografiert worden sei, habe man zwei Waffen in einem Regal bei der Zimmertür gefunden.[18] Die US-Regierung räumte fehlerhafte Details der ersten Darstellungen ein und korrigierte sie mehrfach.[38]

Nach US-Regierungsangaben hatte Obama der Sicherheit der beteiligten Soldaten Vorrang gegeben: Sie sollten Bin Laden keine Gelegenheit zu tödlichen Schüssen geben. Keiner von ihnen wurde verletzt.[39] Nach Aussagen eines Sicherheitsberaters der US-Regierung war ihnen eine gezielte Tötung befohlen worden; sie hätten keine Gefangennahme Bin Ladens beabsichtigt.[40] Dem widersprachen Regierungssprecher: Man habe zwar angenommen, dass die Aktion leicht mit Bin Ladens Tötung enden könne, diese aber nicht von vornherein angestrebt, sondern auch seine mögliche Festnahme eingeplant. Der bei derartigen Antiterroraktionen übliche Auftrag „Töten oder Fangen“ verlangt jedoch keine bestimmten Vorkehrungen für das Überleben der Zielperson.[41]

Insgesamt töteten die US-Soldaten bei der Aktion fünf Personen in dem Anwesen. Neben Bin Ladens Leichnam stellten sie drei AK-47-Sturmgewehre, zwei Pistolen, mehrere Mobiltelefone,[42] über 100 Speichermedien wie USB-Sticks, DVDs und Computerdisketten sowie zehn Computerfestplatten, fünf Computer und große Mengen von Schriftstücken im Haus sicher. Die ganze Operation auf dem Gelände dauerte 38 Minuten.[30]

Der Nationale Sicherheitsrat verfolgt die Operation in einem Nebenraum angrenzend an den Situation Room im Weißen Haus. Aufgenommen von Pete Souza zum Zeitpunkt als einer der eintreffenden Hubschrauber abstürzt.[43]

Die Aktion wurde mit Helmkameras der beteiligten Soldaten über Satellit direkt in das Weiße Haus übertragen. Neben Obama beobachteten Vizepräsident Joe Biden, Außenministerin Hillary Clinton, Verteidigungsminister Robert Gates, der Vorsitzende der Joint Chiefs of Staff Admiral Michael G. Mullen und der stellvertretende Kommandeur des JSOC Brigadegeneral Marshall B. Webb den Einsatz. CIA-Direktor Leon Panetta war aus Langley per Konferenzschaltung anwesend.[43] Entgegen ersten Meldungen empfingen sie nach der Landung der Hubschrauber etwa 23 Minuten lang keine Live-Bilder von der Erstürmung des Hauses und Tötung Bin Ladens, hörten aber den Funkruf Geronimo EKIA.[44] Darauf habe Obama gesagt: Wir haben ihn.[45]

Bin Ladens Leichnam wurde nach US-Regierungsangaben am Tatort fotografiert und dann nach Afghanistan ausgeflogen, wo eine DNS-Analyse und deren Vergleich mit DNS-Material seiner in den USA verstorbenen Schwester seine Identität bestätigt habe.[46] Dann wurde er an Bord des Flugzeugträgers USS Carl Vinson gebracht und dort laut Aussage John Brennans „in strikter Übereinstimmung mit islamischen Vorschriften und Riten“ gegen 11:00 Uhr Ortszeit an unbekannter Stelle im Arabischen Meer versenkt. Demnach wurde er zuvor gewaschen, in weiße Baumwolle gehüllt, in eine beschwerte Umhüllung gesteckt und nach Verlesung von Koran-Versen bestattet.[47]

Darstellungen aus Pakistan[Bearbeiten]

Ersten Darstellungen der pakistanischen Regierung nach seien pakistanische Kampfflugzeuge kurz nach Abzug der US-Soldaten in Abbottabad eingetroffen; so dass sie nach erster Berichterstattung die Helikopter beinah abgefangen hätten. Nach Dokumenten, die aus dem späteren Bericht der pakistanischen Abbottabad Kommission zur Tötung Bin Ladens stammen sollen, sei die pakistanische Luftwaffe jedoch erst über das Fernsehen auf den Vorgang aufmerksam geworden; es wurden daraufhin die Kampfflugzeuge ausgesandt. Die Operation sei unerwartet gewesen und der Luftraum nicht durch Radar abgedeckt, so dass die pakistanischen Streitkräfte die amerikanischen Hubschrauber nicht haben vorher entdecken können.[48]

Ersten Berichten nach wären Polizeikräfte erst nach Abzug der amerikanischen Einheiten eingetroffen. Jedoch sei die Abbottabader Polizei durch konstantes Klingeln der Telefone ab dem Eintreffen der U.S. Hubschrauber auf den Vorfall aufmerksam geworden. Nach Angaben des Polizeichefs Muhammad Nazir, der Nawan Shehr Polizeistation wären Streifen sofort ausgesandt worden. Er selbst habe mit zwei anderen Polizisten beim Eintreffen das Areal umringt von Militärs vorgefunden. Diese baten darum, einen Sicherheitskorridor zu errichten. Ein ungenannter Polizeibeamter sagte gegenüber der BBC, dass er eine pakistanische Militäroperation wahrnahm. Sie seien davon abgehalten worden, das Anwesen zu betreten.[49]

Nach verschiedenen Aussagen pakistanischer Beamter fand die pakistanische Polizei dort am frühen Morgen des 2. Mai zwei Witwen Bin Ladens und neun bzw. 14 Kinder im Alter zwischen zwei und zwölf Jahren gefesselt, einige mit leichten Verletzungen, vor und nahm sie in Gewahrsam. Drei männliche und eine weibliche Tote wurden geborgen: Dabei soll es sich um den Kurier Abu Ahmed al-Kuwaiti, dessen Frau, seinen Bruder (zugleich ein Leibwächter Bin Ladens) und Bin Ladens Sohn Ibrahim (Alter 21) handeln.[50] Spätere Berichte nannten 17 lebende und zurückgelassene Personen, darunter drei Witwen, zwei Söhne, eine Tochter und vier Enkelkinder Bin Ladens.[51] Andere berichten von 27 Personen, davon 18 Kinder und neun Frauen.[18]

Den Tathergangsversionen der US-Regierung widersprachen pakistanische Berichte vom 5. Mai 2011: Danach soll Bin Ladens zwölfjährige Tochter Safia in pakistanischen Verhören ausgesagt haben, er sei erst nach seiner Festnahme und erst beim Transport zum Hubschrauber im Erdgeschoss am Boden liegend aus nächster Distanz exekutiert worden.[50] Nach anderen Angaben des pakistanischen Geheimdienstes Inter-Services Intelligence soll sie dagegen nur gesagt haben, sie habe die Erschießung ihres Vaters aus nächster Nähe beobachtet.[31]

Darstellungen beteiligter Soldaten[Bearbeiten]

Chuck Pfarrer, einst selbst SEAL, bestritt in seinem August 2011 erschienenem Buch SEAL Target Geronimo: The Inside Story of the Mission to Kill Osama Bin Laden die Darstellung der US-Regierung. Er gibt an, für den Inhalt mit beteiligten SEALs gesprochen zu haben. Laut Pfarrer sei das SEAL-Team auf dem Gebäudedach gelandet, nur 90 Sekunden nach Beginn der Erstürmung sei Bin Laden erschossen worden, und zwar in einem Akt der Selbstverteidigung, argumentierte Pfarrer, weil er nach einer Waffe gegriffen habe.[52] Es habe keine langen Schusswechsel gegeben; insgesamt hätten die US-Soldaten nur 12 Schüsse abgegeben.[53] Die Operation der Spezialkräfte sei keine „Tötungs-Mission“ gewesen, sagten die interviewten Seals aus, denn dafür hätte man kein SEAL-Team benötigt.[52]. Dass die SEALs auf einer „Kill Mission“ waren, hatte ein Sicherheitsberater der US-Regierung vor einem späteren Dementi von Präsident Barack Obama verkündet.[53]

Im Buch 'No Easy Day,' Bin Laden Raid Book: Osama Was Unarmed von Matt Bissonnette, geschrieben unter dem Pseudonym Mark Owen, welches keine Freigabe durch das US Verteidigungsministerium oder das Weiße Haus erhalten hatte, der als beteiligter SEAL in der Erstürmung gilt, schossen einige Soldaten schon von der Treppe aus auf Bin Laden. Dieser sei in den Raum verschwunden, aus dem er kam. Als die SEALs den Raum betraten, habe er unbewaffnet und tödlich verwundet am Boden gelegen. Die SEALs hätten weitere Schüsse auf seinen Brustkorb abgegeben und ihn so getötet. Anschließend habe man zwei ungeladene Waffen im Raum gefunden; somit habe Bin Laden in keiner Weise sich bewaffnet verteidigen können. Entgegen der früheren Darstellungen schrieb Matt Bissonette, seien sie nicht beschossen worden bei der Landung auf dem Anwesen; auch habe es kein 40-minütiges Feuergefecht gegeben. Vor der Aktion habe ein Justizvertreter der Regierung alle beteiligten Soldaten instruiert, dass zwar niemand sagt, wie die Spezialeinheit ihre Arbeit zu machen hätte, aber Bin Laden festzunehmen sei, falls er keine Gefahr darstelle.[54]

Im Oktober 2014 erklärte der ehemalige SEAL Robert O'Neill, er habe den „sofort tödlichen Kopfschuss“ abgegeben, als er in das Schlafzimmer zuerst eintrat, in dem sich Bin Laden, hinter seiner jüngsten Frau verbergend, aufgehalten habe.[55] Nach Informationen der Basler Zeitung gilt es als gesichert, dass O'Neill einer der drei US-Soldaten neben Matt Bissonnette war, die in den Raum zuerst vordrangen. Jedoch sei der Dritte unbenannte «Point Man» der tatsächliche Todesschütze Bin Ladens. Letzterer würde aber nicht seine Identität enthüllen und sich damit an die Vorgaben des United States Naval Special Warfare Command halten.[56]

Fernsehansprache von US-Präsident Obama zur Tötung Bin Ladens, 1. Mai 2011, ab 23:35 Uhr (Ortszeit)

Reaktionen in den USA[Bearbeiten]

Bekanntgabe[Bearbeiten]

Am 1. Mai 2011 um 22:25 Uhr Ortszeit (UTC−4) kündigte das Weiße Haus eine baldige wichtige Nachricht des US-Präsidenten an. Kurz danach verbreitete ein Mitarbeiter der ehemaligen US-Regierung unter George W. Bush die Todesnachricht als unbestätigtes Gerücht über Twitter. Um 22:45 Uhr gaben große US-Nachrichtensender und Zeitungen die Nachricht als mündliche Aussage verschiedener anonymer Regierungsvertreter weiter, so dass sie sich rasch weltweit verbreitete.[57] Um 23:35 Uhr gab Obama Bin Ladens Tötung in seiner angekündigten Fernsehrede an die Nation bekannt.[58]

Eine im Internet zirkulierende Fotografie des getöteten Bin Laden erwies sich am 3. Mai als gefälscht.[59] Obama entschied am 5. Mai, keine Fotografien vom Getöteten zu veröffentlichen, um Hass und Gewalt nicht zu schüren.[60] Am 11. Mai bot die CIA Mitgliedern der Streitkräfte-Ausschüsse von US-Senat und US-Repräsentantenhaus an, die Fotografien anzuschauen. Einige nahmen das Angebot an.[61]

Buchautor Chuck Pfarrer warf der US-Regierung im November 2011 eine verfrühte Bekanntgabe der Erschießung Bin Ladens vor: Dadurch seien andere hochrangige al-Qaida-Mitglieder gewarnt worden und hätten fliehen können.[52]

Feiern und Vorsichtsmaßnahmen[Bearbeiten]

Spontane Demonstration am Ground Zero New York

Unmittelbar nach Obamas Fernsehrede versammelten sich jubelnde Menschenmengen unter anderem vor dem Weißen Haus und am Ground Zero New York.[62] Die Ex-Präsidenten George W. Bush und Bill Clinton sowie internationale Regierungsvertreter gratulierten Obama.[63]

In Erwartung möglicher Racheanschläge wurden die diplomatischen Vertretungen der USA im Ausland in Alarmbereitschaft versetzt und US-Bürger zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen.[64] Interpol rief aufgrund weltweit erhöhter Terrorgefahr zu „besonderen Maßnahmen der Wachsamkeit“ auf.[65]

Nach einer repräsentativen Umfrage vom 5. bis 7. Mai 2011 hielten 87 % der befragten US-Bürger Bin Ladens Tötung für richtig, 86 % auch das unilaterale Vorgehen der US-Truppen dabei.[66]

Debatte um Völkerrecht[Bearbeiten]

Amnesty International sandte der US-Regierung am 4. Mai 2011 einen Fragenkatalog zum Zustand und Verbleib der verletzten und minderjährigen Begleitpersonen, zu den Umständen der Tötung Bin Ladens und der Art seines angeblichen Widerstands gegen seine Festnahme. Diese hätte bei einem Unbewaffneten, falls dieser keine unmittelbare Gefahr für die US-Soldaten war, Vorrang haben müssen, um ihn nach internationalem Recht vor Gericht stellen zu können.[67]

Darauf erklärte Regierungssprecher Jay Carney am 4. Mai 2011:[68]

“The team had the authority to kill Osama bin Laden unless he offered to surrender, in which case the team was required to accept his surrender, if the team could do so safely. The operation was conducted in a manner fully consistent with the laws of war. The operation was planned so that the team was prepared and had the means to take Bin Laden into custody.
There is simply no question that this operation was lawful. Bin Laden was the head of Al Qaeda, the organization that conducted the attacks of September 11, 2001, and Al Qaeda and Bin Laden himself had continued to plot attacks against the United States. We acted in the nation’s self defense. The operation was conducted in a way designed to minimize and avoid altogether if possible civilian casualties. And if I might add, that was done at great risk to Americans.”

„Das Team war dazu ermächtigt worden, Osama bin Laden zu töten, außer wenn er anbot, sich zu ergeben. In diesem Fall war das Team gehalten, diese Aufgabe anzunehmen, falls es dies sicher tun konnte. Die Operation wurde in einer Weise ausgeführt, die ganz mit den Gesetzen des Krieges übereinstimmte. Die Operation war geplant, so dass das Team auf eine Festnahme Bin Ladens vorbereitet und dafür ausgerüstet war.
Ohne Frage war diese Operation legal. Bin Laden war der Führer von al-Qaida, der Organisation, die die Anschläge des 11. September 2001 ausführte, und al-Qaida und Bin Laden selbst haben weiterhin Anschläge gegen die Vereinigten Staaten geplant. Wir handelten zur Selbstverteidigung der Nation. Die Operation wurde auf eine Weise ausgeführt, die mögliche zivile Opfer vermindern und gänzlich vermeiden sollte. Und ich darf ergänzen, dies wurde mit großem Risiko für Amerikaner getan.“

Debatte um die Bezeichnung „Geronimo“[Bearbeiten]

In der Presse erschien „Geronimo“ – der Name eines legendären Apachen-Häuptlings, der den Ruf hatte, keine Spuren zu hinterlassen – zunächst irrtümlich als Codename der Operation.[69] Die US-Regierung gab daraufhin bekannt, dies sei der Codename für Osama bin Laden selbst gewesen. Mit dem Funkspruch „Geronimo EKIA“ (Enemy Killed In Action: „Feind im Kampf getötet“) gaben beteiligte US-Soldaten im Verlauf der Aktion seine Tötung bekannt.[70] Nach Angaben Beteiligter bezeichnete das Codewort „Geronimo“ den Buchstaben G, der im internen Funkverkehr für die siebte und letzte Stufe der geplanten Aktion stand: Bin Laden zu fangen oder zu töten. Mit „Geronimo EKIA“ habe man den Abschluss des Gesamtauftrags bekannt gegeben.[71]

Vertreter der indigenen Bevölkerung Nordamerikas kritisierten dieses Codewort als Verleumdung, da es den „meist gehassten Feind der USA“ mit dem historischen Apachenhäuptling vergleiche.[72]

Debatte um Folterpraktiken[Bearbeiten]

Einige der Gefangenen, deren Aussagen zur Entdeckung des Aufenthaltsortes Bin Ladens geführt hatten, waren während ihrer Haft auch Verhörmethoden wie dem Waterboarding ausgesetzt worden, die international als Folter gelten. Deshalb flammte in den USA die Debatte um diese Methoden erneut auf. So behauptete der frühere Generalstaatsanwalt Michael B. Mukasey am 6. Mai 2011, Kahlid Shaik Mohammed und Abu Faraj al-Libi hätten wegen des Waterboardings den Decknamen des Kuriers und andere Details über ihn preisgegeben.[73] Der Anfang des Jahres als Präsidentschaftskandidat gehandelte Donald Trump behauptete am 11. Mai, ohne Folter wäre Bin Laden nicht gefasst und getötet worden.[74]

Dem widersprach John McCain, Obamas Gegenkandidat bei der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2008, am 5. und 12. Mai 2011: CIA-Direktor Panetta habe ihm auf Nachfrage versichert, dass nicht Khalid Mohammed, sondern ein in einem anderen Land inhaftierter, nicht gefolterter Gefangener den Namen des Kuriers zuerst erwähnt habe. Dessen Klarnamen habe keiner der Gefangenen preisgegeben, die dem Waterboarding ausgesetzt worden seien. Khalid Mohammed habe deswegen im Gegenteil falsche und irreführende Aussagen über den Kurier gemacht. Er forderte Mukasey und andere zur Korrektur ihrer Behauptungen auf. Die harten Verhörmethoden seien als Folter zu definieren und damit nach US-Gesetzen illegal und mit amerikanischer Identität unvereinbar.[75] Mukasey bekräftigte jedoch am 12. Mai, Khalid Mohammed habe den Namen des Kuriers und weitere Terrorpläne infolge von Waterboarding aufgedeckt; dieses sei sowohl effektiv als auch legal gewesen.[76]

Aus einer genauen Gegenüberstellung ihrer Aussagen folgerte ein Kommentator der Washington Post: Der entscheidende Hinweis auf Bin Ladens Aufenthaltsort sei wahrscheinlich nicht durch Folter zustande gekommen, da Mukasey nur vom Decknamen gesprochen und diesen nicht als entscheidende Spur behauptet, sondern dies nur sprachlich nahegelegt habe.[77]

Nachdem im Dezember 2012 der Film Zero Dark Thirty über Bin Ladens Tötung erschien, verlangten drei US-Senatoren vom Filmproduzenten, klarzustellen: Die Informationen, die zur Auffindung Bin Ladens führten, seien nicht durch Folter von Al-Qaida-Mitgliedern zustande gekommen, diese Darstellung im Film sei fiktiv.[78]

Informationszurückhaltung und Dokumentenvernichtung[Bearbeiten]

Die konservative US-Stiftung Judicial Watch stellte am 2. Mai 2011 einen Antrag nach Freedom of Information Act (FOIA) auf Einsicht zu Fotografien und Videoaufnahmen des Leichnams Bin Ladens und der Bestattungszermonie gegen das Verteidungsminsterium und vollzog selbiges einen Tag später gegen die CIA. Da beide Behörden dies nicht zuließen, kam es zum Gerichtsstreit. Ein Gerichtsurteil, das die zuvorgehende Instanz bekräftigte, lehnte die FOIA Anträge im Mai 2013 ab. Der Oberster Gerichtshof der Vereinigten Staaten ließ keine weitere Revision zu.[79][80] Das Gerichte folgte dabei den Argumenten der US-Regierung, die Veröffentlichung könnte Ausschreitungen hervorrufen.[81] Zudem wurde im Januar 2014 bekannt, dass Judical Watch Dokumente aus dem Verteidigungsministerium erhalten habe. Diese enthielten E-Mail Verkehr der offenlegte, dass nach Stellen des FOIA Antrags kurz nach Tötung Bin Ladens, der für die Operation zuständige Kommandant McRaven 11 Tage später Anweisungen gab unverzüglich Fotos zu vernichten.[82] Nach dem Freedom of Information Act hätten die Fotos so lange aufbewahrt werden müssen, bis der Gerichtsstreit endgültig geklärt gewesen wäre.[80]

Auch die Presseagentur Associated Press stellte Freedom of Information Act Anträge. Das Pentagon erklärte 2012, dass es keinen Totenschein, keine Autopsieberichte und keine DNA-Identifizierungstests für Bin Laden finden könne.[83] Weitere Anfragen nach dem FOIA beim Verteidigungsministerium wurden im Juli 2013 zurückgewiesen. Es wurde bekannt, dass Aufzeichnung der Operation vom Verteidigungsministerium an die CIA übergeben wurden, da die Mission unter der Verantwortung der CIA stand.[84] Der CIA Sprecher Preston Golson sagte, dies sei nicht geschehen um den FOIA zu umgehen sondern aus rechtlichen Gründen.[85]

Neben Judicial Watch und Associated Press stellten Politico, Citizens United, Fox news, National Public Radio, CBS News sowie Reuters FOIA Anträge auf Einsicht in verschiedene Dokumente im Zusammenhang mit dem Tod Bin Ladens.[86]

Widersprechende Darstellung von Seymour Hersh[Bearbeiten]

Von rechts nach links: Admiral Michael Mullen und Scott Van Buskirk auf der USS Abraham Lincoln im Gespräch mit General Ashfaq Parvez Kayani und General Ahmed Shuja Pasha im August 2008.

Im Mai 2015 publizierte der US-Journalist Seymour Hersh den Investigativreport „The Killing of Osama Bin Laden“[87] im London Review of Books. Hierin widerspricht er der Darstellung der Obama-Regierung und warf dieser vor, die Öffentlichkeit systematisch über das Auffinden und die Erschießung Bin Ladens getäuscht zu haben. Er behauptet, nicht US-Agenten hätten Bin Laden aufgespürt, sondern ein Informant aus den Reihen des pakistanischen Geheimdienstes ISI habe dessen Aufenthaltsort verraten. Das Anwesen in Abbotabad sei kein Versteck gewesen, sondern ein Gefängnis, in dem der ISI Bin Laden seit 2006 festgehalten habe, um ihn bei Verhandlungen mit den Taliban und Al-Qaida als Druckmittel einsetzen zu können.[88] Die für Hersh „größte Lüge“ sei, dass General Ashfaq Parvez Kayani, seinerzeit Chef der pakistanischen Armee, und General Ahmed Shuja Pasha, Chef des ISI, nicht informiert gewesen seien.[89] Seymour Hersh fasste am Ende seines Artikels zusammen: „Lügen auf höchster Ebene bleibt der modus operandi der US-Politik, einschliesslich geheimer Gefängnisse, Drohnenattacken, Nachteinsätzen von US-Spezialkräften, Umgehens des Dienstweges und Ausschlusses jener, die allenfalls Nein sagen.“[90][91]

Vertreter der US-Regierung reagierten am 11. Mai mit Dementis. Die Veröffentlichung wurde mit „Hohn und Spott“ kommentiert. Hingegen waren zentrale Punkte der Darstellung Hershs bereits 2011 von Raelynn Hillhouse in einem Blog, basierend auf anderen Quellen veröffentlicht worden. Carlotta Gall, langjährige Korrespondentin der New York Times in Kabul, schrieb zudem, von glaubwürdiger Seite erfahren zu haben, „dass es tatsächlich ein pakistanischer Armeeoffizier war […], der der CIA sagte, wo sich Bin Laden versteckte.“ Weiterhin wurde durch den Sender NBC ein Teil von Hershs Report gestützt, da zwei ihrer Geheimdienstquellen den sogenannten „Walk-in“ des Informanten, der Bin Ladens Aufenthaltsort preisgab existiert, neben anderen Quellen. Auch in Deutschland hatte der Pakistan-Experte Hein G. Kissling im gleichen Jahr in seinem Buch geschrieben, dass: „die Abbottabad-Operation der Amerikaner […], auch wenn aus Washington und Islamabad offiziell anders lautende Erklärungen kommen, mit größter Wahrscheinlichkeit nach vorherigen Absprachen des CIA mit der ISI-Führung durchgeführt“ wurden. Der zuständige deutscher Geheimdienst für die Auslandsaufklärung,BND, ging ebenfalls davon aus, dass ein kleiner Kreis innerhalb des pakistanischen Militärgeheimdienstes Kenntnis hatte von Bin Ladens Präsenz in Abbottabad.

siehe auch: Seymour Hersh Vorwürfe

Andere Reaktionen[Bearbeiten]

Pakistan[Bearbeiten]

Regierung und Behörden[Bearbeiten]

Die pakistanische Polizei nahm die auf Bin Ladens Grundstück angetroffenen Personen, darunter einige seiner Angehörigen fest und verhörte sie. Direkte Verhöre durch US-Beamte gestattete Pakistan zunächst nur mit der Auflage, dass die Herkunftsländer der verhörten Personen zustimmen müssten; nach einem entsprechenden Antrag der USA kam die Erlaubnis am 11. Mai zustande.[92]

Pakistans Außenministerium bestätigte Bin Ladens Tötung am 4. Mai 2011 und kritisierte, dass die USA Pakistan erst nach dem Einsatz darüber informiert hätten.[93] Die Regierung Pakistans schloß kategorisch aus, dass entgegen Presseberichten, die zivile als auch militärische Führung vorzeitiges Wissen der amerikanischen Operation hatte.[94]

Nach einem Artikel des Guardian, unter Berufung auf ungenannte amerikanische und pakistanische Quellen, vom 9. Mai soll Pakistans früherer Staatschef und Ex-Militärmachthaber Pervez Musharraf den USA unter Präsidenten George W. Bush 2001 in einem Geheimabkommen eigenmächtige Aktionen gegen Bin Laden in Pakistan erlaubt und auch die pakistanische Empörung über die verletzte Souveränität zur Täuschung der Öffentlichkeit verabredet haben.[95] Dies bestritt ein Sprecher Musharrafs am Folgetag.[96]

Einige Abgeordnete, darunter ein ehemaliger Minister, beteten am 11. Mai im Parlament für Bin Laden.[97] Dieses verurteilte den US-Einsatz am 14. Mai mit einer Resolution als Bruch der Souveränität des Landes und drohte damit, Militärtransporte der NATO durch Pakistan zu untersagen, falls US-Drohnenangriffe nicht beendet würden.[98]

Öffentlichkeit[Bearbeiten]

In Abbottabad sollen bis zum 5. Mai etwa 70, in Peschawar etwa 200 Juristen gegen die Tötung demonstriert haben.[99]

Als Reaktion auf Bin Ladens Tötung wurde am 9. Mai der CIA-Chef in Islamabad Mark Carlton enttarnt.[100]

Angesichts des Wohnorts Bin Ladens nahe der größten Militärakademie des Landes, zu deren Sicherheit die Nachbarschaft oft und streng überprüft wurde, wurde in Pakistan diskutiert, wie er sich jahrelang unentdeckt dort aufhalten konnte. Manche vermuteten, Pakistans Geheimdienst ISI habe ihn gedeckt; andere hielten dies für unvorstellbar, da al-Qaida auch viele Pakistaner getötet hat.[101] Außenminister Salman Bashir verwies demgegenüber am 6. Mai auf Fahndungserfolge des ISI gegen al-Qaida-Mitglieder. Dass dieser sein Wissen an die CIA weitergegeben habe, habe auch zur Enttarnung Bin Ladens geführt.[102]

pakistanische Taliban[Bearbeiten]

In einem ersten Racheakt für Osama Bin Ladens „Märtyrertod“ verübten pakistanische Taliban am 13. Mai einen Anschlag. Vor einer Akademie der paramilitärischen Polizeieinheit Frontier Constabulars im Distrikt Charsadda nahe der Provinzhauptstadt Peshawar starben dabei mehr als 70 Rekruten und Zivilisten; es gab zudem mindestens 115 Verletzte.[103] In der Nacht zum 23. Mai 2011 griff eine Gruppe von 15 mit Sturmgewehren und Granaten bewaffneten Männern den Marineflieger-Stützpunkt Mehran bei Karatschi an. Ein Tehrik-i-Taliban-Pakistan-Sprecher erklärte anschließend, dies sei die Rache für den Tod von Osama Bin Laden.[104] Bis zum Ende des Monats gab es mindestens vier Anschläge und Aktionen mit weiteren Toten und Verletzten als Vergeltung der Taliban für den Tod Bin Ladens in Pakistan verübt wurden.[105]

Abbottabad Untersuchungskommissionsbericht[Bearbeiten]

Im Juni 2011 bildete die pakistanische Regierung die Untersuchungskommission Abbottabad zur Aufklärung der Umstände des Überfalls wegen Forderungen nach Faktenfindung und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.[106] Nach über einem Jahr Arbeit unterbreitete der Ausschuss 200 Vorschläge nach der Befragung von über 300 Zeugen und Durchsicht von über 3000 Dokumenten.[107] Die Arbeit der Kommission wurde eingeschränkt, da hochrangige pakistanische Amtsträger wie der Präsident Asif Ali Zardari, der Premierminister Yousaf Raza Gilaniund Militärbefehlshaber Ashfaq Parvez Kayani die Aussage verweigerten.[106] Die Kommission vermerkte zudem, dass sie „befürchte der Bericht der Kommission würde ignoriert oder sogar unterdrückt werden“ und empfahl der pakistanischen Führung eine Veröffentlichung.

Im Juli 2013 wurde eine Version des Kommissionsberichts[108] durch den Nachrichtensender Al Jazeera offengelegt und zwang die Regierung, die offiziell finale Fassung zugänglich zu machen.[1] Die Version von Al Jazeera sei nach Regierungsangaben nicht authentisch, wobei Botschafter Ashraf Jehangir Qazi, als Mitglieder der vier Mann-Kommission später ausführt, dass die finale Version eine „abgedämpfte“ Fassung der unautorisierten wäre. Die Al Jazeera Version repräsentiert in der Hauptsache die finale Version des Berichts aus der Sicht dreier Mitglieder, namentlich dem Vorsitzenden Richter Javaid Iqbal, Nadeem Ahmad und dem ehemaligen Polizeiinspekteur Abbas Khan.[106]

Der Abbottabad Untersuchungskommissionsbericht stellte dar, wie es den Vereinigten Staaten möglich war, Pakistans Verteidigung zu unterlaufen. Auch die Spannungen zwischen Sicherheitskräften Pakistans und den Vereinigten Staaten wurden darin aufgezeigt. Die Kommission beschuldigte die pakistanischen Behörden der „groben Fahrlässigkeit und Inkompetenz“, da sie es nicht vermochten Bin Laden für fast ein Jahrzehnt zu entdecken. Im Bericht wird die Möglichkeit erwogen, dass aktuelle und ehemalige Beamte den Al-Qaida-Führer Unterstützung zukommen ließen, aber es seien keine Beweise für eine offizielle Komplizenschaft ersichtlich, um diese Vorwürfe zu untermauern. Die Kommission stellte fest, dass die amerikanische Operation die größte Erniedrigung Pakistans gewesen wäre seit 1971.[109] Der Bericht benennt keine verantwortlichen Personen für das Versagen in der Suche nach Bin Laden sowie des amerikanischen Eindringens nach Pakistan und sagt, es sei politisch unrealistisch, Bestrafungen vorzuschlagen, aber „ehrenhafte Männer, die schworen ehrenhaft Dinge zu tun, sollten sich formell bei der Nation entschuldigen für ihr Versagen im Dienst.“[110]

Andere islamische Staaten und Gruppen[Bearbeiten]

Der afghanische Präsident Hamid Karzai sprach von der „Strafe für seine Taten“. Manche Taliban riefen dazu auf, sich als Konsequenz aus Bin Ladens Tod verstärkt um den Friedensprozess zu bemühen. Saudi-Arabien begrüßte die Todesnachricht.[111] Viele Schiiten reagierten erleichtert, da al-Qaida auch viele Schiiten durch Anschläge getötet hatte.[112]

Einige muslimische Geistliche kritisierten die Seebestattung eines an Land Verstorbenen als Bruch islamischer Tradition, die Muslime demütige und Racheakte provozieren könne. Andere erklärten, eine Seebestattung sei für Muslime nur dann erlaubt, wenn niemand den Leichnam empfangen wolle; man hätte ihn der Familie übergeben und diese hätte ein Land für das Begräbnis suchen sollen.[113]

Für den Iran behauptete Minister Heydar Moslehi am 8. Mai 2011 in einem Interview, Bin Laden sei schon am 16. Dezember 2001 verstorben. Zudem kritisierte er die USA, dass sie seinen Leichnam ohne Beweis für seine Tötung beseitigt hätten.[114]

Al-Qaida-Vertreter räumten Bin Ladens Tötung in einem mehrseitigen Internettext ein, priesen den Getöteten als Vorbild und riefen die Muslime zur Vergeltung auf, besonders in Pakistan.[115]

Der Hamas-Führer Ismail Haniya verurteilte die Tötung als Anschlag auf einen Muslim und arabischen Krieger, mit dem die USA blutige Unterdrückung fortsetzten.[116]

Angehörige Bin Ladens[Bearbeiten]

Nach pakistanischen Berichten vom 5. Mai 2011 soll Bin Ladens 12-jährige Tochter Safia das Vorgehen der US-Soldaten beobachtet und wie folgt beschrieben haben: Er sei erst lebend gefasst, dann zu einem der Hubschrauber gezerrt und im Erdgeschoss des Gebäudes am Boden liegend aus nächster Distanz exekutiert worden.[117]

Am 11. Mai 2011 veröffentlichte die New York Times den Offenen Brief der Söhne Bin Ladens, in dem sie seine Tötung anzweifelten und, falls die Informationen darüber zuträfen, kritisierten. Sie fordern Ermittlungen der UNO über die Umstände seines Todes und kündigten an, bei deren Ausbleiben den Internationalen Strafgerichtshof einzuschalten. Gleichzeitig erinnerte der mutmaßliche Autor, der Sohn Omar bin Laden, daran, dass er sich wiederholt von den Taten und Ansichten seines Vaters distanziert habe.[118] Der maschinenschriftliche Brief soll zuerst auf der Webseite eines Taliban erschienen sein.[119]

Am 12. Mai berichteten US-Medien, US-Geheimdienstler hätten in Pakistan im Beisein pakistanischer Beamter erstmals die drei im Gebäude festgenommenen Witwen Bin Ladens vernommen: Khairiah Sabar (Spitzname „Umm Hamza“), Siham Sabar („Umm Khalid“) und die 29-jährige Amal Ahmed Abdulfattah.[120] Letztere hatte Bin Ladens Tötung, bei der sie am Bein verletzt wurde, am 7. Mai bestätigt. Nach ihrer Aussage lebte die Familie seit fünf Jahren in Abbottabad, davor zwei Jahre im Dorf Chak Shah Mohammad. Bin Laden habe außer der Einnahme von Spenden kaum noch mit al-Qaida zu tun gehabt.

Deutschland[Bearbeiten]

In Deutschland wurde die offenbar geplante und gezielte Tötung Bin Ladens ohne Absprache mit dem souveränen Staat Pakistan vielfach als Verstoß gegen geltendes Völkerrecht kritisiert,[121] unter anderem von Altbundeskanzler Helmut Schmidt.[122] Auch die schnelle Seebestattung des Leichnams wurde als im Islam unüblich kritisiert.[123]

Bundeskanzlerin Angela Merkel dagegen sagte in einer ersten Reaktion, sie freue sich darüber, dass die Tötung Bin Ladens gelungen sei.[124] Diese Aussage wurde etwa von Kirchenvertretern, aber auch von CDU-Vertretern, kritisiert, von anderen verteidigt.[125] Der Hamburger Richter Heinz Uthmann erstattete Strafanzeige gegen Merkel wegen „Belohnung und Billigung von Straftaten“ gemäß § 140 StGB.[126]

Laut der ARD-Umfrage „Deutschlandtrend“ vom Mai 2011 sahen 64 Prozent der Befragten keinen Grund zur Freude über Bin Ladens Tod. 42 Prozent meinten, dass die USA das Recht hatten, ihn zu töten; 52 Prozent meinten, sie hätten sich um die Festnahme bemühen sollen.[127]

Ursprüngliche Fehlinformationen[Bearbeiten]

In den ersten Tagen und Wochen nach dem Zugriff erschienen Medienberichte, die auf offizielle Aussagen und Informationen anonymer Quellen beruhten. Viele Darstellungen und Details waren fehlerhaft und wurden im Laufe der Zeit korrigiert. Auch die offiziellen Aussagen wurden mehrfach verändert.[38]

Rolle Pakistans[Bearbeiten]

Sowohl amerikanische, wie pakistanische Stellen erklärten nach dem Einsatz, dass die pakistanische Regierung keine Kenntnis von Aufenthaltsort Bin Ladens weniger als zwei Kilometer von der pakistanischen Offiziersakademie in Abbottabad hatte. Bereits 2012 deuteten erste Veröffentlichungen darauf hin, dass Bin Laden durch den pakistanischen Geheimdienst ISI mit Wissen höchster Stellen in Abbottabad untergebracht worden war.[128] Im März 2014 wurden die Hinweise konkreter,[129] so dass die Veröffentlichung von Seymour Hersh 2015 nur noch als Bestätigung dienen konnte.

Demnach war Bin Laden spätestens seit 2005 unter der Kontrolle des ISI und nicht mehr operativ tätig.

Ermittlung des Aufenthaltsortes Bin Ladens[Bearbeiten]

Sowohl die beteiligten Stellen aus CIA und Militärs, wie das Weiße Haus stellten die Ermittlung des Aufenthalts Bin Ladens in Abbottabad als lang dauernde CIA-Operation dar, bei der die Vernehmung von Gefangenen Terroristen Hinweise auf einen Kurier Bin Ladens ergeben hätten. Der CIA wäre es dann gelungen, diesen Kurier zu identifizieren und bis zu dem Haus zu verfolgen. Diese Ermittlungen wären ohne Beteiligung des pakistanischen Geheimdienstes erfolgt, wie auch der anschließende Einsatz erst der pakistanischen Seite bekannt gegeben worden sei, als er schon lief.

Schon in den ersten Tagen nach dem Zugriff kursierten unter investigativ arbeitenden Journalisten Informationen, nach denen der pakistanische Geheimdienst ISI über Bin Ladens Aufenthaltsort informiert waren und ein ISI-Mitarbeiter ihn gegen einen Teil der 25-Millionen-Dollar-Prämie an die CIA verraten hätte.[130] Weitere Details über die Beteiligung des ISI und den Verrat wurden bis 2013/14 bekannt, waren aber schwer journalistisch korrekt zu verifizieren.[131] Nach der Veröffentlichungen von Seymour Hersh im Mai 2015 bestätigten pakistanische Geheimdienstoffiziere, dass es tatsächlich ein hochrangiger ISI-Offizier namens Usman Khalid war, der Bin Ladens Aufenthaltsort an die CIA verkauft hatte. Khalid bekam dafür die US-Staatsangehörigkeit und eine neue Identität.[132]

Literatur[Bearbeiten]

Filme[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tod Osama bin Ladens – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatNick Parker: Leaked report shows Bin Laden's 'hidden life'. The Sun-Uk, 5. Mai 2011, abgerufen am 31. Mai 2015 (englisch).
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatBBC: What was life like in the Bin Laden compound? BBC, 3. Mai 2011, abgerufen am 31. Mai 2015 (englisch).
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatDeclan Walsh: Osama bin Laden hideout 'worth far less than US claimed'. The Guardian online, 4. Mai 2011, abgerufen am 31. Mai 2015 (englisch).
  5. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatPatricia Zengerle, Alister Bull: Bin Laden was found at luxurious Pakistan compound. Reuters online, 2. Mai 2011, abgerufen am 31. Mai 2015 (englisch). und Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatPatricia Zengerle, Alister Bull: Bin Laden was found at luxurious Pakistan compound. Reuters online, 2. Mai 2011, abgerufen am 31. Mai 2015 (englisch).
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatRFE/RL, Charles Recknagel, mit Unterstützung von RFE/RL's Radio Mashaal in Abbottabad: Abbottabad, The Peaceful Pakistani City Where Osama Bin Laden Met His Violent End. Radio Free Europe/Radio Liberty, 2. Mai 2011, abgerufen am 31. Mai 2015 (englisch).
  7. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatMatt Apuzzo, Associated Press: Inside the raid that killed bin Laden. New Haven Register News, 3. Mai 2011, abgerufen am 31. Mai 2015 (englisch).
  8. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatJason Burke, Saeed Shah: Osama bin Laden family compound. The Guardian-UK, 6. Mai 2011, abgerufen am 31. Mai 2015 (englisch).
  9. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Formataar/AFP/Reuters/AP/dapd: Letztes Versteck in Pakistan: Sicherheitskräfte reißen Bin Ladens Haus ab. Der Spiegel, 25. Februar 2012, abgerufen am 31. Mai 2015.
  10. a b c d e f g h i  Lauren Hickok, Journal of Political Risk, Vol. 2 (Hrsg.): Presidential Leadership and Political Risk. Nr. 7, Corr Analytics Inc., New York July 2014 (eng., 31. July 2014, abgerufen am 29. Mai 2015, Lauren Hickok: Presidential Leadership and Political Risk.).
  11. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatCora Currier: The NSA Plan to Find Bin Laden by Hiding Tracking Devices in Medical Supplies. The Intercept, 21. Mai 2015, abgerufen am 31. Mai 2015 (englisch).
  12. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatQuelle: Associated Press: Operation ‘Geronimo’: Tracking bin Laden. RJR-News, 4. Mai 2011, abgerufen am 31. Mai 2015 (englisch). und Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatVeit Medick, Yassin Musharbash: Bin Ladens Ende: Die Spur zum Kurier des Todes. Der Spiegel, 3. Mai 2011, abgerufen am 31. Mai 2015.
  13. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatCora Currier, Andrew Fishman, Margot Williams: What the Snowden Files Say About the Osama Bin Laden Raid. The Intercept, 19. Mai 2011, abgerufen am 31. Mai 2015 (englisch).
  14. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatSaeed Shah: CIA organised fake vaccination drive to get Osama bin Laden's family DNA. The Guardian-UK, 11. Juli 2011, abgerufen am 31. Mai 2015 (englisch).
  15. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatCNN Wire Staff: Panetta concerned about doctor who helped in bin Laden raid. CNN, 29. Januar 2012, abgerufen am 31. Mai 2015 (englisch).
  16. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Formatdpa/fran: 33 Jahre Gefängnis - Arzt wegen Spionage gegen Bin Laden verurteilt. Süddeutsche Zeitung, 24. Mai 2012, abgerufen am 31. Mai 2015.
  17. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatKai Küstner: Arzt beschaffte DNA von Bin-Laden-Familie – USA kürzen Pakistan-Hilfe nach Urteil gegen CIA-Helfer. tagesschau.de, 25. Mai 2012, archiviert vom Original am 25. Mai 2012, abgerufen am 25. Mai 2012.
  18. a b c d e f Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAP/Kimberly Dozier: Osama Bin Laden Dead: Raiders Knew Mission A One-Shot Deal. The Huffington Post, 17. Mai 2011, abgerufen am 31. Mai 2015 (englisch, Updated: 07/17/2011).
  19. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatElizabeth Stuart,Desert News: Navy SEALs who took down bin Laden trained hard. Desert News, 3. Mai 2011, abgerufen am 31. Mai 2015 (englisch).
  20.  Chris Martin, SOFREP: Modern American Snipers. St. Martin's Press books, New York 2014, S. 264 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  21. Craig Whitlock (The Washington Post, 6. Mai 2011): ''Admiral tanned from Texas led bin Laden Raid''. Newsessentials.wordpress.com. 7. Mai 2011. Abgerufen am 19. Mai 2011.
  22. Michael Cass: Obama thanks troops at Fort Campbell. In: Military Times. 6. Mai 2011, abgerufen am 7. Mai 2011 (englisch).
  23. Sean D. Naylor: SEALs in bin Laden raid drawn from Red Squadron. In: Marine Corps Times. 5. Mai 2011, abgerufen am 7. Mai 2011 (englisch).
  24. David Crane: Osama Bin Laden (OBL) Shot DEAD via Double-Tap to the Head in Firefight with U.S. Strike Team (U.S. Navy DEVGRU Spec-Operators) During Direct Action (DA) Mission on „Huge Compound“ Deep inside Pakistan. Confirmed. Defense Review, 1. Mai 2011, abgerufen am 3. Mai 2011.
  25. New York Times, 3. Mai 2011: ''Obama Calls World ‘Safer’ After Pakistan Raid''. Nytimes.com. Abgerufen am 19. Mai 2011.
  26. Inside the Osama bin Laden Strike: How America Got Its Man, TIME vom 3. Mai 2011.
  27. New York Times, 2. Mai 2011: Detective Work on Courier Led to Breakthrough on Bin Laden
  28. Christopher Drew (New York Times, 5. Mai 2011): Attack on Bin Laden Used Stealthy Helicopter That Had Been a Secret
  29. Page 2 of 2: ABC News, 8. Mai 2011: ''Navy SEALs Who Captured, Killed Osama Bin Laden Return to United States''. Abcnews.go.com. 4. Mai 2011. Abgerufen am 19. Mai 2011.
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  32. Jagd auf bin Ladin (Startseite, NZZ Online). Nzz.ch. Abgerufen am 19. Mai 2011.
  33. Calvin Woodward (AP/CBS, 5. Mai 2011): Inside bin Laden's lair with SEAL Team Six
  34. US-Einsatz gegen bin Laden: Osama war auf Flucht vorbereitet, stern.de vom 4. Mai 2011.
  35. Josh Gerstein, Matt Negrin (Politico, 2. Mai 2011): White House changes Osama bin Laden account
  36. Los Angeles Times, 3. Mai 2011: Obama’s gamble
  37. Mark Landler, Mark Mazzetti (New York Times, 4. Mai 2011): Account Tells of One-Sided Battle in Bin Laden Raid
  38. a b Guardian: The killing of Osama bin Laden: how the White House changed its story, 4. Mai 2011
  39. Mark Landler, Mark Mazetti (New York Times, 3. Mai 2011): New U.S. Account Says Bin Laden Was Unarmed During Raid
  40. Mark Hosenball (Reuters.com, 3. Mai 2010): U.S. team’s mission was to kill bin Laden, not capture
  41. Michael Scherer (Time Swampland, 2. Mai 2011): Official: Bin Laden Mission Was Kill Or Capture, Not Just Kill
  42. Osama Bin Laden Raiders Encountered False Door, Found Small Arsenal in Compound, ABC News, 5. Mai 2011, abgerufen am 16. Mai 2011
  43. a b The bin Laden Situation Room revisited – One year later.
  44. Obama sah Todesschüsse nicht live, Welt Online vom 5. Mai 2011.
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  46. Report: DNA At Mass. General Confirms bin Laden’s Death, WCVB Boston, 2. Mai 2011.
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  49. RFE/RL: Gone In 40 Minutes -- What Pakistani Forces Did During Bin Laden Raid. Radio Free Europe online. 6. Mai 2011. Abgerufen am 30. Mai 2011.
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  55. Joby Warrick: Ex-SEAL Robert O’Neill reveals himself as shooter who killed Osama bin Laden. Washington Post. 6. November 2014. Abgerufen am 30. Mai 2011.
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  57. Brian Stelter (New York Times, 1. Mai 2011): How the Bin Laden Announcement Leaked Out
  58. President Obama on Death of Osama bin Laden (Rede an die Nation im Wortlaut), The White House, 1. Mai 2011, abgerufen am 2. Mai 2011.
  59. Dana Ford (CNN, 3. Mai 2011): Widely distributed death photo of Osama bin Laden is fake
  60. Reuters, 4. Mai 2011: Obama decides not to release bin Laden photos
  61. Pam Benson (CNN, 11. Mai 2011): Bin Laden death photos to be shown to some members of Congress
  62. U.S. forces kill elusive terror figure Osama bin Laden in Pakistan, CNN vom 2. Mai 2011, abgerufen am 2. Mai 2011.
  63. Joyce Chen (New York Daily News, 1. Mai 2011): Osama Bin Laden killed by U.S. special forces, former presidents Clinton and Bush congratulate Obama
  64. Der Spiegel: US-Spezialkräfte töten Osama Bin Laden, 2. Mai 2011 (abgerufen am 3. Mai 2011)
  65. Interpol sieht nach Tod bin Ladens erhöhte Terrorgefahr, stern.de vom 2. Mai 2011, abgerufen am 2. Mai 2011.
  66. AP-GfK Poll: Bin Laden killing was justified (AP), AP/Washington Post, 11. Mai 2011.
  67. Amnesty International, 4. Mai 2011: Questions around Operation against Osama bin Laden
  68. Robert Mackey: Robert Mackey, Elizabeth A. Harris (New York Times, 5. Mai 2011): ''Updates on the Killing of Bin Laden''. Thelede.blogs.nytimes.com. 5. Mai 2011. Abgerufen am 19. Mai 2011.
  69. CNN (5. Mai 2011): Native Americans object to linking Geronimo to bin Laden
  70. Elizabeth Flock (Washington Post, 3. Mai 2011): Geronimo code name for bin Laden: ‘We got him’
  71. AP/Huffington Post, 17. Mai 2011: Osama Bin Laden Dead: Raiders Knew Mission A One-Shot Deal
  72. RP Online vom 4. Mai 2011: Indianer sprechen von Verunglimpfung: Kritik am Codenamen „Geronimo“ für den Tod bin Ladens
  73. Michael B. Mukasey (The Wall Street Journal, 6. Mai 2011): The Waterboarding Trail to bin Laden
  74. Catherine Chomiak (NBC-News, 11. Mai 2011): Trump: 'Torture' led to catching bin Laden
  75. MSNBC, 5. Mai 2011: McCain says torture did not lead to bin Laden; John McCain (Washington Post, 12. Mai 2011): Bin Laden’s death and the debate over torture
  76. Marc A. Thiessen (Washington Post, 12. Mai 2011): Mukasey responds to McCain’s op-ed
  77. Glenn Kessler (Washington Post, 16. Mai 2011): McCain vs. Mukasey on CIA tactics and the trail to Osama bin Laden
  78. Tagesschau, 20. Dezember 2012: „Zero Dark Thirty“ ist angelaufen: US-Senatoren kritisieren Osama-bin-Laden-Film
  79. Courts continue to refuse release of bin Laden death photos.
  80. a b Fotos von Bin Ladens Leiche wurden vernichtet.
  81. David Ingram: Court rules bin Laden death photos can stay secret.
  82. Top Pentagon Leader Ordered Destruction of bin Laden Death Photos.
  83. Revealed: Military emails show that NO U.S. sailors witnessed Osama bin Laden's secret burial at sea.
  84. FOIA fiasco: Osama bin Laden files secretly moved from Defense Dept. to CIA.
  85. Courts continue to refuse release of bin Laden death photos.
  86. John Hudson: A Look at Who's FOIAing the Bin Laden Death Photo.
  87. Seymour Hersh, "The Killing of Osama Bin Laden." London Review of Books, Vol. 37 No. 10, 21 May 2015, p. 3-12
  88. Yassin Musharbash: [blog.zeit.de/radikale-ansichten/2015/05/12/wie-starb-osama-bin-laden-wirklich/ Wie starb Osama Bin Laden wirklich?], Zeit Online, 12. Mai 2015 und US-Journalist Hersh bezichtigt Obama der Lüge, Zeit Online, 11. Mai 2015.
  89. “The most blatant lie was that Pakistan’s two most senior military leaders – General Ashfaq Parvez Kayani, chief of the army staff, and General Ahmed Shuja Pasha, director general of the ISI – were never informed of the US mission.”

  90. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatPaul Middelhoff: Lügen sind der Kern der US-Politik. Der Tagesspiegel, 14. Mai 2015, abgerufen am 19. Mai 2015.
  91. “High-level lying nevertheless remains the modus operandi of US policy, along with secret prisons, drone attacks, Special Forces night raids, bypassing the chain of command, and cutting out those who might say no.”

  92. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Formatamz/AFP, Der Spiegel: Geheimdienst-Befragung: Bin Ladens Witwen "feindselig" in US-Verhör. Der Spiegel, 13. Mai 2011, abgerufen am 30. Mai 2015 (englisch)., Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatORF: „Kämpfen als Partner“. ORF, 11. Mai 2011, abgerufen am 30. Mai 2015.
  93. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatMinister for Information: Remarks by the Minister for Information and Broadcasting in the Parliament on the death of Osama bin Laden, 4 May 2011. Consulate General of Pakistan Chicago, 4. Mai 2011, abgerufen am 30. Mai 2015 (englisch).
  94. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatPakistans Außenministerium: Death of Osama bin Ladin-Respect for Pakistan’s Established Policy Parameters on Counter Terrorism. Ministry of Foreign Affairs Government of Pakistan, 3. Mai 2011, abgerufen am 30. Mai 2015 (englisch).
  95. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Formatdpa/wonfs, Die Welt: Pakistan spielt bei Verhör des Bin-Laden-Clans auf Zeit. =Die Welt, 10. Mai 2011, abgerufen am 30. Mai 2015., Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatDeclan Walsh: Osama bin Laden mission agreed in secret 10 years ago by US and Pakistan. The Guardian, 9. Mai 2011, abgerufen am 30. Mai 2015 (englisch).
  96. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatTucker Reals: Ex-Pakistan leader denies deal for U.S. raids. CBS News, 10. Mai 2011, abgerufen am 30. Mai 2015 (englisch).
  97. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatRob Crilly: Osama bin Laden: Pakistan politicians mourn al-Qaeda leader. Telegraph.co.uk online, 10. Mai 2011, abgerufen am 30. Mai 2015 (englisch).
  98. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatRob Crilly: Pakistan condemns Bin Laden raid and US drone attacks. BBC online, 14. Mai 2011, abgerufen am 30. Mai 2015 (englisch).
  99. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatDie Welt kompakt: Bin Ladens Tochter erlebte alles mit. Die Welt, 5. Mai 2011, abgerufen am 30. Mai 2015.
  100. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatHasnain Kazim: Reaktion auf Bin Ladens Tod: Pakistan enttarnt CIA-Chef in Islamabad. Spiegel Online, 9. Mai 2011, abgerufen am 30. Mai 2015.
  101. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatWilli Germund: Osama bin Laden in Pakistan: Warum blieb das Versteck geheim? Stuttgarter Zeitung, 3. Mai 2011, abgerufen am 30. Mai 2015.
  102. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatPakistan Telegraph: No need for any Pakistani to feel demoralised over nation’s defence capacity: Bashir. Pakistan Telegraph, 6. Mai 2011, archiviert vom Original am 15. Juli 2012, abgerufen am 30. Mai 2015.
  103. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Formatsueddeutsche.de/AFP/dpa/juwe/liv: Taliban verüben Anschlag - "Rache für Bin Ladens Tod". Süddeutsche Zeitung, 13. Mai 2011, abgerufen am 31. Mai 2015. und Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAFP, Stern: Selbstmordattentat in Pakistan: Taliban üben Vergeltung für toten Bin Laden. Stern, 13. Mai 2011, abgerufen am 31. Mai 2015.
  104. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatSputnik Deutschland online: Taliban attackieren Marinestützpunkt in Pakistan: Acht Soldaten getötet. RIA Novosti, 23. Mai 2011, abgerufen am 31. Mai 2015.
  105. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Formatami/AFP,Tages-Anzeiger: Eine Vierteltonne Sprengstoff als Vergeltung für Bin Ladens Tod. Tages-Anzeiger, 25. Mai 2011, abgerufen am 31. Mai 2015.
  106. a b c Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAsif Ezdi: US raid that killed bin Laden was 'an act of war', says Pakistani report. International THE NEWS, 22. Juli 2013, abgerufen am 30. Mai 2015 (englisch).
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  109. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatHannah Strange: US raid that killed bin Laden was 'an act of war', says Pakistani report. Telegraph.co.uk, 9. Juli 2013, abgerufen am 30. Mai 2015 (englisch).
  110. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatTim Craig: Pakistan faults self in bin Laden hunt. The Washington Post, 8 Juli 2013, abgerufen am 30. Mai 2015 (englisch).
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  115. Yassin Musharbash (Der Spiegel, 6. Mai 2011): Tod des Terroristenführers: Al-Qaida schwört Rache für Bin Laden
  116. Osama bin Laden dead: Hamas condemns killing of bin Laden, The Telegraph, 2. Mai 2011.
  117. Umer Farooq: US forces captured Al Qaeda chief alive then executed him – Bin Laden’s daughter, Asharq al-Awsat, 5. Mai 2011
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  121. Tötung Osama bin Ladens und Völkerrecht: Der Tod ist immer eingeplant, taz.de vom 3. Mai 2011.
  122. Die Zeit, 25. Mai 2011: Altkanzler Schmidt verurteilt Tötung bin Ladens; Jost Müller-Neuhof (Die Zeit, 3. Mai 2011): Bin Laden: US-Attacke wirft völkerrechtliche Fragen auf
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    „Das ist Mittelalter“: Merkels Freude über bin Ladens Tod, Der Tagesspiegel vom 4. Mai 2011;
    Kirchliche Reaktionen nach Bin-Laden-Tod: Zustimmung und Kritik, Kathweb Nachrichten vom 5. Mai 2011.
  126. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatFreude über Bin Ladens Tod: Wie ein Richter Merkel zur Räson bringen will. Spiegel Online, 6. Mai 2011, abgerufen am 10. Mai 2011.
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  130. Larry Johnson: Obama Coerced into Going After Bin Laden, 9. Mai 2011
  131. New York Times: The Detail in Seymour Hersh’s Bin Laden Story That Rings True, 12. Mai 2015
  132. The News: Brig Usman Khalid informed CIA of Osama’s presence in Abbottabad, 12. Mai 2015
  133. Olaf Ihlau: Buch über Tötung von Osama Bin Laden: „Wir haben ihn, wir haben ihn.“ In: sueddeutsche.de vom 7. August 2012
  134. Die Jagd nach bin Laden – Im Fadenkreuz der Geheimdienste, BBC Germany

34.16930833333373.242438888889Koordinaten: 34° 10′ 9,5″ N, 73° 14′ 32,8″ O